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Museen: Rheinisches Landesmuseum Trier

 

Das Rheinische Landesmuseum Trier

Das Rheinische Landesmuseum Trier

Anschrift:

Weimarer Allee 1, 54290 Trier

Anfahrt:

Das Museum liegt zentral in der Trierer Innenstadt. Es hat keinen eigenen Parkplatz, deshalb empfiehlt es sich, das Auto in einem der Trierer Parkhäuser in der Innenstadt abzustellen und zu Fuß zum Museum zu gehen. Das nächste Parkhaus ist „Ostallee / Alleencenter“ in der Nähe des Hauptbahnhofs.

Das Museum liegt schräg hinter dem Dom, der Konstantinbasilika und dem Kurfürstlichen Schloß. Es kann von der Trierer Innenstadt aus zu Fuß durch den Schloßpark erreicht werden. Es ist in der Innenstadt gut ausgeschildert, wie im übrigen alle Trierer Sehenswürdigkeiten.

Bei Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfiehlt es sich, bis Trier Hauptbahnhof zu fahren und dann zu Fuß der Ausschilderung durch die Fußgängerzone zu folgen. Ansonsten kann man auch mit einem Bus bis zur Konstantinbasilika fahren und von dort das Museum durch den dahinterliegenden Schloßpark erreichen.

Ein kostenloser Stadtplan mit allen Sehenswürdigkeiten ist in der Touristeninformation an der Porta Nigra erhältlich. Dort erteilt man auch gerne Auskunft und gibt Wegbeschreibungen.

Sammlung und Präsentation:

Die Gräberstraße erstreckt sich über einen langen Gang

Die Gräberstraße erstreckt sich über einen langen Gang

Das Rheinische Landesmuseum Trier gilt als eines der wichtigsten archäologischen Museen in Deutschland. Es zeigt 200.000 Jahre Siedlungsgeschichte und kulturelle Entwicklung in Moselraum und Eifel.

Dabei wartet es mit einigen Superlativen auf, wie der größten Mosaikensammlung nördlich der Alpen, riesigen römischen Grabmonumenten (wie dem berühmten Schiff aus Neumagen), die entlang der Zufahrtsstraße in die römische Kaiserstadt Augusta Treverorum (Trier) aufgestellt waren, und dem größten römischen Goldmünzenschatz der Welt.

Der Schwerpunkt der als Rundgang durch die Jahrtausende konzipierten Dauerausstellung liegt auf der Geschichte der Region um Trier seit der Steinzeit und behandelt die ersten Siedlungen, die keltische Besiedlung samt keltischen Prunkgräbern, die Römerzeit, die Franken und die Neuzeit bis zum 18. Jahrhundert, als die Kurfürsten über die Stadt herrschten.

Da Trier als die älteste Stadt Deutschlands gilt, die zur römischen Zeit als „Roma secunda“ die zweitgrößte Stadt nach Rom war, nehmen die Zeugnisse der römischen Geschichte Triers natürlich den meisten Raum ein. Hier zeigt das Museum einige ausgesprochen gut erhaltene Stücke, wie die beeindruckenden Grabdenkmäler, auf denen teilweise noch Farbreste zu sehen sind, denn – wie es römischer Geschmack und Brauch war -, waren auch sie, wie römische Statuen und Weihesteine, knallbunt angemalt.

Die Sammlung ist gut strukturiert und der Besucher wird chronologisch durch die Epochen geführt. Dabei sind die Fundstücke sehr gut präsentiert und beschriftet (allerdings nur auf Deutsch!).

Ein Audio-Guide liefert interessante Zusatzinformationen

Ein Audio-Guide liefert interessante Zusatzinformationen

Wie auch im Rheinischen Landesmuseum Bonn, kann man sich kostenlos einen Audio-Guide an der Kasse gegen Hinterlegung eines Pfandes (Personalausweis o.ä.) ausleihen. Zu den wichtigsten Fundstücken oder Themenkomplexen sind Zusatzinformationen über diesen Audio-Guide abrufbar (es gibt, im Gegensatz zu Bonn, allerdings keine Filme im Audio-Guide und keine Erklärungen in Gebärdensprache). Der Guide ist auf jeden Fall empfehlenswert!

