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Antike Stätten: Villa Rustica Roderath

Ein Fußweg führt zum Hauptgebäude

Ein Fußweg führt zum Hauptgebäude

Anschrift:

An der K36 zwischen Roderath und Engelgau. Keine postalische Anschrift.

Anfahrt:

Die Villa Rustica liegt landschaftlich sehr schön zwischen Wiesen, Äckern und dem Waldrand, mitten in der Eifel. Sie befindet sich etwa auf halber Höhe zwischen den Dörfern Roderath und Engelgau, ca. 7 km von Nettersheim entfernt.

Von Engelgau kommend folgt man der K36 in Richtung Roderath. Auf der linken Seite findet sich ein Hinweisschild und eine Info-Tafel vor einem kleinen Parkplatz. Die Villa ist gut zu finden und kaum zu übersehen. Ausschilderung findet sich bereits in Engelgau.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist etwas schwierig. Zwar verkehren Buslinien von Blankenheim, Bad Münstereifel und Nettersheim (die alle einen Bahnhof haben) nach Roderath und Engelgau, diese fahren jedoch nur sehr unregelmäßig.

Eine attraktive Alternative für Wanderer und Radfahrer sind die diversen lokalen Wanderwege, die unter anderem von Nettersheim hier entlang führen. Außerdem verläuft der Jakobsweg in unmittelbarer Nähe.

Hintergrundinformationen:

Zeichnerische Rekonstruktion des Gutshofs auf der Infotafel

Zeichnerische Rekonstruktion des Gutshofs auf der Infotafel

Die Villa Rustica in Roderath war ein römischer Gutshof, der vom 1. bis zum 4. Jahrhundert genutzt wurde.

Er lag nahe der quer durch die Eifel verlaufenden römischen Schnellstraße Via Agrippa von Trier nach Köln. Die nächst größere Ortschaft war Marcomagus mit seinem Kleinkastell, dem vicus samt Handwerkerstraße und dem Matronentempel für die Matronae Aufaniae (heute alles eingebettet und touristisch gut erschlossen im ca. 7,5 Kilometer entfernten Archäologischen Landschaftspark Nettersheim).

Die Anlage wurde zwischen 1984 und 1989 ausgegraben und archäologisch untersucht. Der Bauernhof bestand aus mehreren Gebäuden, die alle in Fachwerktechnik errichtet waren. Das 19 Meter lange und 7,5 Meter breite, eingeschossige Haupthaus am Hang hatte einen Sockel aus Bruchstein und mit Lehm gefüllte Fachwerkwände. Das Dach war mit Ziegeln gedeckt, die bei den Ausgrabungen gefunden wurden. Die Datierung der Ziegel ergab eine Nutzung des Bauernhofes bereits im frühen 1. Jahrhundert. Als Siedlungsschwerpunkt gilt der Zeitraum 2. bis 3. Jahrhundert.

Das Hauptgebäude mit seinen steinernen Fundamenten

Das Hauptgebäude mit seinen steinernen Fundamenten

Im Gegensatz zum Haupthaus mit seinem steinernen Fundament waren die Nebengebäude des Gutshofes reine Fachwerkbauten in Pfostenbauweise. Die Löcher der Holzpfosten sind bis heute gut in der weitläufigen Wiese zu erkennen. Es wird davon ausgegangen, daß es sich bei den Nebengebäuden um die Wirtschaftsgebäude eines Gutshofes, sowie um Scheunen, Ställe und Schuppen gehandelt hat. Bei den Ausgrabungen kam auch ein Backofen in der Nähe des Hauptgebäudes zum Vorschein. Eine Wasserleitung, die zum Haupthaus führt, deutet auf die Existenz eines Brunnens hin, dessen ehemalige Position an einer sehr nassen Stelle im Boden in der Nähe vermutet wird. Zu den Funden gehören außerdem Keramikscherben.

Das Hauptgebäude wurde im Jahr 2004 teilrekonstruiert und für Touristen attraktiv gestaltet, indem die Fundamente an der Originalposition auf ca. 1 Meter Höhe aufgemauert wurden. Es war diskutiert worden, auch die Nebengebäude aufzumauern, aber das wurde vom örtlichen Denkmalschutz abgelehnt, weil es nicht dem Originalbefund entsprach, der nur für das Haupthaus einen steinernen Sockel belegte. Stattdessen wurden die Pfostenlöcher der Nebengebäude mit Hecken markiert.

Beschreibung:

Die Position der Pfostenlöcher der Nebengebäude ist durch Hecken markiert

Die Position der Pfostenlöcher der Nebengebäude ist durch Hecken markiert

An der Landstraße befindet sich eine Info-Tafel, die kurze Hintergrundinformationen sowie eine Zeichnung zum römischen Gutshof bietet. Außerdem ist dort eine Wanderkarte mit den Sehenswürdigkeiten der Umgebung sowie weitere touristische Hinweise, insbesondere zum Ort Nettersheim, zu finden.

Vom Parkplatz mit Infotafel führt ein kleiner Pfad auf die Wiese, die das Gelände des ehemaligen Gutshofs umfasst. Das Hauptgebäude ist bereits von weitem gut sichtbar, weil es teilrekonstruiert wurde und deswegen der Verlauf der Außenmauern und Räume gut ersichtlich ist.

