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Auspizien vs. Aberglaube im römischen Cultus

Die Bedeutung von Zeichen im römischen Cultus wurde bereits in unserem ersten Teil, dem Einführungsartikel über die Auspizien: „Deuten des Götterwillens aus Zeichen“ ausführlich dargelegt.

Da dieser Artikel als Ergänzung dazu dient und keine Hintergrundinformationen wiederholt, empfehlen wir unbedingt, zuerst die Einleitung zu lesen!


Ein Augur mit Krummstab und Vogel

Ein Augur mit Krummstab und Vogel

Römer waren im Alltag generell sehr darauf bedacht, Zeichen zu beachten. Besondere Vorkommnisse, außergewöhnliche Ereignisse, Naturerscheinungen oder Begegnungen wurden als Botschaften der Götter interpretiert, durch die diese ihren Willen oder ihre Meinung kund taten. Wenn man wegen eines privaten Anliegens an sie herangetreten war, so wurde kritisch nach Zeichen Ausschau gehalten, die als Zustimmung gewertet werden konnten. Aber auch sonst war man überzeugt davon, daß sich die Götter gelegentlich auch ungefragt „von sich aus“ mitteilten.

Während im Staatskult Auguren für die Durchführung der öffentlichen Auspizien zuständig waren, konnte im privaten Kult jeder für sich Auspizien durchführen. Sie waren eine Privatsache zwischen der Person und der Gottheit, an die sie ihr Anliegen richtete.

Man unterschied im Alten Rom aber sehr differenziert zwischen Zeichen, die als Botschaften der Götter verstanden wurden und zum Beispiel durch Auspizien und Haruspizien interpretiert wurden, und „abergläubischen“ Praktiken, die verpönt – und zum Teil verboten – waren. Hierbei hatte „Aberglaube“ (superstitio) für die Römer eine weiterreichende Bedeutung als in der modernen Zeit.

Aberglaube oder Zeichen der Götter? 

Während eine Gottheit sich durch ein spezielles Zeichen oder Tier mitteilen konnte, das ihr als spezifisches Attribut zugeordnet war (sei es Vulcanus durch einen Vulkanausbruch, Minerva durch eine Eule, Isis durch eine Kuh), gab es auch allgemeingültige Zeichen, die jedem Römer geläufig waren, weil sie kulturell von Generation zu Generation weitergegeben wurden und ihre Kenntnis zum Allgemeingut gehörte.

Vergleichbares, d.h. Zeichen, die jeder kennt und interpretieren kann, gibt es auch heute noch bei uns, auch wenn sie spöttisch in den Bereich des „Aberglaubens“ oder Volksglaubens geschoben werden. Sie sind aber tatsächlich so weit in der Bevölkerung verbreitet, daß sie als Teil unserer europäischen Kultur angesehen werden können, der auch heute noch von Generation zu Generation weitergetragen wird.

Diese Zeichen verheißen in der Regel „Glück“ oder „Unglück“, was sich vom Effekt her nicht von einem zustimmenden oder ablehnenden Zeichen der Götter unterscheidet. Jeder Angehörige unseres Kulturkreises kennt die Vorstellung, daß eine schwarze Katze, die von links nach rechts läuft, Unglück bringt, genauso wie verschüttetes Salz oder ein zerbrochener Spiegel. In Flugzeugen gibt es keine Sitzreihe 13, in Wolkenkratzern keine 13. Etage. Findet man ein Hufeisen oder ein Kleeblatt mit vier Blättern, ist das ein gutes Zeichen und verheißt Glück.

Nun wird offiziell heutzutage nicht mehr sonderlich viel auf derartige Zeichen gegeben, aber es gibt auch heute noch bemerkenswert viele „rituelle Handlungen“, die zur Abwehr guter und böser Zeichen und zur Erzwingung des Glücks durchgeführt werden – selbst von ganz bodenständigen, modernen Menschen, die nichts mit „Aberglauben“ am Hut haben oder sich der Hintergründe überhaupt nur bewußt sind – so tief ist sind die Handlungen im kollektiven Kulturgut verwurzelt.

