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Antike Stätten: Römische Festungsmauer des Kastells, Remagen

Die Festungsmauer von Rigomagus

Die Festungsmauer von Rigomagus

Anschrift:

Parkplatz hinter dem Rathaus, zu erreichen über die Kirchstraße, den Marktplatz oder die Bachstraße.

Anfahrt:

Zur Anreise nach Remagen und den dortigen Parkmöglichkeiten verweisen wir auf unseren vorherigen Artikel zum Kastell Remagen und den Jupiteraltären, Pfarrkirche St. Peter und Paul. Die in diesem Beitrag beschriebene Festungsmauer befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Kirche, so daß wir an dieser Stelle auf Wiederholungen verzichten möchten.

Die rekonstruierte Festungsmauer befindet sich mitten in der Altstadt von Remagen, hinter dem Rathaus und an einem kleinen Parkplatz gelegen. Sie ist fußläufig in einer Minute von der Kirche, vom Marktplatz, dem Römischen Museum und dem Rathaus Remagen zu erreichen.

Hintergrundinformationen:

Die Kirchstraße wird noch heute "Via Principalis" genannt und ist die alte Hauptstraße des Kastells

Die Kirchstraße wird noch heute „Via Principalis“ genannt und ist die alte Hauptstraße des Kastells

Dies ist der dritte Artikel unserer kleinen Serie mit römischen Reisetipps in Remagen am Rhein.

Wie in unseren bisherigen Artikeln über Remagen (Kirche St. Peter und Paul, Römisches Museum) beschrieben, war Remagen zu römischer Zeit ein Hilfstruppenkastell („Rigomagus„) am Rhein in der Provinz Germania inferior. Es lag in unmittelbarer Nähe der römischen Fernstraße zwischen den beiden Städten Köln und Koblenz.

Auch wenn Remagen im 2. Weltkrieg durch die Kämpfe um die Brücke von Remagen massiv zerstört wurde und größtenteils modern überbaut ist, sind an einigen Orten in der Stadt noch immer die Spuren des Kastells sichtbar. Auch folgt der Straßenverlauf der Altstadt dem typischen römischen Schema.

Das Kastell wurde im 1. Jahrhundert in Holz-Erde-Bauweise errichtet und nach dem Bataveraufstand Mitte des 1. Jahrhunderts durch ein Steinkastell ersetzt. Das Steinkastell war von einer vollständigen Umwehrungsmauer umgeben, in die in regelmäßigen Abständen von 16 Metern Wachtürme eingelassen waren.

Von den Gebäuden im Innenbereich des Kastells sind in Remagen das Stabsgebäude (Principa) und das Wohnhaus des Kommandeurs (Prätorium) nachgewiesen und ihre Überreste können besichtigt werden.

Durch diesen Torbogen aus mittelalterlichen Steilen erreicht man die Mauer

Durch diesen Torbogen aus mittelalterlichen Steilen erreicht man die Mauer

In der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts führten Germaneneinfälle zu einer Verstärkung der Festungsmauer, indem vor die bisherige Mauer eine zweite Mauer aus Bruchsteinen gesetzt wurde; die etwa zwei Meter breite Lücke zwischen beiden Mauern wurde mit Mörtel und Steinen verfüllt. Die Höhe dieser Mauer betrug etwa 6 Meter.

Im Mittelalter wurden die Bruchsteine abgetragen und verbaut; die Füllung und der nahezu unzerstörbare römische Mörtel blieben jedoch erhalten, so daß der Verlauf der Mauer anhand dieses Mauerkerns bis heute an mehreren Stellen in der Stadt nachweisbar ist.

Im Jahr 2004 entschied man sich, Teile der noch erhaltenen römischen Kastellbefestigung zu rekonstruieren und zu konservieren, da diese durch Witterungseinflüsse baufällig und von Efeu überwuchert war. Um die 2000-jährige Geschichte der Stadt zu würdigen, wurde der Mauerkern freigelegt und mit einer Informationstafel versehen.

Die südwestlichen und südlichen Teile der Mauer sind unterhalb der Kirche St. Peter und Paul am Deichweg zu besichtigen. Funde aus Rigomagus werden im Römischen Museum sowie im Rheinischen Landesmuseum Bonn aufbewahrt.

