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Götterlexikon: Epona

Herkunft, Bezeichnungen

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Epona aus Belginum / Hunsrück

Epona ist eine gallo-römische Göttin, die – als einzige Göttin keltischer Herkunft – weite Verbreitung im römischen Reich erfuhr und sich auch über die Grenzen des keltischen Raumes hinaus bis nach Rom großer Beliebtheit erfreute, wo sie sogar Teil des Staatskultes wurde.

Epona ist in zahlreichen Bild- und Textquellen belegt, unter anderem aus 60 Weiheinschriften sowie Reliefs, Weihealtären und figürlichen Darstellungen, die aus ganz Westeuropa stammen, vor allem aus Frankreich, entlang der Mosel, West- und Süddeutschland, Spanien, Großbritannien, dem Donaubecken, Norditalien, Rom und dem Alpenraum. Auffällig hierbei ist eine besonders hohe Dichte an Funden entlang der befestigten Grenzen des Reichs, wie dem Limes, entlang des Rheins, der Donau und in Nord-Britannien.

Lediglich in zwei Regionen des Römischen Reiches scheint sie nicht verbreitet gewesen zu sein: In Nordafrika, wo man bislang nur eine Darstellung von ihr gefunden hat, sowie dem Nahen Osten, wo sie gar nicht auftaucht.

Ihre Verehrung scheint sich zudem auf das Gebiet des Römischen Reichs zu beschränken; jenseits des Limes im freien Germanien, aus dem Raum zwischen Rhein und Elbe, sind keine Darstellungen oder Inschriften von Epona bekannt.

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Figürliche Darstellung der Epona, zu bewundern im Rheinischen Landesmuseum Bonn

Ihr Name ist gallischer Herkunft und kann etymologisch aus dem gallischen Wort „epos“ für Pferd hergeleitet werden, das wiederum auf die proto-Indo-Europäische Wurzel *ék̂u̯os zurückgeführt wird. Aus dieser Wurzel stammen auch andere Worte für Pferd, wie das lateinische Equus, das altirische Ech oder das litauische Esva. Durch die weibliche Endung -a und den Namensbestandteil -on wird ihr Name verschiedentlich als „große Stute„, „göttliche Stute“ oder „die, die wie eine Stute ist“ oder „große Reiterin“ gedeutet.

Trotz dieser Herleitung und ihrer überwiegenden Verbreitung im gallischen Raum gibt es keine Erwähnungen ihres Namens aus vor-römischer Zeit. Es gibt auch keine Inschriften auf Gallisch, sämtliche Inschriften sind auf Latein oder (seltener) Griechisch. Sie stammen zudem nicht nur von Personen keltischer Herkunft, sondern von Stiftern aus verschiedensten Teilen des Reiches, wie Germanen, Römern und sogar – wie bei einem Fund aus Mainz – einem Syrer.

Zwar ist die Möglichkeit gegeben, dass diese Göttin bereits vor der römischen Eroberung Galliens (im Jahre 52 v. Chr. durch Julius Caesar) von einheimischen keltischen Völkern verehrt wurde, es gibt jedoch bislang keine Quellen oder Belege dafür.

Tatsächlich stammen die frühesten Funde aus dem ersten Jahrhundert n. Chr., eine auffällige, fast explosionsartige Häufung beginnt aber erst mit dem zweiten Jahrhundert n. Chr., so dass man davon ausgehen muß, dass sich der spezifisch gallo-römische Kult um Epona erst um diese Zeit zu entwickeln und im Reich zu verbreiten begann. Mitte des zweiten Jahrhunderts, etwa ab dem Jahr 130 n. Chr. häufen sich auch die Inschriften aus Rom.

Der früheste absolut sicher datierbare Bildbeleg ist ein Wandgemälde in Pompeji, da wir von dort wissen, dass er nicht älter sein kann als 79 n. Chr.

Die erste zweifelsfreie namentliche Inschrift, in der Eponas Name genannt wird, stammt aus einem Tempel in Entrains-sur-Nohain, Frankreich aus dem frühen zweiten Jahrhundert. Sie lautet:

Augusto sacrum deae / Eponae / Connonius Icotasgi fil(ius) / templum cum suis orna/mentis omnibus de suo donavit l(ibens) m(erito) (CIL 13, 02902)

Der erhabenen Göttin Epona gibt Connonius, Sohn von Icotasgus, diesen Tempel mit all seinen Verzierungen und auf eigene Kosten.

Am gleichen Ort findet sich auch eine zweite Widmung an Epona (CIL 13, 2903), was ihre zentrale Bedeutung für diesen Tempel hervorhebt.

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Epona im Landesmuseum Trier

Literarische Belege tauchen ab der hadrianischen Zeit auf (die Regierungszeit von Kaiser Hadrian war 117-138 n. Chr.).

Interessanterweise geht die Verbreitung Eponas nicht von Gallien aus, sondern die Funde sind in den frühen Jahren weit verbreitet überall im Reich zu finden, von Italien bis Britannien, von Rumänien bis Frankreich, während sie sich erst später auf den Raum Gallien und Germanien konzentrieren und dort gehäuft auftreten.

Wieso es bislang keine gesicherten Belege zwischen der Eroberung Galliens im Jahr 52 v. Chr. und der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. gibt, ist nicht eindeutig erklärt und schwierig mit der Hypothese zu vereinbaren, dass Epona eine Göttin ist, die aus vor-römischer Zeit stammt, denn dann dürfte es diese auffällige 100-jährige Überlieferungslücke eigentlich nicht geben.

Ihr relativ spätes Auftauchen ab der Mitte des ersten Jahrhunderts stützt jedoch die gegenläufige These, dass Epona und ihr Kult erst später durch Verschmelzung lokaler keltischer und römischer Götter entstand und sie keine keltische Vorläuferin hat, die 1:1 von den Römern übernommen wurde (vgl. Zeittafel aller bekannten Inschriften und Darstellungen von Epona, oder Auflistung von M. Euskirchen in ihrer Dissertation “Epona”. Bericht der Römisch-Germanischen Kommission Deutsches Archäologisches Institut., 74: 607-838., 1993).

Wir erlauben uns an dieser Stelle kein Urteil und lassen deshalb die Herkunft der Göttin Epona offen – ob sie nun bereits zu vorrömischer Zeit von den einheimischen Galliern in unserer Region verehrt wurde oder ob sich ihre Vorstellung erst in gallo-römischer Zeit entwickelt hat, ist für den Praktizierenden des Gallo-Römischen Kultes unerheblich.

Wie bei den anderen keltischen Göttinnen, die von den Römern übernommen wurden, wurde ihr Name auch nicht um ein Epitheton erweitert, sondern sie wurde – wie z.B. Rosmerta oder Sirona – unter ihrem gallischen Namen verehrt. Dies ist anders bei männlichen Göttern keltischer Herkunft, die im Rahmen der Interpretatio Romana fast immer einen römischen Namenszusatz erhielten, wie Apollo-Grannus, Mars-Intarabus oder Lenus-Mars (der wiederum die Besonderheit aufweist, daß der keltische Name vor dem römischen genannt wird).

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Epona aus dem Tempel in Tawern, wo sie in einem 9 Meter tiefen Brunnenschacht gefunden wurde

Im Gegensatz zu vielen anderen keltischen Göttinnen wurde Epona auch nicht mit einem männlichen Gott verpartnert, sondern blieb alleine. Gelegentlich wurde sie zusammen mit Herkules angerufen, der ebenfalls unter anderem für Schutz auf Reisen zuständig war.

