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Antike Stätten: Römischer „Palast“ Helmsange-Walferdange (LU)

Der "Palast" von Helmsange

Der „Palast“ von Helmsange

Anschrift:

Rue Jean Schaack, 7251 Helmsange, Luxemburg

Anfahrt:

Der römische „Palast“, eigentlich ein sehr opulentes Herrenhaus, liegt mitten in der Ortschaft Helmsange in der Gemeinde Walferdange im Tal der Alzette in Luxemburg.

Der Ort ist über die Nationalstraße N7 erreichbar. Die Villenanlage befindet sich am Ende der Rue Jean Schaack inmitten eines Wohngebiets und neben einer Tiefgarage. Parken kann man direkt neben der Anlage am Straßenrand oder in einer der zahlreichen Seitenstraßen. An der kreuzenden Rue Soleil liegen außerdem mehrere Schulen, an denen man ebenfalls gut parken kann.

Die Seitenstraßen sind etwas verworren, aber Einheimische weisen auf Nachfrage nach dem „Palais Romaine“ gerne den Weg.

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist ebenfalls gut möglich, da sich der Bahnhof Welferdange nicht weit entfernt an der Hauptstraße befindet. Er wird von Regionalbahnen aus Luxemburg Stadt, Diekirch oder Troisvierges regelmäßig angefahren. Von dort ist es nur ein kurzer Fußweg.

Auch der Gemeindebus „Walfy“ sowie weitere Buslinien verkehren hier regelmäßig.

Hintergrundinformationen:

In den Jahren 1990-1994 wurden im Rahmen von Grabungen zur Erschließung eines Wohngebiets oberhalb des Flusses Alzette auf dem „Sonnebierg“ das Herrenhaus eines gallo-römischen Gutshofs freigelegt. Dabei handelt es sich zwar – wie bei den zahlreichen römischen Gutshöfen in der Gegend – um den typischen gallo-römischen Baustil einer Villa mit Säulengang (Portikus) und seitlichen Flügeln (Risaliten). Außergewöhnlich sind jedoch die Dimensionen dieses Gebäudes, die zu einer kleinen Reihe von „Luxuspalästen“ im Gebiet der Treverer zählen.

Die Dimensionen des Hauses sind überwältigend - und das, wo nur ein Teil freigelegt ist!

Die Dimensionen des Hauses sind überwältigend – und das, wo nur ein Teil freigelegt ist!

Neben über 1200 bekannten gallo-römischen Landgütern durchschnittlicher Größe, die überall in einem dichten Netz im Stammesgebiet der keltischen Treverer (Mosel, Eifel bis Luxemburg) zu finden sind, finden sich insbesondere im Raum Luxemburg einige dieser größeren palastartigen Villen der Gutsbesitzer (unter anderem in Echternach und Diekirch). Einige dieser Villen sind bis zu 10.000 Quadratmeter groß und haben mehr als 80 Räume, so daß sie durchaus als die gallo-römische Version von „Landschlössern“ bezeichnet werden können. Sie weisen allesamt eine gleichermaßen luxuriöse Ausstattung mit Mosaiken, Heizung, fließendem Wasser, Marmortäfelung, Wandmalereien und Stuckverzierungen vor. Die größte bekannte Prunkvilla befand sich in Echternach und kann dort noch heute besichtigt werden. In sie würden mittelgroße römische Landgüter wie die Villa Borg – bereits an sich recht beeindruckend – mehrere Male hineinpassen und selbst der Palast in Helmsange wirkt dagegen fast bescheiden.

Die mehrstöckige Villa in Helmsange hat eine Länge von über 168 Metern und eine Breite von über 90 Metern. Allein im Erdgeschoß befanden sich über 50 Räume. Das Gebäude wurde Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. gebaut und erst mit den Germaneneinfällen im 4. Jahrhundert aufgegeben. Während der Nutzungszeit wurde es mehrmals umgebaut und erweitert.

Talseitig schloß sich ein Wirtschaftshof an, dessen Überreste allerdings modern überbaut wurden. Damit entsprach der Gutshof der in unserem Teil Galliens typischen Vermischung der Bauelemente eines vor-römischen keltischen Landguts mit den Elementen römischer Landgüter aus dem italienischen Raum.

Das Alzette-Tal war zu römischer Zeit dicht besiedelt. Hier liegt auch der Cerunincus-Waldtempel

Das Alzette-Tal war zu römischer Zeit dicht besiedelt. Hier liegt auch der Cerunincus-Waldtempel

Das Alzettetal, in dem die Villa lag, war in römischer Zeit dicht besiedelt. Hier lagen zahlreiche weitere Landgüter, die oft nur 700-800 Meter voneinander entfernt waren und sich in der besonders günstigen Lage am Fluß Alzette an beiden Ufern entlangzogen, oft sogar in Sichtweite voneinander. Hier gab es reiche Quellen zur Wasserversorgung, gleichzeitig war man aber geschützt vor Hochwasser. Der römische Dichter Ausonius bezeichnete diese Gegend als „Felix Alisontia„.

