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Veranstaltungstipp: Römertage Villa Borg am 2. und 3. August 2014

Die rekonstruierte Villa Borg

Die rekonstruierte Villa Borg

Das nächste römische Ereignis dieses Sommers steht bevor: die XVII. Römertage in der Villa Borg!

Die Villa Borg ist ein rekonstruierter römischer Gutshof, samt zweistöckigem Herrenhaus, Anbau und weitläufiger Gartenanlage.

Sie liegt im Land der Gallier, sprich: im Dreiländereckdirekt im Saarland, direkt an der luxemburgischen Grenze bei Schengen sowie an der Grenze zu Frankreich.

Das Veranstaltungsgelände mit der tollen Kulisse sorgt für eine stimmungsvolle römische Atmosphäre und ist unser absoluter Tipp des Monats für den August!

Aufmarsch der Legion (Römerfest 2013)

Aufmarsch der Legion (Römerfest 2013)

Wie auch schon in den Jahren zuvor, sind wieder einige römische Legionen vor Ort (unter anderem die auch vom Römerfest Mayen bekannten Legio XXII Primigenia Milites Bedenses aus Bitburg), die militärisches Alltagsleben, Exerzieren und Ausrüstung demonstrieren. Dabei stehen die gut informierten und auskunftsfreudigen Mitglieder dieser Gruppen gerne für Fragen aller Art zur Verfügung.

Auch das zivile Leben wird demonstriert und die Besucher bekommen einen Einblick in Handwerk, Kult, römische Kleidung, Lebensart oder Kochen.

Das Villengelände ist sehr weitläufig und bietet Platz für viele Handwerker, die ihre antiken Handwerkstechniken demonstrieren, zum Beispiel Goldschmieden, Steinschneiden, Schustern, Bronze- und Wachstafelgießen, Kochen, Backen, Frisieren, Mosaiklegen und Töpfern. Außerdem befinden sich dort auch zahlreiche Händler, die alles anbieten, was der römische Cultor benötigt. Vor allem gute Repliken sind hier zu fairen Preisen erhältlich.

Das Villenbad ist sehr stimmungsvoll

Das Villenbad ist sehr stimmungsvoll

Auch gibt es zur Stärkung römische Speisen nach Apicius und Getränke.

Neben Militär- und Zivilleben gibt es bei den Römertagen in der Villa Borg auch Gladiatorenkämpfe der Gruppe Familia Gladiatoria Pannonica sowie Reitervorführungen der Gruppe Eporedos, die besonders auf die authentische Darstellung der gallischen Reiterei spezialisiert ist.

Im Rahmen der Veranstaltungen werden auch kostenlose Führungen durch die Villa angeboten. Denn auch das Innere des Gebäudes, das auf den originalen Fundamenten errichtet wurde, ist sehenswert. Hierbei sind vor allem die authentisch rekonstruierten Bäder, die Küche, die Vorratsräume und der Wohnbereich zu nennen. Außerdem gibt es im Inneren einen Museumsteil, der über die Geschichte der Villa Borg und der Region informiert, sowie einen römischen Kräutergarten. Wenn man Glück hat, hat man auch Gelegenheit, an einer „Führung der etwas anderen Art“ durch den Haussklaven Jatros teilnehmen zu können.

Keltische Reiterei auf dem Römerfest 2013

Keltische Reiterei auf dem Römerfest 2013

Bei Kindern sehr beliebt sind die Esel der Familie Marson, mit denen man zum Gelände reiten kann. Sie sind sehr zutraulich.

Der Eintritt für Erwachsene kostet 6€. Es gibt die Möglichkeit, eine Familienkarte für 12€ zu erwerben.

Kostenlose Parkplätze sind vor dem Villengelände ausreichend vorhanden. Die Veranstaltung findet jeweils von 11 – 18 Uhr statt.

Mehr Informationen gibt es auf der Website der Villa Borg.

Der offizielle Flyer zur Veranstaltung steht hier zum Download bereit.

Für Informationen rund um den Archäologiepark Villa Borg empfehlen wir auch unseren Artikel!

Antike Stätten: Archäologiepark Römische Villa Borg

Die rekonstruierte Villa Borg

Die rekonstruierte Villa Borg

Anschrift:

Archäologiepark Römische Villa Borg, Meeswald 1, 66706 Perl-Borg

Anfahrt:

Der Archäologiepark liegt im Saarland an der Obermosel – im Dreiländereck, direkt an den Ländergrenzen zu Luxemburg und Frankreich (Lothringen). Bei Anreise mit dem Auto empfiehlt sich ein Abstecher über den Nachbarort Schengen in Luxemburg, da man dort enorm günstig tanken kann!

