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Antike Stätten: Quellheiligtum mit Sauer- und Schwefelquelle bei Heckenmünster

Das Wasser des eisenhaltigen Sauerbrunnens ist wohlschmeckend

Das Wasser des eisenhaltigen Sauerbrunnens ist wohlschmeckend

Anschrift:

Das Quellheiligtum liegt mitten im Wald. Keine postalische Anschrift.

Angabe für das Navigationsgerät: Viktoriaweg, 54518 Heckenmünster

Anfahrt:

Das gallo-römische Quellheiligtum befindet sich auf einem Hügel im Meulenwald in der Vulkaneifel, 2,2 km vom Dorf Heckenmünster entfernt.

Wir empfehlen die Anreise nach Heckenmünster mit dem Auto, da das 120-Einwohner-Dorf in einem abgelegenen Tal im Meulenwald liegt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur umständlich zu erreichen ist.

Wer auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, kann mit der Bahn bis Bahnhof Sehlem fahren. Dieser wird von Regionalbahnen aus Wittlich, Koblenz, Trier, Luxembourg und Perl angefahren. Von dort aus fährt die Buslinie 212 nach Heckenmünster, diese Strecke wird allerdings nur einmal am Tag bedient, so daß man seinen Besuch zeitlich sehr gut planen muß.

Die Informationstafel an der Hauptstraße von Heckenmünster ist ein guter Ausgangspunkt

Die Informationstafel an der Hauptstraße von Heckenmünster ist ein guter Ausgangspunkt

Alternativ kann man direkt vom Bahnhof Sehlem zur Quelle wandern, die Entfernung beträgt ca. 4,5 km.

Eine andere Alternative ist es, von Wittlich Hauptbahnhof den Bus 325 nach Dierscheid zu nehmen; dieser verkehrt 6x täglich werktags und 2x samstags. Von Dierscheid aus führt der „Karl-Kaufmann-Weg“ zum Quellheiligtum. Die Entfernung beträgt etwa 2,7 km.

Wir beschreiben den Weg vom Ausgangspunkt Heckenmünster, von wo aus der Tempelbezirk über einen Wanderweg (Quellenweg) erwandert werden kann. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten:

Ausgangspunkt sollte jeweils die „Straßen der Römer“-Informationstafel an der Hauptstraße des Dorfes („Am Bendersbach“) sein. Dort befindet sich ein 2006 errichteter, auffälliger Brunnen und eine Tafel, die über die Hintergründe des Quellenlandes rund um Heckenmünster informiert und den 7,5 km langen Rundwanderweg „Quellenweg“ zum römischen Quellheiligtum beschreibt.

Der Wanderparkplatz befindet sich im Wald auf dem Berg, etwa 1 km von der Quelle entfernt

Der Wanderparkplatz befindet sich im Wald auf dem Berg, etwa 1 km von der Quelle entfernt

Steht man vor dem Brunnen, so befindet sich etwa 100 Meter links davon ein gut beschrifteter Aufstieg für Wanderer mit dem Wegweiser „Viktoriaquelle 2,2 km“. Der Weg ist durchgängig gut mit modernen Wegweisern ausgeschildet, die an jeder Abzweigung zu finden sind und (wie bei Eifelsteig, Ahrsteig oder Traumpfaden) immer auch die Entfernung in Kilometern angeben.

Wer es nicht ganz so sportlich mag oder weniger Zeit hat, sollte vom Brunnen aus nach rechts der Straße folgen. Nach einigen hundert Metern zweigt scharf links die Viktoriastraße ab, die direkt in den Wald führt. Der schmale Waldweg ist zwar mit einem „Durchfahrt verboten, Anlieger frei“-Schild gekennzeichnet, ist aber durchweg asphaltiert und kann mit einem normalen PKW befahren werden. Man folgt der Straße den Berg hinauf (hierbei auf Wanderer und Spaziergänger achten, die im Meulenwald unterwegs sind), bis man nach einer Weile einen mit einem blauen P-Schild gekennzeichneten Wanderparkplatz erreicht. Hier kann man das Auto abstellen. Ein moderner Wegweiser weist hier in den Wald hinein zur „Viktoriaquelle 1 km“. Auch markieren weiße „Q“-Schilder an den Bäumen den Rundwanderweg, so daß die Quelle nicht zu verfehlen ist.