Neben weiteren, auch größeren Landgütern in der Nähe, befand sich nur wenige Kilometer weiter der gallo-römische Waldtempel des Cerunincus bei Steinsel. Auch wurden Reste eines unterirdischen Aquädukts gefunden, was den Anschluß der Region an das römische Fernwassernetz belegt.

Der Palast von Helmsange war luxuriös und für seine Zeit topmodern ausgestattet. Mehrere Wohnräume, unter anderem ein 50 Quadratmeter großer Saal im Nordflügel, wurden mit Hypokaustheizung beheizt. Dabei ruhte der Fußboden auf 169 geschichteten Tragepfeilern. Durch eine Feuerstelle im Heizraum wurde der Hohlraum unter dem Fußboden mit heißer Luft erwärmt, die auch durch Hohlziegel in den Wänden aufstieg und somit zusätzlich die Wände erwärmte.

Das Gebäude war symmetrisch aufgebaut, es gab einen zentralen Empfangssaal mit flankierenden Küchen, dazu einen Innenhof mit großem Wasserbecken. Das Haus verfügte auch über einen gemauerten Keller sowie Badeanlagen und Thermen, deren Reste aber nicht mehr erhalten sind.

Im Innenhof des Hauptgebäudes wurden hölzerne Wasserrohre gefunden. Diese dienten nicht nur der Wasserversorgung des Hauses mit fließendem Frischwasser, sondern speisten auch Zierbecken. Woher das Wasser kam, konnte nicht rekonstruiert werden, es wird aber angenommen, daß die Leitungen mit dem unterirdischen Aquädukt in Verbindung standen, der aus dem Wald ins Tal herabführte.

Das Gebäude ist teilrekonstruiert und optisch durch Sand und Gras gut strukturiert

Das Gebäude ist teilrekonstruiert und optisch durch Sand und Gras gut strukturiert

Die Funde, die bei den Grabungen gemacht wurden, belegen den luxuriösen Lebensstil der Bewohner, deren Namen nicht bekannt sind. Auch ist nicht bekannt, ob es sich um zugewanderte Römer aus Italien handelte oder um romanisierte Treverer, die sich dem römischen Lebensstil angepaßt hatten und möglicherweise schon einer wohlhabenden und einflußreichen keltischen Familie aus vor-römischer Zeit entstammten.

In mehreren Wohnräumen wurden farbige Wandmalereien gefunden. Schwarz-Weiße Mosaiken und Marmorplatten befanden sich im Bauschutt, jedoch ist ihre räumliche Zuordnung nicht mehr möglich. Auch beweisen Funde von Fensterglas, daß zumindest ein Teil der Fenster des Palastes verglast waren. Säulen und Stuckfragmente zeigen den architektonisch aufwendigen Aufbau des Hauptgebäudes.

Aus zahlreichen Kleinfunden läßt sich der sehr hohe Lebensstandard der Bewohner ablesen. Es wurden 400 römische Münzen gefunden, von denen der Hauptteil aus der Zeit zwischen 260 und 280 n. Chr. stammt. Daneben wurden Haarnadeln, Fibeln und andere Schmuckstücke entdeckt, wie Perlen eines Glascolliers und verzierte Kleiderspangen mit Emaille-Einlassungen. Eine Besonderheit stellt ein Fingerring aus Bronze mit der Gravur „PICNVS AMORE ESCIPE“ („Empfange dies als Pfand meiner Liebe“) dar. Eine weitere kostbare Rarität ist eine bronzene Phalerae, eine militärische runde Metallverzierung aus Bronze, mit einem Löwenkopf.

Auch Möbelreste sind erhalten, aus denen auf eine Inneneinrichtung aus Truhen und Kassetten geschlossen werden kann. Zu den weiteren Hausratsfunden gehören Öllampen und Keramiken, wobei nahezu alle gängigen römischen Keramikarten und Formen des 1. bis 4. Jahrhunderts vorkamen. Auch gehörten sehr seltene und teure Gläser zum Geschirr in diesem Haushalt.

Überall in der Anlage stehen Informationstafeln, die über die Geschichte des Palastes informieren

Überall in der Anlage stehen Informationstafeln, die über die Geschichte des Palastes informieren

Selbst die Ernährungsgewohnheiten der Bewohner sind durch Funde übermittelt. So entdeckte man unter anderem Austernschalen! Ein besonderer Fund ist ein kleines Lebensmitteletikett aus Blei mit der Bezeichnung „LIQVAMEN“, einem Markennamen der für die römische Küche unverzichtbaren Fischsauce, sowie Angaben über Preis, Gewicht und Hersteller.