Für die Darstellung der Nebengebäude hat man sich etwas anderes einfallen lassen – basierend auf der Position der Pfostenlöcher, aus denen die Lage und Größe der Wirtschaftsgebäude ermittelt werden konnte, werden die Umrandungen dieser Gebäude mit Hecken dargestellt. Auch die Grenze des Geländes ist durch eine auffällige Hecke markiert.

Eine Infotafel liefert Hintergrundinformationen

Eine Infotafel liefert Hintergrundinformationen

Die einzelnen Gebäude sind durch gemähte Pfade auf der Wiese miteinander verbunden.

Das Gelände liegt sehr idyllisch und vom etwas erhöhten Haupthaus aus hat man eine sehr schöne Aussicht über die weite Eifellandschaft. Als wir im Mai 2014 die Villa besuchten, waren die Wiese und die Anlage gepflegt und in einem guten Zustand. Die Hecken zeichnen die Umrisse der Gebäude gut nach und passen sich gleichzeitig gut in die Landschaft ein (im Gegensatz zur furchterregend rekonstruierten Villa Rustica in Blankenheim).

Noch im Herbst 2013 erfolgte ein Aufruf in der lokalen Presse, ob sich Freiwillige finden, die die Anlage betreuen und die Pflege der Gebäude, Hecken und Wiese übernehmen (wie es bei anderen römischen Städten in der Gegend, wie zum Beispiel beim Matronentempel Pesch der Fall ist). Da die Anlage bei unserem Besuch in 2014 ordentlich aussah, bleibt zu hoffen, daß sich in der Zwischenzeit Freiwillige gefunden haben.

Eine tolle Aussicht über die Eifellandschaft!

Eine tolle Aussicht über die Eifellandschaft!

Öffnungszeiten, Eintritt, Führungen

Das Gelände ist jederzeit frei zugänglich, Eintritt wird nicht erhoben.

Führungen zur Villa werden gelegentlich im Rahmen von archäologischen Exkursionen des Naturzentrums Eifel in Nettersheim angeboten. Die Termine können der Website des Naturzentrums entnommen werden.

Sonstiges

Fotografieren ist uneingeschränkt möglich.

Ein Abstecher nach Nettersheim darf nicht fehlen!

Ein Abstecher nach Nettersheim darf nicht fehlen!

Ein Besuch der Villa von Roderath läßt sich ideal kombinieren mit einem Besuch der ebenfalls in der unmittelbaren Nähe liegenden drei Matronentempel von Zingsheim, Nettersheim und Pesch.

Ebenfalls sehr empfehlenswert ist der (kostenlose) Besuch des Archäologischen Landschaftsparks bei Nettersheim, in dem der römische Ort Marcomagus auf einem Rundweg zu erwandern ist.

Nettersheim ist touristisch sehr gut erschlossen, weil der Ort spezialisiert ist auf Naturtourismus mit den Schwerpunkten Umwelt, Geologie, Archäologie und Kulturgeschichte. Hier gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten, Angebote, Informationsmaterial und Wandermöglichkeiten.

Weiterführende Informationen:

  • Nettersheim-Roderath: Römischer Gutshof. in: Heinz Günter Horn (Hrsg.): Die Römer in Nordrhein-Westfalen.
  • Gerd-Uwe Knackstedt: Die villa rustica von Roderath. In: Archäologie im Rheinland 2004
  • „Pfleger“ für Römervilla gesucht, Artikel in der Kölnischen Rundschau vom 14.10.2013

Archäologischer Landschaftspark Nettersheim

 

Archäologischer Landschaftspark Nettersheim

Archäologischer Landschaftspark Nettersheim

Anschrift:

Naturzentrum Eifel in Nettersheim, Urftstr. 2-4, 53947 Nettersheim

Anfahrt:

Der Archäologiepark beginnt am Naturzentrum Eifel in Nettersheim. Der Ort ist mit dem Auto über die A1 zu erreichen.

Es gibt auch einen Bahnhof, der von Regionalzügen aus Köln, Trier und Gerolstein angefahren wird, so daß Nettersheim für Eifelverhältnisse auch mit dem öffentlichen Nahverkehr sehr gut erreichbar ist.

Am Naturzentrum bestehen Parkmöglichkeiten, sowie die Möglichkeit zur Einkehr bei Cafe und Kuchen. Dort gibt es auch Informationen, Wegbeschreibungen und Wanderkarten.

Der Landschaftspark kann auf einem 4,5 km langen Rundwanderweg durchwandert werden, der am Naturzentrum startet und mit einem Matronenlogo markiert ist. Alternativ kann die ebenfalls hier startende, 12 km lange Route „Archäologie entdecken“ erwandert werden, die an weiteren römischen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt, wie dem Beginn der Eifelwasserleitung, die einst Köln mit 20 Millionen Litern Trinkwasser täglich versorgte.

