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Jupitergigantensäulen – eine gallo-römische Neuschöpfung

Die rekonstruierte Jupitergigantensäule von Schwarzenacker (Foto von Lokilech, lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons)

Die rekonstruierte Jupitergigantensäule von Schwarzenacker (Foto von Lokilech, lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons)

Die Jupitersäule – eine Säule, auf deren Sockel vier klassische römische Götter abgebildet sind, darüber Wochengötter, Jahreszeiten und zuletzt der oberste römische Gott selbst, der auf seinem Thron sitzend auf die Welt hinabblickt: wer vermutet dabei nicht, daß es sich um eine der ur-römischsten Darstellungsformen der römischen Götterwelt handelt?

Tatsächlich aber sind die Jupitersäulen, und insbesondere ihre gallische Unterart, die Jupiter-Gigantensäulen, ein Phänomen, das südlich der Alpen nahezu unbekannt ist und das ein spannendes Zeugnis der Verschmelzung keltischer und römischer Glaubensvorstellungen darstellt. Sie ist deswegen ganz typisch für den gallo-römischen Cultus, wie er hier, in unserer Region, praktiziert wurde, wo Hunderte dieser Säulen auf engem Raum gefunden wurden.

Der Cultus um die Jupitergigantensäulen gilt als eines der besten Beispiele für eine neue, von Italien und dem Kernland losgelöste Form und eigenständige Entwicklung der römischen Religion – Religio Romana – nördlich der Alpen, auf die vor allem keltische, zum Teil aber auch orientalische Einflüsse einwirkten.

Die „klassische“ Jupitersäule, gekrönt von einem auf dem Thron sitzenden Jupiter, wie man ihn auch von Darstellungen der kapitolinischen Trias aus Rom kennt, entstand in Obergermanien im Raum Mainz und verbreitete sich von dort aus entlang des Mittelrheins bis hinauf an den Niederrhein, im nördlichen Gallien und Britannien.

Die Jupiter-Gigantensäule, als eigene Unterart, findet sich vor allem im östlichen Gallien, in Gallia Beligica, im Raum von Eifel, Mosel und Ardennen.

Einleitung: Was ist eine Jupitersäule?

Jupitersäulen (hier genutzt als Oberbegriff inklusive aller Unterarten) sind, vereinfacht gesagt, mehrere Meter hohe Säulen, auf deren Spitze sich eine Darstellung des Gottes Jupiter befindet – daher der Name.

Der Sockel einer Jupitersäule wird immer von einem „Viergötterstein“ gebildet, einem Quader, auf dessen vier Seiten vier Götter als Reliefs abgebildet sind. Die weitaus häufigste Götterkombination ist hierbei Herkules, Merkur, Minerva und Juno. Daneben treten auch Varianten mit anderen Göttern auf, z.B. mit Victoria, Fortuna, Apollo, Mars oder Proserpina.

Oberhalb des Sockels folgt ein kleinerer Sockel, der als „Wochengötterstein“ bezeichnet wird. In vielen Fällen enthält er Reliefs der klassischen Wochentags- oder Planetengötter Sol, Luna, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn. Oft aber finden sich hier auch andere Götter in beliebigen Kombinationen, wie z.B. Vulcanus, Apollo oder die Dioscuren.

Über diesem Sockelstein folgt oft ein Zwischenblock, in den die Weiheinschrift „IOM“ gemeißelt ist – die Abkürzung für den Namen des höchsten Gottes, Iupiter Optimus Maximus.

Es folgt eine mehrere Meter hohe Säule, deren Höhe zwischen 4 Metern bis hin zu 9 Metern (bei der höchsten bisher gefundenen Jupitersäule aus Mogontiacum/Mainz) variiert.

Jupitersäule an der Saalburg mit Altar

Jupitersäule an der Saalburg mit Altar

Es gibt dabei zwei Ausprägungen der Zwischensäule: beim „klassischen“ Typ, wie in Mainz, besteht die Säule aus einzelnen Säulentrommeln oder -blöcken, in die ebenfalls Bilder und szenische Darstellungen von Göttern gemeißelt sind.

