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Events und Veranstaltungen: Römer- und Germanentage in Kalkriese an Pfingsten

Römertage Kalkriese 2015Eine der größten Veranstaltungen des Jahres naht mit großen Schritten: Die „Römer- und Germanentage 2015“, die unter dem Motto stehen: „Germanicus kommt!„.

Sie finden vom 24. bis 25. Mai 2015 im Varusschlacht-Museum und Park in Kalkriese im Osnabrücker Land statt.

Am 24. Mai 2015 jährt sich der Geburtstag des römischen Feldherrn Nero Claudius Germanicus, Vater des Caligula, Adoptivsohn des Kaisers Tiberius, Großneffe von Kaiser Augustus, Bruder von Kaiser Claudius, der am 24. Mai 15 v. Chr. geboren wurde.

Germanicus spielte eine wichtige Rolle bei den Feldzügen in Pannonien und zeichnete sich besonders nach der Niederlage in der Varusschlacht im Jahre 9 n.Chr. aus, als er in einer großangelegten Militäroffensive zum Schauplatz der Schlacht zurückkehrte und die Toten bestattete. Im Jahre 14 führte er mit 8 Legionen – einem Drittel der römischen Gesamtstreitkräfte – einen großangelegten Feldzug in Germanien durch, um die unter Arminius vereinten Stämme zu schwächen, wobei er bis zur Weser vordrang.

Germanicus war im römischen Reich sehr beliebt (im Gegensatz zu seinem Adoptivvater, Kaiser Tiberius) und sein Tod im Jahre 17 n. Chr. in Antiochia, wo er möglicherweise einem Giftanschlag des örtlichen Statthalters zum Opfer fiel, löste im Volk große Trauer aus.

Anläßlich des Geburtstages dieses wichtigen Feldherrn wird im Museumspark Kalkriese, dem vermutlichen Schauplatz der Varusschlacht, gebührend gefeiert. Anschaulich wird dargestellt, wie solche Feierlichkeiten in der römischen Antike vonstatten gingen. Hunderte von Darstellern zeigen lebendige Geschichte: römisches Militärrleben mit Kampfformation und Drill, germanische Hinterhalte, friedliches Lagerleben mit Handwerkern, Händlern oder dem Medicus. Römisches Essen und Trinken sowie Kultur fehlen natürlich auch nicht. Gladiatoren sind ebenfalls vor Ort, die bei keiner ordentlichen Großveranstaltung fehlen durften!

Das Programm ist sehr umfangreich und bietet viele Aktionen für Erwachsene und spezielle Mitmach-Aktionen für Kinder.

Er ist der Ehrengast der Veranstaltung: Feldherr Germanicus

Er ist der Ehrengast der Veranstaltung: Feldherr Germanicus

Höhepunkt der Veranstaltung ist die Rückkehr des Germanicus.

In moderierten Kampfszenen wird dargestellt, wie sich die Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen zur Zeit des Germanicus abgespielt haben könnten. Er steht auch im Mittelpunkt vorgestellter römischer Zeremonien wie einer Totenehrung, Kaiserhuldigung und einer römischen Geburtstagszeremonie.

Die beteiligten römischen Gruppen sind unter anderem die Legio I Italica, Legio XV Primigenia (Römerkohorte Niederrhein, die Interessengemeinschaft für römische Militär- und Kulturgeschichte im Rheinland) und die XXI Legio Rapax.

Im Germanenlager finden sich unter anderem der Verein Ars Replica (Verein für experimentelle Archäologie, der auf germanisches Alltagsleben im 1. Jahrhundert n.Chr. spezialisiert ist) und die ASK Alamannen (alamannisch-suebische Kulturdarstellung auf der Grundlage archäologischer und historischer Forschung).

Das komplette Programm, samt Geländeplan und Fahrplan des Shuttle-Service, steht hier als Flyer zum Download bereit (PDF).

Da es sich um eine sehr große Veranstaltung handelt, gibt es einen kostenlosen Park & Ride-Service mit Busshuttle zum etwas abseits gelegenen Museumspark. Shuttle-Busse verkehren auch regelmäßig aus Bramsche und Osnabrück.

Die Römer- und Germanentage finden an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr statt.

Es gibt auch Übernachtungs-Kombiangebote, die auf der Website des Varusschlacht-Museums einsehbar sind. Dort sind auch Vorverkaufsstellen für die Eintrittskarten aufgelistet.

Der Eintritt beträgt für Erwachsene 12,50 €, ermäßigt 9 €. Eine Familienkarte (2 Erwachsene + Kinder) kostet 30 €. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt.

Nun bleibt uns nur noch, kräftig zu opfern – das gilt für uns Römer wie für Euch Germanen! -, damit all unsere Wettergötter uns an diesem Pfingstwochenende gewogen sind 🙂

Museen: Musée municipal Dudelange (LU)

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Das Stadtmuseum von Dudelange

Anschrift:

25, Rue Dominique Lang, 3505 Dudelange, Luxembourg

Anfahrt:

Die luxemburgische Industrie- und Eisenverhüttungsstadt Dudelange liegt im Kanton Esch-sur-Alzette im Süden Luxemburgs unmittelbar an der Grenze zu Frankreich. Sie ist über die Autobahnen A13 und A3 direkt erreichbar.

Das Museum befindet sich im Innenstadtbereich an der Hauptstraße, neben einem kleinen Park und in der Nähe der Hauptgeschäftsstraße. Parkmöglichkeiten sind, wie in Innenstädten üblich, an den verschiedenen öffentlichen Parkplätzen oder in Seitenstraßen möglich. Wir hatten keine Probleme, Parklücken in der Nähe des Museums zu finden.

Dudelange-ville verfügt auch über einen Bahnhof, der von Zügen aus dem benachbarten französischen Volmerange-les-Mines, aus Bettembourg und Luxemburg-Stadt angefahren wird. Das Museum ist vom Bahnhof aus zu Fuß erreichbar.

Sammlung:

Keltische Funde aus der Bronze- und Eisenzeit neben gallo-römischen Funden

Keltische Funde aus der Bronze- und Eisenzeit neben gallo-römischen Funden

Heute stellen wir Euch kein gewöhnlichliches Museum vor! Denn das Städtische Museum Dudelange ist eher ein etwas bizarrer Insidertipp. Wenn man sich für merkwürdige Orte begeistern kann, lohnt sich der Abstecher zu diesem kleinen Museum, wenn man im Süden Luxemburgs unterwegs ist. Das ist keinesfalls despektierlich gemeint; der Ort hat seinen ganz eigenen Charme.

Das Museum befindet sich in einer ehemaligen Villa, die über und über mit Efeu bewachsen ist. Es beherbergt archäologische, historische, aber auch geologische und paläontologische Funde aus der Region. Die archäologischen Ausstellungsstücke stammen überwiegend aus einer Grabung von 1970 auf dem Gelände der Burg auf dem Mont St Jean, die von den „Amis de l’Histoire et du Mont Saint-Jean“ durchgeführt wurde.

Dabei stellte man bei Grabungen auf dem mittelalterlichen Burggelände oberhalb der Stadt fest, daß diesen Gebäuden eine gallo-römische Besiedlung vorausging. Und ebenso wild, wie die mittelalterlichen Legenden, die sich um die Burg und den Berg ranken (wie die Jungfrau vom Johannisberg, die – als Schlange verzaubert – alle sieben Jahre auf ihren Retter wartet) ist die Präsentation der Funde in dem Museum.

Der Viergötterstein, Sockel einer Jupitergigantensäule

Der Viergötterstein, Sockel einer Jupitergigantensäule

Schon in den 70er Jahren war man im Ort der Ansicht, daß das Fundmaterial aus der Umgebung dem Publikum präsentiert werden müßte, da die Grabungen schließlich aus öffentlichen Geldern finanziert worden war. Zuerst führte man kleinere Ausstellungen durch, bis man zu dem Entschluß kam, die Funde im Erdgeschoß des Stadthauses der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich zu machen. Es begann im Jahr 1976 mit zwei Vitrinen, die nach und nach auf acht Vitrinen erweitert wurden.

Schließlich erwarb die Stadt im Rahmen der Neugestaltung eines Wohnviertels im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus die frühere Dienstvilla des Hüttendirektoren von Arbed-Düdelingen, die nach umfangreichen Renovierungen im Jahr 1982 als neues Stadtmuseum eröffnet wurde. Das Museum enthielt nun drei Abteilungen: die historische Abteilung im Erdgeschoß, ein Rückblick auf 100 Jahre Eisenhütte sowie eine Fotogalerie „Nei Liicht“ im Obergeschoß (die zur Zeit unseres letzten Besuchs im Sommer 2014 allerdings gerade geschlossen war und umgebaut wurde).