Dafür wird sie oft mit Beinamen gekennzeichnet, aus der ihre große Bedeutung und Wertschätzung hervorgeht, wie Epona Regina (Königin Epona) oder – bei Anrufungen im Rahmen des Staatskultes – als Epona Augusta. Andere Beinamen waren Epona Dea (die Göttliche) und Epona Sancta (die Heilige).

In den meisten Inschriften wird sie „Epona“ genannt, daneben gibt es auch einige abweichende Inschriften, in denen sie „Epana“ oder „Epane“ geschrieben wird, zum Beispiel bei Funden im Norden Spaniens. Inwieweit es sich dabei um eine lokale Variante, künstlerische Freiheit oder Unwissenheit des Steinmetzes handelt, ist unklar.

Ikonographie

Das Aussehen der Göttin Epona ist durch zahlreiche archäologische Funde sehr gut belegt.

Neben Votivreliefs und Reliefs auf Altären taucht Epona auch in figürlicher Darstellung in Form von Statuetten und in Wandmalereien auf.

Es existierten mehrere typische Darstellungsformen (klassifiziert nach W. Schleiermacher):

  • Epona, seitlich auf einem Pferd sitzend („gallischer Typus“)
  • Epona, mittig auf einem Stuhl oder Thron sitzend und auf beiden Seiten flankiert von einem oder mehreren Pferden (der „Imperiale Typus“ genannt)
  • Epona in einer Kutsche, die von mehreren Pferden gezogen wird

Seitlicher Sitz auf dem Pferd („Gallischer Typus“)

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Epona im „gallischen Typus“ (Archäologisches Museum Arlon)

Diese Darstellungsform ist die häufigste Form in Gallien. Epona sitzt (anders als beim modernen Damensattel) seitlich mit herabhängenden Beinen auf einem (in der Regel nach rechts schauenden) stehenden oder laufenden Pferd.

Die Göttin ist in dieser Darstellung oft mit einem langen Gewand bekleidet, gelegentlich auch mit einer Kopfbedeckung in Form einer Haube oder eines Umhangs.

In vielen dieser Darstellungen berührt die Göttin mit einer Hand das Pferd oder hält Zügel (diese gibt es jedoch nicht immer), während sie in der anderen Hand ein Füllhorn (Cornucopia) oder eine Opferschale (Patera) hält. Manchmal hält sie auch Früchte, Getreideähren oder eine Schale oder Korb mit Früchten auf dem Schoß.

Diese Symbole deuten auf Fruchtbarkeit, Wohlstand und Üppigkeit hin.

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Events und Veranstaltungen: „Limes Live“ im Limeskastell Pohl am 20.9.2015

LimesliveAuch in diesem Jahr ist das Limeskastell Pohl wieder der Schauplatz eines großen Herbstevents: Am Sonntag, dem 20. September 2015 findet dort „Limes Live“ statt.

Das rekonstruierte römische Kleinkastell wird zu diesem Anlass von so vielen Reenactment-Gruppen wie noch nie zuvor belebt – es gibt über 100 Mitwirkende, die das Kastell in ein Heerlager und in eine zivile Siedlung verwandeln: neben römischen Reitern mit ihren Pferden kommen die römischen Kohorten Cohors II Treverorum, die Lagerleben zeigen, die Legio I Flavia Minervia Pia Fidelis Domitiona mit ihren Demonstrationen römischer Schmiede, Vermessungstechnik, Kosmetik, Tafelmalerei und Militärwesen, die Cohors XXVI Broele Trans Rhenum mit den Themen Metallbearbeitung, Essen und Trinken, Schmuck Münzen und Militärwesen, Legio XXI Rapax und Julius Metellus.

Außerdem vor Ort sind 3 Keltengruppen: Keltengruppe Teutates, die zeigen, wie Kettenhemden hergestellt werden, Schmiede, Wollfärben, Spinnen, Brettchenweben und militärischen Aktionen, die Keltengruppe Genii Loci mit den Themen Schnitzereien und Bogenschießen, sowie die Keltengruppe Celtica Buchonia, die Nagelbinden, Lederverarbeitung und Bronzegießen demonstrieren. Fachkundige Limes-Cicerones stehen für Fragen rund um den Limes zur Verfügung.

Szenische Darstellungen durch Einzeldarsteller runden das Programm ab, so gibt es unter anderem römische Tratschweiber, Vorträge zum Geldwesen und Rechnen mit dem Abakus, Vorträge eines Senators über das römische Staatswesen, römische Handwerker und Aktionen für Kinder und Erwachsene, wie Bogenschießen, Töpfern, römische Küche und ein Kinderspielparcours.

Immer sehenswert ist zudem natürlich auch das Kastell selbst, das nach dem neusten Stand der Limesforschung rekonstruiert wurde.

Das Kastell, vom Aussichtshügel aus gesehen

Das Kastell, vom Aussichtshügel aus gesehen

Das Fest findet am Sonntag, dem 20. September, von 10-18 Uhr statt. Der Eintritt ist frei!

Essen und Trinken wird durch den Ortsverein Pohl organisiert und das Fest wird von vielen ehrenamtlichen Helfern betreut. Parkplätz sind ausreichend vor dem Kastell vorhanden.

Wer die Gelegenheit hat, schon am Samstag nach Pohl zu kommen: Am Vorabend um 19 Uhr findet in Pohl ein Konzert der keltischen Musikgruppe Shamrock statt. Auch sind viele der Mitwirkenden schon vor Ort.

Der Flyer zur Veranstaltung mit dem vollständigen Programm steht hier zum Download bereit (PDF)

Antike Stätten: Römische Kalkbrennerei Iversheim

Der Schutzbau der Kalkbrennerei Iversheim

Der Schutzbau der Kalkbrennerei Iversheim

Anschrift:

An der B51 (für das Navi: Kalkarer Straße), 53902 Bad Münstereifel-Iversheim

Anfahrt:

Die römische Kalkbrennerei liegt beim Dorf Iversheim und ist etwa 3 km von Bad Münstereifel entfernt.

Von der Bundesstraße B51 aus ist die Anlage leicht zu finden, denn sie ist bereits an der Bundesstraße gut ausgeschildert. Wenn man in die Kalkarer Straße einbiegt, folgt nach einigen Metern ein Parkplatz mit einer Informationstafel der VIA – Erlebnisraum Römerstraße, zu der auch diese römische Sehenswürdigkeit gehört. Ein kurzer Fußweg führt hinab zum Schutzbau, der sich direkt an der Bahntrasse der Regionalbahn nach Bad Münstereifel befindet.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Kalkbrennerei ebenfalls gut erreichbar; der Bahnhof Iversheim liegt nur wenige Gehminuten entfernt und wird regelmäßig von der Regionalbahn aus Euskirchen, Köln und Bonn angefahren.

Die römische Kalkbrennerei liegt auch an den zahlreichen Rad- und Wanderrouten, die die Eifel in dieser Region erschließen. Unmittelbar in der Nähe liegt auch die Quelle der römischen Eifelwasserleitung, sowie drei Matronentempel und der vicus Marcomagus, der in einen archäologischen Park eingebettet ist, so daß man hier viele römische Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden kann.