Perl ist von Deutschland aus über die A8 zu erreichen, von Luxemburg aus über die luxemburgische A13 und von Frankreich aus über die B419. Die Villa Borg liegt etwas außerhalb der Ortschaft Perl im Stadtteil Borg auf dem 355 Meter hohen Saargau, ist aber ausgeschildert und die Anschrift wird mit einem Navi problemlos gefunden.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Archäologiepark nicht ohne weiteres zu erreichen, es gibt keine direkte Anbindung mit Bus oder Bahn. Der Ort Perl hat einen Bahnhof, der auch grenzüberschreitend bedient wird. Regelmäßige Zugverbindungen bestehen aus Trier und Wittlich, Verbindungen aus Metz und Thionville verkehren aber nur am Wochenende. Linienbusse verkehren aus Luxemburg, Merzig und Saarlouis, aber selbst von der Bushaltestelle in Borg sind es noch gut 2 Kilometer bis zur Villa.

Von Perl-Bahnhof aus sind es etwa 10 Kilometer bis zur Villa Borg. Für Wanderfreunde verläuft hier der sehr gut ausgebaute Saar-Hunsrück-Steig, der direkt am Archäologiepark vorbei führt.

Hintergrund:

Die repräsentative Empfangshalle des Herrenhauses

Die repräsentative Empfangshalle des Herrenhauses

Bereits vor über hundert Jahren deuteten archäologische Funde auf dem Saargau darauf hin, daß sich hier einst ein römisches Landgut mit einer Villa Rustica befunden hatte. In der Bevölkerung war der Ort lange bekannt, da man ihn jahrhundertelang als Steinbruch benutzte, um die Häuser der Umgebung zu errichten.

Ab 1987 wurde mit planmäßigen Ausgrabungen begonnen. Als man feststellte, daß die Funde so gut waren, daß Lage und Aufbau des 7,5 ha großen Landgutes samt Herrenhaus und Wirtschaftsgebäuden nachvollzogen werden konnte, beschloß man 1994 nach Fachtagungen und unter Konsultierung internationaler Experten und im Einvernehmen mit dem Staatlichen Konservatoramt, die römische Villa auf der Grundlage der Ausgrabungsergebnisse komplett zu rekonstruieren und zu einem archäologischen Park mit Museum auszubauen.

Anspruch des Parks ist es, den Besuchern eine Vorstellung der unterschiedlichen Aspekte des römischen Landlebens in der gallischen Provinz zu vermitteln.

Beim Wiederaufbau der Anlage versuchte man, so nah wie möglich am archäologisch belegten Originalzustand zu bleiben und die antike Architektur nachzuempfinden. Da die Grabungen noch nicht abgeschlossen sind, kommen laufend neue Erkenntnisse hinzu, die ebenfalls in den Archäologiepark einfließen.

Die Gegend im heutigen Dreiländereck war zu römischer Zeit dicht besiedelt. Zahlreiche Funde von römischen Landgütern und Villen überall in der Grenzregion belegen die hohe Dichte an landwirtschaftlichen Betrieben. Ein weiterer berühmter Fund ist die nahegelegene Villa Nennig, ebenfalls zu Perl gehörig, in der ein hervorragend erhaltenes Fußbodenmosaik gefunden wurde.

Auch wenn die Villa Borg heute eher abgelegen ist, zu römischer Zeit lag sie direkt an der stark bereisten Fernstraße Trier – Metz. Die Hügelkuppe, auf der das Landgut lag, war zuvor bereits von keltischen Einheimischen besiedelt gewesen, wie Funde aus den Jahren 85-25 v.Chr. beweisen. Die Villa wurde auf keltischem Fundament aus Holzpfahlbauweise (ca. 100 v. Chr). errichtet, was für die Archäologen auf Besitzkontinuitiät, d.h. eine kontinuierliche Besiedlung durch eine Familie hindeutet.

Im Museum sind Funde aus der Villa und Umgebung ausgestellt

Im Museum sind Funde aus der Villa und Umgebung ausgestellt

Im frühen 1. Jahrhundert n.Chr. wurde an dieser Stelle ein Gebäude in Fachwerktechnik errichtet, das um die Jahrhundertmitte schließlich durch ein großes Haus in römischer Steinbauweise ersetzt wurde. Immer wieder wurde das Gebäude erweitert und mit Nebengebäuden ergänzt.