Neben dem eigentlichen Rundweg durchquert den Landschaftspark auch der Pfad „Archäologie Erleben“, der Eifelsteig, der Erlebnispfad, ein Wanderweg nach Marmagen und die 3-Flüsse-Tour. Außerdem führt hier der Römerkanal-Wanderweg von Nettersheim nach Köln (110 km), an dem 50 Stationen mit römischen Bauwerken zu finden sind.  Auch der Radweg „Erlebnisraum Römerstraße“ führt entlang der Agrippastraße nach Köln (75 km).

Hintergrund:

Ein beliebtes Highlight ist das Matronenheiligtum

Ein beliebtes Highlight ist das Matronenheiligtum

Der Matronentempel „Görresburg“ auf einer Anhöhe oberhalb des Flusses Urft war schon seit 1909 bekannt und ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Daß sich dieser Tempel in unmittelbarer Nähe der römischen Schnellstraße zwischen Trier und Köln, der Agrippastraße, befand, war ebenfalls bekannt. Auch wurde in der Nähe immer eine zivile Siedlung, ein vicus, vermutet, Hinweise fand man auf Meilensteinen.

Im Jahr 2009 wurde das Gelände von der Universität Köln mit neusten geophysikalischen Methoden komplett neu untersucht. Dabei entdeckte man neben dem Verlauf der Agrippastraße auch zahlreiche Fundamente von Streifenhäusern, die sich vom Tempel bis hinunter an die Urft ziehen und beidseitig der Straße liegen. Funde wie handwerkliche Gegenstände und Schlackereste deuteten darauf hin, daß es sich hierbei vor allem um die Häuser von Handwerkern und Händlern gehandelt hat, die im vorderen Teil an der Straße ihr Geschäft betrieben und im hinteren Teil der Häuser wohnten.

Die Urft wurde von einer Brücke gequert, die breit genug für Fuhrwerke war. Jenseits der Brücke lag ein Kleinkastell, in dem die Beneficarier stationiert waren, die hier besonders den Matronenkult pflegten. Ihre Aufgabe bestand neben dem Schutz der Straße und des Ortes wahrscheinlich auch in der Erhebung von Zöllen.

Den Matronen werden gerne Weihegaben gebracht

Den Matronen werden gerne Weihegaben gebracht

Der Fundort hat für die Archäologen den einmaligen Vorteil, daß die römischen Fundamente sich nur 20 cm bis 70 cm unterhalb der Erdoberfläche befinden, so daß man zwar zur ersten Grabung mit einem Bagger anrückte, zur Freude der Grabungsteilnehmer aber schon mit einem Spaten schnell auf die römischen Funde stieß. Da das Gelände niemals überbaut wurde oder landschaftlich genutzt und umgepflügt wurde, liegt hier eine einmalige Fundsituation vor – im Gegensatz zu Städten wie Köln, wo erst mehrere Meter Mittelalter durchgraben werden müssen, um in die römischen Schichten zu gelangen.

Die Grabungen halten bis heute an und das Gelände wird nun von der Universität Köln vor allem für Lehrgrabungen angehender Archäologen verwendet. Daneben bietet auch das Naturzentrum Nettersheim interessierten Laien die Möglichkeit, an Grabungscamps unter fachkundiger Führung teilzunehmen und mitzuhelfen.

Es ist allerdings nicht geplant, den kompletten vicus freizulegen, da das zu Problemen bei der Erhaltung führt, denn alles, was ausgegraben wurde, ist der Verwitterung ausgesetzt. Hier wird abgewogen zwischen der Präsentation von Funden für die Öffentlichkeit und der Erforschung von Teilbereichen, die anschließend jedoch wieder zugedeckt werden. Genauso wenig ist eine komplette Rekonstruktion von Gebäuden geplant, wie man es zum Beispiel von der Mosel vom Lenus-Mars-Tempel bei Pommern oder dem römischen Höhenheiligtum auf dem Calmont kennt.

Blick entlang der Agrippastraße in den Vicus Marcomagus, die Schneise im Wald verdeutlicht den weiteren Verlauf der Straße

Blick entlang der Agrippastraße in den Vicus Marcomagus, die Schneise im Wald verdeutlicht den weiteren Verlauf der Straße

Im Rahmen der Freilegung des vicus und des Kastells wurde auch der Matronentempel archäologisch neu bewertet und im Rahmen einer Magisterarbeit untersucht. Dabei kam man zu neuen Erkenntnissen, die zu einer neuen Interpretation des Aufbaus und der Nutzung der Tempelanlage führten.

Die Tempelanlage wurde neu aufgemauert und die Weihesteine umgesetzt. Die Fundamente einiger Streifenhäuser sind ebenfalls freigelegt, die Position weiterer Gebäude wurde durch Aufschüttungen angedeutet. Auch das Kastell wurde auf den alten Fundamenten aufgemauert, um dem Besucher eine Vorstellung der Größe zu vermitteln. Der Verlauf der Agrippastraße wurde durch Schotter dargestellt. In der Verlängerung jenseits des Parks wird durch eine angedeutete Schneise in den Wäldern der Eifel der weitere Verlauf angedeutet.

Man geht heute davon aus, daß es sich bei dem vicus, der sich unmittelbar an den Tempel anschließt und sich hinab bis zur Urft zieht, um den Ort Marcomagus handelt, der auf römischen Karten eingezeichnet ist.