Hintergrundinformationen:

Blick in einen der Brennöfen

Blick in einen der Brennöfen

Bei der römischen Kalkbrennerei handelt es sich um einen seltenes römisches Industrie-Bodendenkmal von überregionaler Bedeutung, denn hier ist es erstmalig in Europa gelungen, eine komplette Industrieanlage aus römischer Zeit freizulegen, ihre Funktion zu untersuchen und ihre praktische Funktionsweise im Experiment zu beweisen. Damit gehört diese in ihrer Art und Größe außergewöhnliche antike Stätte zu einer der bedeutendsten archäologischen Fundstätten für die Wirtschaftsgeschichte der Römerzeit nördlich der Alpen.

Zwischen 150 n. Chr. und 300 n. Chr. wurde hier im großen Stil Dolomit zu Branntkalk verarbeitet. Die Arbeiten wurden jedoch nicht von Sklaven oder Arbeitern durchgeführt, sondern die Fabrik stand unter der Kontrolle von etwa 60 Legionären der Legio XXX Ulpia Victrix aus Xanten und Legio I Minervia, die für die Kalkgewinnung zuständig waren. Daß diese Anlage von militärischen Arbeitskommandos betrieben wurde, ist durch zahlreiche Weiheinschriften belegt.

Kommandeur der Anlage war ein Offizier, der laut einer Weiheinschrift als „Magister calcarium“ bezeichnet wurde.

Der Bedarf an gebranntem, ungelöschtem Kalk war in den römischen Nordwestprovinzen, wie überall im Römischen Reich, gewaltig, denn das weiße Pulver diente nicht nur als Baustoff, als Grundlage für Mörtel und Beton, sondern war auch zum Kalken der römischen Gebäude erforderlich, die nach römischem Geschmack auch in unseren Breiten oft nicht in ihrer natürlichen Fachwerk-, Naturstein- oder Ziegelbauweise belassen wurden, sondern weiß gekalkt und bisweilen bunt bemalt waren.

Die geologische Situation wird auf einer Tafel erläutert

Die geologische Situation wird auf einer Tafel erläutert

Die Region liegt geologisch betrachtet in der Sötenicher Kalkmulde, eine von acht Kalkmulden aus dem Mitteldevon, die sich quer durch die Eifel ziehen. Die Gegend ist deshalb reich an anstehendem Kalk- und Dolomitgestein. In unmittelbarer Nähe zur Kalkfabrik wurde der Dolomit in Steinbrüchen gewonnen und in einer der umliegenden Fabriken verarbeitet.

Vier Kalkfabriken sind archäologisch nachgewiesen, jedoch werden bis zu zwölf in der unmittelbaren Gegend vermutet. Damit war der Raum um Iversheim zu römischer Zeit ein Schwerpunkt der römischen Kalkindustrie von nahezu großindustriellen Ausmaßen.

Die Kalkbrennerei von Iversheim liegt an einem Hang im Erfttal unterhalb der römischen Steinbrüche. Der in der Nähe verlaufende Fluß Erft, ein Nebenfluß des Rheins, bot hier einen Standortvorteil, weil er zu römischer Zeit schiffbar war und zum schnellen Abtransport des gewonnenen Kalks diente. Die Produkte aus Iversheim wurden überall in den Nordwestprovinzen verbaut, bis hoch nach Xanten (Colonia Ulpia Traiana) am Niederrhein, wo Iversheimer Kalk an vielen Stellen nachgewiesen werden konnte.

Zur Kalkfabrik gehörte eine Batterie aus mindestens sechs Brennöfen mit birnenförmigem Grundriss. Jeder hatte einen Durchmesser von 3 Metern und ein Fassungsvermögen von 15 Kubikmetern Kalk. Die Öfen waren nebeneinander in einer 30 Meter langen Werkshalle untergebracht. Außerhalb dieser Werkshalle lagen die Wohn- und Aufenthaltsgebäude der Belegschaft, sowie ein Backraum, in dem Brot gebacken wurde. Daß man, trotz (oder gerade wegen) der schweren körperlichen Arbeit, auch Wert auf Luxus und Annehmlichkeiten der römischen Zivilisation legte, beweisen die Wohnräume, die mit Wandmalereien aus Pflanzenmustern aufwendig dekoriert waren.

Von oben hat man einen guten Blick!

Von oben hat man einen guten Blick!

In unmittelbarer Nähe verlief eine Hauptstraße, über die die Kalkbrennerei an das gut ausgebaute römische Fernstraßennetz angeschlossen war.

Die rötlichen Dolomitgesteine wurden von Legionären oberhalb der Fabrik gebrochen, den Hang hinab zur Werkshalle gebracht und dort weiterverarbeitet.

Für die Anlage wurde eine monatliche Produktionskapazität von 200 Tonnen Dolomitkalk berechnet.

Exkurs: Wie funktionierte Kalkgewinnung im Brennofen?

Die Kalköfen bestanden aus feuerfester unterdevonischer Grauwacke mit tertiärem Ton.

Um Branntkalk aus den Dolomitgesteinen zu gewinnen, mußten diese zuerst zerkleinert werden. Das Innere des Ofens war durch eine Befeuerungs- und Belüftungsöffnung, die sogenannte Schnauze, begehbar, so daß zu Beginn des Prozesses auf dem Grund des vier Meter hohen Brennofens ein nach oben gewölbtes hölzernes Gerüst errichtet wurde, das sich nach oben hin verjüngte – das sogenannte Lehrgerüst. Ob dieses Gerüst zusätzlich mit Baumstämmen gestützt wurde, ist nicht bekannt.

Eine Tafel erläutert die Funktionsweise eines Brennofens; besser noch ist der Film, der auf Wunsch gezeigt wird

Eine Tafel erläutert die Funktionsweise eines Brennofens; besser noch ist der Film, der auf Wunsch gezeigt wird

Auf dieses Gerüst wurden Dolomitsteine als „Himmel“ paßgenau und rutschfest geschichtet. Die Steine waren so ineinander verkeilt und stützten sich gegenseitig, daß die Konstruktion freitragend war. Darauf stapelte man weitere Dolomitsteine, bis die Oberseite des Ofens erreicht war. Um ein vorzeitiges Einbrechen der 25 Tonnen wiegenden Beschickung zu vermeiden, waren Erfahrung und Technik grundlegende Voraussetzungen, so daß die hier tätigen Legionäre durchaus als Spezialisten bezeichnet werden können.

War der Ofen befüllt, wurde er über die Schnauze befeuert. Wenn die Stapelung des Himmels sachkundig durchgeführt war, konnte man das Lehrgerüst entfernen, ohne daß die darüberliegenden Steine einbrachen.

Nun füllte man die Brennkammer unter den Dolomitgesteinen mit Holz, hier ausschließlich Pappel- und Weidenholz, das direkt unterhalb der Anlage in den Erftauen wuchs. Der Ofen mußte eine Woche lang rund um die Uhr befeuert werden, wobei pro Brennvorgang 60 Raummeter Holz verbraucht wurden. In Anbetracht der Tatsache, daß neben dieser Großfabrik mit ihren sechs Öfen bis zu zwölf weitere Fabriken in der Umgebung lagen, mußte deshalb ein enormer Holzverbrauch zur Reduzierung der umliegenden Eifelwälder geführt haben.