So wirft man sich Salz über die Schulter, wenn der Salzstreuer umfällt, man klopft dreimal auf Holz, um das Gute zu beschwören. Bei Sternschnuppen wünscht man sich etwas, selbst das Anstoßen mit den Gläsern beim Trinken soll Glück bringen und Böses fernhalten, Trinksprüche beschwören Gesundheit, Geld oder Erfolg. Zu Silvester werden Glücksschweine und Kleeblätter verschenkt, Hufeisen werden an die Tür genagelt, und zwar so, daß das Glück nicht herausfallen kann. Auf Polterabenden wird Porzellan zerschlagen, um böse Geister zu vertreiben und insbesondere ältere Leute sind davon überzeugt, daß man zwischen Weihnachten und Neujahr – „zwischen den Jahren“ – keine Wäsche waschen darf.

Ein solches Zeichen am Wegesrand würde jeder moderne Mensch sofort zu deuten wissen!

Ein solches Zeichen am Wegesrand würde jeder moderne Mensch sofort zu deuten wissen!

Den Glauben der Römer an Zeichen deswegen pauschal als „Aberglauben aus früherer Zeit“ und „Volksglauben der primitiven Leute aus der Antike“ abzutun, wäre zu kurz gegriffen, denn diese Vorstellungen sind unbewußt auch tief im modernen Menschen verwurzelt und einfach Teil unserer mitteleuropäischen Tradition und Geschichte, nur daß sie heutzutage nicht mehr systematisch und quasi-wissenschaftlich betrieben werden wie in der römischen Antike.

Auch bei den Römern wurde unterschieden zwischen „Zeichen“, die ganz selbstverständlich als von den Göttern kommend betrachtet wurden, und „Superstitio„, dem Aberglauben. Dieser Begriff war jedoch weitreichender als bei uns, denn er umfaßte auch übertriebene, devote Frömmigkeit, die Furcht vor einem strafenden und zürnenden Gott, dessen Wohlwollen man sich unterwürfig erflehte, und den unangemessenen Wunsch, sich göttliche Macht durch magische Mittel anzueignen, die dem Menschen nicht zustand.

Sich deshalb die Menschen der römischen Antike als naive abergläubische Leute vorzustellen, die in allem und jedem Zeichen sahen, ständig Glück und Unglück fürchteten und beim falschen Zeichen das Haus nicht verließen, wäre falsch, da es der Arroganz des modernen Menschen entspringt, der mit seinem heutigen Wissensstand auf die Welt vor 2000 Jahren herabblickt und sich für aufgeklärt hält. Aber dann am nächsten Abend zum Polterabend geht, seinem Schwager mit einem Trinkspruch zuprostet und dann ein Glücksschwein aus Marzipan verschenkt, bevor er ihm erzählt, er hat einen gut bezahlten neuen Job in Aussicht, was er wie selbstverständlich mit ‚toi toi toi‘ dreimal auf den Holztisch klopfend zur Realität werden lassen möchte – bewusst oder unbewusst.

Schon der Römer vor 2000 Jahren wußte ganz genau zwischen den unterschiedlichen Praktiken und Vorstellungen zu differenzieren, auch wenn er das – religiös und kulturell bedingt – aus einem anderen Blickwinkel tat als der moderne Mensch.

Zeichen deuten als Wissenschaft

Tatsächlich gab es in der römischen Antike, genau wie in der modernen Zeit, alle Färbungen und Ausprägungen in Bezug auf das Lesen von Zeichen, von einer hochwissenschaftlichen und sachlichen Betrachtungsweise bis hin zu „abergläubischen“ magischen Praktiken.

Die Auspizien waren eine hochwissenschaftliche Angelegenheit, die sachlich, nüchtern und mit großem Ernst und Kalkül betrieben wurden.

Gelegentlich wurde, um ein politisch erwünschtes Ergebnis zu erzielen, ein Vogel von einem Gehilfen auch gezielt fliegen gelassen....

Römischer Pragmatismus: Gelegentlich wurde, um ein politisch erwünschtes Ergebnis zu erzielen, ein Vogel von einem Gehilfen auch gezielt fliegen gelassen….