Die Quelle ist gut ausgeschildert

Die Quelle ist gut ausgeschildert

Vom Parkplatz aus muß zu Fuß gegangen werden. Der Waldweg ist jedoch nicht sonderlich anspruchsvoll, es gibt keine Steigungen oder starkes Gefälle und der Weg ist breit und gut begehbar. Festes Schuhwerk wird empfohlen, jedoch ist keine spezielle Wanderausrüstung erforderlich.

Der Weg führt nach wenigen Metern an einer Schutzhütte vorbei und schlängelt sich von dort auf einen breiten Hauptwanderweg. Auf diesem Teilstück ist im Sommer, vor allem nach ausgiebigem Regen, ein intensives Fliegenaufkommen zu bemerken, die den Wanderer dicht umschwirren, so daß wir empfehlen, sich zum Wedeln einen Zweig oder ähnliches mitzunehmen, da die Fliegen nach einigen hundert Metern penetrant werden können.

Die „Viktoriaquelle“, der eisenhaltige Sauerbrunnen des römischen Quellheiligtums, liegt auf der rechten Seite und ist durch seine Schutzhütte sowie den Schutzbau des Brunnens gut zu erkennen.

Um zur ebenfalls zum Tempelkomplex gehörenden Schwefelquelle zu gelangen, folgt man dem Hauptweg weiter bis zur nächsten Kreuzung, wo ein Holzschild „Schwefelquelle“ nach rechts zeigt. Der Fußweg dauert nur wenige Minuten, der Brunnen liegt auf der linken Seite und ist, je nach Wetterlage, schon aus einiger Entfernung zu riechen. Auch wird von toten Tieren berichtet, die gelegentlich in seinem Umfeld liegen, da die Schwefelgase auch aus dem Waldboden um die Quelle herum austreten.

Hintergrundinformationen:

Die „Viktoriaquelle“ (deren Name erst 100 Jahre alt ist und nichts mit der römischen Göttin Victoria zu tun hat) und die Schwefelquelle „Wallenborn“ liegen auf dem Gelände eines großen gallo-römischen Quellheiligtums.

Das Wasser des Sauerbrunnens kann direkt mit der Hand geschöpft oder in eine Flasche abgefüllt werden

Das Wasser des Sauerbrunnens kann direkt mit der Hand geschöpft oder in eine Flasche abgefüllt werden

Das Quellheiligtum wurde bereits in vorrömischer Zeit von den einheimischen Kelten (in diesem Gebiet der gallische Stamm der Treverer) genutzt und in römischer Zeit zu einer großen Pilgerstätte ausgebaut. Die Quellen waren auffällig, weil immer wieder tote Tiere im Wald gefunden wurden und Schwefelgeruch in der Luft lag.

Es handelt es sich bei beiden Quellen um Mofetten, bei denen durch eine darunterliegende Magmakammer CO2-Gase an die Oberfläche treten und in den Brunnen ein intensives, weithin hörbares Blubbern und sichtbares Blasenschlagen verursachen.

Der Quellreichtum der Gegend, in der es noch einige weitere Quellen gibt, ist darin begründet, daß sie sich auf einer geologischen Verwerfung oder Bruchkante in der Wittlicher Senke befindet, so daß hier das Gestein um 900 Meter abgeschoben wurde. Dadurch kann die im Untergrund liegende Magmenkammer unter der Vulkaneifel Kohlendioxid durch Gesteinsklüfte an die Oberfläche steigen lassen, wo das Gas auf das Grundwasser trifft und die typischen, blubbernden Mofetten bildet. Heute werden die Quellen unter anderem von der Universität Potsdam regelmäßig untersucht, um daraus Rückschlüsse auf die immer noch vorhandene Vulkanaktivität der Vulkaneifel zu ziehen.