Modell der römischen Kalkfabrik

Modell der römischen Kalkfabrik

Die Schnauze hatte durch ihre Form und Lage einen Kamineffekt mit einer Windgeschwindigkeit von 3m/sec, durch den im Inneren der Brennkammer bis zu 1000 Grad erreicht wurden, während Dampf und das Abfallprodukt Kohlendioxid durch die Oberfläche des Ofens entweichen konnten. Da in der Eifel das magnesiumhaltige Dolomitgestein verbrannt wurde, waren geringere Temperaturen zur Erzeugung des Branntkalks notwendig als bei reinem Kalkstein, der höhere Brenntemperaturen erfordert.

War der neu gewonnene Branntkalk abgekühlt, wurde der Ofen entleert und der Kalk zur weiteren Verwendung abtransportiert. Der Ofen konnte im Anschluß sofort wieder befüllt werden. Es wird davon ausgegangen, daß jeweils ein Ofen mit Gestein befüllt wurde, einer entleert wurde und sich die übrigen Öfen im Brenn- und Abkühlungsvorgang befanden.

Durch die Tatsache, daß einer der Öfen gefüllt war und im Querschnitt gute Informationen über die Schichtung und Beschaffenheit des Materials bot, war es möglich, im Experiment die Theorien über die Funktionsweise und Technik der Öfen zu überprüfen. Deswegen wurde einer der Öfen restauriert und für ein großes Brennexperiment verwendet, das erfolgreich war. Durch dieses Experiment konnten zweifelsfrei die Theorien über die verwendete Brenntechnik belegt werden.

Die Ausgrabungen in Iversheim

Der rekonstruierte Brennofen wurde für Experimente verwendet

Der rekonstruierte Brennofen wurde für Experimente verwendet

Die Anlage wurde ca. 150 n. Chr. errichtet. Im Jahr 270 n. Chr. wurde sie durch Frankeneinfälle stark beschädigt, aber sofort wieder aufgebaut und weiterbetrieben – zu wertvoll war der hier gewonnene Rohstoff für die Baustellen der in weiten Teilen kalkfreien Nordwestprovinzen und auch zum unmittelbaren Bau von Verteidigungsanlagen. Unterstützung erhielten die hier stationierten Soldaten nach diesem Einbruch durch eine orientalische Einheit aus der Provinz Arabia, die Legio III Cyrenaica, so daß die Produktivität durch die neuen Arbeiter noch einmal deutlich gesteigert werden konnte.

Die Tatsache, daß einer der Öfen noch eine komplette Kalkfüllung enthielt (die sich durch Wassereinfluss im Laufe der Jahrhunderte verfestigte), weist darauf hin, daß die Anlage – möglicherweise in Kriegswirren – fluchtartig verlassen und nicht planmäßig aufgegeben wurde.

1966 stieß man beim Bau einer Wasserleitung auf die Anlage, die daraufhin unter der Leitung des Rheinischen Amts für Bodendenkmalpflege von 1966-1968 ausgegraben und dokumentiert wurde. Im Anschluß wurden drei Öfen mit einem Schutzbau überdacht, um sie zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein vierter Ofen, der für Brennexperimente verwendet wurde, befindet sich außerhalb des Schutzbaus unter einem eigenen Vordach. Zwei weitere Öfen wurden nach der Aufnahme der Befunde wieder zugeschüttet.

Blick vom Balkon

Blick vom Balkon

Die Öfen innerhalb des Schutzbaus befinden sich noch im originalen Grabungsbefund und wurden nicht rekonstruiert oder aufgemauert.

Der Schutzbau wird heute vom Dorfverschönerungsverein Iversheim betreut. Ein wichtiger Sponsor, um die Anlage für die Öffentlichkeit zu erhalten, sind regionale Kalksteinwerke, die Mitglieder des Bundesverbands der Deutschen Kalkindustrie sind. Die Stadt Bad Münstereifel selbst sieht sich finanziell nicht in der Lage, sich um die Betreuung, Präsentation und Erhaltung der Anlage zu kümmern, so daß die Arbeit von Ehrenamtlichen aus Iversheim und engagierten Römerfreunden getragen wird.

Beschreibung:

Die Kalkbrennerei liegt in einem hölzernen Schutzbau, der nur zu den Wochenenden geöffnet ist, da Ehrenamtliche sich um die Besucher kümmern.

Eine Infotafel am Parkplatz bietet eine Übersicht

Eine Infotafel am Parkplatz bietet eine Übersicht

Lediglich der rekonstruierte Ofen, der für Experimente verwendet wurde, ist jederzeit frei zugänglich, da er außerhalb des Baus liegt.

Vom Parkplatz zum Schutzbau führt ein kurzer Fußweg bergab. Auf dem Parkplatz steht eine moderne Informationstafel des VIA-Projekts, die farbig illustrierte Hintergrundinformationen über die Anlage bietet. Am Schutzbau gibt es eine zweite, etwas ältere Tafel, die ebenfalls auf die Bedeutung der Anlage hinweist und zudem einige weitere Sehenswürdigkeiten in der Region vorstellt, wie die Matronenheiligtümer, das historische Radioteleskop Stockert, die Altstadt von Bad Münstereifel oder die Quelle der Eifelwasserleitung.

Das Innere des Schutzbaus ist geräumig; über eine Treppe gelangt man auf eine balkonartige zweite Etage, von der aus man einen guten Blick in die Öfen hat. Karten an den Wänden bieten Hintergrundinformationen über die geologische Lage der Anlage in der Sötenicher Kalkmulde, Schemazeichnungen zeigen, wie man sich einen Ofen im Querschnitt vorzustellen hat.

Im Erdgeschoss befinden sich einige liebevoll gestaltete Modelle, die von den Betreuern der Anlage selbst gebaut wurden. Eines zeigt anschaulich den Steinbruchbetrieb in Miniaturform, mit Gebäuden, Personen, Werkzeug und Kränen. Ein Modell eines Brennofens erlaubt es, die Steinschicht an einem Griff herauszuheben und einen Blick in das Innere eines befüllten Ofens zu werfen.

Replik des hier gefundenen Weihesteins für Minerva

Replik des hier gefundenen Weihesteins für Minerva

An einer Art schwarzem Brett hängen weitere Informationen, zum Beispiel Zeitungsartikel aus der Zeit der Entdeckung der Anlage oder eine Übersichtskarte über das römische Straßennetz in der Region. Ebenfalls hier zu finden sind Repliken von Weihesteinen aus den nahegelegenen Matronentempeln von Pesch und Nettersheim.

Auch der Sponsor der Anlage – die Kalkindustrie – bekommt ihren Platz eingeräumt, was sich inhaltlich aber gut mit dem Thema verträgt. So gibt es großformatige Farbtafeln zum Thema „Kalkstein und Kalkgewinnung“, die auch die heutige großindustrielle Kalkgewinnung erläutern. Außerdem gibt es Kalk- und Dolomitsteine zum Anfassen, damit der Besucher sich selbst ein Bild vom Rohmaterial machen kann.

Auf dem Balkon steht die Replik eines Weihesteins an Minerva durch den Magister calcarium mit der Inschrift:

„Der Minerva geweiht. Titus Aurelius Exoratus, Soldat der 30. Legion, der siegreichen ulpia, erfüllt als Meister der Kalkbrennerei gern sein Gelübde, weil die Göttin es verdient hat.“

Diese Replik wurde von einer Studentin für das kleine Museum gefertigt.