Was den Palast in Helmsange von anderen römischen Luxuspalästen unterscheidet, ist eine ungewöhnlich große Anzahl an religiösen und kultischen Gegenständen. Dazu gehört unter anderem eine Jupitergigantensäule, ein Götterrelief, von dem nur der untere Teil erhalten geblieben ist, eine Skulptur aus Kalkstein mit einer durch Götterdarstellungen verzierten Stele, Teile einer Venus-Statue, ein Blech mit den Reliefs der Wochentagsgötter, Räucherkelche, Terrakotta-Figürchen und einer Gesichtsmaske aus Ton.

Ab dem 3. Jahrhundert zeigen Umbauten, daß der Schwerpunkt sich von der Repräsentativität verlagerte zur Zweckmäßigkeit des Hauses. Germaneneinfälle im 3. Jahrhundert verwüsteten schließlich das Gebäude und zerstörten es auch zum Teil. Es wurde nie wieder vollständig aufgebaut. Ab dem 4. Jahrhundert wurden nur noch Teile des Hauses genutzt, unter anderem als Getreidedarre und Räucherkammer.

Mit den Germaneneinfällen Ende des 4. Jahrhunderts wurde das Haus dann vollständig aufgegeben und blieb 200 Jahre lang unbewohnt. Im 7. Jahrhundert siedelte sich eine fränkische Familie wieder darin an und gaben dem Haus ihren Namen („Helmar“?). Sie nutzten das Gelände als Bauernhof zur Viehzucht, bauten das Haupthaus aber nicht erneut auf, sondern errichteten westlich davon ein eigenes Wohnhaus. Zu den Tieren des Hofes gehörten Rinder, Schweine, Ziegen, Hühner und Schafe. Darüber hinaus wurden Hirsche, Eichhörnchen und Auerhahn gegessen.

Die Franken nutzten das Gelände auch für die Textilwirtschaft, wie Funde von Webgewichten, Spinnanlagen und Nähnadeln belegen. Auch finden sich Reste einer Eisen- und Bronzeverhüttungsanlage. Als besonderer Fund aus fränkischer Zeit gilt ein spätmerowingischer Reliefstein, der Teile einer römischen Dreigötterstele wiederverwertete. Er zeigt geometrische und figürliche Motive.

In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts wurde die fränkische Siedlung von einem mächtigen Erdrutsch verschüttet, der wahrscheinlich die Folge von Unwettern war.

Beschreibung

Die Palastanlage befindet sich auf einem großen Platz inmitten des Neubaugebiets. Die Mauern sind teilrekonstruiert und aufgemauert und überall im Gelände befinden sich sehr gut gemachte Informationstafeln auf Französisch und Deutsch, die weitreichende Hintergrundinformationen über die Stätte liefern. Sie sind, wie an vielen Stellen in Luxemburg und auch im Waldtempel von Steinsel, auf witterungsbeständige Plexiglasscheiben gedruckt und von hoher Qualität. Diese Beschriftung und Illustrationen sind vorbildlich, vor allem, wenn man bedenkt, an wie vielen römischen antiken Stätten in Deutschland fast zerstörte, verwitterte, verblichene Schilder oder Tafeln hängen, aus denen keine Informationen mehr hervorgehen (zum Beispiel beim Mars-Intarabus-Tempel in Ernzen oder der römischen Villa in Bollendorf, die sogar vom Eifelverein betreut wird, der aber offenbar mehr Geld in Erhalt und Pflege der eigenen Bronze-Jubiläumsgedenktafel steckt als in eine lesbare Informationstafel).

Die Beschriftung ist informativ, ausführlich und vorbildlich illustriert

Die Beschriftung ist informativ, ausführlich und vorbildlich illustriert

Das Wohngebiet ist ruhig, direkt an die Anlage schließt sich ein Parkdeck an, unter dem Teile der Mauern verschwinden. Es ist offensichtlich, daß nicht die ganze Villenanlage erschlossen ist, sondern diese sich zum Teil unter der neuen Bebauung befindet.

Die fast labyrinthartigen Mauern und Räume des Palastes sind frei begehbar. Pseudo-römische, aber sehr moderne Wandmalereien zieren die zweckmäßigen Außenmauern aus Beton, an die sich die Straßen und Wohnhäuser anschließen. Die Räume sind mit einem durch hellem Sand bestreuten Weg verbunden, auf dem auch die Informationstafeln stehen. Einige Räume sind innen mit Rasen bepflanzt, was für eine gute optische Orientierung sorgt.