Bei der gallischen Variante, der Jupitergigantensäule, sieht die Säule wie ein Baumstamm aus, es findet sich mehrheitlich ein markantes Schuppenmuster, seltener Eichenlaub, Weinranken oder andere Blätterdarstellungen.

Das korinthische Kapitell der Säule, auf dem der Abschlußstein ruht, ist mit Akanthusblättern verziert. Manche Kapitelle zeigen vier weibliche Gesichter an den vier Seiten, die als die vier Jahreszeiten gedeutet werden.

Auf dem Kapitell thront der Abschlußstein. Auf diesem befindet sich, je nach Region, eine von vier Jupiterdarstellungen. In Obergermanien und am Niederrhein bis nach Britannien zeigt diese Darstellung meist einen auf dem Thron sitzenden Jupiter, der ein Blitzbündel in der Hand hält. Auf den im ostgallischen Raum verbreiteten Jupitergigantensäulen ist Jupiter reitend auf dem Pferd dargestellt, wie er einen Giganten – oft in Form einer Schlange – niederreitet. Zwei seltenere Darstellungen zeigen Jupiter nackt und stehend, mit einem Blitz in der Hand, oder in einem von zwei Pferden gezogenen Streitwagen, der Biga. Oft trägt er dabei auch eine Rüstung, einen sogenannten Feldherrenpanzer.

Auf diese Darstellungen kommen wir später noch im Detail zurück.

Jupitersäulen waren in der Antike – wie auch andere Säulen, Statuen, Reliefs, Figuren, Grabsteine und Gebäude-, bunt bemalt, wodurch die dargestellten Götter und Szenen plastisch wurden. Eine nach historischem Vorbild rekonstruierte und bunt bemalte Jupitersäule befindet sich im Archäologischen Park Schwarzenacker und zeigt, wie eindrucksvoll und anschaulich eine solche Säule gewirkt haben mag.

Verbreitung der Säulen

Der reitende Jupiter zertrampelt die Giganten (Metz)

Der reitende Jupiter zertrampelt die Giganten (Metz)

Wie eingangs bemerkt, sind Jupitersäulen ein ausschließlich aus den Nordwestprovinzen des Römischen Reichs bekanntes Phänomen. Die weitaus größte Zahl wurde im Gebiet zwischen Obergermanien und Ostgallien gefunden. Einzelne Funde gibt es aus dem Donauraum. Eine einzige Säule soll in Rom vor dem Jupiterheiligtum auf dem Kapitol gestanden haben, diese ist jedoch nur aus der Erwähnung einer schriftlichen Quelle bekannt und archäologisch nicht erhalten.

Die größte und spektakulärste Jupitersäule wurde in Mainz gefunden, der ehemaligen Hauptstadt der Provinz Germania superior (Mogontiacum). Man geht davon aus, daß sie als Vorlage und Inspiration für die daraufhin überall entstehenden Säulen diente, die dann meist von lokalen Bildhauern kopiert und nach regionalen Vorlieben weiterentwickelt wurden.

Jupitersäulen fanden sich an verschiedenen Orten des öffentlichen Lebens, an den zentralen Plätzen von Ortschaften und Städten (im römischen Köln und Trier oder im belgischen Atuatuca Tungrorum), in ländlichen Siedlungen (wie z.B. im vicus von Bad Kreuznach, im vicus Belginum), vor allem in den Handwerkervierteln, in der Nähe von Militärkastellen (wie an der Saalburg), aber die meisten befanden sich tatsächlich im privaten Besitz und wurden von Einzelpersonen gestiftet und aufgestellt.