Die historische Abteilung nimmt das Erdgeschoß der Villa ein. Sie wird dominiert von den Funden der Grabung sowie von zahlreichen Fossilien, die aus der Umgebung der Stadt stammen und von Bauarbeiten in den Industriezonen und beim Autobahnbau gefunden wurde. Zu erwähnen vor allem Funde aus dem Jurameer, wie sehr schön präparierte und gut erhaltene Nautiliden, Ammoniten, Brachiopoden, sogar einige Fischsaurier.

Die Fossilien aus dem Jurameer sind sehr gut erhalten

Die Fossilien aus dem Jurameer sind sehr gut erhalten

Die Abteilung für Vor- und Frühgeschichte beginnt bei den ersten Siedlungsspuren im Raum Dudelange in Form eines 40.000 Jahre alten Faustkeils, Steinwerkzeugen aus der Jungsteinzeit und vielen Funden aus der keltischen Besiedlung der Region in der Bronzezeit und La Tène-Kultur, wie ein Fibelfragment, Schaber, Bohrer, Klingen und eine geschliffene hache-marteau, die durchbohrt ist.

Die gallo-römische Epoche wird dargestellt durch Funde aus dem 4. Jahrhundert, unter andrem Haarnadeln aus Bein, Spinnwirteln, Fingerhut, Töpferware, Münzen, Keramik, Gürtelverzierungen und eine Zwiebelknopffibel, die die römische Militärpräsenz in der Region belegt.

Auch ein Viergötterstein als Fuß einer Jupiter-Gigantensäule gehört zu den römischen Funden. Er zeigt, was typisch für den ostgallischen Raum ist, auf vier Seiten des Sockels Jupiter, Juno, Minerva und Herkules. Die für den römisch-keltischen Raum typische Säule, die auf ihrer Spitze den Kampf Jupiters gegen die Giganten zeigt, ist leider nicht erhalten. Auch der Viergötterstein, der aus Sandstein besteht, ist stark verwittert.

Saal 3 enthält schließlich den größten Teil der Sammlung, der das Leben auf der Burg im Spätmittelalter bis zur Renaissancezeit zeigt.

Präsentation und Räumlichkeiten

Bis jetzt klingt das alles noch nicht ungewöhnlich – ist es aber, wenn man die üblichen Stadtmuseen in Deutschland zum Vergleich heranzieht.

Allein im Museum

Allein im Museum

Denn in der Villa, die am Nachmittag für drei Stunden geöffnet hat, sucht man eine Kasse, eine Aufsicht, einen Shop, eine Cafeteria oder auch nur einen Empfangstisch mit einem daran sitzenden Angestellten oder Ehrenamtlichen vergebens. Ungewöhnlich für deutsche Besucher ist es, die Villa einfach durch die offene Eingangstür zu betreten und dann frei und vollkommenen alleine in den Räumen herumzulaufen. Zum Teil muß man sich selbst das Licht einschalten oder die Rolläden hochziehen.

Als wir das erste Mal dort waren, fragten wir uns die ganze Zeit, ob wir etwas verpaßt hatten – ob die Villa vielleicht nur versehentlich offenstand und ob das Personal, das doch sicher die Ausstellungsstücke dort bewachen sollte, nur gerade in einer Besprechung war oder sich in einer Pause befand. Wir fühlten uns fast wie Einbrecher, als wir durch die Räume gingen, das Licht anschalteten und alles frei erkundeten.

Ein kleines Stadtmuseum, das Spaß macht

Ein kleines Stadtmuseum, das Spaß macht

Auf einer Fensterbank im Fossilienraum liegen schwarz-weiße kopierte Broschüren in mehreren Sprachen (Französisch, Deutsch, Englisch), die die Geschichte und Sammlung des Museums erläutern und die einfach mitgenommen werden können.

Das Erdgeschoß besteht nur aus drei Räumen und einem Flur mit Treppenhaus, die Gegenstände befinden sich in Vitrinen oder auf den Fensterbänken, an den Wänden hängen Bilder und Fotos, sowie einige erläuternde Schilder. Eine klare thematische Trennung ist nicht zu erkennen; Römisches und Keltisches findet sich im gleichen Raum wie Fossilien, die Jupitersäule ist im Flur ausgestellt. Es gibt auch eine Kanone samt Kanonenkugeln.

Anders, als man es in Deutschland erwarten würde, lädt dieses Museum – obwohl es offensteht und nicht bewacht wird und sich zudem in einer Industriestadt samt sozialem Brennpunkt befindet – niemanden zu Mißbrauch oder Vandalismus ein. Ganz im Gegenteil scheint das Stadtmuseum respektiert zu werden, es ist sauber und gepflegt.

Die Erläuterung des Viergöttersteins

Die Erläuterung des Viergöttersteins

Der erste Stock mit dem Industriemuseum wurde gerade renoviert, als wir zuletzt dort waren. Wir stiegen die Treppe hoch, um zu sehen, was sich oben befindet und landeten in einer Baustelle, wo uns ein Bauarbeiter, der gerade eine Pause machte, freundlich in der dortigen Lokalsprache auf Französisch begrüßte.

Auch die Beschriftung der Ausstellungsstücke ist nicht einheitlich; meist sind die Schilder auf Französisch oder beinhalten nur die lateinischen Namen der Fossilien. Die Jupitergigantensäule wird jedoch auf Deutsch in einer vergilbtem, mit Schreibmaschine geschriebenen Collage erläutert, die offenbar noch aus der Zeit der Grabung (den frühen 70er Jahren) stammt.

Man kann sich völlig frei in der Villa und der Sammlung bewegen, Fotos machen und wenn man mit seinem Besuch fertig ist, verläßt man die Villa und zieht einfach die Tür hinter sich zu. Eine ziemlich luxemburgisch-entspannte Erfahrung.

Öffnungszeiten, Eintritt, Führungen:

Das Museum ist mittwochs bis sonntags von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Französischsprachige Führungen werden nach telefonischer Vereinbarung angeboten (Telefon: 516121-1). Ob auch Führungen in anderen Sprachen möglich sind, wissen wir leider nicht.

Sonstiges:

In der Villa

In der Villa

Fotografieren ist uneingeschränkt möglich.

Ein Besuch des Museums läßt sich gut mit gallo-römischen Ausflugszielen in der Region kombinieren, zum Beispiel mit dem „Palast“ von Helmsange, dem Grabtempel in Bech-Kleinmacher, dem Winzergrabmal von Remerschen oder dem Cerunincus-Waldtempel von Steinsel.

Dudelange selber ist eine Industriestadt, die nicht gerade zu den schönsten Flecken des Landes gehört. Dort gibt es auch ein Kriegsmuseum (Musée des enrôlés de force), das die Zeit im Süden Luxemburgs während des 2. Weltkriegs dokumentiert. Es ist, im Gegensatz zum Stadtmuseum, jedoch nur morgens geöffnet.

Weiterführende Informationen:

Veranstaltungstipp: Römertage Villa Borg am 2. und 3. August 2014

Die rekonstruierte Villa Borg

Die rekonstruierte Villa Borg

Das nächste römische Ereignis dieses Sommers steht bevor: die XVII. Römertage in der Villa Borg!

Die Villa Borg ist ein rekonstruierter römischer Gutshof, samt zweistöckigem Herrenhaus, Anbau und weitläufiger Gartenanlage.

Sie liegt im Land der Gallier, sprich: im Dreiländereckdirekt im Saarland, direkt an der luxemburgischen Grenze bei Schengen sowie an der Grenze zu Frankreich.

Das Veranstaltungsgelände mit der tollen Kulisse sorgt für eine stimmungsvolle römische Atmosphäre und ist unser absoluter Tipp des Monats für den August!

Aufmarsch der Legion (Römerfest 2013)

Aufmarsch der Legion (Römerfest 2013)

Wie auch schon in den Jahren zuvor, sind wieder einige römische Legionen vor Ort (unter anderem die auch vom Römerfest Mayen bekannten Legio XXII Primigenia Milites Bedenses aus Bitburg), die militärisches Alltagsleben, Exerzieren und Ausrüstung demonstrieren. Dabei stehen die gut informierten und auskunftsfreudigen Mitglieder dieser Gruppen gerne für Fragen aller Art zur Verfügung.

Auch das zivile Leben wird demonstriert und die Besucher bekommen einen Einblick in Handwerk, Kult, römische Kleidung, Lebensart oder Kochen.

Das Villengelände ist sehr weitläufig und bietet Platz für viele Handwerker, die ihre antiken Handwerkstechniken demonstrieren, zum Beispiel Goldschmieden, Steinschneiden, Schustern, Bronze- und Wachstafelgießen, Kochen, Backen, Frisieren, Mosaiklegen und Töpfern. Außerdem befinden sich dort auch zahlreiche Händler, die alles anbieten, was der römische Cultor benötigt. Vor allem gute Repliken sind hier zu fairen Preisen erhältlich.