Marcomagus ist aus alten römischen Karten bekannt

Marcomagus ist aus alten römischen Karten bekannt

Ursprünglich hielt man das einige Kilometer entfernte Eifeldorf Marmagen für diesen Ort, dort wurden jedoch keine Funde gemacht, die auf eine so wichtige Siedlung hindeuteten. Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, daß sich die Position des Ortes in fränkischer Zeit verlagerte, wie es häufiger der Fall war, so daß daraus auch die Verschiebung des Ortsnamens resultiert.

Aufgrund der guten Fundlage wurde beschlossen, die Gegend touristisch zu erschließen und für Besucher Archäologie erlebbar zu machen. Deswegen wurde der Archäologische Landschaftspark eingerichtet, in dem die Sehenswürdigkeiten auf einem Rundweg erwandert werden können. Informationstafeln und Erlebnisstationen runden den Eindruck ab.

Zudem wurde im Museum im Obergeschoß des Naturzentrums auch eine Abteilung für römische Geschichte der Region eingerichtet, die weitere Hintergründe zum Matronenkult und zum römischen Alltagsleben in der Eifel vermittelt.

Der Park wurde am 18. Mai 2014 mit einem Römer- und Eburonenlager sowie fachkundiger archäologischer Betreuung eröffnet und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit.

Beschreibung:

Der Rundweg ist mit dem Matronenlogo gut ausgeschildert

Der Rundweg ist mit dem Matronenlogo gut ausgeschildert

Am Naturzentrum Eifel beginnt der Rundweg, der durch den Landschaftspark führt. Er ist mit einem Matronenlogo markiert und die Ausschilderung ist vorbildlich. Eine Faltkarte mit den verschiedenen Stationen ist kostenlos im Naturzentrum erhältlich. Der Park ist nur zu Fuß zu erwandern, aber auf weiten Strecken Rollstuhl-, Fahrrad- und Kinderwagengerecht.

An einigen Stellen (wie hinauf zum Tempel) hat man die Wahl, einen unwegsameren Wanderweg zu benutzen, oder den gut ausgebauten, asphaltierten und einfacheren Weg.

Als erste Station erreicht der Besucher nach etwa 1,5 Kilometern den Matronentempel, der auf einer Anhöhe liegt. Hier kann man entweder dem asphaltierten Hauptweg folgen oder einen steilen Hohlweg erklimmen.

Auf dem Gipfel befindet sich die etwa 1,30 Meter hohe aufgemauerte Tempelanlage sowie eine kleine Schutzhütte mit Sitzbank. Informationstafeln vermitteln Hintergrundwissen zum Tempel auf der Grundlage neuer Untersuchungen.

Wer den Tempel von früher kennt (d.h. vor 2014), wird sich über die Umgestaltung wundern, denn die drei Weihesteine, die ursprünglich neben dem Eingang der Cella standen, sind verschwunden. Stattdessen reihen sich nun Weihesteine um den Tempel herum auf, während der Eingangsbereich leer bleibt, wie es neue wissenschaftliche Erkenntnisse andeuten. Auch wurden die alten Weihesteine durch neue Repliken ersetzt, die zum Teil aber nicht so detailliert gearbeitet sind wie die alten Steine, die uns persönlich besser gefallen haben. Diese wurden, laut einem archäologischen Mitarbeiter des Naturzentrums, leider oft vandalisiert und Souvenierjäger brachen sich Stücke davon ab. Die neuen Repliken sind vermutlich günstiger herzustellen und zu ersetzen, wenn sie Schaden genommen haben.

Wir hätten es gut gefunden, wenn man einige der Steine angemalt hätte, wie es zu römischer Zeit üblich war, als Statuen und Steine bunt bemalt waren (die Vorstellung weißer Statuen und Steine ist relativ neu und entspricht nicht der römischen Realität, die überaus farbenfreudig war).

Die Informationstafeln sind gut gemacht und reichlich vorhanden

Die Informationstafeln sind gut gemacht und reichlich vorhanden

Weihegaben sind aber auch auf den neuen Steinen zu finden und können dort problemlos abgelegt werden.

Auf dem höchsten Punkt der Anhöhe sind zwei Holzpfosten mit Gucklöchern errichtet, durch die Erwachsene und Kinder auf den darunterliegenden vicus von Marcomagus blicken und den Verlauf der Agrippastraße bis in die fernen Wälder verfolgen können. Auch hier gibt es Informationstafeln.

Vom Tempel folgt der Rundweg der römischen Schnellstraße hinab bis zur Urft. Links von der geschotterten Straße befinden sich die niedrig aufgemauerten Reste dreier Streifenhäuser, die man auch betreten kann, um sich einen Eindruck von der Größe dieser Geschäfts- und Wohnhäuser zu machen. Infotafeln vermitteln einen guten Eindruck, wie man sich das rege Treiben an der Hauptstraße vorstellen kann, das wohl eine Mischung aus stark bereister Fernstaße mit Geschäften und Handwerkern sowie Pilgerumtrieben war, wie man sie aus Wallfahrtsorten wie Kevelaer kennt.