Sie wurden aus politischem Kalkül und Machterhalt genauso praktiziert wie aus dem ehrlichen Bedürfnis heraus, den Segen der Götter für ein Unterfangen zu erlangen. Die Kunst, die Zeichen zu deuten, wurde jahrelang erlernt und von Augur zu Augur weitergegeben. Die Riten der Auspizien wurden nach festgelegten Regeln und Vorschriften durchgeführt, die jahrhundertelangen Erfahrungen entsprachen und von denen nicht abgewichen werden durfte, um das Ergebnis nicht unwirksam werden zu lassen. Die Interpretation der Ergebnisse folgte festgelegten Regeln, auch wenn der Augur immer einen gewissen Interpretationsspielraum hatte, und es gab Gesetze und Vorschriften darüber, was welches Zeichen wann bedeutete und wie damit umzugehen war.

Bisweilen kam es sogar vor, daß zu besonders wichtigen Entscheidungen, die zwingend auf ein positives Urteil der Auguren angewiesen waren, ein Vogel von einem Gehilfen zum richtigen Zeitpunkt fliegen gelassen wurde – römischer Pragmatismus.

Auch machte man sich den allgemeinen Glauben an spontan geschickte Zeichen der Götter zunutze, indem man zu einem wichtigen Anlaß, zum Beispiel bei einem Triumphzug oder anlässlich eines anderen öffentlichen Spektakels, einen Schwarm Vögel aus einem Käfig aufsteigen ließ, den man zuvor strategisch günstig positioniert hatte, so daß auch in der Bevölkerung kein Zweifel darüber bestand, daß die Götter wohlgesonnen waren.

Als fundamentaler Bestandteil des Staatsgeschehens wurde, wie im Einführungsartikel beschrieben, nichts ohne vorherige Auspizien durchgeführt, so daß diese einen Pfeiler für das perfekte Funktionieren des Staates bildeten. Und bekanntermaßen war der römische Staat über tausend Jahre lang sehr erfolgreich – oft erstaunlich erfolgreich, bedenkt man seine internen Querelen und oft massiven Probleme angesichts der schieren Größe und Ausdehnung des Reichs.

Da alle staatstragenden Entscheidungen seit der frühen Republik bis zur Ablösung durch das Christentum nur nach Beratung durch die Auguren getroffen wurden, ist es fehl am Platz, die Auspizien als „abergläubische Praktiken“ abzutun. Sie trugen ganz im Gegenteil wesentlich zu einem erfolgreichen Staat bei, sowohl in politischen als auch militärischen und zivilen Fragen und waren ein legitimes Werkzeug, das die Römer zu ihrem Vorteil zu nutzen verstanden, im öffentlichen wie im privaten Bereich.

Verbotene „abergläubische“ Praktiken 

Ganz im Kontrast dazu gab es auch im alten Rom schon Praktiken, die als „abergläubische“ Handlungen abgelehnt wurden und die man einzudämmen versuchte.

Hierbei stand nicht die Vorstellung im Vordergrund, daß es sich dabei um „Aberglauben“ handelte, denn ihre potentielle Wirksamkeit wurde nicht angezweifelt oder bestritten. Sie war nur einfach nicht Thema der Diskussion, denn diese Praktiken, die in den Bereich der Superstitio fielen, störten die Grundordnung der Gesellschaft und verstießen gegen die römischen Werte und Tugenden. Aus diesem Grund gefährdeten sie den inneren Frieden und wurden verboten.

Ob sie nun wirksam waren oder nicht, war dabei unerheblich – wobei sich wieder der römische Pragmatismus zeigt.

Inschrift einer Fluchtafel im Isis-Mater Magna-Heiligtum in Mainz

Inschrift einer Fluchtafel im Isis-Mater Magna-Heiligtum in Mainz

Insbesondere in den Mysterienkulten (wie dem Kybele-Kult), gab es magische Praktiken und Schadenszauber, mit denen man anderen Personen zu schaden versuchte. Flüche und Verwünschungen auf Fluchtafeln (defixio), die zahlreich in den entsprechenden Tempeln und Kultstätten überall in Europa gefunden wurden, zeichnen hiervon ein deutliches Bild. Diese Praktiken waren jedoch nicht auf die Mysterienkulte beschränkt; die meisten defixiones wurde im römischen Britannien gefunden, wo sie sich auf den Mercurius-Tempel in Ulay und das Quellheiligtum der Sulis Minerva in Bath konzentrieren. In Ulay richten sich bemerkenswert viele dieser Tafeln gegen Diebe, die ein großes Problem gewesen zu sein schienen.