Daneben befinden sich mehrere Vitrinen mit typischen Fossilien aus dem Kalkstein des mittleren Eifeldevons, in dem sich diese Stätte befindet, unter anderem diverse Korallen und Brachiopoden aus dem tropischen Eifelkalkriff. Diese Sammlung wurde von einem einheimischen Sammler als Leihgabe zur Verfügung gestellt und rundet ebenfalls das Bild ab, das der Besucher über antike und moderne Kalkgewinnung und Kalk als Rohstoff gewinnt.

Ein Modell zum Auseinandernehmen erlaubt einen Blick in den Ofen

Ein Modell zum Auseinandernehmen erlaubt einen Blick in den Ofen

Am Ende des Schutzbaus im Erdgeschoß befindet sich ein kleiner Fernseher samt DVD-Spieler und ein paar Stuhlreihen. Hier zeigt der Betreuer des Baus gerne auf Anfrage ein Video über die Kalkgewinnung im Brennofen. Zwar geht es hier nicht um die Kalkgewinnung in römischer Zeit, aber dennoch um das traditionelle Handwerk des Kalkbrennens am Beispiel einer bayerischen Kalkbrennerfamilie, die dieses aussterbende alte Handwerk seit Generationen nach überlieferten Methoden betreibt. Das Video ist sehr anschaulich und lehrreich, da die Methoden der Kalkgewinnung in Handarbeit sich seit römischer Zeit kaum verändert haben.

Interessant ist auch die Tatsache, daß heute noch immer ein Markt für den handgebrannten Kalk besteht. Denn im Gegensatz zu dem mit Koks oder Kohle gebrannten Industriekalk, der einen hohen Schwefelanteil hat, ist der in Handarbeit über Holz gebrannte Kalk fast schwefelfrei und wird deswegen besonders von Kirchenrestauratoren geschätzt. Der industrielle Kalk neigt dazu, sich schon nach wenigen Jahren gelb zu verfärben, während der handgebrannte Kalk farbstabil weiß bleibt.

Die Atmosphäre in der Kalkbrennerei ist sehr entspannt und persönlich. Am Eingang wird man von dem Ehrenamtlichen begrüßt, der an diesem Wochenende Dienst hat. Man berichtete uns, daß sich 20 Ehrenamtliche die Aufgabe teilen, von denen jeder jeweils ein bis zwei Tage im Jahr die Betreuung übernimmt. Hier bezahlt man auch ein geringes Entgelt, das ausschließlich dem Erhalt und dem Unterhalt der Anlage zugute kommt, bei der selbst eine durchgebrannte Birne eines der Deckenscheinwerfer durch den damit verbundenen Aufwand beim Austausch große Summen verschlingt. Also eine Spende für eine gute und sinnvolle Sache.

Fossilien aus der Eifelkalkmulde ergänzen das lehrreiche Programm rund um das Thema Kalk

Fossilien aus der Eifelkalkmulde ergänzen das lehrreiche Programm rund um das Thema Kalk

Der Besucher erhält auf Wunsch eine persönliche Führung durch die Anlage, wobei die Ehrenamtlichen des Bürgervereins mit viel Hintergrundwissen über die Kalkgewinnung und die Geschichte der Anlage zu berichten wissen. Gerne stellen diese auch die einzelnen Fundstücke vor, die im Gebäude stehen, erklären die Öfen, zeigen die Gesteine und erzählen von den Schwierigkeiten, mit denen die Anlage heute – in Zeiten knapper kultureller Mittel – zu kämpfen hat.

Man kann so lange im Schutzbau herumwandern, wie man möchte, auch auf dem Balkon verharren und hinunter schauen oder sich den Film zeigen lassen.

An diesem Ort merkt man, daß es sich nicht um ein professionelles Museum handelt, sondern um ein Projekt, das von Laien mit Liebe zur Sache und großem persönlichen Engagement betrieben wird.

Abgesehen davon, daß es sich ohnehin um einen absolut sehenswerten und lehrreichen Ort handelt und die großen Brennöfen beeindruckend sind, finden wir dieses Projekt sehr unterstützenswert und möchten unsere ausdrückliche Empfehlung aussprechen, es zu besuchen, wenn man sich in der Gegend befindet und die „größeren“ touristischen römischen Attraktionen besichtigt.

Selbst wenn der eigene Interessenschwerpunkt nicht unbedingt in römischer Militär- und Industriegeschichte liegt – nach einem Besuch dieser Anlage sieht man das Thema mit ganz neuen Augen und wird zu einem wahren Fan der Kalkgewinnung! 😉

Öffnungszeiten, Preise, Führungen:

Die Lage der Öfen und des Schutzbaus

Die Lage der Öfen und des Schutzbaus

Die Kalkbrennerei ist vom 1. Mai bis 31. Oktober geöffnet.

Öffnungszeiten sind Samstags von 13-16 Uhr und Sonn- und Feiertags von 11-16 Uhr.

Der Eintritt für Erwachsene beträgt 2€, für Kinder 1€.

Gesonderte Führungen gibt es nicht; der jeweilige Betreuer des Tages führt den interessierten Besucher gerne individuell herum, steht für Fragen zur Verfügung und erklärt die Anlage und Hintergründe.

Öffnungen und Gruppenführungen (z.B. für Schulklassen) außerhalb dieser Zeiten sind nach telefonischer Absprache mit Dieter Ruß vom Dorfverschönerungsverein Iversheim unter der Telefonnummer 02253-3385 möglich. Anfragen beantwortet auch die Kurverwaltung von Bad Münstereifel unter touristinfo@bad-muenstereifel.de

Sonstiges:

Fotografieren ist in der Kalkbrennerei erlaubt.

Achtung: Es gibt keine sanitären Anlagen.

Eine Tafel vor dem Bau informiert auch über weitere Sehenswürdigkeiten in der Gegend

Eine Tafel vor dem Bau informiert auch über weitere Sehenswürdigkeiten in der Gegend

Ein Besuch der Kalkbrennerei läßt sich sehr gut mit weiteren römischen Ausflugszielen in der unmittelbaren Region kombinieren, wie den drei Matronentempeln von Zingsheim, Nöthen-Pesch und Nettersheim. Außerdem ist der Archäologische Landschaftspark Marcomagus, in dem aktuell eine wichtige Straßensiedlung an der römischen Fernstraße Via Agrippa ausgegraben wird, sehr sehenswert!

Außerdem befindet sich in der Nähe der Beginn der über 100 km langen Eifelwasserleitung, die das römische Köln mit 25.000 Kubimetern Wasser täglich versorgte und eines der längsten Bauwerke des Römischen Imperiums lag. Hier beginnt auch der Römerkanal-Wanderweg, der die Quelle „Grüner Pütz“ sowie zahlreiche Leitungsreste, Wasserverteilstationen, Aquädukte miteinander verbindet.

Weiterführende Informationen:

Antike Stätten / Museen: Limeskastell Pohl

Das Kastell, vom Aussichtshügel aus gesehen

Das Kastell, vom Aussichtshügel aus gesehen

Anschrift:

Am Ortseingang von Pohl, an der B260 (Deutsche Limes-Straße, Ecke Pohler Kirchstraße) gelegen.