Beschreibung:

Eine Informationstafel liefert Hintergrundwissen zum Kastell

Eine Informationstafel liefert Hintergrundwissen zum Kastell

Vom  Marktplatz zur Festungsmauer führt ein kleiner Torbogen aus mittelalterlichen Steinen, die wahrscheinlich zu einem Hofgut der Abtei gehört hatten. Die Mauer selbst liegt neben dem Künstlerforum Remagen auf einem kleinen, ruhigen Parkplatz, der mit Blumen bepflanzt ist.

Die moderne Regenrinne der Mauer dient der Abführung von Regenwasser und muß als Konzession an heutige Bauvorschriften und zum Schutz des Denkmals betrachtet werden. Ansonsten ist die typisch römische Schalenbauweise gut zu erkennen.

Links von der Mauer befindet sich eine Informationstafel, die Informationen über das Kastell Remagen und die Mauer enthält.

Rechts, oberhalb der Mauer an einer Hauswand, sind die überlieferten Namen einiger Kastellbewohner („Römer in Rigomagus“) aufgelistet, die man aus Schriften und Grabsteinen kennt. Das ist eine sehr gute Idee, zumal nicht nur die Namen, sondern auch ihre Funktion und der Zeitraum, in dem die Personen gelebt haben, aufgeführt sind. Das gibt den (zumeist thrakischen) Bewohnern des Hilfstruppenkastells ein persönliches Gesicht. Hier finden sich auch die beiden Benefiziarier wieder, die die Jupiteraltäre gestiftet haben, die heute in der Pfarrkirche aufgestellt sind.

Wer sich auf Erkundungstour durch das römische Kastell Rigomagus befindet, sollte an dieser Mauer also unbedingt Station machen.

Eintritt, Zugänglichkeit, Führungen, Öffnungszeiten:

Einige bekannte Bewohner des Kastells sind an dieser Hauswand verewigt

Einige bekannte Bewohner des Kastells sind an dieser Hauswand verewigt

Die Mauer ist jederzeit frei zugänglich. Eintritt wird nicht erhoben.

Das römische Remagen ist im Rahmen von Stadtführungen zu erkunden, die von der Touristeninformation angeboten werden. Es lohnt sich, an einer solchen Führung teilzunehmen, weil man dabei auch in Teile des Kastells gelangt, die ansonsten für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, wie das unter dem Caracciola-Gedächtniszimmer gelegene Prätorium mit seiner gut erhaltenen Hypokaustenanlage.

Sonstiges:

Fotografieren ist uneingeschränkt möglich.

Wir empfehlen, in Remagen einen „römischen Tag“ einzulegen und alle Sehenswürdigkeiten des Kastells zu erkunden. Da alle antiken Stätten fußläufig in wenigen Minuten erreichbar sind, kann das Kastell sehr gut und einfach erwandert werden.

Hierbei sollte man die recht eingeschränkten Öffnungszeiten des Römischen Museums in seine Planungen einbeziehen, denn das Museum stellt ein Highlight der Kastellwanderung dar und gehört zum Pflichtprogramm. Auch lohnt es sich, im Vorfeld bei der Touristeninformation Remagen anzufragen, wann die Möglichkeit besteht, in die abgeschlossenen Kellerräume unterhalb des Caracciola-Gedächtniszimmers zu gelangen.

Außerdem lohnt sich (auch wenn es nicht zum Thema gehört), ein Besuch des Friedensmuseums von Remagen, das sich in den Brückenpfeilern der zerstörten Brücke von Remagen befindet und eine sehr gute Ausstellung zur Schlacht um die Brücke zeigt. Lohnenswert ist auch ein Besuch des Apollinarisklosters oberhalb von Remagen, sowie eine Überfahrt über den Rhein mit einer Fähre nach Erpel mit Besteigung der Erpeleyer Ley, von deren Gipfel aus  man eine tolle Aussicht über das Rheintal und die Stadt hat.

Weiterführende Informationen:

Antike Stätten: Jupiteraltäre und römisches Kastell, Kirche St. Peter und Paul Remagen

Die Kirche "Peter und Paul" mit darunterliegendem römischem Mauerwerk

Die Kirche „Peter und Paul“ mit darunterliegendem römischem Mauerwerk

Anschrift:

Kirchstraße 32, 53424 Remagen

Anfahrt:

Der kleine Ort Remagen liegt an der B9 zwischen Bonn und Koblenz.

Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul befindet sich inmitten der historischen Altstadt des Ortes Remagen am Rhein und ist nicht zu übersehen.

Parkmöglichkeiten bestehen rund um die Kirche, an der Rheinpromenade (Parken 2 Stunden kostenfrei) oder auf dem großen kostenpflichtigen Park & Ride-Parkplatz an der B9 hinter dem Bahnhof.

Die Kirche ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen, da Remagen einen gut angeschlossenen Bahnhof hat, an dem Züge des Nah- und Fernverkehrs entlang der Rheinschiene zwischen Köln und Koblenz halten. Als Nahverkehrszüge halten hier der Rheinexpress (Emmerich bis Koblenz), die Ahrtalbahn (Bonn bis Ahrbrück) und die Mittelrheinbahn (Köln bis Mainz).

Es gibt auch mehrere Buslinien, die Remagen anfahren, diese fahren jedoch große Umwege über die umliegenden Dörfer an Rhein und in der Eifel, so daß wir die Anreise mit dem Zug oder dem Auto empfehlen.

Hintergrund:

Remagen (Rigomagus) war zu römischer Zeit ein Hilfstruppenkastell am Rhein in Niedergermanien (Germania inferior). Es wurde um 43 n.Chr. gegründet, als mit dem Eroberungsfeldzug in Britannien die Verteidigung des strategisch wichtigen Rheins umorganisiert wurde.

Der Ursprung des romanischen Torbogens neben der Kirche gilt als rätselhaft

Der Ursprung des romanischen Torbogens neben der Kirche gilt als rätselhaft

Das Kastell beherberte eine etwa 500 Mann starke Besatzung aus Infanterie und Kavallerie, deren Truppen fast ausschließlich aus den römischen Provinzen Thrakien, Spanien und Pannonien stammten. Im Jahr 69 n. Chr. wurde das Kastell im Rahmen des Bataveraufstandes zerstört, aber erneut aufgebaut und schließlich bis ins 3. Jahrhundert zu einer Festung ausgebaut. Diese Befestigung war so stark, daß sie sogar dem großen Germaneneinfall im Jahr 355 n. Chr. standhielt.

Auch wenn die Stadt im 2. Weltkrieg durch die Kämpfe um die Brücke von Remagen fast vollständig zerstört wurde, sind an vielen Orten im Stadtgebiet römische Spuren erhalten geblieben, so die Fundamente von Gebäuden, Wasserleitungen, Hypokausten und Gräberfelder.

Viele römische Funde aus Rigomagus sind heute im Römischen Museum von Remagen ausgestellt, das sich in einer Kapelle oberhalb der Principia des Kastells befindet. Dieser alte Eingangsbereich zum Stabsgebäude des Kastells wurde in das Untergeschoß des kleinen Museums integriert.

Die romanisch-gotische Kirche der Stadt wurde in der Nordwestecke des römischen Kastells errichtet. Ihr Kirchturm steht wahrscheinlich auf den Resten eines römischen Festungsturms. Unter ihr sind noch Mauerfundamente zu finden und die typischen römischen Quader des Kastells wurden auch zum Bau der Kirchenbefestigung verwendet. Im Jahr 1900 wurden bei Ausschachtungsarbeiten zu einem Erweiterungsbau der Kirche Reste einer Palisade gefunden.

Das ursprüngliche Mauerwerk, das man unterhalb der Kirche entdeckte, hatte eine Länge von 28,50 Metern, eine Breite von 2,65 Meter und eine Höhe von 5,50 Meter. Da diese Mauer aus Schiefer und Mörtel aus Rheinkies bestand, war sie so hart und stabil, daß große Teile erhalten blieben und selbst mit heutiger Technik nicht zerstört werden können. Das Fundament der Mauer bestand aus Tuffsteinblöcken, die aus der nahen Vulkaneifel stammten (möglicherweise aus dem Römerbergwerk Meurin). Teile des römischen Mauerwerks sind immer noch sichtbar, im oberen Teil wurde es allerdings durch eine mittelalterliche Mauer überbaut.

Ein Blick auf das römische Mauerwerk unter der Kirche von der Deichstraße aus

Ein Blick auf das römische Mauerwerk unter der Kirche von der Deichstraße aus

Neben diesen römischen Fundamenten, die in „Fenstern der Geschichte“ besichtigt werden können, befinden sich in der Eingangshalle der Kirche zwei Jupiter-Weihealtäre für Jupiter Optimus Maximus (IOM) und den Genius Loci. Diese beiden Altäre wurden im Jahr 1969 beim Einbau einer Heizungsanlage unter dem Boden der Kirche gefunden. Sie wurden von zwei Benefiziariern (die im römischen Reich eine Art Polizeifunktion innehatten) gestiftet, als sie an die Wachstation in Rigomagus abkommandiert wurden. Ihre Namen waren Sextus Senius Secundinus, Soldat der I. Legion aus Bonna und Consularis Titus Farfenna Ianuarius, Hauptmann der XXXV. Legion. Warum er als Hauptmann zu einer Polizeistation in der Provinz abkommandiert wurde, die normalerweise von Soldaten niederen Ranges besetzt wurden, ist unbekannt.

Weitere Weihesteine, die im Römischen Museum der Stadt stehen, deuten darauf hin, daß Remagen zu römischer Zeit auch ein wichtiger Rheinhafen war. Hier verkehrten die Schiffe bis zum Großkastell bei Xanten und transportierten auch die wichtigen Tuffsteine aus der Vulkaneifel, die im Hafen Andernach eingeladen wurden und rheinauf- und rheinabwärts überall für römische Bauwerke verwendet wurden. Auch die Mendiger Mühlsteine waren ein Exportschlager, der über den Rhein bis in die entlegendsten Winkel des Reichs transportiert wurden, so daß Remagen ein wichtiger Zwischenposten vor Bonn, Köln, Neuss und Xanten war.

Beschreibung:

Leider läßt die Beschriftung stark zu wünschen übrig

Leider läßt die Beschriftung stark zu wünschen übrig

Die Pfarrkirche von Remagen liegt inmitten der historischen Altstadt. An der Deichstraße, die zum Rhein hinab führt, befinden sich im Fundament der Kirche, gut von der Straße aus zu sehen, zwei Bögen, unter denen das römische Fundament des Kastells unterhalb der Kirche zu besichtigen ist. Sehr knapp gehaltene Hinweistafeln älteren Datums weisen auf den römischen Ursprung der Steinmauern hin. Informative Tafeln mit Hintergrundinformationen sucht man jedoch leider vergebens.

Die Pfarrkirche selbst hat mehrere Eingänge. Neben dem Haupteingang befindet sich ein rätselhaftes romanisches Portal, das ursprünglich in keinem Zusammenhang mit der Kirche stand und dessen Herkunft und genaue Bedeutung bis heute nicht geklärt ist. Auch wenn es keine antik-römische Sehenswürdigkeit ist, so ist dieses interessante Portal trotzdem einen genauen Blick wert. Es gilt zudem als außergewöhnliches Beispiel mittelalterlicher Steinmetzkunst.

Die beiden Jupiter-Weihealtäre in der Kirche

Die beiden Jupiter-Weihealtäre in der Kirche

Im Inneren der Kirche, im Eingangsbereich eines Nebeneingangs, stehen die zwei Weihealtäre für Jupiter und den Genius Loci. Sie wurden bewußt wieder in die Kirche zurückgebracht und dort aufgestellt, da man davon ausging, daß sich an dieser Stelle ursprünglich ein dem Gott Jupiter geweihter Ort befunden hat und die Altäre deswegen hier ihren Platz haben. Eine ungewöhnliche, aber gleichzeitig erfreuliche Einstellung.

Leider ist die Präsentation der Jupiteraltäre sehr dürftig. Sie stehen zwar an prominenter Stelle im Eingangsbereich und auf Knopfdruck kann man auch das Licht in diesem Bereich anschalten, um sie besser betrachten zu können. Allerdings gibt es keinerlei Hinweistafeln oder Informationen über die Geschichte der Steine und den Inhalt der Weiheinschriften. Die Schrift auf dem linken Stein ist stark verwittert, während die Schrift auf dem rechten Stein mit roter Farbe nachgezogen wurde und deswegen besser zu lesen ist. Hier wäre ein kleines Informationsschild oder zumindest ein Flyer, in dem die Übersetzung der Inschriften und die Herkunft der Steine erklärt, sehr wünschenswert und auch eine gute Ergänzung zum direkt um die Ecke gelegenen Römischen Museum, in dem die übrigen Fundstücke und Weihealtäre aus dem Kastell aufbewahrt werden.

Öffnungszeiten und Zugänglichkeit:

Römisches Mauerwerk

Römisches Mauerwerk

Da sich die Fundamente außerhalb des Kirchengebäudes an der Straße befinden, können sie jederzeit besichtigt werden.

Die Jupiteraltäre können nur zu den Öffnungszeiten der Kirche besucht werden. Da es sich um eine katholische Kirche handelt, ist sie meist von morgens bis abends geöffnet (genaue Zeiten sind nicht bekannt, aber wir haben sie tagsüber noch nicht verschlossen vorgefunden). Gottesdienst ist Sonntags um 11 Uhr, so daß man zu dieser Zeit von touristischen Besuchen Abstand nehmen sollte. Ansonsten ist der Bereich während der Öffnungszeiten frei zugänglich und es ist in der Regel außerhalb des Gottesdiensts auch nicht sehr voll.

Eintrittspreise werden nicht erhoben.

Sonstiges:

Fotografieren der Altäre ist erlaubt.

Oft hat man die Kirche ganz für sich allein, inbesondere in dem etwas abseits gelegenen Nebeneingangsbereich, da sich Betende und Kirchenbesucher meist im Hauptschiff aufhalten. So ist man im Seitenbereich meistens ungestört und es stellt kein Problem dar, wenn man ein kurzes Gebet an Jupiter und den Genius Loci richten möchte. Auch ist das Berühren der Steine möglich.

Die Pfarrkirche von Remagen

Die Pfarrkirche von Remagen

Allerdings sollte von aufwendigen Opfergaben, Zeremonien, Räucherungen etc. abgesehen werden, da man sich nach wie vor in einer Kirche aufhält, die zudem in einer ländlichen Region liegt, mit vielen älteren Besuchern, bei denen so etwas zu Irritationen führen würde – schließlich wollen wir die Altäre an ihrer Position erhalten und nicht durch heidnisches Gebaren dafür sorgen, daß sie eines Tages im Fundus eines Museums verschwinden, wo man sie nicht mehr besuchen und berühren kann. Auch sollten die Steine geschont und deshalb nicht mit Kerzenwachs u.ä. bekleckert werden.

Eine Kleinigkeit, wie ein Münze, auf dem Altar abzulegen, ist unproblematisch.

Der Besuch der Kirche sollte idealerweise mit einem Besuch der übrigen römischen Stätten in Remagen verbunden werden. Das Römische Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert, hierbei müssen jedoch die sehr begrenzten Öffnungszeiten beachtet werden (siehe unser Artikel zu diesem Museum).

Auch gibt es in der Stadt eine rekonstruierte Kastellmauer mit einer Infotafel und Auflistung bekannter römischer Bewohner des Kastells, sowie eine Hypokaustenanlage unterhalb des Caracciola-Gedenkzimmers. Dieser Keller ist jedoch nur im Rahmen einer Stadtführung zu besichtigen, da er ansonsten abgeschlossen ist.

Die Stadtführungen, die regelmäßig durch die Touristeninformation angeboten werden, sind ebenfalls sehr empfehlenswert, da Remagen neben der römischen Geschichte auch weitere interessante Touristenattraktionen wie die Stationen der Familie Caracciola, den Apollinariskeller und mittelalterliche Bauten zu bieten hat. Auch das Apollinariskloster und das Brückenmuseum zur Schlacht um Remagen sind sehenswert.

Museen: RömerWelt Rheinbrohl

Die Römerwelt von außen

Die Römerwelt von außen

Anschrift: 

RömerWelt am Caput Limitis, Arienheller 1, 56598 Rheinbrohl.

Anfahrt:

Die Römerwelt liegt rechtsrheinisch zwischen Rheinbrohl und Bad Hönningen im Ortsteil Arienheller in der Nähe des Rheins. Sie ist mit dem Auto über die B42 gut zu erreichen. Besucher aus den linksrheinischen römischen Provinzen können die Autofähre Kripp – Linz oder Bad Breisig – Bad Hönningen nehmen. Das Museum ist gut ausgeschildert.

Es gibt einen eigenen Parkplatz vor der RömerWelt, 2 Parkplätze sind für Behinderte reserviert.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die auf einer leichten Anhöhe liegende Römerwelt nicht unmittelbar zu erreichen. Vom Bahnhof Bad Hönningen aus sind es etwa 1,6 km Fußweg (hier dem Zuweg zum Rheinsteig folgen, einem weißen „R“ auf gelbem Grund“). Von Bahnhof Rheinbrohl aus sind es etwa 2,5 km Fußweg durch den Ortsteil Arienheller.

Man kann auch mit der Buslinie 370 (Linz-Neuwied-Koblenz) bis zur Haltestelle Rheinbrohl-Handwerkskammer fahren. Von dort sind es noch ca. 1 km Fußweg. Dieser Bus fährt in der Woche häufiger, sonntags jedoch nur alle 2 Stunden!

Weiterführende Informationen:

Beschreibung:

Neben "Ausprobieren" kommt auch die Information nicht zu kurz

Neben „Ausprobieren“ kommt auch die Information nicht zu kurz

Die RömerWelt ist ein „Erlebnismuseum“ am Caput Limitis, dem Beginn des Obergermanischen Limes, der rechtsrheinisch am Rhein bei Rheinbrohl beginnt und sich bis zur Donau erstreckt. Das Museum wurde im Jahr 2008 eröffnet und dient gleichzeitig als Limes-Informationszentrum des Landes Rheinland-Pfalz.

Das Konzept dieses Museums sieht vor, daß der Besucher den Alltag und das Leben der Auxiliar-Hilfstruppen und Zivilisten am Limes nicht nur – wie in einem herkömmlichen Museum – betrachtet, sondern selbst erfahren kann. Das heißt, Anfassen und Mitmachen ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht.

Besucher aller Altersklassen sollen hier Wissenswertes über den Alltag, Handel, Handwerk der Soldaten an der Grenze zu Germanien und der zivilen Einheimischen erfahren und „begreifen“, das Museum richtet sich dabei durchaus nicht nur an Kinder.

Sammlung und Aufmachung:

Das Museumsgelände umfasst etwa 6000 Quadratmeter. Es gibt ein großes Hauptgebäude, in dem Themenbereiche rund um den Limes gezeigt werden, wie z.B. der Limes als militärische Grenze oder der Limes als Handelszone. Hierbei umfasst das Museum – im Gegensatz zu „herkömmlichen“ Museen – keine antiken Schaustücke in Vitrinen, sondern Gegenstände des praktischen Lebensalltags der hier stationierten Hilfstruppen und der Einheimischen, die mit ihnen Handel trieben.

Eine Multimedia-Station lädt zu einem römischen Quiz ein

Eine Multimedia-Station lädt zu einem römischen Quiz ein

Alle Gegenstände können berührt und „erlebt“ werden. Zum Beispiel gibt es einen Wagen mit germanischen Handelswaren wie Seife oder blonden Haaren, die im Mittelmeerraum als Perücken für die gehobene Dame sehr begehrt waren. Alle Gegenstände können in die Hand genommen und untersucht werden. Es gibt zum Beispiel auch die Möglichkeit, typische römische Kräuter und Gewürze zu riechen.

Man kann sich auch römische Kleidung anziehen, zum Beispiel die Kleidung einer römischen Frau oder den Helm eines Soldaten. Für scheue Leute ist das Museum sicher nichts, man muß schon Spaß an der Sache haben und am besten geht man dort mit Freunden hin, denn gemeinsam macht es noch mehr Spaß, alles zu untersuchen (und natürlich auch Unsinn anzustellen). Es ist für Erwachsene wie für Kinder gleichermaßen geeignet.

In einem Nebengebäude jenseits des geräumigen Innenhofs, in dem ein Teil des Limes mit Erdwall und Holzmauer rekonstruiert ist, gibt es weitere Räume, in denen ein Mannschaftsquartier (Contubernium für 8 Soldaten) nachgebaut ist, sowie Räume, in dem römisches Handwerk, römische Handarbeit oder römische Spiele aufgebaut sind. Die Spiele können alle gespielt werden, Anleitungen liegen aus.

Der geräumige Innenhof wird als Veranstaltungsplatz genutzt, denn die RömerWelt bietet viele Veranstaltungen und Mitmach-Aktionen an.

Typische germanische Handelswaren können berührt und untersucht werden

Typische germanische Handelswaren können berührt und untersucht werden

Es gibt im Außenbereich auch weitere Informationen zu römischer Küche, Getreidemühle, funktionierende römische Backöfen, die regelmäßig zu Veranstaltungen zum Brotbacken verwendet werden, einen Kräutergarten zum Riechen, und eine Pfahlramme, wie sie zum Brückenbau über den Rhein verwendet wurde und die gemeinsam in Bewegung versetzt werden kann. Als neuste Attraktion kam im Jahr 2015 ein römischer Kran dazu, der zu bestimmten Veranstaltungen auch vorgeführt wird.

Selbst der große Spielplatz für Kinder im Außenbereich hat einen informativen Hintergrund: er hat die Form eines havarierten Schiffes auf dem Rhein und kann erklettert und bespielt werden. Daneben gibt es dort auch einen Wachturm im Mini-Format.

Abgerundet werden die vielen Mitmach-Gegenstände im gesamten Museumsbereich durch fachkundige Informationstafeln, die viel Wissenswertes über den Limes und das Leben am Limes vermitteln, sowie multimediale Stationen.

Öffnungszeiten:

Die RömerWelt ist vom 16. März bis 10. November geöffnet.

Öffnungszeiten Dienstags bis Freitags von 10-17 Uhr, Samstags und Sonntags von 10-18 Uhr. Montags geschlossen.

In der Winterpause ist die Öffnung nach Absprache für Gruppen mit Führung möglich.

Eintrittspreise, Führungen und Veranstaltungen:

Erwachsene zahlen 4,50€. Kinder ab 7 Jahre, Studenten, Senioren 3,50€., mit Behindertenausweis 3€.

Wichtig ist es vor allem, Spaß an der Sache zu haben, dann wird die Römerwelt zu einem echten Erlebnis

Wichtig ist es vor allem, Spaß an der Sache zu haben, dann wird die Römerwelt zu einem echten Erlebnis

Es besteht die Möglichkeit, Saisonkarten zu erwerben (19€ für Erwachsene, 14€ Kinder und ermäßigt).

„Klassische“ Führungen, wie man sie von anderen Museen kennt, gibt es nicht, da das Museum so zugeschnitten ist, daß man es „auf eigene Faust“ erkunden kann. Bei Bedarf können aber Spezialführungen für Gruppen gebucht werden, die dann jeweils auf die Interessengebiete und Altersklasse der Gruppe zugeschnitten sind (diese müssen 5 Tage im voraus angemeldet werden).

Es gibt, dank des Konzeptes als Erlebnismuseum, zahlreiche Sonderveranstaltungen, die das Konzept des „Selber-Erfahrens“ unterstützen und sich an alle Interessengruppen und Altersklassen richten, wie „Limesreiter und Waffentechnik“ mit der Schießvorführung einer römischen Ballista und Darstellungen der Limesreiter im Bogenschießen. Dazu gibt es Backtage, Spanferkelessen, Limeswandertage, Vorträge oder kreative Kräuterküche. Es werden auch mehrstündige Workshops für römisches Bogenschießen angeboten.

Der Höhepunkt des Jahres sind die Römertage, die jedes Jahr im Mai stattfinden und die jeweils unter einem Motto stehen.