Funde belegen, daß das Landgut bis zum 5. Jahrhundert n.Chr. bewohnt war. Ob es darüber hinaus genutzt wurde, läßt sich aufgrund der Fundlage bislang noch nicht bestimmen.

Die Grabungen sind zum Teil abgeschlossen und die Ergebnisse publiziert, zum Teil wird neben den laufenden Grabungen auch in anderen Disziplinen geforscht. Im Bereich der Paläobotanik liefern Pflanzenreste Hinweise auf antiken Landbau und Ernährung. Geophysikalische Untersuchungen (Luftbilder, Magnetfeldschweremessungen) dienen dazu, bislang verborgene weitere Mauerverläufe zu finden. Die Zoologie untersucht, welche Haus- und Nutztiere auf dem Landgut gehalten wurden (Schafe, Schweine, Ziegen, Pferde und Rinder) und welche Wildtiere es in der Umgebung gab (Hasen, Rehe, Hirsche, Wildschweine, Auerochsen und Wölfe).

Außerdem wird auf dem Gelände ein Glasofenexperiment durchgeführt, bei dem ein römischer Glasofen sowie ein Kühlofen nachgebaut wurden, in denen römische Techniken zur Glasherstellung erforscht werden.

Beschreibung:

Das Villenbad ist sehr stimmungsvoll

Das Villenbad ist sehr stimmungsvoll

Die rekonstruierte Villa wurde auf den Original-Fundamenten errichtet, so daß die Lage der Mauern und Räume authentisch ist.

Bei der Rekonstruktion einigte man sich auf die Darstellung der Bauphase, in der das Landgut seine größte Ausdehnung hatte – die Zeit zwischen dem 2. und 3. Jahrhundert n.Chr. Dabei sind die Gebäude nicht nur von außen komplett wiederaufgebaut worden, sondern zum Teil auch von innen, um dem Besucher einen guten Eindruck gehobener römischer Wohnkultur zu vermitteln.

Zu den rekonstruierten Gebäuden und Anlagen gehört ein Torhof samt Gartenmauer, der seinerzeit den Wirtschaftsbereich (pars rustica) vom Gartenbereich (pars urbana) trennte. Dieser Torhof lag direkt an der römischen Schnellstraße.

Das sicherlich beeindruckendste Gebäude ist das zweistöckige Herrenhaus im mediterranen Stil mit einem 100 qm großem Empfangssaal, Kassettendecke, Säulen und Gesimsen sowie Marmordekoration. Auch die Grundrisse entsprechen exakt dem archäologischen Fund, da sich alle Mauern und Räume auf den Original-Fundamenten befinden. Das ursprüngliche Herrenhaus verfügte auch über ein Fußbodenmosaik, das allerdings nicht rekonstruiert wurde (hier wird der Besucher auf die nahegelegene Villa Nennig mit erhaltenen Original-Mosaik verwiesen). Die Wände des Empfangssaales wurden, wie zu römischer Zeit üblich, bemalt.

Das Mobiliar der Villa, Türen, Fenster und sonstige Inneneinrichtung sind nach antiken Vorlagen gebaut.

Ein Blick in die römische Vorratskammer

Ein Blick in die römische Vorratskammer

Im Inneren des Herrenhauses befindet sich ein Museum, in dem Fundstücke aus der Villa Borg und Umgebung präsentiert werden, sowie Infotafeln, die über die Hintergründe des Landgutes informieren. Das Museum ist gut in die Gebäude integriert. Die Sammlung des Museums ist sehenswert und vielseitig, insbesondere im Bereich der Grabbeigaben finden sich hier einige ausgesprochen interessante und vollständige Zusammenstellungen.

Im oberen Stockwerk des Herrenhauses gibt es auch einiges für Kinder, wie römische Spiele und ein „Götterquiz“, bei dem man römische Götter ihren Attributen zuordnen kann.

Ebenfalls rekonstruiert – samt Inneneinrichtung und Wanddekorationen – wurde ein Villenbad, die private Therme der Herrschaftsfamilie. Die Bäder in Borg erstrecken sich über mehrere Räume, beginnend mit einem Windfang, einem Auskleideraum (apodyterium), dem Kaltbad (frigarium), Heißbad (caldarium) mit Löwenkopfbrunnen, einem Ruheraum und einem Laubad (tepidarium). Die Bemalung der Räume basiert auf Mauerrestfunden, die Meerestiere und Fische zeigten. Die Räume wurden mit viel Liebe zum Detail rekonstruiert, mitsamt Badeutensilien, Möbeln und Regalen. Die Bemalung ist stimmungsvoll und es wird ein ausgezeichneter Eindruck eines römischen Bades vermittelt. Zum Teil ist auch ein Blick in die Hypokausten der freigelegten Fußbodenheizung möglich, mit der das Bad und die Villa geheizt wurde.