Der Erhaltungszustand der aufgemauerten Fundamente ist sehr gut, die Anlage macht einen gepflegten Eindruck und ist auch nicht – obwohl sie in einem nicht gerade gehobenen Wohngebiet neben Schulzentrum, Parkplatz und Hauptstraße liegt und damit im Einzugsbereich der ansässigen Dorfjugend – mit Graffitis beschmiert oder sonstwie beschmutzt. Das paßt zu unserer Beobachtung, die wir an vielen historischen Orten in Luxemburg gemacht haben, daß hier antike Stätten und Denkmäler mit Respekt behandelt werden und nicht zum Treffpunkt einer abhängenden, trinkenden und desinteressierten Dorfjugend werden, wie man es leider häufiger in Deutschland erleben muß.

Obwohl es sich um eine ungewöhnlichere römische Villa handelt, die touristisch sehr gut aufbereitet ist, ist es dort nicht überlaufen. Tatsächlich hatten wir die Anlage fast für uns alleine, von vereinzelten Spaziergängern und Einheimischen einmal abgesehen, die dort vorbeikamen, sich aber nicht weiter für uns interessierten. Man kann sich in aller Seelenruhe in dem Palast umschauen, die Räume betreten und sich dort so lange aufhalten wie man möchte, ohne Aufmerksamkeit der Anwohner zu erregen.

Öffnungszeiten, Preise, Führungen

Der Palast ist jederzeit zugänglich, da er wie ein kleiner Park mitten im Wohngebiet liegt. Eintritt wird nicht erhoben. Über öffentliche Führungen dorthin ist uns nichts bekannt.

Sonstiges

Fotografieren und Betreten aller Räume ist uneingeschränkt möglich. Im Gegensatz zu deutschen Stätten dieser Art ist hier das Betreten der Mauern nicht nur erlaubt, sondern zum Teil ausdrücklich vorgesehen (wie auch in der riesigen Villa in Echternach), um von einem Teil der Anlage zur anderen zu gelangen. Trotzdem ist der Erhaltungszustand vorbildlich, so daß wir davon ausgehen, daß die Mauern regelmäßig gewartet und gepflegt und gegebenenfalls mit einer neuen Schutzabdeckung vor Berührung und Witterung versehen werden.

Der Palast ist eine Station des Réimerpad-Rundwegs, der mit diesem Symbol markiert ist

Der Palast ist eine Station des Réimerpad-Rundwegs, der mit diesem Symbol markiert ist

Der kulturhistorische Rundwanderweg „Réimerpad“ führt an der Anlage vorbei und verbindet ihn mit weiteren römische Sehenswürdigkeiten in der Region. Er ist durch ein grünes Schild mit dem Symbol „R“ und einer stilisierten römischen Büste mit Lorbeerkranz gut ausgeschildert.

Der Besuch des Palasts in Helmsange läßt sich sehr gut mit weiteren römischen Sehenswürdigkeiten in der Gegend verbinden. Eine Möglichkeit ist es, dem Réimerpad-Rundwanderweg zu folgen. Ansonsten empfehlen wir auf jeden Fall den Besuch des Waldtempels im benachbarten Steinsel.

Weiterführende Links

Antike Stätten: Villa Rustica Roderath

Ein Fußweg führt zum Hauptgebäude

Ein Fußweg führt zum Hauptgebäude

Anschrift:

An der K36 zwischen Roderath und Engelgau. Keine postalische Anschrift.

Anfahrt:

Die Villa Rustica liegt landschaftlich sehr schön zwischen Wiesen, Äckern und dem Waldrand, mitten in der Eifel. Sie befindet sich etwa auf halber Höhe zwischen den Dörfern Roderath und Engelgau, ca. 7 km von Nettersheim entfernt.

Von Engelgau kommend folgt man der K36 in Richtung Roderath. Auf der linken Seite findet sich ein Hinweisschild und eine Info-Tafel vor einem kleinen Parkplatz. Die Villa ist gut zu finden und kaum zu übersehen. Ausschilderung findet sich bereits in Engelgau.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist etwas schwierig. Zwar verkehren Buslinien von Blankenheim, Bad Münstereifel und Nettersheim (die alle einen Bahnhof haben) nach Roderath und Engelgau, diese fahren jedoch nur sehr unregelmäßig.

Eine attraktive Alternative für Wanderer und Radfahrer sind die diversen lokalen Wanderwege, die unter anderem von Nettersheim hier entlang führen. Außerdem verläuft der Jakobsweg in unmittelbarer Nähe.

Hintergrundinformationen:

Zeichnerische Rekonstruktion des Gutshofs auf der Infotafel

Zeichnerische Rekonstruktion des Gutshofs auf der Infotafel

Die Villa Rustica in Roderath war ein römischer Gutshof, der vom 1. bis zum 4. Jahrhundert genutzt wurde.