Das Villenbad ist sehr stimmungsvoll

Das Villenbad ist sehr stimmungsvoll

Auch gibt es zur Stärkung römische Speisen nach Apicius und Getränke.

Neben Militär- und Zivilleben gibt es bei den Römertagen in der Villa Borg auch Gladiatorenkämpfe der Gruppe Familia Gladiatoria Pannonica sowie Reitervorführungen der Gruppe Eporedos, die besonders auf die authentische Darstellung der gallischen Reiterei spezialisiert ist.

Im Rahmen der Veranstaltungen werden auch kostenlose Führungen durch die Villa angeboten. Denn auch das Innere des Gebäudes, das auf den originalen Fundamenten errichtet wurde, ist sehenswert. Hierbei sind vor allem die authentisch rekonstruierten Bäder, die Küche, die Vorratsräume und der Wohnbereich zu nennen. Außerdem gibt es im Inneren einen Museumsteil, der über die Geschichte der Villa Borg und der Region informiert, sowie einen römischen Kräutergarten. Wenn man Glück hat, hat man auch Gelegenheit, an einer „Führung der etwas anderen Art“ durch den Haussklaven Jatros teilnehmen zu können.

Keltische Reiterei auf dem Römerfest 2013

Keltische Reiterei auf dem Römerfest 2013

Bei Kindern sehr beliebt sind die Esel der Familie Marson, mit denen man zum Gelände reiten kann. Sie sind sehr zutraulich.

Der Eintritt für Erwachsene kostet 6€. Es gibt die Möglichkeit, eine Familienkarte für 12€ zu erwerben.

Kostenlose Parkplätze sind vor dem Villengelände ausreichend vorhanden. Die Veranstaltung findet jeweils von 11 – 18 Uhr statt.

Mehr Informationen gibt es auf der Website der Villa Borg.

Der offizielle Flyer zur Veranstaltung steht hier zum Download bereit.

Für Informationen rund um den Archäologiepark Villa Borg empfehlen wir auch unseren Artikel!

Museen: Rheinisches Landesmuseum Trier

 

Das Rheinische Landesmuseum Trier

Das Rheinische Landesmuseum Trier

Anschrift:

Weimarer Allee 1, 54290 Trier

Anfahrt:

Das Museum liegt zentral in der Trierer Innenstadt. Es hat keinen eigenen Parkplatz, deshalb empfiehlt es sich, das Auto in einem der Trierer Parkhäuser in der Innenstadt abzustellen und zu Fuß zum Museum zu gehen. Das nächste Parkhaus ist „Ostallee / Alleencenter“ in der Nähe des Hauptbahnhofs.

Das Museum liegt schräg hinter dem Dom, der Konstantinbasilika und dem Kurfürstlichen Schloß. Es kann von der Trierer Innenstadt aus zu Fuß durch den Schloßpark erreicht werden. Es ist in der Innenstadt gut ausgeschildert, wie im übrigen alle Trierer Sehenswürdigkeiten.

Bei Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfiehlt es sich, bis Trier Hauptbahnhof zu fahren und dann zu Fuß der Ausschilderung durch die Fußgängerzone zu folgen. Ansonsten kann man auch mit einem Bus bis zur Konstantinbasilika fahren und von dort das Museum durch den dahinterliegenden Schloßpark erreichen.

Ein kostenloser Stadtplan mit allen Sehenswürdigkeiten ist in der Touristeninformation an der Porta Nigra erhältlich. Dort erteilt man auch gerne Auskunft und gibt Wegbeschreibungen.

Sammlung und Präsentation:

Die Gräberstraße erstreckt sich über einen langen Gang

Die Gräberstraße erstreckt sich über einen langen Gang

Das Rheinische Landesmuseum Trier gilt als eines der wichtigsten archäologischen Museen in Deutschland. Es zeigt 200.000 Jahre Siedlungsgeschichte und kulturelle Entwicklung in Moselraum und Eifel.

Dabei wartet es mit einigen Superlativen auf, wie der größten Mosaikensammlung nördlich der Alpen, riesigen römischen Grabmonumenten (wie dem berühmten Schiff aus Neumagen), die entlang der Zufahrtsstraße in die römische Kaiserstadt Augusta Treverorum (Trier) aufgestellt waren, und dem größten römischen Goldmünzenschatz der Welt.

Der Schwerpunkt der als Rundgang durch die Jahrtausende konzipierten Dauerausstellung liegt auf der Geschichte der Region um Trier seit der Steinzeit und behandelt die ersten Siedlungen, die keltische Besiedlung samt keltischen Prunkgräbern, die Römerzeit, die Franken und die Neuzeit bis zum 18. Jahrhundert, als die Kurfürsten über die Stadt herrschten.

Da Trier als die älteste Stadt Deutschlands gilt, die zur römischen Zeit als „Roma secunda“ die zweitgrößte Stadt nach Rom war, nehmen die Zeugnisse der römischen Geschichte Triers natürlich den meisten Raum ein. Hier zeigt das Museum einige ausgesprochen gut erhaltene Stücke, wie die beeindruckenden Grabdenkmäler, auf denen teilweise noch Farbreste zu sehen sind, denn – wie es römischer Geschmack und Brauch war -, waren auch sie, wie römische Statuen und Weihesteine, knallbunt angemalt.

Die Sammlung ist gut strukturiert und der Besucher wird chronologisch durch die Epochen geführt. Dabei sind die Fundstücke sehr gut präsentiert und beschriftet (allerdings nur auf Deutsch!).

Ein Audio-Guide liefert interessante Zusatzinformationen

Ein Audio-Guide liefert interessante Zusatzinformationen

Wie auch im Rheinischen Landesmuseum Bonn, kann man sich kostenlos einen Audio-Guide an der Kasse gegen Hinterlegung eines Pfandes (Personalausweis o.ä.) ausleihen. Zu den wichtigsten Fundstücken oder Themenkomplexen sind Zusatzinformationen über diesen Audio-Guide abrufbar (es gibt, im Gegensatz zu Bonn, allerdings keine Filme im Audio-Guide und keine Erklärungen in Gebärdensprache). Der Guide ist auf jeden Fall empfehlenswert!

Sonderausstellungen sind ebenfalls sehr sehenswert präsentiert. Wir schauten uns im Frühjahr 2014 die Ausstellung „Ein Traum von Rom – Römisches Stadtleben in Südwestdeutschland“ an, deren Fundstücke vor roter Kulisse präsentiert wurden. Daneben gab es die Nachbildung einer römischen Geschäftsstraße mit Porticus. Die Sonderausstellungen sind gut konzipiert und die Präsentation der Ausstellungsstücke ist vorbildlich.

Auch die riesigen römischen Mosaike sind durchdacht in Szene gesetzt, sie können entweder von ganz nah betrachtet werden, um die Details zu bestaunen, oder auch von einem Balkon herab, der einen guten Gesamtüberblick über die Bilder erlaubt.

Für das Museum muß man auf jeden Fall viel Zeit mitbringen, selbst wenn man sich nur auf keltische und römische Epochen beschränkt und die anderen Abteilungen im „Schnellverfahren“ durchwandert, kann man dort durchaus einen Tag verbringen. Aufgrund der schieren Größe des römischen Triers und seiner Bedeutung als Kaiserstadt, sowie der Nähe zur in römischer Zeit dicht besiedelten Mosel gibt es so viele gut erhaltene Funde, daß sich hier ein ausgesprochen guter Eindruck vom Leben zur römischen Zeit im Raum Eifel-Mosel ergibt.

Öffnungszeiten:

Dienstags bis Sonntags von 10 – 17 Uhr. Montags geschlossen.

Der Saal mit den römischen Grabmonumenten ist durch das mediale Raumtheater „Im Reich der Schatten“ täglich von 11.30-12.30 Uhr und 14.30-15.15 Uhr nicht zugänglich.

An allen Feiertagen außer Rosenmontag bis Aschermittwoch, Weihnachten (23.-26.12.) und 1. Januar geöffnet.

Eintrittspreise:

Die größte Mosaikensammlung nördlich der Alpen

Die größte Mosaikensammlung nördlich der Alpen

Erwachsene: 6€, Ermäßigt (Studenten, Auszubildende, Wehr-/Zivildienstleistende, Rentner, Arbeitslose, Schwerbehinderte): 4€, Kinder und Jugendliche: 3€.

Es gibt die Möglichkeit, günstigere Familienkarten, Gruppenkarten und Jahreskarten zu erwerben.