Sonderausstellungen sind ebenfalls sehr sehenswert präsentiert. Wir schauten uns im Frühjahr 2014 die Ausstellung „Ein Traum von Rom – Römisches Stadtleben in Südwestdeutschland“ an, deren Fundstücke vor roter Kulisse präsentiert wurden. Daneben gab es die Nachbildung einer römischen Geschäftsstraße mit Porticus. Die Sonderausstellungen sind gut konzipiert und die Präsentation der Ausstellungsstücke ist vorbildlich.

Auch die riesigen römischen Mosaike sind durchdacht in Szene gesetzt, sie können entweder von ganz nah betrachtet werden, um die Details zu bestaunen, oder auch von einem Balkon herab, der einen guten Gesamtüberblick über die Bilder erlaubt.

Für das Museum muß man auf jeden Fall viel Zeit mitbringen, selbst wenn man sich nur auf keltische und römische Epochen beschränkt und die anderen Abteilungen im „Schnellverfahren“ durchwandert, kann man dort durchaus einen Tag verbringen. Aufgrund der schieren Größe des römischen Triers und seiner Bedeutung als Kaiserstadt, sowie der Nähe zur in römischer Zeit dicht besiedelten Mosel gibt es so viele gut erhaltene Funde, daß sich hier ein ausgesprochen guter Eindruck vom Leben zur römischen Zeit im Raum Eifel-Mosel ergibt.

Öffnungszeiten:

Dienstags bis Sonntags von 10 – 17 Uhr. Montags geschlossen.

Der Saal mit den römischen Grabmonumenten ist durch das mediale Raumtheater „Im Reich der Schatten“ täglich von 11.30-12.30 Uhr und 14.30-15.15 Uhr nicht zugänglich.

An allen Feiertagen außer Rosenmontag bis Aschermittwoch, Weihnachten (23.-26.12.) und 1. Januar geöffnet.

Eintrittspreise:

Die größte Mosaikensammlung nördlich der Alpen

Die größte Mosaikensammlung nördlich der Alpen

Erwachsene: 6€, Ermäßigt (Studenten, Auszubildende, Wehr-/Zivildienstleistende, Rentner, Arbeitslose, Schwerbehinderte): 4€, Kinder und Jugendliche: 3€.

Es gibt die Möglichkeit, günstigere Familienkarten, Gruppenkarten und Jahreskarten zu erwerben.

Außerdem empfiehlt es sich, bei einem Besuch in Trier die Antiken Card Trier zu kaufen, die an jeder römischen Sehenswürdigkeit erhältlich ist. In der Basisversion (9€) ist der Eintritt in das Landesmuseum sowie 2 römische Sehenswürdigkeiten nach Wahl enthalten. Die Premium Card (14€) beinhaltet den Eintritt in das Landesmuseum, alle vier Römerbauten, die römische Villa Otrang und die Klause Kastel. Außerdem erhalten Inhaber der Card Ermäßigung auf diverse Veranstaltungen und Eintrittspreise, wie in das „Reich der Schatten“ im Landesmuseum, ins Stadtmuseum, ins Dom- und Diözesanmuseum und zu Toga- und Erlebnisführungen. Die Karte ist ein Kalenderjahr gültig und muß deshalb nicht an einem Tag „abgearbeitet“ werden!

Führungen und Veranstaltungen:

Das Landesmuseum wartet mit einem umfangreichen Rahmenprogramm auf. Regelmäßig finden Vorträge und Podiumsdiskussionen statt, vor allem im Rahmen der Sonderausstellungen. Es gibt auch Musikkonzerte im Museum, die meist Benefizkonzerte sind.

Trier bietet große und spektakuläre römische Funde aus der Region

Trier bietet große und spektakuläre römische Funde aus der Region

Es finden regelmäßig öffentliche Führungen statt, deren Termine der offiziellen Website zu entnehmen sind. Darüber hinaus ist es für Gruppen möglich, Spezialführungen (auch in anderen Sprachen) zu buchen, die sich wahlweise mit der römischen Antike in Augusta Treverorum, oder der Steinzeit bis zur Zeit der Kurfürsten befassen.

Es gibt auch Veranstaltungen und Führungen speziell für Kinder.

Ein absoluter Geheimtipp, den wir Euch wärmstens ans Herz legen wollen, ist die Teilnahme am multimedialen szenischen Raumtheater „Im Reich der Schatten“, das täglich um 11:30 Uhr und 14:30 Uhr stattfindet. Im Rahmen dieser Vorführung wird die Gräberstraße, die sich in einer eigenen langen, hohen Halle befindet, als Bühne und Kulisse für meterhohe Bildprojektionen und Musik genutzt (sie ist während der Vorführung nicht öffentlich zugänglich).