Die häufigsten Funde stammen von römischen Landgütern und Gutshöfen (villa rustica), wo sie oft vor dem Haupt-Wohngebäude oder im Eingangsbereich des Geländes zu finden waren. Das beweist, daß sie keine staatliche Einrichtung waren, die mit Staats- oder Kaiserkult in Verbindung stand, sondern daß sie auch eine wichtige Rolle im privaten Cultus, der Sacra Privata der Stadt- und Landbewohner spielten.

Jupitersäule im Merkurtempel von Tawern

Jupitersäule im Merkurtempel von Tawern

Oft standen Jupitersäulen auch in Tempelanlagen für andere Götter, wie zum Beispiel im Merkur-Tempelkomplex von Tawern. Viele dieser Heiligtümer waren lokalen, einheimischen Gottheiten geweiht, wie das Apollo-Grannus-Heiligtum von Alzey.

Vor der Säule befand sich oft ein Altar, auf dem Kulthandlungen vollzogen wurden. Auch standen die Säulen gelegentlich in eigenen, umgrenzten Arealen, in denen sich weitere Götterbilder, Reliefs oder Statuen befanden, wie für Epona oder den Genius loci des Ortes..

Die berühmte Mainzer Säule stammt aus dem Jahr 59 n. Chr. und wurde anläßlich eines vereitelten Attentats auf Kaiser Nero errichtet. Daher ist ihre Datierung sehr exakt möglich.

Die frühesten Gigantenreiter stammen aus der flavischen Kaiserzeit (ab 69 n. Chr.), der Höhepunkt ihrer Beliebtheit und Verbreitung lag jedoch zwischen 170 und 240 n. Chr..

Es gibt zahlreiche archäologische Funde gut erhaltener Säulenteile. Im Verbund erhaltene Säulen sind leider selten, meist sind die Säulen zertrümmert oder in verschiedene Teile zerbrochen. Auch die Mainzer Säule wurde aus zahlreichen Einzelstücken in aufwendiger Kleinarbeit wieder zusammengesetzt. Aufrecht stehende Säulen sind in Deutschland nicht erhalten; die einzige oberirdisch erhaltene Jupitergigantensäule Galliens stammt aus Cussy-la-Colonne in Frankreich.

Viergöttersteine in Bad Kreuznach

Viergöttersteine in Bad Kreuznach

Am häufigsten finden sich ihre Sockel – die Viergöttersteine -, die aufgrund ihrer symmetrischen Form oft bis ins Mittelalter hinein als beliebtes Baumaterial genutzt wurden, vor allem beim Bau von Kirchen. Als sogenannte „Spolien“ (wiederverwertete Teile von Bauwerken älterer Kulturen) fanden sich gut erhaltene Viergöttersteine in Altären (wo sie oft zu Darstellungen von Heiligen umgedeutet wurden oder den Sieg des Christentums über die heidnischen Götter demonstrierten) und in den Wänden mittelalterlicher Kirchen und Kapellen. Ein Beispiel dafür ist der Viergötterstein in der Dorfkirche von Hottenbach im Hunsrück, der erst Teil des Altars war und nach der Reformation als Baumaterial oberhalb der Kirchentür verwendet wurde.

Aber auch geschuppte Säulen und Kapitelle sind in großer Zahl erhalten, ebenso wie die verschiedenen Jupiterdarstellungen auf dem Abschlußstein.

Die vielen gut erhaltenen Funde von Säulenteilen erlauben einen guten Überblick über die räumliche und zeitliche Verteilung der Jupitersäulen, sowie über die geographische Verbreitung der unterschiedlichen Darstellungsformen.

Die Jupitergigantensäule – germanisch oder keltisch?

Schon früh fielen interessierten Forschern die Jupitergigantensäulen mit ihren schuppigen, baumstammartigen Säulen und dem berittenen Jupiter auf der Spitze auf, die so gar nicht zu typisch römischen Darstellungen des höchsten aller Götter passten.