Außerdem empfiehlt es sich, bei einem Besuch in Trier die Antiken Card Trier zu kaufen, die an jeder römischen Sehenswürdigkeit erhältlich ist. In der Basisversion (9€) ist der Eintritt in das Landesmuseum sowie 2 römische Sehenswürdigkeiten nach Wahl enthalten. Die Premium Card (14€) beinhaltet den Eintritt in das Landesmuseum, alle vier Römerbauten, die römische Villa Otrang und die Klause Kastel. Außerdem erhalten Inhaber der Card Ermäßigung auf diverse Veranstaltungen und Eintrittspreise, wie in das „Reich der Schatten“ im Landesmuseum, ins Stadtmuseum, ins Dom- und Diözesanmuseum und zu Toga- und Erlebnisführungen. Die Karte ist ein Kalenderjahr gültig und muß deshalb nicht an einem Tag „abgearbeitet“ werden!

Führungen und Veranstaltungen:

Das Landesmuseum wartet mit einem umfangreichen Rahmenprogramm auf. Regelmäßig finden Vorträge und Podiumsdiskussionen statt, vor allem im Rahmen der Sonderausstellungen. Es gibt auch Musikkonzerte im Museum, die meist Benefizkonzerte sind.

Trier bietet große und spektakuläre römische Funde aus der Region

Trier bietet große und spektakuläre römische Funde aus der Region

Es finden regelmäßig öffentliche Führungen statt, deren Termine der offiziellen Website zu entnehmen sind. Darüber hinaus ist es für Gruppen möglich, Spezialführungen (auch in anderen Sprachen) zu buchen, die sich wahlweise mit der römischen Antike in Augusta Treverorum, oder der Steinzeit bis zur Zeit der Kurfürsten befassen.

Es gibt auch Veranstaltungen und Führungen speziell für Kinder.

Ein absoluter Geheimtipp, den wir Euch wärmstens ans Herz legen wollen, ist die Teilnahme am multimedialen szenischen Raumtheater „Im Reich der Schatten“, das täglich um 11:30 Uhr und 14:30 Uhr stattfindet. Im Rahmen dieser Vorführung wird die Gräberstraße, die sich in einer eigenen langen, hohen Halle befindet, als Bühne und Kulisse für meterhohe Bildprojektionen und Musik genutzt (sie ist während der Vorführung nicht öffentlich zugänglich).

Die Geschichte beginnt am Grabstein des trauernden Geschäftsmannes Gaius Albinius Asper, der seiner verstorbenen Frau ein Monument errichtet hat. Er verwindet ihren Tod nicht und trifft auf den Gott Merkur, der ihn daraufhin mit in die Unterwelt nimmt, die Sterblichen normalerweise nicht zugänglich ist. Hierbei erfährt der Besucher einiges aus dem Leben im antiken Trier und über römische Götter und Jenseitsvorstellungen.

Mit Beamern, die sich an den Wänden befinden, so wie mit Lautsprechern, wird die Geschichte erzählt. Die Sprecher sind sehr gut, da es sich um bekannte Schauspieler handelt, und die Inszenierung läßt einen wirklich mit offenem Mund dastehen. Denn während man sich mit den anderen Teilnehmern von einem Grabstein zum nächsten begibt, wird um einen herum die Gräberstraße durch wirklich genial gemachte Projektionen lebendig. Die Grabmonumente, die teils bis zur hohen Decke reichen, erscheinen in voller Farbpracht und die dargestellten Szenen beginnen sich zu bewegen, die Figuren reden und erzählen aus ihrem Leben. Das sieht verblüffend echt aus.

Dazu gibt es großflächige Projektionen an den gesamten Wänden, quer über die Grabsteine hinweg, dramatische Szenen wie ein Wagenrennen, eine Jagdszene, Wesen unter Wasser und, als Höhepunkt, das Schiff von Neumagen. Dieses gut erhaltene Grabmonument war der Grabstein eines reichen Weinhändlers und stellt ein Weinschiff auf der Mosel dar, das von mehreren Männern gerudert wird. Dieses Schiff erwacht zum Leben, gerät in einen Sturm und schließlich fährt eine große Flotte aus etlichen dieser Schiffe über die Wände und um einen herum durch tosende Wellen. Die Illusion ist wirklich perfekt, zumal die Szenen von einer sehr gelungenen und dramatischen Musik untermalt werden. Man weiß stellenweise kaum, wohin man zuerst schauen soll.

Es gibt auch viele sehr gut erhaltene Statuen und Kleinfunde (hier: Apollo und Sirona aus einem Quellheiligtum im Hunsrück)

Es gibt auch viele sehr gut erhaltene Statuen und Kleinfunde (hier: Apollo und Sirona aus einem Quellheiligtum im Hunsrück)

Das Spektakel dauert ca. eine Dreiviertelstunde und man ist danach wie erschlagen von den Sinneseindrücken, den animierten Grabsteinen, den Szenen und den großflächigen bewegten Bildern. Diese Veranstaltung sollte man sich, wenn man im Museum ist, auf keinen Fall entgehen lassen! Sie muß an der Kasse beim Kauf der Eintrittskarte mitgebucht werden. Inhaber der AntikenCard erhalten Ermäßigung. Das „Reich der Schatten“ ist den zusätzlichen Eintritt aber auf jeden Fall wert, denn eine solche Inszenierung auf originalen römischen Grabdenkmälern sieht man sicherlich nicht jeden Tag!

Sonstiges:

Obwohl sich am Eingang ein durchgestrichenes Kamerasymbol befindet, ist man in Sachen Fotografieren tolerant. Ich hatte keine Probleme damit, mit einer dicken Canon-Kamera um den Hals in die Ausstellung zu gehen und konnte alles in Ruhe fotografieren, was ich wollte (natürlich ohne Blitz und Stativ).

Im Eingangsbereich befindet sich ein Museumsshop, in dem es vor allem Bücher gibt. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf der Antike, vor allem bei großformatigen Bildbänden. Sehr empfehlenswert ist der Begleitband „Ein Traum von Rom: Stadtleben im römischen Deutschland“, der vom Rheinischen Landesmuseum selbst herausgegeben wurde und hier erhältlich ist, da er sehr gute und fundierte Beiträge und tiefgehende Hintergrundinformationen bietet.

Daneben gibt es die üblichen römischen Devotionalien und Souvenirs für Erwachsene und Kinder, Trier-Andenken und auch einige Repliken römischer Reliefs und Figuren.

Weiterführende Informationen:

Video zum „Reich der Schatten“ (es wird dem Originaleindruck, wenn man mittendrin steht, natürlich nicht gerecht 😉 )

Museen: Römisches Museum Remagen

Das Römische Museum liegt in einer gotischen Kapelle aus dem 15. Jahrhundert

Das Römische Museum liegt in einer gotischen Kapelle aus dem 15. Jahrhundert

Anschrift:

Römisches Museum, Kirchstraße 9, 53424 Remagen.

Anfahrt:

Das Römische Museum liegt inmitten der historischen Altstadt von Remagen (Rheinland) in einer Kapelle aus dem 15. Jahrhundert. Es ist vom zentralen Marktplatz in zwei Minuten zu Fuß zu erreichen.

Remagen am Rhein liegt an der B9 (zwischen Bonn und Koblenz). Parkmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden, wir empfehlen das (für 2 Stunden kostenfreie) Parken am Rheinufer oder den großen (kostenpflichtigen) Park & Ride-Parkplatz an der B9 hinter dem Bahnhof, wenn man sich länger im Ort aufhalten möchte. Es gibt noch mehr Parkplätze im Ort, die alle gut ausgeschildert sind.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Remagen sehr gut erreichbar, da es sich auf der Haupt-Nord-Südachse zwischen Mainz / Koblenz / Bonn / Köln befindet und von zahlreichen Zügen angefahren wird. Hier halten unter anderem der Rhein-Express zwischen Emmerich und Koblenz, die Mittelrheinbahn zwischen Mainz und Köln, sowie die Regionalbahn zwischen Koblenz und Wuppertal und die Ahrtalbahn von Bonn nach Ahrbrück. Auch Intercities halten in Remagen, so daß man zu allen Tageszeiten bis spät abends gut dorthin (und wieder fort) gelangt.

Es gibt auch mehrere Buslinien, die Remagen anfahren, diese fahren jedoch große Umwege über die umliegenden Dörfer an Rhein und in der Eifel, so daß wir die Anreise mit dem Zug empfehlen.

Das Museum ist im Ort gut ausgeschildert mit braunen Wegweisern „Römisches Museum“.

Hintergrundinformationen:

Rekonstruktion des Kastells Rigomagus

Rekonstruktion des Kastells Rigomagus

Remagen (Rigomagus) war ein römisches Hilfstruppenkastell am Rhein in Niedergermanien (Germania inferior), das um 43 n.Chr. gegründet wurde, als mit dem Eroberungszug in Britannien die Rheinverteidigung umverteilt wurde.