Er lag nahe der quer durch die Eifel verlaufenden römischen Schnellstraße Via Agrippa von Trier nach Köln. Die nächst größere Ortschaft war Marcomagus mit seinem Kleinkastell, dem vicus samt Handwerkerstraße und dem Matronentempel für die Matronae Aufaniae (heute alles eingebettet und touristisch gut erschlossen im ca. 7,5 Kilometer entfernten Archäologischen Landschaftspark Nettersheim).

Die Anlage wurde zwischen 1984 und 1989 ausgegraben und archäologisch untersucht. Der Bauernhof bestand aus mehreren Gebäuden, die alle in Fachwerktechnik errichtet waren. Das 19 Meter lange und 7,5 Meter breite, eingeschossige Haupthaus am Hang hatte einen Sockel aus Bruchstein und mit Lehm gefüllte Fachwerkwände. Das Dach war mit Ziegeln gedeckt, die bei den Ausgrabungen gefunden wurden. Die Datierung der Ziegel ergab eine Nutzung des Bauernhofes bereits im frühen 1. Jahrhundert. Als Siedlungsschwerpunkt gilt der Zeitraum 2. bis 3. Jahrhundert.

Das Hauptgebäude mit seinen steinernen Fundamenten

Das Hauptgebäude mit seinen steinernen Fundamenten

Im Gegensatz zum Haupthaus mit seinem steinernen Fundament waren die Nebengebäude des Gutshofes reine Fachwerkbauten in Pfostenbauweise. Die Löcher der Holzpfosten sind bis heute gut in der weitläufigen Wiese zu erkennen. Es wird davon ausgegangen, daß es sich bei den Nebengebäuden um die Wirtschaftsgebäude eines Gutshofes, sowie um Scheunen, Ställe und Schuppen gehandelt hat. Bei den Ausgrabungen kam auch ein Backofen in der Nähe des Hauptgebäudes zum Vorschein. Eine Wasserleitung, die zum Haupthaus führt, deutet auf die Existenz eines Brunnens hin, dessen ehemalige Position an einer sehr nassen Stelle im Boden in der Nähe vermutet wird. Zu den Funden gehören außerdem Keramikscherben.

Das Hauptgebäude wurde im Jahr 2004 teilrekonstruiert und für Touristen attraktiv gestaltet, indem die Fundamente an der Originalposition auf ca. 1 Meter Höhe aufgemauert wurden. Es war diskutiert worden, auch die Nebengebäude aufzumauern, aber das wurde vom örtlichen Denkmalschutz abgelehnt, weil es nicht dem Originalbefund entsprach, der nur für das Haupthaus einen steinernen Sockel belegte. Stattdessen wurden die Pfostenlöcher der Nebengebäude mit Hecken markiert.

Beschreibung:

Die Position der Pfostenlöcher der Nebengebäude ist durch Hecken markiert

Die Position der Pfostenlöcher der Nebengebäude ist durch Hecken markiert

An der Landstraße befindet sich eine Info-Tafel, die kurze Hintergrundinformationen sowie eine Zeichnung zum römischen Gutshof bietet. Außerdem ist dort eine Wanderkarte mit den Sehenswürdigkeiten der Umgebung sowie weitere touristische Hinweise, insbesondere zum Ort Nettersheim, zu finden.

Vom Parkplatz mit Infotafel führt ein kleiner Pfad auf die Wiese, die das Gelände des ehemaligen Gutshofs umfasst. Das Hauptgebäude ist bereits von weitem gut sichtbar, weil es teilrekonstruiert wurde und deswegen der Verlauf der Außenmauern und Räume gut ersichtlich ist.

Für die Darstellung der Nebengebäude hat man sich etwas anderes einfallen lassen – basierend auf der Position der Pfostenlöcher, aus denen die Lage und Größe der Wirtschaftsgebäude ermittelt werden konnte, werden die Umrandungen dieser Gebäude mit Hecken dargestellt. Auch die Grenze des Geländes ist durch eine auffällige Hecke markiert.

Eine Infotafel liefert Hintergrundinformationen

Eine Infotafel liefert Hintergrundinformationen

Die einzelnen Gebäude sind durch gemähte Pfade auf der Wiese miteinander verbunden.

Das Gelände liegt sehr idyllisch und vom etwas erhöhten Haupthaus aus hat man eine sehr schöne Aussicht über die weite Eifellandschaft. Als wir im Mai 2014 die Villa besuchten, waren die Wiese und die Anlage gepflegt und in einem guten Zustand. Die Hecken zeichnen die Umrisse der Gebäude gut nach und passen sich gleichzeitig gut in die Landschaft ein (im Gegensatz zur furchterregend rekonstruierten Villa Rustica in Blankenheim).