Der Weg zieht sich hinab ins Urfttal und macht dort einen weitläufigen Bogen, um den Bahndamm zu überqueren, der sich quer durch den Landschaftspark zieht. Jenseits des Bahndamms setzt sich die Straße fort und stößt auf eine schmale Holzbrücke über die Urft. Sie befindet sich, wie Funde von Holzpfosten beweisen, an der originalen Stelle, an der einst die Agrippastraße die Urft überquerte. Die damalige Brücke war jedoch deutlich breiter, da sie von Wagen, Reitern und schweren Gespannen überquert werden mußte. Die heutige Brücke ist gerade breit genug für einen Fußgänger, stellt jedoch einen Kompromiß dar, da es vor der Errichtung Diskussionen mit Naturschützern gab, deren Bedenken durch die schmale, hölzerne Konstruktion schließlich ausgeräumt werden konnten.

Am Römerweiher

Am Römerweiher

An die Brücke schließt sich ein römischer Meilenstein und dahinter das Kastell an. Auch hier finden sich einige Informationstafeln. Das Kastell ist ebenfalls zum Teil aufgemauert, so daß vor allem der Eingangs- und Ausgangsbereich erkennbar ist, die so breit waren, daß man sie mit einem Fuhrwagen passieren konnte.

Der Rundweg führt auf dieser Uferseite der Urft zurück Richtung Nettersheim, vorbei am sogenannten „Römerweiher„, der tolle Wasserspiegelungen zu bieten hat.

Zuletzt wird eine Taverne passiert, in der man einkehren und einen römischen (oder modernen) Imbiß zu sich nehmen kann. Bei schönem Wetter kann man auch draußen sitzen. Hier befinden sich auch die historischen Werkhäuser von Nettersheim, in denen man römisch übernachten kann, sowie selbst an Kochveranstaltungen zur römischen Küche teilnehmen kann.

Gegenüber der Taverne liegen begehbare Kalkbrennöfen aus dem 19. Jahrhundert, bevor der Rundweg am Bahnhof Nettersheim die Gleise überquert und zurück zum Naturzentrum führt.

Die Brücke über die Urft führt zum Meilenstein und dem Kastell

Die Brücke über die Urft führt zum Meilenstein und dem Kastell

Im Naturzentrum sollte man sich noch das Museum anschauen und einen Blick in den Museumsshop werfen, wo es Matronenrepliken sowie Buchstützen mit dem Medusenhaupt der römischen Eifelwasserleitung zu kaufen gibt, außerdem Bücher und römische Münzen.

Der Park ist sehr gepflegt, vorbildlich beschildert und wird von engagiertem Personal betreut, dem die Vermittlung von Natur und Archäologie ein persönliches Anliegen ist.

Das durch das ganze Jahr gebotene Programm ist vielseitig und der Archäologische Park, der sich in einer steten Weiterentwicklung befindet, ist sicherlich ein attraktives Reiseziel in der Eifel, das leicht mit weiteren, in der Nähe gelegenen Zielen (wie den Matronentempeln von Pesch und Zingsheim, oder dem Beginn der Eifelwasserleitung) kombiniert werden kann.

Nicht zuletzt ist die Gegend auch landschaftlich sehr reizvoll mit den Hügeln, Wäldern und weiten Feldern der typischen Eifellandschaft.

Öffnungszeiten und Führungen:

Archäologie zum Anfassen

Archäologie zum Anfassen

Das Naturzentrum ist montags bis freitags von 9-16 Uhr geöffnet, samstags und sonntags von 10-16 Uhr. In den Sommermonaten (Mai bis Oktober) sind die Öffnungszeiten verlängert bis 18 Uhr.

Der Park selbst ist nicht umzäunt oder abgeschlossen, er kann rund um die Uhr betreten und erwandert werden (ist aber natürlich nicht beleuchtet, sondern liegt tief inmitten der Eifellandschaft).

Eintritt in den Park wird nicht erhoben. Auch der Besuch des Erdgeschosses des Naturzentrums mit Museumsshop, sanitären Anlagen, Korallenriff, Cafeteria, Veranstaltungsraum, Wickelraum, ist kostenlos.

Die Austellungen im Obergeschoß, inklusive dem nahe gelegenen Haus der Fossilien, den Werkhäusern und historischem Bauernhaus kosten 3€ für Erwachsene, 1€ für Kinder und 4€ für Familien.

Geführte Wanderungen und Exkursionen können beim Naturzentrum gebucht werden. Auch gibt es zahlreiche Angebote für Schulklassen und Gruppen mit römischen Themengebieten wie „Römische Werkstatt“, „Die Römer bitten zu Tisch“, „Römische Schönheitspflege“, „Römer-Olympiade“ etc.

Sonstiges:

Die Streifenhäuser des Handwerkerbezirks entlang der Straße

Die Streifenhäuser des Handwerkerbezirks entlang der Straße

Das Naturzentrum bietet auch einen Fahrradverleih, sowie die Fahrt im römischen Reisewagen (der für Gruppen vorab gebucht werden muß). Auch Geologenhammer, Lupe, Fernglas oder eine „Erlebnistasche Archäologie“ kann geliehen werden. Als besonderen Clou kann man sich auch das Marschgepäck eines römischen Legionärs ausleihen, um damit einmal hautnah zu erleben, wieviel ein Legionär mit sich herumtrug.