Die schuppige Säule ist typisch für den Untertyp der Jupitergigantensäule

Die schuppige Säule ist typisch für den Untertyp der Jupitergigantensäule

Während der auf dem Thron sitzende Jupiter aus dem Raum Mainz noch eindeutig von der Darstellung der kapitolinischen Trias aus Rom übernommen worden war, wußte man mit dem berittenen Jupiter, der den Giganten vom Pferd aus niederreitet, zuerst nichts anzufangen. Zwar ist die Niederschlagung der rebellierenden Giganten durch Jupiter – unterstützt von Herkules – ein klassisches Thema der griechisch-römischen Mythologie, aber in keiner einzigen Darstellung südlich der Alpen oder gar in Rom selbst wurde Jupiter jemals auf einem Pferd reitend dargestellt. Ein reitender Jupiter entspricht einfach so gar nicht der traditionellen römischen Ikonographie dieses Gottes.

Im 19. Jahrhundert, im Rahmen der Germanen-Romantisierung, deutete man die schuppigen Säulen als Irminsul, den heiligen Baum der Sachsen, und vermutete germanische Wurzeln in der Darstellung des reitenden Jupiter als Odin mit seinem Pferd Sleipnir oder als blitzeschleudernder Donnergott Thor. Abgesehen davon, daß diese beiden skandinavischen Götter nicht wirklich etwas mit dem Glauben der hier ansässigen Südgermanen zu tun hatten, sprachen auch archäologische Siedlungsbefunde in den Verbreitungsgebieten dieser Säulen gegen einen germanischen Einfluß oder gar eine germanisch-römische Synkretisierung aus Donar-Herkules, Donar-Jupiter oder Wodan-Jupiter samt Irminsul, die man gerne hineininterpretierte.

Stattdessen wurde die überwältigende Mehrzahl der Jupitergigantensäulen auf eindeutig keltisch besiedeltem Gebiet gefunden, die meisten davon in Gallien und im eindeutigen Kontext von typisch keltischen und gallo-römischen Siedlungsspuren.

Im 19. Jahrhundert, im Zuge der Germanen-Romantisierung, deutete man den Gigantenreiter gerne als Odin auf seinem Pferd Sleipnir

Im 19. Jahrhundert, im Zuge der Germanen-Romantisierung, deutete man den Gigantenreiter gerne als Odin auf seinem Pferd Sleipnir

Heutzutage ist der keltisch-römische Hintergrund der Jupitergigantensäulen in der Forschung unstrittig, auch wenn es aus dem neuheidnischen germanischen Lager immer wieder Stimmen gibt, die es gerne anders sehen würden. Aber eine massenhafte Verbreitung der sächsischen Irminsul in den Weiten Galliens, in gallo-römischen Gutshöfen und Ansiedlungen, in eindeutig keltischen Siedlungsgebieten an der Mosel, in der Eifel und in Luxemburg, macht selbst bei oberflächlicher Betrachtung keinen Sinn.

Die Darstellung des Blitze schleudernden Gottes auf dem galoppierenden Pferd interpretiert als Odin auf Sleipnir, Wotan, Thor oder Donar ist in germanischen Kreisen nach wie vor ein beliebtes Diskussionsthema, wobei man sich hier bezüglich der Entsprechungen – die meist aus der Germania von Tacitus abgeleitet werden – nicht ganz einig ist. Denn einerseits wird Wodan mit Merkur gleichgesetzt, während Donar die Entsprechung von Jupiter, aber auch von Herkules ist. Da die Jupitersäulen – auch aus der Inschrift IOM – eindeutig als dem höchsten römischen Gott geweihte Säulen zu erkennen sind, wären sie nach germanischem Verständnis Donar-Säulen und keine Wodan-Säulen. Diese Spekulationen überlassen wir an dieser Stelle aber denjenigen, denen es ein Anliegen ist, ein antikes, vereintes und religiös in sich geschlossenes Germanentum im gesamten Raum links des Rheins zu beweisen 😉

Wir halten uns an die provinzial-archäologischen Befunde und das, was für uns – als Praktizierende des Cultus Deorum Romanorum mit gallo-römischem Schwerpunkt – als im wissenschaftlichen Kontext historisch wahrscheinlich und damit sinnvoller erscheint.