Noch im Herbst 2013 erfolgte ein Aufruf in der lokalen Presse, ob sich Freiwillige finden, die die Anlage betreuen und die Pflege der Gebäude, Hecken und Wiese übernehmen (wie es bei anderen römischen Städten in der Gegend, wie zum Beispiel beim Matronentempel Pesch der Fall ist). Da die Anlage bei unserem Besuch in 2014 ordentlich aussah, bleibt zu hoffen, daß sich in der Zwischenzeit Freiwillige gefunden haben.

Eine tolle Aussicht über die Eifellandschaft!

Eine tolle Aussicht über die Eifellandschaft!

Öffnungszeiten, Eintritt, Führungen

Das Gelände ist jederzeit frei zugänglich, Eintritt wird nicht erhoben.

Führungen zur Villa werden gelegentlich im Rahmen von archäologischen Exkursionen des Naturzentrums Eifel in Nettersheim angeboten. Die Termine können der Website des Naturzentrums entnommen werden.

Sonstiges

Fotografieren ist uneingeschränkt möglich.

Ein Abstecher nach Nettersheim darf nicht fehlen!

Ein Abstecher nach Nettersheim darf nicht fehlen!

Ein Besuch der Villa von Roderath läßt sich ideal kombinieren mit einem Besuch der ebenfalls in der unmittelbaren Nähe liegenden drei Matronentempel von Zingsheim, Nettersheim und Pesch.

Ebenfalls sehr empfehlenswert ist der (kostenlose) Besuch des Archäologischen Landschaftsparks bei Nettersheim, in dem der römische Ort Marcomagus auf einem Rundweg zu erwandern ist.

Nettersheim ist touristisch sehr gut erschlossen, weil der Ort spezialisiert ist auf Naturtourismus mit den Schwerpunkten Umwelt, Geologie, Archäologie und Kulturgeschichte. Hier gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten, Angebote, Informationsmaterial und Wandermöglichkeiten.

Weiterführende Informationen:

  • Nettersheim-Roderath: Römischer Gutshof. in: Heinz Günter Horn (Hrsg.): Die Römer in Nordrhein-Westfalen.
  • Gerd-Uwe Knackstedt: Die villa rustica von Roderath. In: Archäologie im Rheinland 2004
  • „Pfleger“ für Römervilla gesucht, Artikel in der Kölnischen Rundschau vom 14.10.2013

Antike Stätten: Römervilla am Silberberg, Ahrweiler

Das Gebäude der Römervilla am Silberberg

Das Gebäude der Römervilla am Silberberg, über die Brücke direkt angeschlossen an den Rotweinwanderweg

Anschrift: 

Museum Römervilla, Am Silberberg 1, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Ortsteil Ahrweiler)

Anfahrt:

Die Römervilla ist sowohl mit dem Auto als auch öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Das Museum hat einen eigenen Parkplatz, der sogar Platz für 3 Busse bietet. Sie ist aufgrund der überregionalen Bedeutung ab der Autobahnabfahrt Ahrweiler (A61 -> A573) sehr gut ausgeschildert.

Mit der Ahrtalbahn (ab Bonn oder Remagen) bis zur Haltestelle „Ahrweiler Markt“ fahren (Achtung, davor kommt die Haltestelle „Ahrweiler“, hier nicht aussteigen!). Von dort aus kann man direkt auf dem Rotweinwanderweg in ca. 10 Minuten bis zur Villa gehen, oder einen Abstecher durch den historischen Ortskern machen und diesen dann durch das Stadttor „Oberhut“ verlassen.

Weiterführende Informationen:

Hintergrund:

Blick vom Balkon

Blick vom Balkon

Im März 1980 wurden bei Bauarbeiten für die neue Bundesstraße die Überreste eines riesigen römischen Landguts (villa rustica) entdeckt, als ein Bagger ein grosses Stück römischer Mauer samt Bemalung abbrach. Die Bauarbeiten wurden sofort gestoppt.

Die Entdeckung war eine Sensation, denn die Anlage war so gut erhalten, daß man aus ihr mehrere Jahrhunderte Nutzungsgeschichte rekonstruieren konnte. Neben einer großen Badeanlage, einer Küche und einer komplett erhaltenen Fußbodenheizung zeichnete sich die Villa auch durch gut erhaltene Wandbemalungen und viele seltene Baudetails aus, bis hin zu Fußabdrücken verschiedener Tiere auf seinerzeit zum Trocknen auf dem Boden ausgelegten Ziegeln, Fensterglas, einem Lehrer-Schüler-Graffiti, einer Theatermaske und Tafelgeschirr aus gallischer und lokaler Terra Sigillata (unter anderem aus Sinzig).

Die Römervilla gilt deswegen als eine der besterhaltenen nördlich der Alpen und zieht jährlich ca. 25.000 Besucher an.