Auch gab es Praktiken, die fast an den Voodoo-Kult erinnern, indem Abbilder einer unerwünschten Person geformt und dann mit Nadeln durchbohrt oder Körperteile zerbrochen und falsch herum angesetzt wurden. Die Rituale, um die Gegenstände herzustellen, magisch zu binden und schließlich am Zielort abzulegen, sind zum Teil recht komplex. Im Isis- und Mater Magna-Heiligtum in Mainz sind zahlreiche dieser Fundstücke ausgestellt und zeichnen ein lebhaftes Bild dieser verbreiteten Praxis des Analogiezaubers.

Solche Praktiken gehörten nicht zum Alltag jedes Römers, die meisten praktizierten den traditionellen römischen Cultus, der im Einklang mit den Gesetzen und Traditionen des römischen Staates stand.

Bislang ist wissenschaftlich umstritten, in welchen Kreisen diese Schadenszauber vorwiegend praktiziert wurden. Aus den Inhalten der Fluchtafeln geht der Trend dahin, daß vor allem untere Kreise, das heißt Sklaven, Einwohner ohne römisches Bürgerrecht oder Personen mit niedrigem Sozialstatus, von diesen Praktiken Gebrauch machten, zum Beispiel Gladiatoren oder Wagenlenker, um dem Gegner zu schaden, wie aus Fluchtafeln aus dem Amphitheater in Karthago ersichtlich ist. Dennoch gibt es auch Tafeln, auf denen die Namen hochrangiger Politiker und wohlhabender Bürger erscheinen. Abgesehen von Liebeszaubern und erotischen Flüchen trifft die überwiegende Mehrheit der gefundenen Flüche Männer.

Tatsächlich waren Fluchtafeln, genauso wie magische Handlungen, im Römischen Reich trotz der teilweise starken Popularität, vor allem im 2. und 3. Jahrhundert n.Chr., verboten (im Gegensatz zum antiken Griechenland, wo sie erlaubt waren, man jedoch für dadurch hervorgerufene Todesfälle belangt werden konnte). Es gab Gesetze gegen „heimtückische Verbrechen“, zu denen neben Giftmischerei und Brandstiftung auch Schadenszauber gerechnet wurden und es wurden auch Senatsbeschlüsse gegen Zauberei und „bösartige Kulthandlungen“ (mala sacrificia) verhängt.

Ab der Kaiserzeit wurden derartige Praktiken und jede Form von Magie rigoros verfolgt, wobei hierbei nicht immer nur die Erhaltung römischer Werte und Ordnung im Vordergrund standen, sondern auch politische Verfolgung oder ideologische Gründe.

Figur eines Mannes, die zum Schadenszauber verwendet wurde. Isis-und Mater Magna-Heiligtum, Mainz

Figur eines Mannes, die zum Schadenszauber verwendet wurde. Isis-und Mater Magna-Heiligtum, Mainz

Kaiser Tiberius ließ 130 als Magier und Magierinnen bezichtigte Personen hinrichten. Auch unter Nero und Claudius wurde die Anwendung von Magie verfolgt. Es sind durch Tacitus mindestens 10 Gerichtsprozesse überliefert, deren Anklage sich auf „magisches Handeln“ stützt, so zum Beispiel gegen den Statthalter der Provinz Syra, der gemeinsam mit seiner Frau durch magische Mittel einen Konkurrenten getötet haben soll. Allerdings stützte sich die Anklage in den meisten Fällen nicht ausschließlich auf die Magie (die vor den römischen Gerichten allein kaum Bestand gehabt hätte), untermauerte die anderen Anklagepunkte jedoch, weil die Intention des Beschuldigten deutlich wurde, schaden zu wollen.