Anfahrt:

Das Kleinkastell liegt im Nassauer Land am Ortseingang des Ortes Pohl (Rheinland-Pfalz, Rhein-Lahn-Kreis). Gibt man in das Navigationsgerät „Pohl“ ein, ist es nicht zu verfehlen, da das rekonstruierte Kastell sehr prominent am Ortseingang auf einer großen Wiese liegt und wehende Fahnen an der Straße auf den Ort hinweisen.

Pohl liegt direkt an der Deutschen Limes-Straße (Bundesstraße 260), an der weitere Limes-Sehenswürdigkeiten zu finden sind (viele sind zu erkennen an der dort wehenden Limes-Fahne). Die nächsten größeren Orte sind Bad Ems, Nassau, Nastätten und Limburg.

Das Kastell verfügt über einen eigenen Parkplatz. Parken stellt an der sehr ländlich und abgelegenen Anlage aber auch generell kein Problem dar.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Pohl nur sehr schlecht zu erreichen. Der nächstgelegene Bahnhof ist Nassau, von dort verkehrt ein Bus (Linie 542) nach Pohl. Wir empfehlen die Anreise mit dem PKW.

Wanderer und Radfahrer können dem (800 km langen) Limes-Rad- und Wanderweg folgen, der auch am Kastell vorbeiführt und zahlreiche sehenswerte Orte am Limes (Römerwelt Rheinbrohl, Römerkastell Saalburg) passiert.

Hintergrundinformationen:

Während des alljährlichen Herbstfestes belebt die Gruppe der Flavii e.V. das Kastell und informiert die Besucher

Während des alljährlichen Herbstfestes belebt die Gruppe der Flavii e.V. das Kastell und informiert die Besucher

Das Limeskastell Pohl ist eine nach heutigem archäologischem Forschungsstand authentische Rekonstruktion eines Kleinkastells am Obergermanisch-Raetischen Limes. Das Kastell ist in Holz-Erde-Bauweise errichtet und verfügt über einen Wachturm.

Im Jahr 1897 entdeckte Streckenkommissar Ernst Fabricius von der Reichslimeskomission beim Ort Pohl erste Spuren eines römischen Kleinkastells, das schon seit längerem in dieser Gegend vermutet wurde. Der Verlauf des Limes durch den Ort war bekannt, auch, daß die römische Grenzbefestigung hier eine alte keltische Heer- und Handelsstraße kreuzte, die über den Taunus zur Lahn führte. Aus dem römischen Gebiet von Westen her stieß zudem ein Überlandweg („Hohl“) auf diese Handelsroute. Deswegen war es wahrscheinlich, daß sich an dieser Stelle ein Kastell zur Kontrolle des Verkehrs befunden hatte. Auch war der mit 337 Höhenmeter auf einer Anhöhe gelegene Ort, der von einem Wachturm aus einen guten Blick über die Talsenke erlaubt hätte, militärisch bedeutsam.

Ausgrabungen brachten schließlich ein 43 x 34 Meter großes Kleinkastell zum Vorschein, das größtenteils in Holzbauweise errichtet war, aber auch ein Gebäude mit Steinfundamenten umfaßte. Später wurde bekannt, daß man bereits beim Bau der Kirche im Jahr 1874 auf römische Fundamente gestoßen war, die man jedoch verschwiegen hatte, um das Bauvorhaben nicht zu gefährden.

Im Gegensatz zur Saalburg im Taunus handelte es sich bei dem Kastell in Pohl nicht um ein großes Kohortenkastell, in dessen Umfeld zeitweise bis zum 2000 Soldaten und Zivilisten lebten, sondern eher um eine Art Grenz- und Kontrollstation zur Kontrolle von Personen und Warenverkehr sowie zur Erhebung von Zöllen. Von diesen kleinen Kastellen gab es zahlreiche entlang des Limes, da sie die Lücken zwischen den großen Kastellen schlossen. Möglicherweise wurde von Pohl aus auch der weitere Verlauf des Limes in Richtung Taunus abgesteckt.

Der Wachturm ist begehbar und bietet eine gute Aussicht

Der Wachturm ist begehbar und bietet eine gute Aussicht

Das nächste größere Kastell von Pohl aus gesehen, war das Kastell Holzhausen, das zu den besterhaltenen Limeskastellen Deutschlands zählt. Die Wachtürme entlang des Limes waren in Sichtweite voneinander gebaut, so daß mittels Fackel- und Hornsignalen schnell Nachrichten übermittelt werden konnten.

Das Kleinkastell Pohl war in seiner Holz-Erde-Bauweise mit Gräben, Palisaden und Wehrgang typisch für die frühe Zeit des Limes. Es wurde vermutlich zu Beginn des 2. Jahrhunderts errichtet und gehört damit zu den frühesten Bauwerken am Obergermanisch-Raetischen Limes. Bei Limeskastellen und Türmen aus späteren Phasen wurden die Holzkonstruktionen oft durch eine solche aus Stein ersetzt.

Über die Besatzung des Lagers ist kaum etwas bekannt, da man keine archäologischen Funde entdeckt hat, die Aufschluß über Namen und Bezeichnung der hier stationierten Einheit geben könnte. Es wird davon ausgegangen, daß es sich um eine Vexellatio handelt, also eine kleine Abteilung eines römischen Heers. Ob es sich dabei um den Teil einer Legion oder um Auxiliareinheiten handelte, lässt sich nicht ermittlen. Es handelte sich um nicht mehr als eine Centuria also ca. 80 Mann, die in dem Kastell Platz fanden. Da es sich um ein Bauwerk aus der Frühphase des Limes handelt, wird die Theorie diskutiert, daß es sich bei den hier stationierten Soldaten um Bauspezialisten der Legionen aus Mogontiacum (Mainz) gehandelt hat, die mit der Vermessung, Planung und weiterem Bau des Limes in Richtung Taunus beauftragt waren (Architekten, Logistiker, Pioniere, Vermesser) und die Bauarbeiten koordinierten und überwachten.

Im Museumsteil können römische Helme besichtigt (und anprobiert) werden

Im Museumsteil können römische Helme besichtigt (und anprobiert) werden

Im Jahr 2007 entschied man, das Limeskastell als Freilichtmuseum zu rekonstruieren und es wurde der Förderkreis Limeskastell Pohl e.V. gegründet. Im Förderkreis aktiv sind sowohl Privatpersonen, als auch Unternehmen und öffentliche Institutionen. Bauherr und Eigentümer des Kastells ist die Gemeinde Pohl. An den Baukosten beteiligten sich das Land Rheinland-Pfalz, der Rhein-Lahn-Kreis und die Verbandsgemeinde Nassau.

Das Projekt sollte unter anderem dabei helfen, den Limes, als UNESCO-Weltkulturerbe, zu präsentieren und sichtbar zu machen, sowie die Region Nassau touristisch attraktiv zu machen. Als Bodendenkmal ist es generell schwierig, ihn attraktiv zu präsentieren und für historisch interessierte Besucher zugänglich zu machen. Deswegen spielen freigelegte und rekonstruierte Limes-Abschnitte, Kastelle und Wachtürme hierbei eine große Rolle, um die Bedeutung dieses Denkmals ins Bewußtsein der Öffentlichkeit zu bringen. Der Verein fördert heute Projekte, Veranstaltungen, Aktionen und Publikationen rund um das Thema Limes. Die Eröffnung fand im Jahr 2011 statt.