Fotografieren ist überall erlaubt.

Am Naturzentrum findet jährlich ein Römer- und Eburonenlager statt. Die Termine sind dem Veranstaltungsplan auf der Website des Naturzentrums zu entnehmen.

Weiterführende Informationen:

Am Ausgang des Kastells ist der weitere Verlauf der Agrippastraße gut sichtbar

Am Ausgang des Kastells ist der weitere Verlauf der Agrippastraße gut sichtbar

Antike Stätten: Römisches Matronenheiligtum Nöthen/Pesch

 

Umgangstempel mit Cella

Umgangstempel mit Cella

Anschrift:

Der Tempel liegt im Wald und ist nur zu Fuß zu erreichen. Keine postalische Anschrift.

Anfahrt:

Der Tempelbezirk liegt in der Nordeifel, auf der Anhöhe „Addig“ inmitten des Waldes zwischen den Dörfern Nöthen (zu Bad Münstereifel gehörend) und Pesch (zu Nettersheim gehörend). Er ist nicht direkt mit dem Auto zu erreichen, sondern nur über Wanderwege.

Mit dem Auto erreicht man ihn über die A1 Abfahrt Nettersheim, Richtung Zingsheim (wo man bei der Gelegenheit gleich den ersten der drei in dieser Gegend liegenden Matronentempel besuchen kann). Bei Zingsheim auf die L206 Richtung Pesch fahren, dann durch den Ort Pesch hindurch bis zu einem Parkplatz-Schild. Ein kleiner Weg führt an den Becken der Kläranlage vorbei zu einem Wanderparkplatz, auf dem ein Holztisch mit zwei Bänken und eine große Wandertafel stehen. Ein Schild „Römertempel“ weist den Weg in den Wald. Parkmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden.

Alternativ kann man der Landstraße noch einige Meter Richtung Nöthen folgen und erreicht dann einen zweiten Zugangsweg zum Tempel, hier mit dem Hinweisschild „Heidentempel“ beschriftet.

Weg hinauf zum Waldtempel

Weg hinauf zum Waldtempel

Der erste Zugangsweg vom Wanderparkplatz aus folgt dem Wanderweg A1 des Deutsch-Belgischen Naturparks Eifel und ist etwas spektakulärer, weil er erst einen kleinen Bach überquert und dann aus dem Flußtal herauf steil auf die Anhöhe führt. Die Entfernung beträgt etwa 300 Meter. Vom zweiten Parkplatz aus ist der Weg direkter, flacher und einfacher zu gehen, hier beträgt die Entfernung etwa 200 Meter.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Tempel so gut wie gar nicht zu erreichen. Der Tempel ist 7 Kilometer vom Naturzentrum Eifel in Nettersheim entfernt, das mit der Deutschen Bahn bis Bahnhof Nettersheim gut als Ausgangspunkt für den Besuch des dortigen Tempels genommen werden kann. Da sich alle drei Tempel im Umkreis befinden (wobei Zingsheim genau auf halber Strecke zwischen Pesch und Nettersheim liegt), bietet sich hier eine Rundwanderung oder Radtour von Nettersheim aus an. Die Strecke ist gut an einem Tag zu bewältigen und auch nicht durch starke Steigungen geprägt. Die Entfernung vom Tempel Pesch nach Zingsheim beträgt 6,5 Kilometer.

Busse nach Pesch und Nöthen fahren ab Bad Münstereifel, Schleiden und Nettersheim, jedoch nur sehr sporadisch, so daß man sich hier vorher gut informieren muß, um nicht in der Eifel zu stranden (was natürlich auch reizvoll sein kann, die Urlaubsgegend ist sehr beliebt bei Wanderern und Radfahrern).

Hintergrundinformationen:

Der Tempelbezirk Pesch ist eine gallo-römische Tempelanlage aus dem 1. bis 4. Jahrhundert n.Chr. Es handelt sich um ein Matronenheiligtum für die Matronae Vacallinehae, die in der Region sehr verbreitet waren, wie die Funde von 130 vollständigen und 150 teilerhaltenen Weiheinschriften und -steinen belegen.

Sie waren sowohl bei den einheimischen Kelten, als auch bei den von den Römern hier angesiedelten germanischen Ubiern und den römischen Einwohnern, beginnend mit den hier stationierten Legionären, sehr beliebt.

Weihestein der Matronae Vacallinehae

Weihestein der Matronae Vacallinehae

Aufgrund der geografischen Lage geht man davon aus, daß es sich hier ursprünglich um einen Baumkultort der keltischen Vacalli handelte, einem hier ansässigen eburonischen Klan / Sippe. Mit dem Beginn der römischen Besiedlung der Eifel wandelte sich die Darstellung der Matronen zur typisch römischen bildlichen Darstellung, wie man sie auf zahlreichen hier gefundenen Weihesteinen kennt und der Tempel wurde zu einer großen Tempelanlage mit mehreren Gebäuden aus Stein ausgebaut.