Der Tempelkomplex war 78 x 36 Meter groß und mit einer Mauer umfasst. Die Viktoriaquelle, ein gut schmeckender Sauerbrunnen, befand sich im Zentrum der Anlage, während die Schwefelquelle in ein Nebengebäude eingebettet wurde. Es gab drei Tempel, wobei es sich bei zweien um typisch gallo-römische Umgangstempel handelte. Der dritte Tempel war ein offener Achteckbau in der Nähe der Schwefelquelle, eine Bauform, die nördlich der Alpen selten vorkommt.

Den Tempeln vorgelagert waren zwei 30 x 20 und 30 x 5 Meter große Herbergen und Pilgerunterkünfte. Außerdem gab es hier, wie auch beim Sirona- und Apollo-Grannus-Quellheiligtum bei Hochscheid im Hunsrück, ein halbkreisförmiges Kulttheater mit Bühnenhaus.

Die Mofette blubbert und stößt CO2-Gas aus

Die Mofette blubbert und stößt CO2-Gas aus

Daß die Quellen nicht nur der Trinkkur dienten, sondern hier auch Heilbäder durchgeführt wurden, zeigen die großen, mit Hypokausten beheizbaren Becken, die auf dem Gelände gefunden wurden. Hier gab es ebenfalls, wie man es auch vom Lenus-Mars-Heiligtum auf dem Martberg kennt, ein langgezogenes Gebäude mit einem Wandelgang.

Die gut ausgebaute, 2,75m breite Straße zwischen den Pilgerherbergen und den Quellen im Inneren des Tempels ist vollständig erhalten und legt die Vermutung nahe, daß Kranke hier liegend bis zur Quelle oder zum Bad transportiert werden konnten.

Der Sauerbrunnen war in ein offenes, auf Säulen stehenden Gebäude aus einheimischem Buntsandstein eingefasst, dessen Dach mit Schieferplatten gedeckt war.

Der römische Tempelkomplex war vom 1. bis zur zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. ein bedeutsames Quellheiligtum, was anhand von Münzfunden eindeutig nachgewiesen werden konnte. Die römischen Gebäude sind durch dendrochonologische Untersuchungen einer hölzernen Wasserrinne auf das Errichtungsjahr 129 n. Chr. datiert.

Es wird angenommen, daß vor allem Bewohner des Eifel- und Moselraumes hierher pilgerten, die aus romanisierten Treverern und zugereisten Römern bestanden. Die Reisezeit aus dem nahegelegenen Trier – Augusta Treverorum, zweitgrößte Stadt des Römischen Reichs -, dauerte einen Tag.

Zu den Funden gehörten neben Scherben und Terrakotta-Figuren einer weiblichen Gottheit auch mehrere unbearbeitete Bergkristalle.

Welchen Gottheiten dieses Quellheiligtum genau geweiht war, ist nicht bekannt, da – anders als in Hochscheid – keine Statuen, Standbilder oder Weiheinschriften gefunden wurden, die einen Namen nennen oder anhand ihrer Attribute eindeutig zuzuordnen sind. Daß es sich bei den hier verehrten Quellgöttern um die von den Treverern hauptsächlich in Quellheiligtümern verehrten Sirona und Grannus handelte, ist möglich, da es sich bei diesem Götterpaar – neben Lenus-Mars – um die wichtigsten Heilgötter handelte und sie stets in Verbindung mit Quellen und Bädern erscheinen, aber es ist nicht archäologisch belegbar und bleibt deshalb spekulativ, auch wenn eine gewisse Wahrscheinlichkeit gegeben ist.

Auch in der Schwefelquelle blubbert das Gas

Auch in der Schwefelquelle blubbert das Gas

Archäologische Belege für eine keltische Nutzung dieser Quellen in vorrömischer Zeit wurden nicht gefunden, eine solche Nutzung wird jedoch in der Forschung wegen des ungewöhnlichen Ortes für wahrscheinlich gehalten, zumal einheimische Kelten den Ort auch nach der Errichtung der römischen Gebäude weiter nutzten.