In Ahrweiler selbst befand sich zur Römerzeit keine Ortschaft, der Gutshof lag aber im fruchtbaren und klimatisch günstigen Ahrtal, in dem Wein angebaut wurde, sowie an einer wichtigen Verbindungsstraße von West nach Ost, an den Rhein und von dort nach Bonna (Bonn), Antunnacum (Andernach), Confluentes (Koblenz) und in die Landeshauptstadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln). Das Haus lag nach Süden ausgerichtet und witterungsgeschützt an einem Hang, wo sie den ganzen Tag von der Sonne beschienen wurde. Frischwasserzufuhr wurde durch den darüberliegenden Giesemer Bach sichergestellt.

Zum Teil sind die Wandbemalungen noch gut erhalten

Zum Teil sind die Wandbemalungen noch gut erhalten

Die Villa wurde zuerst im 1. Jahrhundert als römischer Gutshof von einer wohlhabenden Gutsherrenfamilie erbaut (ob sie römischer Herkunft waren oder ob es sich um romanisierte einheimische Kelten oder Germanen handelte, die sich vollkommen dem römischen Lebensstil angepaßt hatten, ist nicht zu klären). In der Folgezeit wurde der Gutshof mehrfach vergrößert und umgebaut, bevor er um 260 n.Chr. aufgegeben wurde.

In der Folgezeit nutzte man die Villa bis ca. 350 n.Chr. als Herberge oder Rasthaus, was zu weiteren typischen Umbauten führte, wie eine große Küche, Umgestaltung des Bades und Toilette.

Mitte des 4. Jahrhunderts nutzte man das Gebäude schließlich als Eisenschmelze für Silbererz, das aus dem nahen Silberberg gebrochen wurde. Da die Infrastruktur durch die Germaneneinfälle zerstört wurde und Waren nicht mehr verkauft werden konnten, wurde die Schmelze schließlich aufgegeben. Hangrutschungen des Silberberges verschütteten das Gebäude, was für die Archäologen natürlich ein Segen war, denn dadurch wurde die Villa in ihrem guten Erhaltungszustand konserviert.

Im 7. und 8. Jahrhundert wurde der Bereich oberhalb des Schutts als christlicher Friedhof verwendet, dessen Schiefergräber schlicht und ohne Grabbeigaben nach Osten ausgerichtet waren. Zu dem Zeitpunkt waren die Reste der Villa nicht mehr auszumachen.

Ursprünglich sollte die Bundesstraße genau durch das Grabungsgebiet führen. Da die Funde aber so außergewöhnlich waren, wurde die Bundesstraße trotz Mehrkosten von 2 Millionen DM schließlich verlegt und führt nun in einer abenteuerlichen Kurve um die Villa herum.

Erhaltungszustand und Aufmachung:

Das luxuriöse Bad

Der Erhaltungszustand ist ausgezeichnet, was an der Tatsache liegt, daß die Villa seit ihrer Aufgabe ununterbrochen unter Hangschutt begraben war. Deswegen wurde sie weder von Raubgräbern heimgesucht, noch nutzte man – wie sonst im ehemaligen römischen Reich üblich – ihre Steine als Steinbruch für die Errichtung neuer Gebäude.

Nach der Freilegung durch die Archäologen wurde das Gelände mit einem Gebäude aus Holz überbaut und in elf Grabungskampagnen freigelegt. Das hallenartige Gebäude dient bis heute als Museumsgebäude. Es sorgt für eine sehr luftige Bauweise aus Holz und Glas für eine angenehme Atmosphäre und Beleuchtung.

Im Untergeschoß befindet sich ein kleines Kino, in dem ein zwanzigminütiger Film eine Einführung in die Geschichte der Römervilla gibt. Der Film wird auf Wunsch vom Personal im Kassenbereich gestartet.

Im Kassenbereich gibt es einen kleinen Museumsshop mit römischen Souvenirs, Büchern, Regionalia, Postkarten, Wein und Mulsum. Dort erhält man auch einen Infoflyer mit Lageplan und Nummerierungen der Räume, der eine Orientierung erleichtert.

Das hohe Holzgebäude hat einen Balkon im Obergeschoß, von dem aus man einen perfekten Überblick über das gesamte Gelände hat. Außerdem steht hier ein Modell des Gutshofes, der eine gute Vorstellung vermittelt, wie das Gebäude einst aussah. Die Räume werden auf Rampen um- und überwandert, überall erklären Infotafeln die verschiedenen Lokalitäten und vermitteln Hintergrundinformationen über gehobene römische Lebensweise und Wohnkultur.