Neben der Cella, in der wahrscheinlich lebensgroße Statuen der Matronen standen, gab es im angrenzenden Kulthof, in dem Pilger ihre Weihesteine errichteten, auch einen kleinen Sechsecktempel für Jupiter.

Wie die anderen Matronentempel, so lag auch der Tempel von Pesch in der Nähe der vielbereisten römischen „Schnellstraße“ zwischen Köln und Trier, der Agrippastraße.

Die Tempelanlage wurde zwischen 1908 und 1913 von Hans Lehner vom Provinzialmuseum Bonn ausgegraben. Weitere Nachgrabungen fanden im Jahr 1962 statt, bei denen zahlreiche Weihesteine der Matronae Vacallinehae gefunden wurden. Die Existenz des im Volksmund als „Heidentempel“ oder „Heidenpütz“ genannten Ortes war aber schon seit dem 19. Jahrhundert bekannt.

Bei der heute vorgefundenen Tempelanlage handelt es sich um Überreste aus der 3. Bauphase im vierten Jahrhundert, in der Teile des älteren Tempels abgerissen und in großem Maßstab planmäßig neu gebaut wurden. Es handelte sich um eine große Anlage von 100 x 34 Metern Länge, die aus mehreren Gebäuden und einem großen Festplatz bestand, auf dem Prozessionen und Veranstaltungen abgehalten wurden. Für den großangelegten Umbau im vierten Jahrhundert wurden die alten Gebäude einplaniert und es wurden neben Grauwacke und rotem Sandstein auch alte Weihesteine als Baumaterial für die neuen Gebäude verwendet.

Es ist davon auszugehen, daß sich die Anlage zu einer weithin beliebten Wallfahrtsstätte entwickelte. Neben dem Umgangstempel und dem Kulthof gab es einen (aus einer älteren Bauphase stammenden) gemauerten Brunnen, der noch heute erhalten ist. Zudem gab es einen hohen Versammlungsraum – die durch Säulen unterteilte dreischiffige Basilika -, sowie etliche kleinere Gebäude. Der Tempelbezirk war mit einer Mauer und Wandelhalle samt überdachtem Porticus von 120 Metern Länge umgeben, in dem sich die Pilgerunterkünfte und Devotionalienhändler befanden.

Anfang des 5. Jahrhunderts wurde der Tempel zerstört. Die Fundsituation deutet darauf hin, daß er gewaltsam zerstört wurde und nicht, wie andere Tempel, einfach mit der Zeit verfiel.

Der Brunnen spielte seit der Anfangszeit eine wichtige Rolle bei kultischen Handlungen

Der Brunnen spielte seit der Anfangszeit eine wichtige Rolle bei kultischen Handlungen

Weihesteine überdauerten die Zeit, weil sie zweckentfremdet wurden. So stammt einer der besterhaltenen Weihesteine für die Matronae Vacallinehae aus der Pfarrkirche von Weyer in der Eifel, wo er als Altarstein diente.  Ein großer Matronen-Weihestein wurde als Grababdeckplatte eines in der Nähe von Pesch gelegenen Frankengrabes aus dem 6. Jahrhundert gefunden.

Die Originalfunde aus Pesch und Umgebung befinden sich heute im Rheinischen Landesmuseum in Bonn, darunter auch solche mit Darstellungen religiöser Opferhandlungen wie die Opferung durch einen Mann in Toga, der Weihrauch als Opfergabe auf den Altar streut, während ein Opferdiener im Hintergrund ein Kästchen mit den Opfergaben hält und ein zweiter eine Kanne und eine Schale mit Griff zur anschließenden Handwaschung bereithält. Begleitet wird die Szene von einem Musikanten mit einer Doppelflöte.

Das Gelände ist teilrestauriert, wobei die Mauern der Cella auf zwei Meter Höhe aufgemauert wurden, um dem Besucher einen besseren Eindruck der Struktur der Anlage zu vermitteln. Die anderen Gebäude und Räume sind mit niedrigeren Mauern bis ca. 1 Meter Höhe aufgemauert. Restaurierungsarbeiten zum Schutz der Anlage finden regelmäßig statt.

Beschreibung:

Der Tempel gehört zu den besterhaltenen römischen Kultanlagen in Nordrhein-Westfalen.

Von allen drei Matronentempeln in der Gegend ist die Lage des Heiligtums nahe Pesch inmitten des Waldes sicherlich die idyllischste. Auch ist dieser Tempelbezirk aufgrund der zahlreichen Nebengebäude der weitläufigste und detailreichste der drei Tempel.

Moderne Info-Tafeln vermitteln Hintergrundinformationen über die Anlage, zusammen mit kleineren, alten Tafeln, die vor den jeweiligen Gebäuden stehen. Sie sind illustriert und gut gestaltet.

Weihestein mit Opfergaben im Kulthof

Weihestein mit Opfergaben im Kulthof

Am Eingang des Tempelbezirks, wo sich die Wanderwege der beiden Parkplätze treffen, befindet sich eine Schutzhütte aus Holz, in der sich auch eine Sitzbank befindet. Sie ist schwarz gestrichen und fügt sich relativ dezent in die Waldumgebung ein.