Das Heiligtum wurde im Rahmen der Germaneneinfälle um 275 n. Chr. aufgegeben. Nach Zerstörungen wurde der Komplex nicht mehr aufgebaut und die Nutzung des Ortes als Heilbad nicht fortgesetzt, auch, weil die Bevölkerung in diesem unruhigen Gebiet danach stark zurückging. Wahrscheinlich liefen „sicherere“ Bäder und luxuriöse Kurbetriebe der Spätantike, wie Aachen (Aquae Granni), Hochscheid oder die heißen Quellen von Bad Bertrich (Bertriacum), diesem weiter östlich gelegenen Heiligtum mit der Zeit den Rang ab.

Der Ort wurde jedoch auch nach dieser Zeit bis Mitte des 4. Jahrhunderts von einzelnen Besuchern und Pilgern aufgesucht, was unter anderem durch Münzfunde aus der Zeit Konstantins des Großen, nachgewiesen wurde.

Die Schwefelquelle wurde urkundlich erstmalig 1415 als „Wallenburren“ erwähnt: „Item eyn velt by dem Wallenburren uff deme reine gelegen“.

Das Wasser wurde auch in der Neuzeit und wird bis heute von Einheimischen genutzt. Die Quellen gelten in der Volksüberlieferung als heilsam gegen Hautkrankheiten, Kinderkrankheiten und Magenbeschwerden und dienen auch zur Behandlung von krankem Vieh und bei Wurmbefall. Ein bekanntes einheimisches Rezept beinhaltet die Verwendung des kohlensäurehaltigen Wassers zur Herstellung von besonders luftigen Buchweizenpfannkuchen, den sogenannten „Heddelichkuchen“.

Die ersten Ausgrabungen an der Quelle fanden im 1887 durch das Museum Trier statt, wobei römische Mauerreste zum Vorschein kamen. Durch die Nähe der bereits bekannten Quellen wurde schon damals ein römisches Quellheiligtum vermutet.

Die Schwefelquelle ist mit einem Gitter bedeckt

Die Schwefelquelle ist mit einem Gitter bedeckt

Das Wasser des schmackhaften, kohlensäurereichen Sauerbrunnens wurde von 1880 bis Anfang des 20. Jahrhunderts in Steinflaschen abgefüllt und als „Viktoriaquelle Hetzerath“ verkauft. Das Wasser, von dem jährlich 50.000 Flaschen abgefüllt wurden, wurde bis in die USA exportiert. Die kommerzielle Wassergewinnung wurde aufgrund von Mißwirtschaft des Unternehmens jedoch eingestellt.

Im Jahr 1966 wurde die Stätte im Rahmen von großangelegten Rodungsarbeiten im umgebenden Wald erstmalig archäologisch untersucht und aufgenommen. Die Grabungen wurden vom Landesmuseum Trier unter der Leitung von Dr. Wolfgang Binsfeld durchgeführt. In Trier befindet sich heute auch ein Modell mit einer Rekonstruktion des Tempelkomplexes.

Um die Stätte zu konservieren, wurde der Tempelkomplex nach Abschluß der Grabungen wieder zugeschüttet.

Wie auf der Infotafel an der Viktoriaquelle zu lesen ist, plante die Gemeinde, den Tempelkomplex im Jahr 2008 wieder freizulegen und die Grundmauern aufzumauern, um das Heiligtum der Öffentlichkeit nahezubringen und als touristische Attraktion in das beliebte Feriengebiet in der Vulkaneifel zu integrieren. Dazu sollte auch ein mit Informationstafeln versehener Quellenrundweg errichtet werden. Die Genehmigungen hierfür waren bereits erteilt und die Gelder – 75.000 Euro – durch Finanzierungszusagen der Verbandsgemeinde Wittlich-Land gesichert. Dieses Projekt scheiterte jedoch daran, daß sich die Tempelanlage nicht auf öffentlichem Grund befindet, sondern der Wald in privater Hand eines Unternehmers aus Idar-Oberstein ist. Dieser verlangte – als Entschädigung für vermutete Jagdausfälle durch die angezogenen Besucher – eine jährliche vierstellige Entschädigungszahlung, einen Betrag, den die Gemeinde nicht aufbringen konnte.