Das Limeskastell wurde etwas versetzt zur ursprünglichen Position errichtet, da es zum Teil modern überbaut wurde. Die Anlage wurde als Freilichtmuseum konzipiert und dient daneben auch als Ausstellungs- und Veranstaltungsort in der Region.

Beschreibung:

Der Innenhof

Der Innenhof

Die Rekonstruktion des Kleinkastells gilt als authentisch. Es handelt sich um eine von einer Mauer umgebene Fläche, auf der sich ein U-förmiges Gebäude befindet. Sehr anschaulich ist das „falsche“ Mauerwerk, das typisch für die römische Holzbauweise war. Obwohl die das Kastell umgebende Mauer komplett aus Holz besteht, wurde sie weiß gestrichen und so mit roten Linien bemalt, das sie die Illusion von Mauersteinen erwecken. Dadurch wirkt die ganze Anlage wie aus Stein errichtet und hat aus diesem Grund (zumindest aus der Ferne) eine abschreckende Wirkung, da sie massiver wirkt, als sie eigentlich ist.

Vor dem Kastell liegt ein großer Parkplatz, der auch zu Veranstaltungen wie dem jährlichen zweitägigen Römerfest im Herbst genügend Platz für die Besucher bietet. Ein Fußweg führt zum Eingang des Kastells. Außerhalb der Außenmauer, also auch für zufällig vorbeikommende Wanderer und Radfahrer zugänglich, befinden sich einige Informationstafeln, die anschaulich den Limes, die Funktion des Kastells und das Projekt der Rekonstruktion beschreiben. Auch liegt vor dem Gelände ein „Aussichtsberg„, den man jederzeit besteigen kann und von dem aus man eine gute Aussicht auf das Kastell hat.

Blick in das Kastell vom Aussichtsturm

Blick in das Kastell vom Aussichtsturm

Ein Tor führt in das Innere der Anlage, in der innerhalb des U-förmigen Gebäudes einzelne Räume mit unterschiedlichen Funktionen zu besichtigen sind. Es gibt ein Contubernium, also aneinandergereihte Mannschaftsstuben, die jeweils festen Gruppen von 8 Soldaten als Unterkunft dienten. In weiteren Räumen sind Museumsräume untergebracht, in denen zum Beispiel römische Waffen und Ausrüstungen angeschaut (und angefaßt) werden können. Außerdem gibt es viele Informationen zum Limes im Besonderen und zu Kastellen im Allgemeinen.

Eine Cafeteria („Culinarium„) mit hausgemachtem Kuchen, Kleinigkeiten zum Essen mit römischem Einschlag, sowie ein kleiner Museumsshop mit Repliken und Römerdevotionalien sind ebenfalls vorhanden.

Im Museumsteil sind Funde aus der Region zu sehen, wie dieses Reiterrelief

Im Museumsteil sind Funde aus der Region zu sehen, wie dieses Reiterrelief

Im Sommer ist es möglich, im Innenhof des Museums auf Bänken zu sitzen und sich dort an dem schönen Ort und der Gastronomie zu erfreuen. Deswegen ist das Kastell auch als Einkehrort für Wanderer und Radfahrer entlang des Deutschen Limes-Radwegs beliebt.

Der außerhalb der Mauer gelegene Wachturm kann über eine Brücke aus dem Innenbereich des Kastells aus bestiegen werden und bietet eine tolle Aussicht über die weite Landschaft und in das Innere des Kastellgeländes.

Alles in allem ist das Kleinkastell Pohl ein kleiner, aber sehr schöner Ort in attraktiver Lage im Nassauer Land. Die Atmosphäre ist entspannt, das Personal freundlich und aufgeschlossen.

Veranstaltungen und Führungen:

Beim Rennofenexperiment werden antike Verhüttungstechniken ausprobiert

Beim Rennofenexperiment werden antike Verhüttungstechniken ausprobiert

Für den „römischen“ Besucher am interessantesten ist das jährliche zweitägige Herbstfest, das jeweils unter einem Motto steht und gut gemachte Einblicke in die römische Zeit am Limes bietet. Im Jahr 2014 stand das Herbstfest zum Beispiel unter dem Motto „Eisen für Rom“. Anhand eines rekonstruierten römischen Rennofens wurde die Eisenschmelzetechnik in einem archäologischen Experiment durch einen erfahrenen Limes-Cicerone präsentiert. Hier konnte der in der römischen Eisenverhüttung erfahrene Römertourist auch gut die Unterschiede zwischen der Technik, die zum Beispiel in Eifel und Ahrtal verwendet wurde, mit der Technik aus dieser Region vergleichen, die den lokal typischen Hämatit als Ausgangsstoff verwendete.

Zudem nehmen am Herbstfest auch Reenactment-Gruppen teil, die das Kastell „beleben“ und dem Zuschauer auf interessante, aber gleichzeitig historisch akkurate Weise das Leben am Limes in der römischen Zeit nahebringen. Vor dem Kastell sind dann Zivilisten anzutreffen, die antike Handwerkstechniken wie Schmiedekunst, Brettchenweben, Wollefärben, Wolle- und Lederverarbeitung, Bildhauerei oder Nadelbinderei demonstrieren und erklären.

Die Informationstafeln im Außenbereich

Die Informationstafeln im Außenbereich

Im Kastell trifft man auf römische Truppen, die anschaulich das Alltagsleben eines Soldaten am Limes erläutern und von den Besuchern angesprochen und befragt werden können. Der Lagerkommandant erklärt zum Beispiel gerne, daß er weniger militärische Aufgaben hat, sondern vielmehr am Limes die Rolle eines Verwalters und Buchhalters übernimmt, der Zölle und Abgaben kassiert, sowie den Warenstrom zu regeln hat. Die Funktionsweise eines römischen Abacus, d.h. eines „Taschenrechners“, der sogar die Bruchrechnung beherrschte, kann dabei ebenso bestaunt werden, wie die Alltagsgegenstände, die ein Soldat in einem solchen Kastell mit sich führte.

Auch informiert z.B. ein römischer Maler (Pictor) über antike Maltechniken, das Pflegen und Anfertigen von Ausrüstungsgegenständen wie Schilden und Kettenhemden kann ebenso betrachtet werden. Mitglieder der Gruppe „Flavii e.V. (Legio I Flavia Minervia Pia Fidelis Domitiana)“ beleben das Kastell und informieren auch über antike Badekultur, Medizin, zeigen militärischen Drill und Legionsalltag. Für Kinder gibt es römische Spiele und anderes Programm. Außerdem kann der Besucher sich an römischen Gerichten wie lukanischer Wurst, Sau am Spieß und Mulsum erfreuen.

Neben römischen Veranstaltungen und Vorträgen dient das Kastell auch als Veranstaltungsort für kulturelle Ereignisse wie Konzerte, Ausstellungen und Vorträgen zu unterschiedlichen (meist archäologischen oder regionalen) Themen.

Zum Herbstfest zeigt ein römischer „Pictor“ seine Bilder in alter Maltechnik.

Führungen durch das Kastell sind für Gruppen mit maximal 25 Personen jederzeit nach Voranmeldung möglich (auch außerhalb der Öffnungszeiten). Auf Wunsch umfassen diese Führungen auch die Limes-Aufschlüsse in der Region.