Das Kastell beherbergte eine cohors equitata, eine etwa 500 Mann starke Einheit aus Infanterie und Kavallerie, deren Truppen aus den römischen Provinzen Pannonien, Spanien und Thrakien stammten. Es wurde im Jahr 69 n.Chr während des Bataveraufstandes zerstört, aber wieder aufgebaut.

Das Kastell wurde im Laufe der Zeit immer stärker befestigt, bis es im 3. Jahrhundert zu einer Festung ausgebaut war, die so massiv war, daß sie dem Germaneneinfall im Jahre 355 n.Chr.  standhielt.

In Remagen wurden immer wieder zahlreiche römische Funde gemacht, die seit dem 19. Jahrhundert ausgestellt wurden, zuerst im Ratssaal. Da ab dem Jahr 1900 bei systematischen Grabungen so viele Funde zutage gefördert wurden, entschied man sich schließlich, ein Museum einzurichten, für das man die alte gotische Kapelle im Stadtzentrum auswählte. Während der Renovierungsarbeiten entdeckte man unterhalb der Kapelle Säulenreste, die zum ehemaligen Eingang des Stabsgebäudes des römischen Kastells gehörten, der Principia. Sie wurden freigelegt und an Ort und Stelle in das Museum integriert.

Überall im Stadtgebiet sind Reste des römischen Kastells und der dazugehörigen Siedlung zu finden wie Hausfundamente, Heizungsanlagen, Wasserleitungen, Gräberfelder und Gebrauchsgegenstände, Inschriften und Graffiti, Weihetafeln, Grabbeigaben, Münzen, Tintenfässer und Federn aus Metall. Viele der römischen Kleinfunde enthalten wertvolle Informationen für die Forschung, vor allem die Inschriften, die in Remagen gefunden wurden.

Viele Kleinfunde geben Aufschluß über das Alltagsleben in Niedergermanien

Viele Kleinfunde geben Aufschluß über das Alltagsleben in Niedergermanien

Zu den interessantesten Funden gehört eine Handschrift in römischer Kursive, die auf den noch feuchten Boden eines Krugs aus Ton geschrieben wurde: „Quisquis amat / pueros sene / finem puellas / rationem sacli / no refert!“ („Wer Knaben liebt und Mädchen ohne End, mit dessen Beutel geht es bald zu End“. Handgeschriebene Graffitis in der schwer zu lesenden römischen Handschrift sind ansonsten vor allem aus Pompeji bekannt.

Durch den Kampf um die Brücke von Remagen im 2. Weltkrieg ging jedoch 80% der Sammlung verloren und viele Stücke wurden stark beschädigt.

Im Jahr 1989 wurde das Museum neu eröffnet.

Beschreibung:

Das Museum befindet sich in der gotischen Kapelle St. Magdalena der ehemaligen Abtei Knechtstetten aus dem 15. Jahrhundert. Es ist zwar ein sehr kleines Museum, das ehrenamtlich betreut wird, dafür zeigt es ausschließlich Funde aus Remagen selbst. Die Lokalität in der alten gotischen Kapelle ist sehr schön gewählt, auch durch den Kontrast der alten Kirchenarchitektur mit den römischen Funden.

Die Funde sind mit ihrem Herkunftsort (Straßennamen!) ausgestellt. Bei einigen Steinen handelt es sich um Repliken, da die Originale im Krieg zerstört wurden und die Repliken nach Fotos angefertigt wurden, andere sind original erhalten.

Auf der Empore

Auf der Empore

Die Fundstücke sind thematisch gruppiert. Im Erdgeschoß befinden sich Funde zu den Themen „Forschungsgeschichte“, „Götterwelt der Römer“, „Römische Soldaten am Rhein“, „Alltagsleben in Niedergermanien“. Auf der Empore befinden sich Vitirinen mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs, wie Münzen, Schmuck, Glas und Terra Sigillata-Gefäße, Waffen und Keramik, sowie die Reste einer Wasserleitung und Hypokausten einer Heizungsanlage. Auch ist die Sicht von der Empore hinunter in den gotischen Kirchraum sehenswert.

Im Keller befinden sich in der Mitte die Säulenfundamente sowie mehrere Vitrinen zum römischen Totenkult, die schön aufgemacht sind und verschiedenen Brandgräber samt Grabbeigaben zeigen, um verschiedene Aspekte des Totenkultes zu beleuchten.

Die Brücke zur fränkischen Herrschaft, die ab dem 5. Jahrhundert das Rheinland regierte, bildet ein fränkisches Männergrab samt Skelett und Grabbeigaben in einem Baum-Sarkophag.

Blick von der Empore

Blick von der Empore

Im Eingangsbereich im Erdgeschoß ist zudem ein Porticus, d.h. ein säulengetragener, überdachter Gang nachgebaut, wie er auf den Bürgersteigen und vor den Eingangstüren der Häuser und Geschäfte überall im römischen Reich verbreitet war. Ein im römischen Stil angemalter Raum mit einer Figur, die einheimische Tracht zeigt, sowie einer römischen Babyschaukel, vervollständigen die Ausstellung.

Zwar ist das Museum sehr klein, aber dennoch unbedingt sehenswert, da es sich sehr lokal mit dem Leben in einem Hilfskastell am Rhein befaßt und ausschließlich Funde aus dem Ort zeigt. Es wird mit Sorgfalt gepflegt und betreut. Zusammen mit dem ungewöhnlichen Ort in der Kapelle ist es ein Geheimtipp für römisch interessierte Reisende im Rheinland.

Öffnungszeiten und Preise:

Da das Museum ausschließlich ehrenamtlich betreut wird, hat es nur in den Monaten März bis Oktober und nur Mittwochs bis Sonntags von 15 – 17 Uhr geöffnet, so daß man den Besuch gut planen muß, wenn man nicht vor geschlossenen Türen stehen will. Für Gruppen wird auch nach Vereinbarung außerhalb dieser Zeiten geöffnet.

Der Eintritt ist frei, aber man freut sich über eine Spende, die zum Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes gut angelegt ist. Diese kann in eine Spendendose auf dem Tisch des ehrenamtlichen Mitarbeiters gegeben werden, der am Eingang sitzt und die Besucher empfängt. Dort gibt es auch Flyer und Infomaterial und er steht gerne für Fragen zur Verfügung.

Sonstiges:

Die Säulenfundamente des Eingangsbereichs zum Kastell sind noch an Ort und Stelle unterhalb der Kapelle

Die Säulenfundamente des Eingangsbereichs zum Kastell sind noch an Ort und Stelle unterhalb der Kapelle

Das Museum kann man in Ruhe begehen, die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind freundlich und unaufdringlich, so daß man nicht – wie in manch anderen Museen – auf Schritt und Tritt verfolgt wird.

Fotografieren ist erlaubt.

Der Besuch des Museums sollte idealerweise mit einem Besuch der in der unmittelbaren Nähe gelegenen, aus dem 12. Jahrhundert stammenden romanisch-gotischen Pfarrkirche St. Peter und Paul verbunden werden, die ebenfalls auf römischen Fundamenten erbaut wurde. Hier sind im Eingangsbereich der Kirche zwei Altäre für Jupiter (Iupiter Optimus Maximus) aufgestellt, die von den Benefiziariern Sextus Senius Secundinus und Titus Farfenna Ianuarius gestiftet wurden. Der Kirchturm befindet sich wahrscheinlich auf der Position eines ehemaligen Festungsturms.

Auch hier wurden die in Rheinland und Eifel verehrten Matronen gefunden. Außerdem Kopf eines Satyrn

Auch hier wurden die in Rheinland und Eifel verehrten Matronen gefunden. Außerdem Kopf eines Satyrn

Auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus wurde zudem ein Teil der römischen Festungsmauer rekonstruiert.

Ebenfalls sehenswert (wenn auch gar nicht zum römischen Thema gehörend) ist das Friendsmuseum „Brücke von Remagen“ am Rhein, das sich in den Brückenpfeilern der 1945 zerstörten Brücke befindet.

Weiterführende Informationen:

Museen: RömerWelt Rheinbrohl

Die Römerwelt von außen

Die Römerwelt von außen

Anschrift: 

RömerWelt am Caput Limitis, Arienheller 1, 56598 Rheinbrohl.

Anfahrt:

Die Römerwelt liegt rechtsrheinisch zwischen Rheinbrohl und Bad Hönningen im Ortsteil Arienheller in der Nähe des Rheins. Sie ist mit dem Auto über die B42 gut zu erreichen. Besucher aus den linksrheinischen römischen Provinzen können die Autofähre Kripp – Linz oder Bad Breisig – Bad Hönningen nehmen. Das Museum ist gut ausgeschildert.