Das Bad ist funktionsfähig und es wurden dort zu Beginn auch römische Badenächte abgehalten; diese öffentlichen Veranstaltungen wurden jedoch behördlich untersagt, da sie nicht den modernen Vorschriften für Badeanlagen entsprechen, denn es gibt – natürlich – keine Umwälzpumpen.

Der römische Kräutergarten

Der römische Kräutergarten

Das Wohn- und Wirtschaftsgebäude wurde nur von außen authentisch rekonstruiert; innen befindet sich ein moderner Veranstaltungs- und Vortragsraum.

Eine komplett ausgestattete römische Küche mit Vorratskammer und Backöfen schließt sich an den Badebereich an. Sie ist funktionsfähig und wird für Kurse und Veranstaltungen (wie Kochvorführungen oder römisches Brotbacken) genutzt. In der Vorratskammer hängen und stehen zahlreiche Dinge, wie sie für römische Küchen typisch waren, von Amphoren über Gefäße, Geschirr und Werkzeuge, sowie Lebensmittel und Zutaten aller Art.

Zum Gelände gehören auch sechs römische Gärten, die zum grenzüberschreitenden EU-Projekt „Gärten ohne Grenzen“ gehören, darunter ein Kräutergarten, Gemüse- und Blumengarten. Sie können beim Besuch der Villa ebenfalls durchwandert werden.

Auf dem Gelände gibt es auch eine römische Taverne, d. h. ein Restaurant im römischen Stil, in der sowohl römisches Essen nach Originalrezepten des Apicius als auch regionale Gerichte angeboten werden. Auch hier entspricht die Einrichtung dem Stil eines römischen Gasthauses, so daß das Essen auf jeden Fall ein Erlebnis wird. Die Taverne umfaßt auch einen Saal im römischen Ambiente für 100 Personen, in dem Feiern abgehalten werden können.

Die Fußbodenheizung

Die Fußbodenheizung

Das Außengelände ist sehr gepflegt und vermittelt eine ausgezeichnete Vorstellung über das Aussehen und den Aufbau eines römischen Landgutes. Während in der (ebenfalls sehr sehenswerten) Römervilla Ahrweiler, die ein ähnliches Landgut war, nur die Mauerreste konserviert wurden, verleiht die Tatsache, daß die komplette Villa samt Herrenhaus originalgetreu wieder aufgebaut wurde, natürlich noch einmal ein ganz anderes Bild.

Das Herrschaftshaus dominiert natürlich, aber das übrige Gelände ist ebenfalls sehr sehenswert mit seinem Teich, Brücke, Brunnen und Gärten sowie allen anderen Annehmlichkeiten, die man sich auf dem Lande gönnte. Diese Villa muß man wirklich einmal gesehen haben, denn kein anderer Ort vermittelt eine so anschauliche Vorstellung zivilen Landlebens und der hohen Wohn- und Lebensqualität einer wohlhabenden Familie im Römischen Reich.

Weiterführende Informationen:

Öffnungszeiten:

Die Villa Borg ist im Dezember und Januar geschlossen. In den Monaten Februar, März und November ist sie täglich (außer montags) von 11-16h geöffnet. In der Sommersaison April bis Oktober ist sie täglich (außer montags) von 10-18h geöffnet.

Sonderveranstaltungen sowie private Veranstaltungen und Feiern sind nach Absprache auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich, z.B. Hochzeiten, Tagungen und Familienfeiern.

Eintrittspreise und Führungen:

Erwachsene 6€, ermäßigter Eintritt 4€ (Studenten, Behinderte, Schüler). Kinder bis 14 Jahre 2€, Kinder bis 6 Jahre frei. Es gibt auch eine Familienkarte für 12€ (2 Erwachsene mit Kindern unter 14 Jahre).

Die Führung mit Haussklave Jatros ist kurios und genial!

Die Führung mit Haussklave Jatros ist kurios und genial!

Öffentliche Führungen durch die Villenanlage finden an festgelegten Terminen statt, die der Website der Villa Borg zu entnehmen sind.

Außerdem werden zweistündige Erlebnisführungen durch die Villa angeboten, die allerdings für Gruppen gebucht werden müssen. Hierbei hat man die Wahl zwischen dem Haussklaven Jatros, dem Legionär Tiberius, dem Immobilienmakler Gaius, dem Gutsverwalter Vilicius und Hausherrin Valentina. Für Gruppen besteht außerdem die Möglichkeit, eine Eselswanderung zur Villa Borg zu unternehmen.