Im Jahr 2014 lautet das Motto zum Beispiel: „Die Germanen kommen!“. Hier zeigen die Gruppe „Ars Replika“ (ein Verein für lebendige Archäologie, der auf Germanen des 1. Jahrhunderts spezialisiert ist) und die XXVI Cohorte Rheinbrohl das Leben am Limes: es gibt ein Römerlager, in dem römisches Militärwesen demonstriert wird, ein germanisches Bauern- und Handwerkslager, Alltag, germanische Fischereitechnik und – was eine Besonderheit ist – einen germanische Kultplatz mit Darstellung eines Begräbnisses. Römische und germanische Militärausrüstungen werden einander gegenübergestellt und die Vor- und Nachteile erklärt, es gibt viele Mitmachaktionen wie Blechstanzen oder Backen. Der Schwerpunkt liegt bei der Darstellung, wie am Limesdurchlass Handel getrieben und gefeilscht wurde und wie die Kulturen miteinander in Kontakt kamen. Hierbei wird Wert auf authentische Darstellung und archäologisch fundierte Vermittlung von Information gelegt und nicht auf pseudo-römischen Mummenschanz (wie es zum Beispiel bei Mittelaltermärkten oft der Fall ist, deren Darstellung des Mittelalters eher der Phantasie und Romantik der rollenspielenden Neuzeit entspringen). Neben der Unterhaltung ist deswegen auf jeden Fall auch ein Lerneffekt gegeben!

Bei der regelmäßigen Veranstaltung „offenes Contubernium“ kann das Leben der Soldaten in den Mannschaftsquartieren hautnah miterlebt werden.

Es werden auch mehrtätige Reisen zur Römerwelt im Rahmen der KreativReisen Limes angeboten (Themen: Kräuterküche und Bogenschießen).

Ein weiterer Höhepunkt der Saison ist der alljährliche Limes-Wandertag zu Christi Himmelfahrt, der an der Römerwelt beginnt und entlang des Limes-Lehrpfades sowie eines rekonstruierten Wachturms in den Westerwald führt, von dem aus man eine tolle Sicht bis in die Eifel hat. Ein Quiz für die Teilnehmer lockert den Event auf, ebenso die vielen Stationen auf dem Weg, auf denen man z.B. römisches Essen probieren, Kräuter kennenlernen oder etwas über Köhlerei erfahren kann. Hier ist auch immer die XXVI Cohorte Rheinbrohl vor Ort, die an der Waldhütte beim Limes-Lehrpfad einen Einblick in das römische Auxiliar-Militärwesen gibt. Die Wanderung geht zum Teil kontinuierlich bergauf, ist jedoch nicht sonderlich schwierig zu bewältigen und für die ganze Familie geeignet. Festes Schuhwerk sollte man jedoch anziehen. Den Rückweg zur Römerwelt kann man entweder mit der Pferdekutsche bestreiten oder zu Fuß zurücklaufen. Alle Beteiligten, die für die Unterhaltung an den Stationen sorgen, sind mit großem Spaß und Elan bei der Sache, so daß der Limes-Wandertag eine lohnenswerte Alternative zum üblichen Christi-Himmelfahrt-Böllerwagenspektakel darstellt.

Sonstiges:

Rekonstruktion des Limes im Innenhof

Rekonstruktion des Limes im Innenhof

Es gibt einen Museumsshop, der einige Repliken, Bücher, antike Spielsachen und Tonwaren, römische Mitbringsel und regionale Souvenirs im Angebot hat.

Das Personal in der RömerWelt ist sehr freundlich und läßt einen in Ruhe gewähren, so daß man sich nach Herzenslust dort austoben kann.

Das ganze Museum ist behindertengerecht und für Rollstuhlfahrer geeignet.

Auch Wanderfreunde kommen auf ihre Kosten. Bei der Römerwelt beginnt der 8,4 km lange Römerweltweg, auf dem man den Limes erkunden kann. Hierbei gibt es sowohl Stellen, an denen der Limes im Originalzustand erhalten ist, als auch rekonstruierte Abschnitte. Dazwischen befinden sich Palisadennachbauten, eine Ausgrabungsstelle, Wall- und Grabennachbau und einen begehbaren Holz-Aussichtsturm, von dem aus man gute Sicht bis in die auf der anderen Rheinseite gelegene Eifel hat. Ebenfalls bei der Römerwelt beginnen die Fernwanderwege Westerwald-Steig, Limeswanderweg und Rheinsteig, die sich hier kreuzen.

Ein weiteres sehenswertes Ausflugsziel in der Nähe ist Wachturm Nummer 1, eine Rekonstruktion des ersten Wachturms am Beginn des Limes bei Rheinbrohl.

Fotografieren ist überall erlaubt!

Die Pfahlramme ist durch ihre Größe und Wucht sehr beeindruckend

Die Pfahlramme ist durch ihre Größe und Wucht sehr beeindruckend