Die „klassische“ Jupitersäule aus Obergermanien

Die fast 10 Meter hohe Jupitersäule von Mainz, deren Repliken heute sowohl vor dem Mainzer Landtag als auch bei der Saalburg im Taunus zu bestaunen sind, gilt als die „Mutter aller Jupitersäulen„. Sie löste einen regelrechten Trend aus und führte zu einem fast explosionsartigen Auftauchen weiterer, meist jedoch deutlich kleinerer Säulen, rund um Mainz im Raum Obergermanien.

Der sitzende Jupiter auf dem Thron (RGM Köln)

Der sitzende Jupiter auf dem Thron (RGM Köln)

Diese Form mit dem sitzenden Jupiter und den bildlich gestalteten Säulen verbreitete sich schnell nördlich entlang des Rheins bis nach Niedergermanien und schaffte auch den Sprung nach Britannien.

Die Darstellungsweise des auf dem Thron sitzenden Jupiters ist, wie bereits erwähnt, typisch römisch und stammt aus dem Kapitol in Rom. Sie ist an die klassisch griechische Darstellung des Zeus angelehnt und betont Jupiters Funktion als Göttervater, der an der Spitze der römischen Götter steht – als Iupiter Optimus Maximus meist dargestellt in der Trias mit seiner Frau Juno und seiner Tochter Minerva.

Diese sitzende Darstellung als Teil der kapitolinischen Trias entspricht auch der Darstellung des Jupiter, wie er im römischen Staats- und Kaiserkult, vor allem in den Städten und Fahnenheiligtümern der Legionen verehrt wurde. Daß diese enge Verbindung des Jupiter zum Kaiserkult auch in den nördlichen Provinzen eine wichtige Rolle spielte, beweist die ab dem 3. Jahrhundert häufig auftretende Weiheformel „IHDD“, „In Honorem Domus Divinae“ – „zu Ehren des göttlichen Kaiserhauses“, die oft in Verbindung mit IOM zu finden ist.

Das Militär in den Provinzen, vor allem in den Limeskastellen wie in der Saalburg, verehrte Jupiter als IOM Stator, als „Jupiter, der die flüchtenden Heere zum Stehen bringt“ und demnach als Schlachtengott den Sieg bringt.

Das Blitzbündel in seiner Hand betont seine Funktion als Gewitter-, Donner- und Blitzgott, der in den Erscheinungsformen von Jupiter tonans („dem Donnernden“) und Jupiter fulgur („dem Blitzenden“) auftritt.

Diese Jupitersäulen zeigen, im Gegensatz zu den mit Schuppen oder Blättern dekorierten Jupitergigantensäulen, oft reiche bildliche Darstellungen weiterer Götter oder anderer vergöttlichter Elemente (wie der Genius des Kaisers Nero in Mainz) auf den Säulentrommeln.

Der stehende Jupiter als Himmelsgott

Der stehende Jupiter (Jupitersäule Saalburg)

Der stehende Jupiter (Jupitersäule Saalburg)

Eine zweite Darstellungsweise des Jupiter, die in den Nordwestprovinzen vorkommt, folgt ebenfalls der klassischen römischen Ikonographie.

Hier wird Jupiter als Göttervater und Himmelsgott stehend dargestellt, bärtig, nackt und nur mit einem Schulterüberwurf bekleidet. In seiner rechten ausgestreckten Hand sitzt ein Adler, in der linken Hand hält er eines seiner anderen typischen Attribute, entweder Zepter, Patera (Opferschale) oder das Blitzbündel.

Diese Darstellung ist weitaus seltener als die klassische sitzende, kapitolinische Form und der Jupitergigantenreiter.

Der Jupitergigantenreiter

Eindeutig nicht-römischer Herkunft ist die Darstellung des Jupitergigantenreiters, der sich auf zahlreichen Säulen im östlichen Gallien findet.