Im Rahmen des jährlichen Römerfestes im August werden die öffentlichen Führungen, sowie  die Erlebnisführungen ohne Aufpreis als Teil der Veranstaltung durchgeführt.

Der griechische Sklave Jatros, der „Pfeilspitzen-Entferner“, war Arzt in den Rheinlegionen, entkam den Löwen im Amphitheater und wurde schließlich als Sklave auf dem Markt an die Hausherrin der Villa Borg für 600 Silberdenare verkauft.

Hausherrin Valentina kehrt von ihrer Reise aus Trier zurück und erzählt auf ihrer Führung über die neuste Frisuren- und Kleidermode in der Großstadt, von ihren Rechten und Pflichten als römische Matrona, von ihrer Amme, dem Schulunterricht ihrer Kinder, den Geschäften ihres Mannes und über alles, was eine Hausherrin in ihrem Leben beschäftigt.

Wir haben an der Führung durch den Sklaven Jatros teilgenommen und waren begeistert! Es war sicherlich die kurioseste Führung, die wir jemals in einer römischen Stätte mitgemacht haben, machte aber wirklich Spaß. Jatros redet mit so viel Elan und persönlicher Begeisterung und reißt dabei so mit, daß die Zeit wie im Flug vergeht. Immer wieder weiß er zu überraschen, zum Beispiel, wenn er plötzlich eine Vitrine im Museum aufschließt, einen anschaut und meint: „Sie haben bestimmt noch nie eine 2000 Jahre alte Graburne in der Hand gehalten, oder?“ und man sich dann plötzlich mit einem Originalfund in der Hand wiederfindet, den man so sonst nirgendwo berühren darf. Wer die Gelegenheit hat, diese Führung mitzumachen oder auf das Römerfest zu kommen, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen.

Sonstiges:

Die Villa ist die perfekte Kulisse für das jährliche Römerfest

Die Villa ist die perfekte Kulisse für das jährliche Römerfest

Einmal jährlich im August findet das zweitägige Römerfest statt. Es ist eines der größten Römerfeste in Deutschland und das Ambiente und die Kulisse in der Villenanlage sind natürlich perfekt für eine solche Veranstaltung geeignet.

Es gibt dort ein Römerlager, in dem römische Militärgruppen ihren Alltag in der Legion, Landvermessung, Exerzierübungen und Waffentechniken zeigen. Die Mitglieder dieser Gruppen sind sehr gut informiert und sprechen gerne und begeistert über den Alltag in der römischen Legion. Auch Fragen können hier gerne gestellt werden.

Des weiteren gibt es Vorführungen römischer Mode durch die Jahrhunderte (von der Frühzeit der Republik bis zur späten Kaiserzeit), Gladiatorenkämpfe, sowie weitere Vorführungen. Im Jahr 2013 zum Beispiel wurde keltische Reiterei (durch Eporedos, eine Gruppe für historische Reitkunst) gezeigt und der Kampf vom Pferde gegen einen Fußsoldaten demonstriert. Es gibt auch Autorenlesungen, kostenlose Führungen, römisches Essen und Trinken und, was insbesondere für den Cultor interessant ist, zahlreiche Händler und Handwerker, die ihr Können in antiken Handwerkstechniken zeigen und ihre Produkte auch verkaufen. Hier ist der ideale Ort, um sich mit Repliken aller Art, aber auch römischem Alltagsgeschirr, Öllampen und sonstigem einzudecken. Die Preise sind fair und angemessen.

Keltische Reiterei auf dem Römerfest 2013

Keltische Reiterei auf dem Römerfest 2013

Des weiteren finden immer wieder Veranstaltungen statt, zum Beispiel „Brot backen wie in der Antike“, Fackelwanderungen, Glasofentage, Schmieden und Töpfern (Mitmachen erwünscht!).

Gäste können sich auch römische Tuniken ausleihen und darin durch das Gelände spazieren!

Regelmäßig und auf Anfrage führt das archäologische Team durch die aktuellen Ausgrabungen und informiert über den Stand der Forschung.

Das Gelände ist weitgehend behindertengerecht, bis auf die oberen Etagen des Herrenhauses.

Durch die Nähe zu Frankreich und Luxemburg und die grenzüberschreitenden archäologischen Projekte, zu denen die Villa Borg gehört, wird hier auch französisch gesprochen und verstanden.

Fotografieren und Filmen ohne Stativ für private Zwecke ist erlaubt. Der Überflug mit Drohnen ist nicht gestattet und für kommerzielle Zwecke muß eine Sondererlaubnis beantragt werden.