Mit dem Aufkommen des Christentums wurde der Ton gegen magische Praktiken immer schärfer. Ab dem 4. Jahrhundert nahmen die Prozesse wegen magischer Praktiken deutlich zu, wobei der Historiker Ammianus Marcellinus von einer wahren „Prozeßhysterie“ spricht (hierbei ist jedoch anzunehmen, daß ein Großteil der Magie-Anklagen als Vorwand genutzt wurde, um unliebsame Gegner aus dem Weg zu räumen). Strafen für die Ausübung von Magie reichten von Verbannung bis Hinrichtung. Ab dem 3. Jahrhundert stand auf Schadenszauber und Verwünschung, d.h. die Erstellung von Fluchtafeln und Figuren, die Höchststrafe wie Kreuzigung, Verbrennung oder die Hinrichtung ad bestias, d.h. durch wilde Tiere in der Arena.

Spätere kaiserliche, christlich geprägte Edikte gingen schließlich so weit, Schadenszauber und Wahrsagung im spätantiken Codex Theodosianus (438) und Codex Iustinianus (529) zusammenzufassen und die zuvor erwähnten, im 3. Jahrhundert eingeführten Höchststrafen der Kreuzigung, Verbrennung und Hinrichtung ad bestias, schriftlich festzuschreiben.

Während Auspizien also die allgemein akzeptierte und staatlich geforderte Art und Weise waren, Zeichen von den Göttern zu erbeten, galt es als unangemessen und superstitio, sich mit Hilfe der Götter durch Flüche und Schadenszauber gegen andere Personen zu richten.

Auch dies zeigt, daß die Römer sehr wohl zwischen unterschiedlichen Formen der Kommunikation mit den Göttern unterschieden und eine sehr differenzierte Vorstellung davon hatten, welche Kommunikationsform angemessen war – und welche die öffentliche Ordnung und die Erhaltung der römischen Werte störte.

Auspizien im Privatkult

Wie es im Staatskult üblich war, die Götter um Zeichen für geplante Vorhaben zu bitten, so war es im Privatkult ebenso üblich, die Zustimmung der Götter zu einem geplanten Unterfangen zu erbitten.

Auch war es für jeden Römer selbstverständlich, die Augen nach Zeichen offenzuhalten, die nicht erbeten waren, von den Göttern aber ungefragt geschickt wurden.

Darin lag nichts Verwerfliches und der Glaube daran, daß sich die Götter über Zeichen mitteilten, war ein allgemein verbreiteter Grundsatz der Religio Romana bis zur Ablösung des alten Glaubens durch das Christentum als Staatsreligion.

Ganz grundsätzlich drückt sich in dieser Zeichendeutung eine besondere Wahrnehmung der Welt aus, die sich von unserem heutigen sachlichen bis gelangweilten Blick auf das, was uns umgibt, unterscheidet. Es geht um eine besondere spirituelle Aufmerksamkeit, geschult durch eine willentlich und strukturiert ausgearbeitete Schablone aus Bedeutungen, die über die bekannte Welt gelegt wird, um durch sie Ahnungen, die man in seinem Inneren wahrnimmt, nach außen zu spiegeln und somit externalisiert fassbar werden zu lassen. Ebenso wie Tarotkarten, basierend auf einer fixierten Bedeutung der einzelnen Elemente, in ihrem tatsächlich gelegten Bild eine Möglichkeit bieten können, einer inneren Schau mit Hilfe der traditionellen Bilder Ausdruck zu verleihen, um sie in Worte fassen zu können, kann sich der Himmel als Spiegel der Seele nutzen lassen.

Die traditionellen Zuweisungen des Auguren, der den Himmel in Richtungen und damit in Bedeutungen einteilt, das Warten auf Zeichen, die vorher genau bestimmt werden, die rituellen Schweigeregeln etc., all das dient einer Entprofanisierung des Raumes, in dem sich der Augur aufhält, um sich für die heilige Schau zu öffnen, um einen Blick hinter die Welt werfen und mit den Göttern kommunizieren zu können.

Über die Interpretation der Zeichen und die praktische Anwendung der Auspizien im privaten Cultus informiert der dritte Teil dieser Serie.


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