„Offene“ Führungen für Einzelbesucher sind auch für diese Saison geplant und werden, so weit möglich, gerne angeboten, wenn genug Besucher vor Ort sind, bei denen Interesse besteht, und wenn an dem Tag ein entsprechend ausgebildeter Gästeführer im Kastell anwesend ist. An Wochenenden ist dies meistens der Fall und die Chancen stehen gut, an einer Führung teilnehmen zu können. Sicherheitshalber empfiehlt es sich, bei einem Spontanbesuch kurz vorher anzurufen, wenn Interesse besteht (06772-9680768). Auch werden geplante Führungen kurzfristig auf Facebook und der Website bekannt gegeben.

Römische Gruppen (wie Legionen) nutzen das Kastell auch für eigene Veranstaltungen und üben dort „Lagerleben“ im Kastell. Insbesondere die Übernachtungen dort mit abendlichem Umtrunk sind legendär.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise:

Das Kastell ist von Mai bis September von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Im April und Oktober schließt das Kastell bereits um 16 Uhr. Winterpause ist von November bis Ende März, wobei jedoch auch während der Winterpause Veranstaltungen stattfinden können.

Montags ist Ruhetag (außer an Feiertagen).

Kinder bis 6 Jahren haben freien Eintritt, von 7-14 Jahren zahlen sie 2 Euro. Eine Tageskarte für Erwachsene kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro (Studenten, Schüler, Behinderte). Familienkarten, Gruppenkarten und Jahreskarten sind ebenfalls erhältlich. Mitglieder des Fördervereins haben freien Eintritt.

Hier ist gut die „gefälschte“ Steinmauer eines Holzkastells zu erkennen

Bei Sonderveranstaltungen können Öffnungszeiten und Eintrittspreise abweichen.

Sonstiges

Leider ist die Website des Kastells nicht immer ganz aktuell (so finden sich unter „Veranstaltungen“ noch Termine aus 2013). Sie bietet zwar gute Hintergrundinformationen zum Limes, zum Kastell und zur Rekonstruktion. Aktuelle Veranstaltungstermine entnimmt man aber besser der Facebook-Präsenz, die schnell und zeitnah ist. Auch beantwortet dort das freundliche Team gerne Anfragen zu geplanten Besuchen oder zu Veranstaltungen.

Im Rahmen der Tourismusförderung in der Region werden Pauschalangebote mit Übernachtung vom Tourismusverband Nassauer Land und Kreativ-Reisen Limes angeboten.

Fotografieren ist uneingeschränkt möglich.

 

 

 

 

 

 

 

Antike Stätten: Limes-Wachturm 1 bei Rheinbrohl

Der Wachturm Nummer 1 in der umstrittenen Rekonstruktion

Der Wachturm Nummer 1 in der umstrittenen Rekonstruktion

Anschrift:

Der Wachturm liegt in Rheinnähe auf einer Wiese kurz vor der Autofähre Bad Hönningen – Bad Breisig. Keine postalische Anschrift.

Anfahrt: 

In Rheinbrohl-Arienheller auf der L87 in Richtung Rheinfähre nach Bad Breisig fahren. Kurz vor der Abbiegung, die zum Rhein hinabführt, befindet sich auf der rechten Seite der Landstraße der Römerturm mit Gedenkstein und Infotafel. Er ist, auch aufgrund der wehenden Limes-Fahnen, nicht zu übersehen.

Vor dem Römerturm kann an einer Toreinfahrt problemlos geparkt werden.

Beschreibung:

Am Rhein, auf dem rechtsrheinischen Ufer zwischen Rheinbrohl und Bad Hönningen, begann der Obergermanisch-Raetische Limes, der sich bis zur Donau erstreckte und das Römische Reich vom freien Germanien (Germania Magna) trennte. Hier, am Beginn des Limes („Caput Limitis“, Kopf des Limes) stand deswegen auch der erste Wachturm einer ganzen Reihe von in regelmäßigen Abständen aufgestellten Wachtürmen, Klein- und Großkastellen.

Kurz vor der Abbiegung zur Autofähre wurde im Jahr 1973 auf einer kleinen Anhöhe ein römischer Wachturm aufgestellt, der zu großen Teilen aus Originalmaterial des einst gut erhaltenen Wachturms Nummer 8 erbaut wurde. Allerdings handelt es sich beim Aufstellungsort nicht um den Original-Standort, der sich vermutlich ca. 120 Meter weiter nordwestlich, in Richtung des römischen Kleinkastells Rheinbrohl befand. Das Kleinkastell selbst ist heute nicht mehr erhalten, da sich auf dem Gelände nun die Kläranlage Rheinbrohl befindet.

Informationstafeln informieren über den Limes und das Kleinkastell Rheinbrohl

Informationstafeln informieren über den Limes und das Kleinkastell Rheinbrohl

Der genaue Standort des damaligen Wachturms Nummer 1 ist unbekannt, da durch den jahrelangen Kiesabbau am Rheinufer keine archäologischen Nachweise erhalten geblieben sind.

Obwohl Wachturm Nummer 1 aus Originalmaterial eines anderen Wachturms erbaut wurde, ist er umstritten, da er nicht dem typischen Aussehen von Limeswachtürmen entspricht. Dies wurde in der wissenschaftlichen Literatur entsprechend kritisiert.

Als privat initiierter Rekonstruktionsversuch der Gemeinde Rheinbrohl, der in erster Linie auch zur Erinnerung an den Beginn des Limes errichtet wurde, ist er dennoch ein schönes Ausflugsziel, das gut mit einem Besuch der RömerWelt Rheinbrohl verbunden werden kann, die in unmittelbarer Nähe liegt.

Neben dem Turm befindet sich eine Kopie des Grabsteins des römischen Feldzeichenträgers Pintaius der V Cohorte Asturum. Das Original steht im Rheinischen Landesmuseum Bonn.

Die Inschrift lautet: „PINTAIUS PEDILICI  F(ilius), ASTUR TRANS MONTANUS CASTEL(l)O INTERCATIA, SIGNIFER C(o)HO(rtis) V ASTURUM, ANNO(rum) XXX STIP(endiorum) VII, H(eres) EX T(estamento) F(aciendum) C(uravit), AVE“.

Übersetzung: „Pintaius, Sohn des Pedilicus, aus dem Kastell Intercatia in Asturien, hinter dem Berg, Feldzeichenträger der Cohors V Asturum, 30 Jahre alt, 7 Jahre im Dienst. Sein Erbe hat hiermit das Testament erfüllt. Grüsse. „

Vor dem Turm steht außerdem eine bequeme, geschwungene Sitzbank für zwei Personen, wie man sie auch vom Ahrsteig und den Traumpfad-Wanderwegen kennt. Dort kann man sehr schön sitzen und die Aussicht auf den Rhein genießen.

Der Grabstein des Legionärs steht direkt neben dem Turm

Der Grabstein des Legionärs steht direkt neben dem Turm

Weiterführende Informationen:

Eintritt und Zugänglichkeit:

Der Wachturm samt Grabstein steht auf einer Wiese an der Landstraße und ist jederzeit frei zugänglich. Der Wachturm selbst kann jedoch nicht betreten werden, die Tür ist abgeschlossen.

Der Eintritt ist frei.

Sonstiges:

Fotografieren ist kein Problem.