Unser besonderer Reisetipp: Ein Besuch der Villa Borg ist gut mit dem Besuch der Villa Nenning, dem Grabtumulus von Nennig sowie einem Besuch des Mercurius-Tempels in Tawern zu verbinden. Auch gibt es jenseits der Grenze in Luxemburg viele interessante antike römische Stätten, zB. in Dalheim und Remich.

Museen: RömerWelt Rheinbrohl

Die Römerwelt von außen

Die Römerwelt von außen

Anschrift: 

RömerWelt am Caput Limitis, Arienheller 1, 56598 Rheinbrohl.

Anfahrt:

Die Römerwelt liegt rechtsrheinisch zwischen Rheinbrohl und Bad Hönningen im Ortsteil Arienheller in der Nähe des Rheins. Sie ist mit dem Auto über die B42 gut zu erreichen. Besucher aus den linksrheinischen römischen Provinzen können die Autofähre Kripp – Linz oder Bad Breisig – Bad Hönningen nehmen. Das Museum ist gut ausgeschildert.

Es gibt einen eigenen Parkplatz vor der RömerWelt, 2 Parkplätze sind für Behinderte reserviert.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die auf einer leichten Anhöhe liegende Römerwelt nicht unmittelbar zu erreichen. Vom Bahnhof Bad Hönningen aus sind es etwa 1,6 km Fußweg (hier dem Zuweg zum Rheinsteig folgen, einem weißen „R“ auf gelbem Grund“). Von Bahnhof Rheinbrohl aus sind es etwa 2,5 km Fußweg durch den Ortsteil Arienheller.

Man kann auch mit der Buslinie 370 (Linz-Neuwied-Koblenz) bis zur Haltestelle Rheinbrohl-Handwerkskammer fahren. Von dort sind es noch ca. 1 km Fußweg. Dieser Bus fährt in der Woche häufiger, sonntags jedoch nur alle 2 Stunden!

Weiterführende Informationen:

Beschreibung:

Neben "Ausprobieren" kommt auch die Information nicht zu kurz

Neben „Ausprobieren“ kommt auch die Information nicht zu kurz

Die RömerWelt ist ein „Erlebnismuseum“ am Caput Limitis, dem Beginn des Obergermanischen Limes, der rechtsrheinisch am Rhein bei Rheinbrohl beginnt und sich bis zur Donau erstreckt. Das Museum wurde im Jahr 2008 eröffnet und dient gleichzeitig als Limes-Informationszentrum des Landes Rheinland-Pfalz.

Das Konzept dieses Museums sieht vor, daß der Besucher den Alltag und das Leben der Auxiliar-Hilfstruppen und Zivilisten am Limes nicht nur – wie in einem herkömmlichen Museum – betrachtet, sondern selbst erfahren kann. Das heißt, Anfassen und Mitmachen ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht.

Besucher aller Altersklassen sollen hier Wissenswertes über den Alltag, Handel, Handwerk der Soldaten an der Grenze zu Germanien und der zivilen Einheimischen erfahren und „begreifen“, das Museum richtet sich dabei durchaus nicht nur an Kinder.

Sammlung und Aufmachung:

Das Museumsgelände umfasst etwa 6000 Quadratmeter. Es gibt ein großes Hauptgebäude, in dem Themenbereiche rund um den Limes gezeigt werden, wie z.B. der Limes als militärische Grenze oder der Limes als Handelszone. Hierbei umfasst das Museum – im Gegensatz zu „herkömmlichen“ Museen – keine antiken Schaustücke in Vitrinen, sondern Gegenstände des praktischen Lebensalltags der hier stationierten Hilfstruppen und der Einheimischen, die mit ihnen Handel trieben.

Eine Multimedia-Station lädt zu einem römischen Quiz ein

Eine Multimedia-Station lädt zu einem römischen Quiz ein

Alle Gegenstände können berührt und „erlebt“ werden. Zum Beispiel gibt es einen Wagen mit germanischen Handelswaren wie Seife oder blonden Haaren, die im Mittelmeerraum als Perücken für die gehobene Dame sehr begehrt waren. Alle Gegenstände können in die Hand genommen und untersucht werden. Es gibt zum Beispiel auch die Möglichkeit, typische römische Kräuter und Gewürze zu riechen.

Man kann sich auch römische Kleidung anziehen, zum Beispiel die Kleidung einer römischen Frau oder den Helm eines Soldaten. Für scheue Leute ist das Museum sicher nichts, man muß schon Spaß an der Sache haben und am besten geht man dort mit Freunden hin, denn gemeinsam macht es noch mehr Spaß, alles zu untersuchen (und natürlich auch Unsinn anzustellen). Es ist für Erwachsene wie für Kinder gleichermaßen geeignet.

In einem Nebengebäude jenseits des geräumigen Innenhofs, in dem ein Teil des Limes mit Erdwall und Holzmauer rekonstruiert ist, gibt es weitere Räume, in denen ein Mannschaftsquartier (Contubernium für 8 Soldaten) nachgebaut ist, sowie Räume, in dem römisches Handwerk, römische Handarbeit oder römische Spiele aufgebaut sind. Die Spiele können alle gespielt werden, Anleitungen liegen aus.

Der geräumige Innenhof wird als Veranstaltungsplatz genutzt, denn die RömerWelt bietet viele Veranstaltungen und Mitmach-Aktionen an.

Typische germanische Handelswaren können berührt und untersucht werden

Typische germanische Handelswaren können berührt und untersucht werden

Es gibt im Außenbereich auch weitere Informationen zu römischer Küche, Getreidemühle, funktionierende römische Backöfen, die regelmäßig zu Veranstaltungen zum Brotbacken verwendet werden, einen Kräutergarten zum Riechen, und eine Pfahlramme, wie sie zum Brückenbau über den Rhein verwendet wurde und die gemeinsam in Bewegung versetzt werden kann. Als neuste Attraktion kam im Jahr 2015 ein römischer Kran dazu, der zu bestimmten Veranstaltungen auch vorgeführt wird.

Selbst der große Spielplatz für Kinder im Außenbereich hat einen informativen Hintergrund: er hat die Form eines havarierten Schiffes auf dem Rhein und kann erklettert und bespielt werden. Daneben gibt es dort auch einen Wachturm im Mini-Format.

Abgerundet werden die vielen Mitmach-Gegenstände im gesamten Museumsbereich durch fachkundige Informationstafeln, die viel Wissenswertes über den Limes und das Leben am Limes vermitteln, sowie multimediale Stationen.

Öffnungszeiten:

Die RömerWelt ist vom 16. März bis 10. November geöffnet.

Öffnungszeiten Dienstags bis Freitags von 10-17 Uhr, Samstags und Sonntags von 10-18 Uhr. Montags geschlossen.

In der Winterpause ist die Öffnung nach Absprache für Gruppen mit Führung möglich.

Eintrittspreise, Führungen und Veranstaltungen:

Erwachsene zahlen 4,50€. Kinder ab 7 Jahre, Studenten, Senioren 3,50€., mit Behindertenausweis 3€.

Wichtig ist es vor allem, Spaß an der Sache zu haben, dann wird die Römerwelt zu einem echten Erlebnis

Wichtig ist es vor allem, Spaß an der Sache zu haben, dann wird die Römerwelt zu einem echten Erlebnis

Es besteht die Möglichkeit, Saisonkarten zu erwerben (19€ für Erwachsene, 14€ Kinder und ermäßigt).

„Klassische“ Führungen, wie man sie von anderen Museen kennt, gibt es nicht, da das Museum so zugeschnitten ist, daß man es „auf eigene Faust“ erkunden kann. Bei Bedarf können aber Spezialführungen für Gruppen gebucht werden, die dann jeweils auf die Interessengebiete und Altersklasse der Gruppe zugeschnitten sind (diese müssen 5 Tage im voraus angemeldet werden).

Es gibt, dank des Konzeptes als Erlebnismuseum, zahlreiche Sonderveranstaltungen, die das Konzept des „Selber-Erfahrens“ unterstützen und sich an alle Interessengruppen und Altersklassen richten, wie „Limesreiter und Waffentechnik“ mit der Schießvorführung einer römischen Ballista und Darstellungen der Limesreiter im Bogenschießen. Dazu gibt es Backtage, Spanferkelessen, Limeswandertage, Vorträge oder kreative Kräuterküche. Es werden auch mehrstündige Workshops für römisches Bogenschießen angeboten.

Der Höhepunkt des Jahres sind die Römertage, die jedes Jahr im Mai stattfinden und die jeweils unter einem Motto stehen.