Entlang des Porticus befindet sich ein Steg, von dem aus man auf Treppen hinab in einen Ausstellungsbereich gelangt, in dem wechselnde Ausstellungen zur römischen Geschichte der Region gezeigt werden. Ausstellungen der letzten Jahre waren unter anderem über die „Eburonen, unsere unbekannten Vorfahren“, die einst hier ansässigen Kelten, und über Posthumus, den Kaiser aus dem Rheinland, der ein gallisches Sonderreich errichtete. Die Wechselausstellungen sind sehr speziell und deswegen lohnenswert.

Blick in das Innenleben der Fußbodenheizung

Blick in das Innenleben der Fußbodenheizung

Die Anlage ist behindertengerecht und barrierefrei und kann deswegen mit dem Rollstuhl erfahren werden.

Im Bäderbereich wird durch Wandbemalungen eine plastische Vorstellung vom damaligen Bäderwesen vermittelt. Auch gibt es eine nachgestellte Grabungsstätte, einen Einblick in die späteren christlichen Gräber, einen Bereich mit nachgebauter römischer Toilette und römischem Freizeitvergnügen wie Spielen, die man selbst ausprobieren kann.

Einen großen Bereich der Halle nimmt ein Museumsteil ein, in dem die zahlreichen Funde (Keramik, Glas, Gegenstände) aus der Villa ausgestellt sind. Hier können auch die Ziegel mit den Tierabdrücken besichtigt werden, sowie das Graffiti des Hauslehrers Gratius, der auf ein Graffiti seines Schülers antwortet.

In einer Kuppel sind Teile einer zusammengesetzten Deckenbemalung zu bewundern, die eine Vorstellung darüber vermittelt, wie detailliert die Wandbemalungen einst ausgesehen haben müssen.

Öffnungszeiten:

Das rekonstruierte Deckengemälde zeigt den Wohlstand der Gutsherren

Das rekonstruierte Deckengemälde zeigt den Wohlstand der Gutsherren

Die Römervilla ist von Ende März bis Mitte November geöffnet.

In der Winterpause gibt es einige zusätzliche Öffnungstermine, so am 3. Advent freitags und samstags von 10-17 Uhr. Außerdem ist an den Wochenenden im März geöffnet. Für geführte Gruppen öffnet die Villa auch nach Absprache in der Winterpause.

Geöffnet ist die Villa dienstags bis sonntags von 10 – 17 Uhr (Einlaß bis 16:30 Uhr).

Eintrittspreise und Führungen:

Der Eintritt beträgt 5€ für Erwachsene; 2,50€ für Schüler, Studenten, Schwerbehinderte; 10€ für Familien mit maximal zwei Erwachsenen und Kindern unter 14 Jahren; Kinder unter 6 Jahren Eintritt frei.

Feste Turnusführungen finden Mittwochs um 15 Uhr statt. Wer an der Führung teilnehmen möchte, sollte möglichst 15 Minuten vor Beginn der Führung da sein, maximale Teilnehmerzahl 20 Personen (wir haben aber auch schon gemütliche Führungen mit 4 Leuten erlebt). Die Führung kostet 2€ extra zusätzlich zum Eintrittspreis.

Sonn- und Feiertags findet um 14 Uhr wahlweise die „Führung durch die römische Hausherrin“ oder „Führung durch den Badesklaven“ in römischer Gewandung statt. Diese Führung kostet 4€ extra zum Eintrittspreis.

Gruppenführungen (auch in diversen Fremdsprachen) sowie Familienführungen sind ebenso wie spezielle Angebote für Kinder und Schulklassen auf Nachfrage buchbar.

Hier sind auch die christlichen Gräber zu sehen

Hier sind auch die christlichen Gräber zu sehen

Sonstiges:

Das Museum ist ungeheizt, so daß man sich in den kalten Monaten warm anziehen sollte. Im Kino liegen für den Winter Decken bereit.

Fotografieren ist erlaubt.

Im Jahr 2016 fand eine Museumsnacht in der Römervilla statt, die das Ziel hatte, „das Bewusstsein zu fördern, dass die Römervilla nicht nur eine Touristenattraktion erster Güte ist, sondern auch Teil der regionalen Identität und Geschichte“. Sie fand abends bis Mitternacht statt und bot eine Zeitreise in das historische Ahrtal. Gezeigt wurde ein buntes Treiben von Gutsherr und -herrin, Handwerkern, Medicus und Sklaven, dazu gab es viele Mitmachstationen und ein Quiz. Diese Nacht wird alle paar Jahre wiederholt. Wir kündigen sie rechtzeitig unter unseren Veranstaltungshinweisen an!

Ein Besuch der Villa läßt sich ideal mit zwei weiteren römischen Sehenswürdigkeiten in Ahrweiler kombinieren: dem Bad der römischen Villa am Weiherberg und der römischen Eisenschmelzersiedlung im Stadtwald, der größten römischen Anlage ihrer Art nördlich der Alpen!

Kurzvorstellung auf Rhein-Eifel-TV: