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Götterwelt: Rosmerta

Hintergrund, Zuständigkeiten und Bezeichnungen:

Merkur und Rosmerta (gefunden in Eisenberg, Pfalz)

Merkur und Rosmerta (gefunden in Eisenberg, Pfalz)

Rosmerta ist eine ursprünglich keltische Göttin, die von den Römern als Gefährtin des Mercurius im Götterpaar Merkur-Rosmerta verehrt wurde. Dieser Cultus war vor allem in Nordostgallien (Raum Koblenz, Hunsrück, Trier) sehr populär.

Hierbei handelt es sich um einen typischen lokalen, gallo-römischen Kult, der ursprünglich von den einheimischen Galliern (wie den Treverern) praktiziert wurde, dann aber von den Römern übernommen und gemäß der Interpretatio Romana gedeutet wurde.

Die Gallier verehrten die Göttin Rosmerta meist zusammen mit ihrem keltischen Gefährten als Götterpaar. Dessen Name war von Region zu Region unterschiedlich (Teutates, Cissonius, Visucius).

In der Interpretatio Romana wurde dieser Gefährte aufgrund der Gleichheit der Attribute und Zuständigkeiten von den Römern mit Mercurius gleichgesetzt, denn Cissonius war der Gott des Handels und Beschützer der Reisenden und der gallische Stammesgott Teutates wurde nach der Romanisierung der Gallier mit Merkur und Mars identifiziert.

So verschmolzen römische und gallische Kulte in dieser Region und im römischen Gallien wurden Cissonius und Visucius sogar die häufigsten Beinamen des Merkur. Deshalb war es nur natürlich, daß man auch die Gefährtin des Mercurius Cissonius, Mercurius Visucius oder Mercurius Toutenus verehrte: Rosmerta.

Rosmerta mit dem geflügelten Helm des Merkur und der Patera in der Hand

Rosmerta mit dem geflügelten Helm des Merkur und der Patera in der Hand

Das Paar stieg im römischen Gallien zu großer Beliebtheit auf und wurde auch in anderen Teilen des Reichs verehrt, so daß man den Kult schließlich auch in Zentralgallien, Britannien und sogar Rom selbst fand. Ihre Kultstätten fanden sich oft an römischen Schnellstraßen (wie der Aussoniusstraße durch den Hunrück nach Trier) und in der Nähe von Handelszentren.

Sie wurde an manchen Orten jedoch auch alleine, ohne ihren Begleiter, verehrt, wobei ihre Attribute in diesem Fall zum Teil mit denen des Merkur verschmolzen (so zeigt ein Weihebild aus dem französischen Fins d’Annency sie mit dem geflügelten Hut des Merkur).

Rosmertas Zuständigkeiten und Attribute sind denen des Merkur sehr ähnlich. Sie ist eine Göttin des Wohlstands, des Überflusses, der Fruchtbarkeit und der Fülle. Ihr gallischer Name bedeutet so viel wie „die große Versorgerin“. Man rief sie an, wenn man um Erfolg bei Handel und Geschäft bat, aber sie war (wie Merkur) auch für Leben und Tod und die Reise ins Jenseits zuständig, so daß man in derartigen Angelegenheiten um ihren Segen bat. Es gibt dank Inschriften und Attributdarstellungen auch Hinweise darauf, daß man sie für Heilung anrief.

 Attribute und Darstellungen:

Merkur und Rosmerta (Historisches Museum der Pfalz, Speyer)

Merkur und Rosmerta (Historisches Museum der Pfalz, Speyer)

Es gibt zahlreiche gallo-römische Weihesteine, Monumente und Abbildungen von Rosmerta (meist mit, seltener ohne Merkur), vor allem in Deutschland, Luxemburg und Frankreich, zum Beispiel aus Wiesbaden, Koblenz, Mainz, Eisenberg in der Pfalz, Nordheim, Bierbach im Saarland, Mertert (LU), Metz (F), Langensulzbach, oder Gissey-la-Veil (F), wo ihr ein Quellheiligtum gewidmet war.

Rosmerta teilt viele Attribute mit dem Gott Merkur. So zeigt eine typische Darstellung sie mit dem Heroldsstab, dem Caduceus, den auch Merkur trägt (zum Beispiel auf einem Relief aus Bierbach im Saarland), seltener trägt sie auch seinen geflügelten Hut.

Weitere typische Attribute sind das Füllhorn (Cornucopia) oder ein Früchtekorb. Sehr häufig ist die Darstellung mit einer Geldbörse in der rechten und einer Opferschale (Patera) in der linken Hand. Das Cornucopia kann auch zusammen mit der Patera auftauchen.

Rosmerta wird in der römischen Darstellung als anmutige Frau in einem aufwändigen römischen faltenreichen Gewand abgebildet. Sie kann sitzend oder stehend dargestellt sein, meist ist sie gemeinsam mit Merkur abgebildet, der typischerweise als nackter Jüngling mit bedeckten Schultern und seinen Attributen erscheint.

Dabei gibt es unterschiedliche szenische Darstellungen, zum Beispiel auf einem Stein aus Wiesbaden, auf dem Rosmerta auf einer Art Thron sitzt während Merkur vor ihr steht und seinen Geldbeutel in ihre Patera entleert, während sie von zwei Genien umringt ist, die ihren Caduceus und ihr Füllhorn halten. Eine Darstellung aus Mannheim zeigt sie mit einer Schlange (die im römischen Cultus ein positiv besetztes Symbol für Wohlstand und Frieden ist), die ihren Kopf auf einer Geldbörse abgelegt hat. Andere Bilder zeigen sie mit einem Füllhorn, während Merkur die Patera hält und zahlreiche Steine zeigen Rosmerta, wie sie Merkur den Geldbeutel überreicht.

Darstellungen auf römischen Weihesteinen in Britannien zeigen sie auch mit einem Füllhorn und einer Doppelaxt in der linken Hand (die sich möglicherweise auf eine Rolle als Heilerin bezieht), während sie eine Patera mit der rechten Hand über einem Kessel oder Bottich ausschüttet.

Opfergaben, Kulttiere:

Merkur-Rosmerta-Tempel nahe Koblenz

Merkur-Rosmerta-Tempel nahe Koblenz

Über die römischen Kultpraktiken für Rosmerta oder Merkur-Rosmerta ist heute leider nicht mehr viel bekannt, da die Quellenlage sehr spärlich ist und alle verfügbaren Informationen aus Weihetafeln, -steinen oder -inschriften erschlossen werden müssen. Schriftliche Abhandlungen römischer Autoren zu ihrem Cultus sind uns nicht überliefert.

Die wenigen Informationen, die wir haben, sprechen von „günstigen“ oder „gastfreundlichen“ Riten, deren Details aber nicht überliefert sind. Eine der längsten Inschriften dazu stammt aus dem luxemburgischen Wasserbillig: „Deo Mercurio [et deae Ros]/mertae aedem c[um signis orna]/mentisque omn[ibus fecit] / Acceptus tabul[arius VIvir] / Augustal[is donavit?] / item hospitalia [sacror(um) cele]/brandorum gr[atia pro se libe]/risque suis ded[icavit 3] / Iulias Lupo [et Maximo co(n)s(ulibus)]. “ 

Auch schien Wasser im Kult eine Rolle gespielt zu haben, da in ihren Tempeln Brunnen zu finden waren und ihr auch ein Quellheiligtum gewidmet war.

Wenn sie gemeinsam mit Merkur als Götterpaar verehrt wurde, ist anzunehmen, daß auch Riten und Kulthandlungen aus dem Kontext des Mercurius-Kultes durchgeführt wurden. Welche zusätzlichen, eigenen oder speziellen Riten es gab, ist unbekannt.

Sonstiges:

Gallo-Römische Umgangstempel für Merkur-Rosmerta gibt es unter anderem im Wald  nahe Koblenz, in Mainz, in Mertert (Luxemburg) und – als Besonderheit – als rekonstruierten Tempel im Römermuseum Schwarzenacker im Saarland.

Götterwelt: Mercurius

Zuständigkeiten und Bezeichnungen:

Mercurius auf einem Wandgemälde in Pompeji

Mercurius auf einem Wandgemälde in Pompeji

Eingedeutschter Name: Merkur. Sein Name stammt vermutlich vom lateinischen Wort „merx“ für „Ware“ ab. Er gilt als Götterbote, Glücksgott, Gott der Händler und der Diebe. Er spielte im Römischen Kult eine bedeutende Rolle, da er als Gott der Händler auch der Beschützer für den (lebenswichtigen) Getreidehandel war.

Mercurius gilt außerdem als Führer der Seelen in die Unterwelt. Er führt auch die Träume von Morpheus in die Träume der schlafenden Menschen.

Daneben gehörte zu seinen Zuständigkeiten die Redegewandheit (ein Muß für einen guten Händler) und daraus folgend die Poesie. Er war zuständig für Gewinn und finanziellen Wohlstand, das Übermitteln von Nachrichten und Kommunikation, was sogar für die Wahrsagekunst (Divination) galt. Er ist ein Beschützer der Reisenden und wird als solcher für sichere Reisen angerufen. Ebenso ist er zuständig für Glück, aber auch für Trickbetrügereien.

Besondere Verehrung (weitaus mehr als in Rom) fand Mercurius in den nördlichen Provinzen in Gallien, Germanien und Britannien unter der einheimischen römischen wie gallischen und germanischen Bevölkerung.

In Gallien wurde er unter anderem mit der höchsten gallischen Gottheit, Teutates, gleichgesetzt, was zu einem rasanten Anstieg seiner Verehrung und Beliebtheit unter den romanisierten Galliern führte. Daneben wurde er mit weiteren keltischen Gottheiten gleichgesetzt, wie Lugus, sowie mit Cissonius und Visucius, so daß er besonders in Nordostgallien (Raum Koblenz, Trier, Hunsrück) im römischen Cultus gemeinsam mit seiner keltischen Gefährtin Rosmerta verehrt wurde.

Auch in Germanien wurden mehrere Weihesteine gefunden, die ihm von Gläubigen gestiftet wurden (sowohl von Einzelpersonen als von Stämmen) und die auf eindeutig germanische Herkunft hindeuten, auch wenn sie auf Latein beschriftet waren. Laut Tacitus wurde Mercurius dort von den Germanen mit einem ihrer wichtigsten Götter gleichgesetzt und damit zum „Hauptgott“ der germanischen Stämme. Unter den gallischen Kelten galt er zudem als Fruchtbarkeitsgott und Glücksbringer. In den nördlichen Provinzen galt er zudem als der „Erfinder aller Künste“.

Seine Herkunft liegt möglicherweise im etruskischen Gott Trums, dem die gleichen Attribute und Zuständigkeiten zugesprochen wurden, sowie im griechischen Gott Hermes. Im Unterschied zu diesem hat Mercurius jedoch auch eine kriegerisch-militärische Komponente.

In der Mythologie gilt er als der Vater der Laren, der sich in die Nymphe Larunda verliebte, als er sie eigentlich in die Unterwelt geleiten sollte. Sie bekam zwei Kinder von ihm: die Laren (Quelle: Ovid).

Mercurius ist einer der Dei Consentes.

Mercurius-Gebrinius ist ausschließlich aus Bonn bekannt (Rheinisches Landesmuseum Bonn, 2. Jhd)

Mercurius-Gebrinius ist ausschließlich aus Bonn bekannt (Rheinisches Landesmuseum Bonn, 2. Jhd)

Er ist unter zahlreichen Bezeichnungen bekannt, die oft Bezug auf seine keltischen Entsprechungen nehmen. So wurde er im Bereich des heutigen Belgien und Frankreich als Mercurius Artaios verehrt (Artaios war ein keltischer Gott der Bären und der Jagd). Im Rheinland verehrte man ihn als Mercurius Avernus, nach dem Gott Avernus des keltischen Stammes der Averner. Im Bereich zwischen Köln und Frankreich kannte man ihn auch als Mercurius Cissonius nach dem gallischen Gott Cissonius, der ein Beschützer der Reisenden und Gott der Händler war. Von einem Altar aus Bonn kennt man ihn als Mercurius Gebrinius, einer lokalen Mercurius-Variante des dort ansässigen Stammes der Ubier, sowie unter zahllosen weiteren regionalen Namen.

Sphäre:

Himmlisch, irdisch und der Unterwelt zugehörig.

Attribute und Darstellungen:

Typische Darstellungen zeigen Mercurius als schlanken jungen, bartlosen Mann mit geflügelten Schuhen und geflügeltem Helm (oder Flügeln, die direkt aus seinem Kopf wachsen). Oft hält er den Caduceus in seiner linken Hand (einen Botenstab, der von zwei Schlangen umschlungen wird und ihm einst von Apollo geschenkt wurde. Dieser Stab kann Menschen einschläfern, aufwecken und ihnen durch Träume Botschaften übermitteln).

Oft wird er zusammen mit Tieren dargestellt, wie dem Hahn (der als der Bote des neuen Tages gilt), einem Bock, Widder oder einer Ziege (Symbole der Fruchtbarkeit), oder einer Schildkröte (dies nimmt Bezug auf die Legende, daß er einst eine Lyra aus einem Schildkrötenpanzer baute).

Eine ebenfalls sehr verbreitete Darstellung zeigt ihn mit einem Geldsäckchen (Masurpium) in der Hand. Mercurius ist meistens nackt oder nur mit einem über den Arm gelegten Mantel bekleidet.

Opfergaben: 

Räucherwerk, Wein (außer bei Mercurius Sobrinus, der Milch statt Wein erhält), Bohnen und Grünzeug, Zypresse, Krokus, Einjähriges Bingelkraut (englisch: herb mercury)

Kulttiere: 

Ziege, Hahn, Widder, Bock

Feiertage:

Verschiedene Mercurius-Darstellungen (Römisch-Germanisches Museum Köln, 2013)

Verschiedene Mercurius-Darstellungen (Römisch-Germanisches Museum Köln, 2013)

Sein wichtigstes Fest sind die Mercuralia an den Iden des Mai (15. Mai). Im Gegensatz zu anderen Göttern, gab es für ihn keine speziellen Priester, die für seinen Kult zuständig waren.

Die Mercuralia galten als Fest des Handels. Händler besprenkelten an diesem Tag ihre Köpfe, ihre Geschäfte und ihre Schiffe mit heiligem Wasser, das von einer Quelle an der Porta Capena in Rom genommen wurde, einem der wichtigsten Stadttore Roms („Aqua mercurii“).

Die Iden des Mai galten als der Geburtstag des Gottes und an diesem Tag erbat man sich Glück, guten Profit und bat um Vergebung für vergangene und zukünftige Vergehen (wie das Über-den-Tisch-Ziehen eines Kunden!).

Sonstiges:

Mercurius gehörte zu den beliebtesten der römischen Götter (wie Funde aus Pompeji zeigen). Sein Tempel stand in Rom in der Nähe des Circus Maximus zwischen den Hügeln des Palatin und des Aventin, wo reger Handelsverkehr herrschte und gleichzeitig seine Funktion als „Vermittler“ betont wurde, denn auf dem Palatin lebten die wohlhabenden Bürger, während der Aventin Hochburg der einfachen Leute war.

Rekonstruierte, 2,08 Meter große Merkurstatue im Tempelkomplex Tawern

Rekonstruierte, 2,08 Meter große Merkurstatue im Tempelkomplex Tawern

Mercurius-Altäre sind in der Regel Rundaltäre.

Nach Mercurius wurde der dritte Wochentag (Mercurii dies) benannt, was sich noch heute in Ländern mit romanischen Sprachen wiederfindet (Französisch: mercredi, Spanisch: miércoles, Italienisch: mercoledi).

In Deutschland und Luxemburg sind zahlreiche Mercurius-Tempel zu finden, so der Merkur-Rosmerta-Tempel bei Koblenz oder der rekonstruierte Merkur-Tempel in Tawern an der Mosel mit einem originalgetreuen, überlebensgroßen Merkur-Kultbild, das nach römischer Tradition sogar farbig bemalt wurde.

Antike Quellen mit Gebeten an Mercurius:

  • Horaz: Satires 2.6.14; Sermones II 6,4;
  • Manilus: Astromica 1.30ff;
  • Martial: Epigramme 7.74;
  • Ovid: Fasti 5.477; 5.663; 5.681;
  • Persius: Satires II 45;
  • Plautus: Bacchides 892;
  • Anthologia Latina II 1528

Götterwelt: Dei Consentes

auch: Dii Consentes.