Es gibt einen eigenen Parkplatz vor der RömerWelt, 2 Parkplätze sind für Behinderte reserviert.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die auf einer leichten Anhöhe liegende Römerwelt nicht unmittelbar zu erreichen. Vom Bahnhof Bad Hönningen aus sind es etwa 1,6 km Fußweg (hier dem Zuweg zum Rheinsteig folgen, einem weißen „R“ auf gelbem Grund“). Von Bahnhof Rheinbrohl aus sind es etwa 2,5 km Fußweg durch den Ortsteil Arienheller.

Man kann auch mit der Buslinie 370 (Linz-Neuwied-Koblenz) bis zur Haltestelle Rheinbrohl-Handwerkskammer fahren. Von dort sind es noch ca. 1 km Fußweg. Dieser Bus fährt in der Woche häufiger, sonntags jedoch nur alle 2 Stunden!

Weiterführende Informationen:

Beschreibung:

Neben "Ausprobieren" kommt auch die Information nicht zu kurz

Neben „Ausprobieren“ kommt auch die Information nicht zu kurz

Die RömerWelt ist ein „Erlebnismuseum“ am Caput Limitis, dem Beginn des Obergermanischen Limes, der rechtsrheinisch am Rhein bei Rheinbrohl beginnt und sich bis zur Donau erstreckt. Das Museum wurde im Jahr 2008 eröffnet und dient gleichzeitig als Limes-Informationszentrum des Landes Rheinland-Pfalz.

Das Konzept dieses Museums sieht vor, daß der Besucher den Alltag und das Leben der Auxiliar-Hilfstruppen und Zivilisten am Limes nicht nur – wie in einem herkömmlichen Museum – betrachtet, sondern selbst erfahren kann. Das heißt, Anfassen und Mitmachen ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht.

Besucher aller Altersklassen sollen hier Wissenswertes über den Alltag, Handel, Handwerk der Soldaten an der Grenze zu Germanien und der zivilen Einheimischen erfahren und „begreifen“, das Museum richtet sich dabei durchaus nicht nur an Kinder.

Sammlung und Aufmachung:

Das Museumsgelände umfasst etwa 6000 Quadratmeter. Es gibt ein großes Hauptgebäude, in dem Themenbereiche rund um den Limes gezeigt werden, wie z.B. der Limes als militärische Grenze oder der Limes als Handelszone. Hierbei umfasst das Museum – im Gegensatz zu „herkömmlichen“ Museen – keine antiken Schaustücke in Vitrinen, sondern Gegenstände des praktischen Lebensalltags der hier stationierten Hilfstruppen und der Einheimischen, die mit ihnen Handel trieben.

Eine Multimedia-Station lädt zu einem römischen Quiz ein

Eine Multimedia-Station lädt zu einem römischen Quiz ein

Alle Gegenstände können berührt und „erlebt“ werden. Zum Beispiel gibt es einen Wagen mit germanischen Handelswaren wie Seife oder blonden Haaren, die im Mittelmeerraum als Perücken für die gehobene Dame sehr begehrt waren. Alle Gegenstände können in die Hand genommen und untersucht werden. Es gibt zum Beispiel auch die Möglichkeit, typische römische Kräuter und Gewürze zu riechen.

Man kann sich auch römische Kleidung anziehen, zum Beispiel die Kleidung einer römischen Frau oder den Helm eines Soldaten. Für scheue Leute ist das Museum sicher nichts, man muß schon Spaß an der Sache haben und am besten geht man dort mit Freunden hin, denn gemeinsam macht es noch mehr Spaß, alles zu untersuchen (und natürlich auch Unsinn anzustellen). Es ist für Erwachsene wie für Kinder gleichermaßen geeignet.

In einem Nebengebäude jenseits des geräumigen Innenhofs, in dem ein Teil des Limes mit Erdwall und Holzmauer rekonstruiert ist, gibt es weitere Räume, in denen ein Mannschaftsquartier (Contubernium für 8 Soldaten) nachgebaut ist, sowie Räume, in dem römisches Handwerk, römische Handarbeit oder römische Spiele aufgebaut sind. Die Spiele können alle gespielt werden, Anleitungen liegen aus.

Der geräumige Innenhof wird als Veranstaltungsplatz genutzt, denn die RömerWelt bietet viele Veranstaltungen und Mitmach-Aktionen an.

Typische germanische Handelswaren können berührt und untersucht werden

Typische germanische Handelswaren können berührt und untersucht werden

Es gibt im Außenbereich auch weitere Informationen zu römischer Küche, Getreidemühle, funktionierende römische Backöfen, die regelmäßig zu Veranstaltungen zum Brotbacken verwendet werden, einen Kräutergarten zum Riechen, und eine Pfahlramme, wie sie zum Brückenbau über den Rhein verwendet wurde und die gemeinsam in Bewegung versetzt werden kann. Als neuste Attraktion kam im Jahr 2015 ein römischer Kran dazu, der zu bestimmten Veranstaltungen auch vorgeführt wird.

Selbst der große Spielplatz für Kinder im Außenbereich hat einen informativen Hintergrund: er hat die Form eines havarierten Schiffes auf dem Rhein und kann erklettert und bespielt werden. Daneben gibt es dort auch einen Wachturm im Mini-Format.

Abgerundet werden die vielen Mitmach-Gegenstände im gesamten Museumsbereich durch fachkundige Informationstafeln, die viel Wissenswertes über den Limes und das Leben am Limes vermitteln, sowie multimediale Stationen.

Öffnungszeiten:

Die RömerWelt ist vom 16. März bis 10. November geöffnet.

Öffnungszeiten Dienstags bis Freitags von 10-17 Uhr, Samstags und Sonntags von 10-18 Uhr. Montags geschlossen.

In der Winterpause ist die Öffnung nach Absprache für Gruppen mit Führung möglich.

Eintrittspreise, Führungen und Veranstaltungen:

Erwachsene zahlen 4,50€. Kinder ab 7 Jahre, Studenten, Senioren 3,50€., mit Behindertenausweis 3€.

Wichtig ist es vor allem, Spaß an der Sache zu haben, dann wird die Römerwelt zu einem echten Erlebnis

Wichtig ist es vor allem, Spaß an der Sache zu haben, dann wird die Römerwelt zu einem echten Erlebnis

Es besteht die Möglichkeit, Saisonkarten zu erwerben (19€ für Erwachsene, 14€ Kinder und ermäßigt).

„Klassische“ Führungen, wie man sie von anderen Museen kennt, gibt es nicht, da das Museum so zugeschnitten ist, daß man es „auf eigene Faust“ erkunden kann. Bei Bedarf können aber Spezialführungen für Gruppen gebucht werden, die dann jeweils auf die Interessengebiete und Altersklasse der Gruppe zugeschnitten sind (diese müssen 5 Tage im voraus angemeldet werden).

Es gibt, dank des Konzeptes als Erlebnismuseum, zahlreiche Sonderveranstaltungen, die das Konzept des „Selber-Erfahrens“ unterstützen und sich an alle Interessengruppen und Altersklassen richten, wie „Limesreiter und Waffentechnik“ mit der Schießvorführung einer römischen Ballista und Darstellungen der Limesreiter im Bogenschießen. Dazu gibt es Backtage, Spanferkelessen, Limeswandertage, Vorträge oder kreative Kräuterküche. Es werden auch mehrstündige Workshops für römisches Bogenschießen angeboten.

Der Höhepunkt des Jahres sind die Römertage, die jedes Jahr im Mai stattfinden und die jeweils unter einem Motto stehen.

Im Jahr 2014 lautet das Motto zum Beispiel: „Die Germanen kommen!“. Hier zeigen die Gruppe „Ars Replika“ (ein Verein für lebendige Archäologie, der auf Germanen des 1. Jahrhunderts spezialisiert ist) und die XXVI Cohorte Rheinbrohl das Leben am Limes: es gibt ein Römerlager, in dem römisches Militärwesen demonstriert wird, ein germanisches Bauern- und Handwerkslager, Alltag, germanische Fischereitechnik und – was eine Besonderheit ist – einen germanische Kultplatz mit Darstellung eines Begräbnisses. Römische und germanische Militärausrüstungen werden einander gegenübergestellt und die Vor- und Nachteile erklärt, es gibt viele Mitmachaktionen wie Blechstanzen oder Backen. Der Schwerpunkt liegt bei der Darstellung, wie am Limesdurchlass Handel getrieben und gefeilscht wurde und wie die Kulturen miteinander in Kontakt kamen. Hierbei wird Wert auf authentische Darstellung und archäologisch fundierte Vermittlung von Information gelegt und nicht auf pseudo-römischen Mummenschanz (wie es zum Beispiel bei Mittelaltermärkten oft der Fall ist, deren Darstellung des Mittelalters eher der Phantasie und Romantik der rollenspielenden Neuzeit entspringen). Neben der Unterhaltung ist deswegen auf jeden Fall auch ein Lerneffekt gegeben!