Vom Sauerbrunnen ist es nicht weit zur Schwefelquelle

Vom Sauerbrunnen ist es nicht weit zur Schwefelquelle

Bis heute befindet sich das Quellheiligtum deswegen begraben im Wald zwischen den beiden Quellen; lediglich die Quellen, die in Schutzbauten bzw. Brunnen aufgemauert sind, sind für die Öffentlichkeit zugänglich.

Weiterführende Informationen:

Beschreibung:

Nach der 1 km langen Wanderung erreicht man zuerst die Viktoriaquelle, den Sauerbrunnen. Schon aus einiger Entfernung hört man ein lautes Blubbern.

Der Sauerbrunnen befindet sich auf einem kleinen Platz neben einer hölzernen Schutzhütte, einer Infotafel und einer Holzbank mit Tisch, die Wanderer zum Verweilen einlädt.

Die Quelle selbst ist in einen runden, turmartigen Schutzbau oder Brunnen gefasst und mit einem spitzen Schieferdach abgedeckt. Eine Öffnung an der Vorderseite erlaubt eine freie Zugänglichkeit der Quelle. Der Grund der Quelle und die Wände sind rot gefärbt, was durch den hohen Eisenanteil des Wassers bedingt ist.

Um an den Brunnen zu gelangen, muß man seinen Kopf und Arm durch die Öffnung stecken. Da das Wasser durch die aufsteigenden CO2-Gase stark in Wallung ist, steigt einem hierbei bisweilen eine kräftige Prise Kohlensäure in die Nase, was man einmal erlebt haben sollte. Das Wasser kann in eine mitgebrachte Flasche abgefüllt oder mit der Hand geschöpft und getrunken werden. Es ist kalt und schmeckt gut und frisch. Das Trinken ist gesundheitlich unbedenklich, auch wenn die Quelle einen erhöhten Sulfatgehalt aufweist.

Der Brunnen ist in einem guten Zustand, die Infotafel daneben ist leider etwas veraltet und vom Zahn der Zeit angenagt. Hier wird noch beschrieben, daß angedacht ist, den Tempel freizulegen und aufzumauern, was mittlerweile ja leider durch die zweifelhafte Einstellung des Waldbesitzers hinfällig geworden ist.

Links neben dem Platz mit dem Brunnen befindet sich ein Holzwegweiser „zur Schwefelquelle„. Diesem folgt man etwa 100 Meter und erreicht dann wieder einen gemauerten Brunnen, der ebenfalls durch wildes Blubbern auf sich aufmerksam macht.

Im Gegensatz zur Sauerquelle ist diese Quelle nicht ohne weiteres zu erreichen, da sich auf dem Brunnen eine geschmiedete Abdeckung befindet. Offenbar fürchtet man, daß Besucher großzügig von der stinkenden Schwefelquelle trinken würden… Die Quelle liegt in etwa 1,20 Meter Tiefe unterhalb der Abdeckung; wer unbedingt das Wasser probieren will (schließlich gilt es bis heute als heilsam), kann eine leere Flasche an einer Schnur herablassen – es ist Platz genug für derartige Manöver. Aufgrund des hohen Schwefelgehalts und starken Geruchs läuft niemand Gefahr, übermäßig viel von diesem Wasser zu trinken, so daß eine Gesundheitsgefährdung zu befürchten wäre. Als Medizin in kleiner Dosis genossen, ist die Quelle unbedenklich.