Die Kapitolinische Trias (239 n.Chr, Xanten), Weihestein im Rh. Landesmuseum Bonn

Die Kapitolinische Trias (239 n.Chr, Xanten), Weihestein im Rh. Landesmuseum Bonn

Hierbei handelt es sich um eine Gruppe aus 6 Göttern und 6 Göttinnen, die von den Römern besonders verehrt wurden und die als die „Hauptgötter“ des Römischen Pantheons gelten: Jupiter, Juno, Minerva, Vesta, Ceres, Diana, Venus, Mars, Mercurius, Neptun, ApolloVulcanus. Die drei höchsten von ihnen (Jupiter, Juno und Minerva) bildeten die „Kapitolinische Trias„, die den anderen Göttern vorstand.

Woher die Versammlung von 12 höchsten Göttern ursprünglich stammt, ist unbekannt – weder die Römer noch die Griechen waren die ersten, die ihren Pantheon auf diese Weise strukturierten. So finden sich die 12 höchsten Götter schon in mehreren Kulturen, die den griechischen und römischen Kulturen vorausgingen.

Bereits im mit Troja verbündeten, später von Persien und Alexander dem Großen eroberten Lykien (im heutigen Anatolien), wurden 12 Götter verehrt. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. stand Lykien unter griechischem Einfluß, so daß starke Vermischungen der Kulturen stattfanden.

Gleichzeitig war auch bei den Etruskern, die vor den Römern ab dem Jahr 1000 v. Chr. über Mittel- und Norditalien herrschten (schließlich aber ab 300 v. Chr. im Römischen Reich aufgingen), eine Gruppe von 12 Göttern bekannt, die als „Götterrat“ oder Ratsversammlung mit beratender Tätigkeit für den höchsten Gott Tinia galten. Der Name „Consentes“ ist die lateinische Übersetzung des etruskischen Wortes für „übereinstimmen“, was den Versammlungsaspekt des Götterrates beschrieb. Der höchste etruskische Gott Tinia war ein Blitz-, Himmels- und Lichtgott und als solcher die etruskische Entsprechung zum römischen Gott Jupiter.

Bei den Römern bildeten Jupiter, seine Frau Juno und ihre Tochter Minerva die „Kapitolinische Trias“. Das entspricht der höchsten Triade bei den Etruskern: Tinia, der sich ebenfalls durch das Schleudern von Blitzen auszeichnete und als Himmels-, Blitz- und Lichtgott galt. Weitere Parallelen zu den etruskischen Vorläufern sind offensichtlich – Tinias Frau war Uni (die römische Juno) und ihre gemeinsame Tochter war Menrva (Minerva).

Da die Etrusker ebenfalls Kontakt zu den zu dieser Zeit in Süditalien siedelnden Griechen hatten und sich die Völker gegenseitig beeinflussten (wie man unter anderem an der Verehrung des Gottes Apulu / Apollo durch die Etrusker erkennen kann, der wiederum möglicherweise aus einer vor-griechischen – minoischen oder anatolischen – Kultur stammt), ist nicht eindeutig festzulegen, wer wen zuerst im Hinblick auf einen Rat aus den zwölf höchsten Göttern beeinflusst hat.

Auch bei anderen im Mittelmeerraum ansässigen Kulturen, wie den weitaus älteren Hethitern (2. Jahrtausend v. Chr), wurden bereits 12 hohe Götter verehrt.

Die vergoldeten Statuen der Dei Consentes standen auf dem Forum Romanum. Im Jahre 367 n. Chr. wurden sie durch den spätrömischen Senator Vettius Agorius Praetextatus in den Tempel Porticus Deorum Consentes verlegt, da der Senator ein Verfechter des traditionellen römischen Götterkultes war und diesen vehement gegen das erstarkte Christentum verteidigte. Ihr Tempel gilt als Beweis der heidnischen Renaissance, die für kurze Zeit im 4. Jahrhundert das Römische Reich erfaßte.