Die Geschichte beginnt am Grabstein des trauernden Geschäftsmannes Gaius Albinius Asper, der seiner verstorbenen Frau ein Monument errichtet hat. Er verwindet ihren Tod nicht und trifft auf den Gott Merkur, der ihn daraufhin mit in die Unterwelt nimmt, die Sterblichen normalerweise nicht zugänglich ist. Hierbei erfährt der Besucher einiges aus dem Leben im antiken Trier und über römische Götter und Jenseitsvorstellungen.

Mit Beamern, die sich an den Wänden befinden, so wie mit Lautsprechern, wird die Geschichte erzählt. Die Sprecher sind sehr gut, da es sich um bekannte Schauspieler handelt, und die Inszenierung läßt einen wirklich mit offenem Mund dastehen. Denn während man sich mit den anderen Teilnehmern von einem Grabstein zum nächsten begibt, wird um einen herum die Gräberstraße durch wirklich genial gemachte Projektionen lebendig. Die Grabmonumente, die teils bis zur hohen Decke reichen, erscheinen in voller Farbpracht und die dargestellten Szenen beginnen sich zu bewegen, die Figuren reden und erzählen aus ihrem Leben. Das sieht verblüffend echt aus.

Dazu gibt es großflächige Projektionen an den gesamten Wänden, quer über die Grabsteine hinweg, dramatische Szenen wie ein Wagenrennen, eine Jagdszene, Wesen unter Wasser und, als Höhepunkt, das Schiff von Neumagen. Dieses gut erhaltene Grabmonument war der Grabstein eines reichen Weinhändlers und stellt ein Weinschiff auf der Mosel dar, das von mehreren Männern gerudert wird. Dieses Schiff erwacht zum Leben, gerät in einen Sturm und schließlich fährt eine große Flotte aus etlichen dieser Schiffe über die Wände und um einen herum durch tosende Wellen. Die Illusion ist wirklich perfekt, zumal die Szenen von einer sehr gelungenen und dramatischen Musik untermalt werden. Man weiß stellenweise kaum, wohin man zuerst schauen soll.

Es gibt auch viele sehr gut erhaltene Statuen und Kleinfunde (hier: Apollo und Sirona aus einem Quellheiligtum im Hunsrück)

Es gibt auch viele sehr gut erhaltene Statuen und Kleinfunde (hier: Apollo und Sirona aus einem Quellheiligtum im Hunsrück)

Das Spektakel dauert ca. eine Dreiviertelstunde und man ist danach wie erschlagen von den Sinneseindrücken, den animierten Grabsteinen, den Szenen und den großflächigen bewegten Bildern. Diese Veranstaltung sollte man sich, wenn man im Museum ist, auf keinen Fall entgehen lassen! Sie muß an der Kasse beim Kauf der Eintrittskarte mitgebucht werden. Inhaber der AntikenCard erhalten Ermäßigung. Das „Reich der Schatten“ ist den zusätzlichen Eintritt aber auf jeden Fall wert, denn eine solche Inszenierung auf originalen römischen Grabdenkmälern sieht man sicherlich nicht jeden Tag!

Sonstiges:

Obwohl sich am Eingang ein durchgestrichenes Kamerasymbol befindet, ist man in Sachen Fotografieren tolerant. Ich hatte keine Probleme damit, mit einer dicken Canon-Kamera um den Hals in die Ausstellung zu gehen und konnte alles in Ruhe fotografieren, was ich wollte (natürlich ohne Blitz und Stativ).

Im Eingangsbereich befindet sich ein Museumsshop, in dem es vor allem Bücher gibt. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf der Antike, vor allem bei großformatigen Bildbänden. Sehr empfehlenswert ist der Begleitband „Ein Traum von Rom: Stadtleben im römischen Deutschland“, der vom Rheinischen Landesmuseum selbst herausgegeben wurde und hier erhältlich ist, da er sehr gute und fundierte Beiträge und tiefgehende Hintergrundinformationen bietet.

Daneben gibt es die üblichen römischen Devotionalien und Souvenirs für Erwachsene und Kinder, Trier-Andenken und auch einige Repliken römischer Reliefs und Figuren.

Weiterführende Informationen:

Video zum „Reich der Schatten“ (es wird dem Originaleindruck, wenn man mittendrin steht, natürlich nicht gerecht 😉 )

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