Bei der regelmäßigen Veranstaltung „offenes Contubernium“ kann das Leben der Soldaten in den Mannschaftsquartieren hautnah miterlebt werden.

Es werden auch mehrtätige Reisen zur Römerwelt im Rahmen der KreativReisen Limes angeboten (Themen: Kräuterküche und Bogenschießen).

Ein weiterer Höhepunkt der Saison ist der alljährliche Limes-Wandertag zu Christi Himmelfahrt, der an der Römerwelt beginnt und entlang des Limes-Lehrpfades sowie eines rekonstruierten Wachturms in den Westerwald führt, von dem aus man eine tolle Sicht bis in die Eifel hat. Ein Quiz für die Teilnehmer lockert den Event auf, ebenso die vielen Stationen auf dem Weg, auf denen man z.B. römisches Essen probieren, Kräuter kennenlernen oder etwas über Köhlerei erfahren kann. Hier ist auch immer die XXVI Cohorte Rheinbrohl vor Ort, die an der Waldhütte beim Limes-Lehrpfad einen Einblick in das römische Auxiliar-Militärwesen gibt. Die Wanderung geht zum Teil kontinuierlich bergauf, ist jedoch nicht sonderlich schwierig zu bewältigen und für die ganze Familie geeignet. Festes Schuhwerk sollte man jedoch anziehen. Den Rückweg zur Römerwelt kann man entweder mit der Pferdekutsche bestreiten oder zu Fuß zurücklaufen. Alle Beteiligten, die für die Unterhaltung an den Stationen sorgen, sind mit großem Spaß und Elan bei der Sache, so daß der Limes-Wandertag eine lohnenswerte Alternative zum üblichen Christi-Himmelfahrt-Böllerwagenspektakel darstellt.

Sonstiges:

Rekonstruktion des Limes im Innenhof

Rekonstruktion des Limes im Innenhof

Es gibt einen Museumsshop, der einige Repliken, Bücher, antike Spielsachen und Tonwaren, römische Mitbringsel und regionale Souvenirs im Angebot hat.

Das Personal in der RömerWelt ist sehr freundlich und läßt einen in Ruhe gewähren, so daß man sich nach Herzenslust dort austoben kann.

Das ganze Museum ist behindertengerecht und für Rollstuhlfahrer geeignet.

Auch Wanderfreunde kommen auf ihre Kosten. Bei der Römerwelt beginnt der 8,4 km lange Römerweltweg, auf dem man den Limes erkunden kann. Hierbei gibt es sowohl Stellen, an denen der Limes im Originalzustand erhalten ist, als auch rekonstruierte Abschnitte. Dazwischen befinden sich Palisadennachbauten, eine Ausgrabungsstelle, Wall- und Grabennachbau und einen begehbaren Holz-Aussichtsturm, von dem aus man gute Sicht bis in die auf der anderen Rheinseite gelegene Eifel hat. Ebenfalls bei der Römerwelt beginnen die Fernwanderwege Westerwald-Steig, Limeswanderweg und Rheinsteig, die sich hier kreuzen.

Ein weiteres sehenswertes Ausflugsziel in der Nähe ist Wachturm Nummer 1, eine Rekonstruktion des ersten Wachturms am Beginn des Limes bei Rheinbrohl.

Fotografieren ist überall erlaubt!

Die Pfahlramme ist durch ihre Größe und Wucht sehr beeindruckend

Die Pfahlramme ist durch ihre Größe und Wucht sehr beeindruckend

Museen: Rheinisches Landesmuseum Bonn

Das Museum ist sehr modern aufgemacht

Das Museum ist sehr modern aufgemacht

Anschrift:

Rheinisches Landesmuseum Bonn, Colmantstr. 14-16, 53115 Bonn

Anfahrt:

Das Museum liegt direkt hinter dem Hauptbahnhof Bonn und ist von diesem in ca. 2 Minuten zu Fuß zu erreichen. Aufgrund der üblichen schwierigen Parkplatzsituation einer Großstadt, insbesondere in Bahnhofsnähe, empfehlen wir eine Anreise mit der Bahn (oder Park & Ride). Ansonsten hat Bonn über die Innenstadt verteilt mehrere Parkhäuser im Bereich der Fußgängerzone.

Zum Museum gelangt man, wenn man den Hauptbahnhof nicht durch den Vorderausgang verläßt, d.h. in Richtung Fußgängerzone, sondern durch den Hinterausgang (jenseits von Gleis 5). Von dort wendet man sich nach rechts und erreicht nach kurzer Zeit das Museum. Es ist auch gut ausgeschildert und mit seiner Holz- und Glasfassade schon von weitem zu erkennen.

Von der Innenstadt Bonn aus geht man am besten durch den Bahnhof (oder unter dem Bahnhof durch den U-Bahn-Bereich) oder durch eine der Bahnhofsunterführungen, um auf die Rückseite des Bahnhofs zu gelangen.

Sammlung:

Im Themenbereich "Von vielen Göttern zu einem Gott"

Im Themenbereich „Von vielen Göttern zu einem Gott“

Das „Rheinische Landesmuseum Bonn für Archäologie, Kunst und Kulturgeschichte“ ist das größte Museum des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) und verfügt über umfangreiche Sammlungen zur Kulturgeschichte des Rheinlandes. Die Dauerausstellung beginnt mit der Steinzeit und den Original-Funden (!) aus dem Neandertal, widmet einen großen Teil der römischen Zeit (über die hier ansässigen Römer, Ubier und Kelten) sowie den Franken, und erstreckt sich dann über Mittelalter bis zur Moderne. Hierbei sind neben archäologischen Funden, Gegenständen und Figuren auch zahlreiche Gemälde ausgestellt.

Daneben gibt es ständig Wechselausstellungen, so z.B. im Jahr 2014 „Römische Großbronzen am UNESCO-Weltkulturerbe Limes“ und „Eiszeitjäger – Leben im Paradies?“. Außerdem ist eine neue Dauerausstellung über „Die Kelten – Ambiorix und Co“ im Aufbau, die sich vor allem mit den hier ansässigen Treverern und Eburonen befasst.

Das Museum erstreckt sich über mehrere Etagen und ist nicht nach Epochen gegliedert, sondern thematisch in 9 Themenkomplexen. So finden sich römische Funde sowohl in der Abteilung „Von vielen Göttern zu einem Gott“ als auch in „Macht und Mächtige“ oder „Lebens- und Wohnformen im Wandel“ und in den anderen Themenbereichen überall im Museum. Diese Aufteilung ist erst einmal ungewohnt, weil man eine chronologische Abfolge erwartet, erschließt sich dem Besucher dann aber schnell, weil es das konsequent vertretene Grundkonzept dieses Museums ist, indem die unterschiedlichen Epochen „innerhalb der Themenkomplexe in einen Dialog miteinander treten“ (wobei die Mischung aus „klassischen“ Epochen mit teils sehr moderner Kunst des 20. Jahrhunderts vermutlich nicht immer jedermanns Geschmack trifft).

Speziell im römischen Bereich umfasst die Sammlung hervorragend erhaltene Stücke aus dem Rheinland, vor allem aus Bonn, Köln und dem Eifelraum. Hierbei sind insbesondere die sehr gut erhaltenen Matronen-Weihesteine und Altäre hervorzuheben, die typisch für die Region sind. Noch heute zu besuchende Matronen-Heiligtümer finden sich überall im Bonner und Eifeler Raum, z.B. in Nettersheim oder Nöthen-Petsch und insbesondere unter dem Bonner Münster befand sich ein großes Heiligtum.

Ein weiterer besonderer Fund ist der in Xanten gefundene Grabstein des Hauptmanns Marcus Celius, der in der Varusschlacht fiel. Dieser Grabstein ist der einzige archäologische Hinweis auf die Varusschlacht.

Daneben gibt es zahlreiche Funde aus dem Legionslager und vicus in Bonn sowie viele Funde aus der Hauptstadt Köln bis hin nach Xanten, die zum Teil Einmaligkeitscharakter nördlich der Alpen besitzen. Die Sammlung umfasst Weihesteine und Grabsteine, Alltagsgegenstände aus Zivilleben und Militär, Mosaike, Wandmalereien, religiöse Gegenstände wie Götterfiguren, Handwerksausrüstung, Münzen und Grabbeigaben.

Auch die Interaktion und gegenseitige Beeinflussung der römischen, keltischen und germanischen Bevölkerung und Kultur im Rheinland wird anschaulich dargestellt.

Die Sammlung ist gut beschriftet (die Texttafeln sind allerdings nur auf Deutsch).