Im Jahr 2014 lautet das Motto zum Beispiel: „Die Germanen kommen!“. Hier zeigen die Gruppe „Ars Replika“ (ein Verein für lebendige Archäologie, der auf Germanen des 1. Jahrhunderts spezialisiert ist) und die XXVI Cohorte Rheinbrohl das Leben am Limes: es gibt ein Römerlager, in dem römisches Militärwesen demonstriert wird, ein germanisches Bauern- und Handwerkslager, Alltag, germanische Fischereitechnik und – was eine Besonderheit ist – einen germanische Kultplatz mit Darstellung eines Begräbnisses. Römische und germanische Militärausrüstungen werden einander gegenübergestellt und die Vor- und Nachteile erklärt, es gibt viele Mitmachaktionen wie Blechstanzen oder Backen. Der Schwerpunkt liegt bei der Darstellung, wie am Limesdurchlass Handel getrieben und gefeilscht wurde und wie die Kulturen miteinander in Kontakt kamen. Hierbei wird Wert auf authentische Darstellung und archäologisch fundierte Vermittlung von Information gelegt und nicht auf pseudo-römischen Mummenschanz (wie es zum Beispiel bei Mittelaltermärkten oft der Fall ist, deren Darstellung des Mittelalters eher der Phantasie und Romantik der rollenspielenden Neuzeit entspringen). Neben der Unterhaltung ist deswegen auf jeden Fall auch ein Lerneffekt gegeben!

Bei der regelmäßigen Veranstaltung „offenes Contubernium“ kann das Leben der Soldaten in den Mannschaftsquartieren hautnah miterlebt werden.

Es werden auch mehrtätige Reisen zur Römerwelt im Rahmen der KreativReisen Limes angeboten (Themen: Kräuterküche und Bogenschießen).

Ein weiterer Höhepunkt der Saison ist der alljährliche Limes-Wandertag zu Christi Himmelfahrt, der an der Römerwelt beginnt und entlang des Limes-Lehrpfades sowie eines rekonstruierten Wachturms in den Westerwald führt, von dem aus man eine tolle Sicht bis in die Eifel hat. Ein Quiz für die Teilnehmer lockert den Event auf, ebenso die vielen Stationen auf dem Weg, auf denen man z.B. römisches Essen probieren, Kräuter kennenlernen oder etwas über Köhlerei erfahren kann. Hier ist auch immer die XXVI Cohorte Rheinbrohl vor Ort, die an der Waldhütte beim Limes-Lehrpfad einen Einblick in das römische Auxiliar-Militärwesen gibt. Die Wanderung geht zum Teil kontinuierlich bergauf, ist jedoch nicht sonderlich schwierig zu bewältigen und für die ganze Familie geeignet. Festes Schuhwerk sollte man jedoch anziehen. Den Rückweg zur Römerwelt kann man entweder mit der Pferdekutsche bestreiten oder zu Fuß zurücklaufen. Alle Beteiligten, die für die Unterhaltung an den Stationen sorgen, sind mit großem Spaß und Elan bei der Sache, so daß der Limes-Wandertag eine lohnenswerte Alternative zum üblichen Christi-Himmelfahrt-Böllerwagenspektakel darstellt.

Sonstiges:

Rekonstruktion des Limes im Innenhof

Rekonstruktion des Limes im Innenhof

Es gibt einen Museumsshop, der einige Repliken, Bücher, antike Spielsachen und Tonwaren, römische Mitbringsel und regionale Souvenirs im Angebot hat.

Das Personal in der RömerWelt ist sehr freundlich und läßt einen in Ruhe gewähren, so daß man sich nach Herzenslust dort austoben kann.

Das ganze Museum ist behindertengerecht und für Rollstuhlfahrer geeignet.

Auch Wanderfreunde kommen auf ihre Kosten. Bei der Römerwelt beginnt der 8,4 km lange Römerweltweg, auf dem man den Limes erkunden kann. Hierbei gibt es sowohl Stellen, an denen der Limes im Originalzustand erhalten ist, als auch rekonstruierte Abschnitte. Dazwischen befinden sich Palisadennachbauten, eine Ausgrabungsstelle, Wall- und Grabennachbau und einen begehbaren Holz-Aussichtsturm, von dem aus man gute Sicht bis in die auf der anderen Rheinseite gelegene Eifel hat. Ebenfalls bei der Römerwelt beginnen die Fernwanderwege Westerwald-Steig, Limeswanderweg und Rheinsteig, die sich hier kreuzen.

Ein weiteres sehenswertes Ausflugsziel in der Nähe ist Wachturm Nummer 1, eine Rekonstruktion des ersten Wachturms am Beginn des Limes bei Rheinbrohl.

Fotografieren ist überall erlaubt!

Die Pfahlramme ist durch ihre Größe und Wucht sehr beeindruckend

Die Pfahlramme ist durch ihre Größe und Wucht sehr beeindruckend