Das Gelände der Tempelanlage liegt unter diesem Boden begraben

Das Gelände der Tempelanlage liegt unter diesem Boden begraben

Den Geruch, der überall als streng beschrieben wird und schon „von weitem“ gerochen werden soll, empfanden wir als nicht sehr intensiv. Das kann natürlich auch jeweils wetterbedingt sein, da wir an einem Tag dort waren, der auf eine Nacht mit stundenlangen kräftigen Regenfällen und Gewittern folgte. An trockenen Tagen und bei trockenem Boden mag das anders sein. Dann sollen die Schwefelgase auch aus dem Erdreich rund um den Brunnen austreten und im schlimmsten Fall den Tod von kleinen Tieren wie Vögeln verursachen, die sich tief am Boden aufhalten, wohin das schwerere Gas absinkt. Wir sahen jedoch weder tote Tiere noch rochen wir übermäßigen oder unerträglichen Schwefel, es roch leicht, aber nicht sonderlich aufdringlich. Für olfaktorische Erlebnisse an anderen Tagen übernehmen wir also keine Gewähr 😉

Der Brunnen hat, im Gegensatz zur Viktoriaquelle, völlig unverständlicherweise kein Schutzdach, so daß an seinem Grund Äste und Laub liegen. Das sorgt sicherlich nicht für eine Verbesserung der Wasserqualität. Wie auch der Sauerbrunnen, so sind die CO2-Austritte auch hier deutlich:

An der Schwefelquelle gibt es keine eigene Infotafel.

Zugänglichkeit, Öffnungszeiten, Eintritt:

Die Quellen liegen mitten im Wald auf einem Berg im Meulenwald, der mit seinen steilen, bewaldeten Hügeln und tiefen Tälern einen landschaftlich reizvollen Teil der Vulkaneifel darstellt. Das Quellheiligtum ist deshalb jederzeit frei und kostenlos zugänglich, wenn auch der Weg dorthin mit einer kleinen Wanderung verbunden ist.

Führungen:

Regelmäßige Turnusführungen zum Gelände gibt es nicht, allerdings bietet der Eifelverein oder lokale Wanderführer aus den umliegenden Ortschaften gelegentlich geführte Rundwanderungen zu den Quellen der Region und durch den Meulenwald an.

Sonstiges:

Die Villa rustica von Wittlich war eine riesige Landvilla

Die Villa rustica von Wittlich war eine riesige Landvilla

Fotografieren ist natürlich uneingeschränkt möglich.

Das Abfüllen von Wasser in mitgebrachte Flaschen ist problemlos möglich, wenn auch die praktische Durchführung etwas abenteuerlich ist.

Wer den unbekannten, hier verehrten gallo-römischen Quellgottheiten ein Opfer bringen will, dem empfehlen wir – anhand der Fundlage nach altem Brauch – das Mitbringen von kleinen, ungeschliffenen Bergkristallen, die am Brunnen deponiert werden können – nicht jedoch in den Brunnen geworfen werden sollten!. Für den Fall, daß es sich bei der Quellgöttin um Sirona gehandelt hat, kann auch ein Apfel als Opfergabe in der Nähe hinterlassen werden.

Ein Besuch der Quellen kann mit einem Besuch der Pfarrkirche von Heckenmünster kombiniert werden, die aus dem Rokoko stammt und als Pilgerstätte bekannt ist. Das Rokokodekor des Hochaltars und der beiden Seitenaltäre ist sehenswert, vor allem die ungewöhnliche Darstellung des heiligen Wendelinus.

Ein weiteres römisches Ausflugsziel in der Nähe ist die römische Villa in Wittlich, die sich direkt unter der Autobahnbrücke befindet. Ihre riesigen Ausmaße sind noch heute zu erahnen; ihre Größe lag etwa zwischen der Villa Otrang bei Fließem und der Riesenvilla von Echternach in Luxemburg, die schon, wie die Villa im luxemburgischen Helmsange als römisches „Landschloß“ zu bezeichnen ist.

Ebenfalls sehenswert ist ein Besuch in der ehemaligen Synagoge Wittlich, die eine interessante und anschauliche Dauerausstellung zu jüdischem Leben in der Region zeigt.

Die umliegende Vulkaneifel ist ebenfalls touristisch attraktiv und bietet mit ihren Maaren – den Kraterseen – viele sehenswerte Orte, so daß man hier auch eine längere Zeit verbringen kann.

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