Der Celius-Stein ist der einzige archäologische Hinweis auf die Varusschlacht

Der Celius-Stein ist der einzige archäologische Hinweis auf die Varusschlacht

Daneben ist es möglich (und empfehlenswert!), sich einen der kostenlos erhältlichen Audio-Guides auszuleihen, denn für alle Abteilungen und viele hervorgehobene Fundstücke gibt es weiterführende Hintergrundinformationen, die man sich durch Eingabe einer Nummer über Kopfhörer anhören kann. Dabei hat man die Wahl zwischen Erklärungen für Erwachsene oder Erklärungen für Kinder, auf deutsch oder englisch und sogar Erklärungen in Gebärdensprache, die auf dem kleinen Monitor des Audio-Guides dargestellt werden. An einigen Stationen gibt es auch kurze Filme, die man sich ebenfalls auf dem Audio-Guide anschaut. Zudem stehen an verschiedenen Orten des Museums Ledersessel mit Kopfhörern, an denen man sich Musikbeispiele aus den unterschiedlichen Epochen anhören kann (als römische Musik sind hier zum Beispiel Stücke von Synaulia zu hören).

Die didaktische Aufbereitung der Sammlung ist durch die Kombination aus Texttafeln, Audio-Erklärungen und Multimedia ausgezeichnet und es werden gut aufbereitete, tiefgehende Hintergrundinformationen zu den Fundstücken und Themenkomplexen vermittelt.

Das Gebäude wurde im Jahr 2003 komplett neu gestaltet mit einer Fassade aus Holz und Glas. Im Zuge dieser baulichen Neugestaltung wurde auch die inhaltliche Ausrichtung zu einem „Themenmuseum“ vorgenommen und die gesamte Sammlung neu strukturiert.

Die Gestaltung ist sehr großzügig und weitläufig, die Objekte sind gut präsentiert und ausgeleuchtet. Die hohe, offene Glasdecke vermittelt ein Gefühl von Raum, und Spezialthemen sind in besonders gestalteten Nebenräumen mit klaren Farben präsentiert. Das ganze Museum kann auf einer Art Rundweg durchwandert werden. Durch die weitläufigen Räumlichkeiten wirkt es nie voll und gedrängt, selbst wenn viele Besucher unterwegs sind.

Daneben beinhaltet das Museum eine öffentliche Bibliothek mit 200.000 Bänden, die als eine der größten Museumsbibliotheken Deutschlands gilt.

Die Restaurierungswerkstätten zählen zu den modernsten Europas.

Weiterführende Informationen:

Öffnungszeiten: 

Das Museum ist Dienstags bis Freitags sowie Sonntags von 11  – 18 Uhr geöffnet, Samstags von 13 – 18 Uhr. Montags geschlossen.

Eintrittspreise:

8€ Erwachsene, 6€ ermäßigt (Studenten bis 27 Jahre und Senioren ab 65 Jahre). Uni-Seminare mit Dozenten sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre haben freien Eintritt.

Es ist möglich, Karten im Vorverkauf zu erwerben, die dann auch ein Ticket für den VRS (Verkehrsverbund Rhein-Sieg) beinhalten, um stressfrei mit dem öffentlichen Nahverkehr zum Museum zu gelangen.

Öffnungszeiten der Bibliothek: Montags bis Freitags 8 – 16 Uhr.

Sonstiges:

Matronensteine sind typisch für das Rheinland und die Eifel

Matronensteine sind typisch für das Rheinland und die Eifel

Das Personal ist sehr aufmerksam und freundlich. So wird einem am Eingang der Aufbau des Museums erklärt und ein Rundgang empfohlen. Außerdem legen einem die Mitarbeiter den Audio-Guide ans Herz, der kostenlos (gegen Abgabe eines Pfandes wie ein Personalausweis) an der Audioguide-Theke zu erhalten ist. Es empfiehlt sich, diesen Guide mitzunehmen, auch weil darauf Filme an verschiedenen Stationen gezeigt werden.

Die Mitarbeiter, die in den einzelnen Abteilungen vor Ort sitzen, sind stets unaufdringlich und man hat (im Gegensatz zu manch anderen Museen) nie das Gefühl, auf Schritt und Tritt verfolgt und belauert zu werden. Stattdessen sind sie hilfsbereit und erkundigen sich nach dem Interessenschwerpunkt, um einem den Weg zu weisen. Das sorgt für eine entspannte Atmosphäre.

Es gibt kostenlose Schließfächer für Jacken und Taschen, außerdem einen Museumsshop, der einige römische Repliken von ausgewählten Museumsstücken anbietet (die sich zum Teil, da es sich um echte Bronze oder Gold handelt, auch im dreistelligen Kostenrahmen bewegen). Daneben gibt es die üblichen römischen Devotionalien wie Terra Sigillata, Bücher, günstigere Kunststoff-Repliken (z.B. der Matronen und des Grabsteines des Caelius), Postkarten sowie Spielzeug, Kühlschrankmagneten und allerlei anderen Schnickschnack.

Das Museum ist komplett barrierefrei und für Rollstuhlfahrer geeignet, die mit Aufzügen und auf Rampen zwischen den Etagen wechseln können. Daneben sind die optionalen Erklärungen im Audio-Guide in Gebärdensprache und einfacher Sprache vorbildlich.

Für Kinder gibt es zwei Spiel- und Erlebnisbereiche (Römerzeit und Steinzeit), die von einem pädagogischen Mitarbeiter betreut werden.

Es werden zahlreiche unterschiedliche Führungen angeboten, sowohl durch die Dauerausstellung als auch durch die Wechselausstellungen. Hierbei gibt es auch zielgruppenspezifische Führungen, zum Beispiel Kinder- und Erlebnisführungen. Außerdem gibt es regelmäßige Vortragsreihen, vor allem im Rahmen der Sonderausstellungen, sowie andere Veranstaltungen wie Workshops und Matineen.

Das Fotografieren ist in der Dauerausstellung erlaubt, allerdings nur ohne Stativ und ohne Blitz.

Museen: Römisch-Germanisches Museum Köln

Die Austellungsräume sind sehr geräumig und die Sammlung klar strukturiert

Die Ausstellungsräume sind sehr geräumig und die Sammlung klar strukturiert

Anschrift:

Roncalliplatz 4, 50667 Köln

Anfahrt:

Leicht zu finden –  es befindet sich direkt neben dem Kölner Dom in der Kölner Innenstadt. Idealerweise Anfahrt mit der Bahn bis Köln HBF, von dort wenige Minuten zu Fuß über die Domplatte, rechts vom Kölner Dom (Parkplatzsituation für Autofahrer in Köln eher suboptimal, deshalb sollte im Zweifelsfall Park & Ride in Erwägung gezogen werden).

Sammlung:

Das Museum wurde über einem im 2. Weltkrieg entdeckten, sehr gut erhaltenen Dionysus-Mosaik errichtet, das den Fußboden eines Speiseraums einer römischen Stadtvilla um 220 n.Chr. bildete. Ein weiteres Highlight ist der Grabbau des Legionärs Poblicius (40 n.Chr) sowie ein rekonstruierter Reisewagen.

Das Museum reicht über mehrere Etagen und deckt alle Themen römischen Lebens in Germanien ab: Religion und Götter, Brücken und Schiffahrt, Dokumentation römischen Alltagslebens. Ein Schwerpunkt ist das archäologische Erbe der Stadt Köln. Zudem gibt es Ausstellungen fränkischer und steinzeitlicher Funde der Region.

Immer wieder gibt es Sonderausstellungen (wie eine Ausstellung über Musikinstrumente im Alten Rom im Jahr 2013) sowie Veranstaltungen, Vorträge und sogar Konzerte (wie „Musica Romana“ im Oktober 2013).

Aufmachung:

Modern gestaltet und weitläufig, die Stücke sind gut präsentiert. Ein angenehmes Beleuchtungskonzept sorgt für stimmungsvolle Atmosphäre.

Weiterführende Informationen:

Öffnungszeiten: 

Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr (Montags geschlossen). Donnerstags bis 22 Uhr geöffnet.

Das Museum ist weitläufig und modern mit gutem Beleuchtungskonzept

Das Museum ist weitläufig und modern mit gutem Beleuchtungskonzept

Eintrittspreise:

7€ Erwachsene / 3,50€ ermäßigt. Es gibt die Möglichkeit, ein Kombiticket mit Eintritt in das Praetorium zu kaufen (8,50€). Freier Eintritt für Schüler bis 18 Jahre, Kölner Kinder bis 18 Jahre, Kölner an ihrem Geburtstag. Donnerstags freier Eintritt für alle Kölner Bürger.

Sonstiges:

Es gibt einen umfangreichen Museumsshop mit Büchern, Repliken, Spielzeug und römischen Souvenirs.

Das Fotografieren ist erlaubt, jedoch ohne Blitz!