Die innere Cella des Umgangstempels war nachweislich farbig ausgemalt. Durch die Aufmauerung auf zwei Meter Höhe und Bepflanzung mit einer Grasnarbe bekommt man einen recht guten Eindruck von den Größenverhältnissen.

Am Eingang zur Cella befinden sich zwei Weihesteine, links eine Replik des Weihesteins für die aufanischen Matronen aus Nettersheim (weil man seinerzeit, als der Tempel restauriert wurde, noch keinen geeigneten Weihestein für die vacallinehischen Matronen gefunden hatte). Mit der Entdeckung des Steins unter dem Altar der Kirche von Weyer wurde dieser Stein schließlich rechts vom Eingang aufgestellt. Die Inschrift lautet:

MATRONIS
VACALLINEHIS LUC(IUS)
CALDINIUS FIRMIN(IUS)
L(IBENS) M(ERITO)

Übersetzung:

Den vacallinehischen Matronen (hat) Lucius Caldinius Firminius gerne und nach Verdienst (sein Gelübde erfüllt)

An Farbresten konnte rekonstruiert werden, daß die Weihesteine farbig bemalt waren (wie es allgemein für römische Statuen, Götterbilder und Monumente üblich war).

Auf beiden Weihesteinen sind immer Opfergaben der Besucher zu finden und es ist auch möglich, eigene Opfergaben zu hinterlegen. Hierbei sollten jedoch einige Grundsätze beachtet werden, die nicht allen Besuchern der drei Tempel eingängig zu sein scheinen.

Die Umschreitung des Tempelinneren durch den Umgang ist möglich.

An den Umgangstempel schließt sich der Kulthof an, in dem sich früher einige Gebäude sowie ein großer Platz für die Weihesteine der Pilger und für Prozessionen und Veranstaltungen befanden. In seiner Mitte ist er leicht erhöht, was möglicherweise kultische Bedeutung hatte und auf die Herkunft des Tempels als Baumheiligtum hindeutet. Die umgebende Mauer des Kulthofes ist durch eine niedrige Mauer angedeutet, eine Infotafel informiert auch hier über die damalige Beschaffenheit und Funktion der Anlage.

In der Schutzhütte befindet sich auch eine Infotafel

In der Schutzhütte befindet sich auch eine Infotafel

In der Mitte des Hofes, auf der höchsten Erhebung, befindet sich eine Feuerstelle, die in regelmäßigem Gebrauch zu sein scheint. Daneben sind im Kulthof einige weitere Weihesteine für Matronen verteilt, die ebenfalls ständig mit Opfergaben dekoriert sind.

Vom Kulthof geht ein kleiner Fußweg hinunter zum gemauerten Brunnen, der schon aus den Anfangszeiten des Tempels stammt. Sein Wasser spielte eine wichtige Rolle für kultische Handlungen. Leider wird der Brunnen, wie üblich, immer wieder als Abfalleimer mißbraucht, obwohl man ihn mit einer massiven Eisenkonstruktion abgedeckt hat.

An den Kulthof schließt sich die Basilika an, die Versammlungshalle, die wohl profanen wie religiösen Zwecken gedient hat. Die Säulen, die die Schiffe getragen haben, sind noch als Sockel erhalten. Auch ist überliefert, daß es in ihr Sitzgelegenheiten gab. Sie ist ebenfalls von einer angedeuteten Mauer umrahmt, um die Größe zu verdeutlichen.

Die ganze Anlage ist sauber und gepflegt.

Insbesondere bei schönem Wetter ist hier einiges los, der Tempel ist beliebt bei Wanderern, Radfahrern, archäologisch interessierten Besuchern, die die „Straßen der Römer“ in der Eifel bereisen, sowie Angehörigen diverser religiöser und gesellschaftlicher Gruppierungen. Da das Gelände aber recht weitläufig ist, verläuft es sich etwas besser als in den Tempeln von Zingsheim oder Nettersheim.

Eintritt und Zugänglichkeit

Rekonstruktion des Tempels mit Prozession

Rekonstruktion des Tempels mit Prozession

Die Tempelanlage ist rund um die Uhr frei zugänglich. Eintritt wird nicht erhoben.

Der Tempel liegt mitten im Wald auf einer leichten Anhöhe, ist also nicht direkt mit dem Auto zu erreichen. Auch nächtliche Besuche sind ohne weiteres möglich. Da die Anlage etwas abseits des nächsten Ortes liegt und (vor allem im Sommer) durch den umgebenden Wald sichtgeschützt ist, ist er gut für etwaige Rituale geeignet. Man sollte jedoch damit rechnen, insbesondere bei Jahreskreisfesten wie Beltane oder Sonnenwende auch auf andere heidnische Gruppierungen, wie Germanengruppen oder Hexen aller Art zu treffen.

Sonstiges

Fotografieren ist uneingeschränkt möglich.

Der Besuch des Tempels sollte idealerweise mit einem Besuch aller drei Matronentempel in der Gegend kombiniert werden, die aufgrund ihrer unmittelbaren Nähe alle an einem Tag aufgesucht werden können.

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