Jupiter sitzt hier auf einem galoppierenden Pferd, das einen Giganten in Form eines Riesen oder einer Schlange niedertrampelt, wobei der Gott oft ein Blitzbündel schleudert. Mit der anderen Hand hält er oft ein Rad, in dessen Speichen er greift.

Die Darstellung eines auf einem Pferd reitenden Jupiters ist aus dem südlichen Bereich des Römischen Reichs nicht bekannt, sondern entstammt keltischen Vorstellungen. Ebensowenig gehört das Rad zu Jupiter, es ist ebenfalls ein typisch keltisches Symbol.

Bevor wir uns dieser keltischen Variante des Jupiters zuwenden, betrachten wir die ebenfalls keltische Darstellung der Säulen mit ihrem Schuppen- oder Blätterbewuchs.

Jupitergigantenreiter aus Ladenburg (Foto von Klaus Graf)

Jupitergigantenreiter aus Ladenburg (Foto von Klaus Graf)

Es gibt mehrere römische und griechische literarische Quellen, die eine Verbindung zwischen Jupiter (oder seiner griechischen Entsprechung Zeus) und einem keltischen Baumkult herstellen.

Schon im 2. Jahrhundert v. Chr. berichtete der Grieche Maximos von Tyros, daß die „Kelten als Götterbild des Zeus eine hohe Eiche verehren“. Auch der römische Dichter Valerius Flaccus beschreibt um 70 n. Chr. in seiner „Argonautica“ einen einheimischen Stamm an der unteren Donau, der Baumstämme mit der Statue Jupiters darauf verehren würde („truncae Iovis simulacra coumnae„). In beiden Quellen wird eine baumartige Säule mit dem Gott Jupiter in Verbindung gebracht.

Daß für die Kelten Bäume in ihrer kultischen Praxis eine wichtige Rolle spielten, ist unumstritten. Der nemetom – die keltische Bezeichnung für einen Kultplatz, etymologisch verwandt mit dem griechischen νέμος / némos (Waldung) und dem lateinischen nemus (Hain) – wird oft als Wald- oder Baumheiligtum gedeutet, auch wenn die Kelten, entgegen populärer romantischer Vorstellungen ihre Religion nicht nur im „Heiligen Hain“ praktizierten, sondern durchaus auch fest errichtete Tempelgebäude nutzten und ihre Oppida – Großsiedlungen – städtische Formen hatten, so daß mit nemetom vielfältige Formen einer „geheiligten  Stätte“ gemeint sein können.

Auch bei Kelten sehr beliebt: Hercules (Detail der rekonstruierten Säule von Schwarzenacker)

Auch bei Kelten sehr beliebt: Hercules (Detail der rekonstruierten Säule von Schwarzenacker)

Auch wird oft eine Verbindung zwischen den Druiden mit einem Eichenkult postuliert; Plinius der Ältere vermutete, daß die Bezeichnung auf das altgriechische Wort für „Eiche“ zurückgeht. Auch die keltische Wurzel „dru“ für „Eiche“ steckt in dem Wort, so daß die Übersetzung des Wortes „Druide“ als „Eichenkundiger“ in der Wissenschaft heute gängig ist.

Ein gutes Beispiel für diese Übertragung keltischer Kultvorstellungen ist die 1964 gefundene Jupitergigantensäule aus Hausen an der Zaber, deren Säulentrommeln statt mit Schuppenbewuchs mit Eichenlaubblättern geschmückt sind.

Hierbei muß jedoch auch beachtet werden, daß die Eiche nicht nur ein typisch keltisches Symbol ist, sondern auch Jupiter selbst – beziehungsweise seinem griechischen Äquivalent Zeus – als heiliger Baum gilt, der in der Mythologie eine wichtige Rolle spielt, da Zeus im Orakel von Dodona aus dem Rauschen der Blätter einer Eiche weissagt. Insofern paßt die Verzierung einer Säule mit Eichenlaub zu beiden Kulturkreisen und kann in beide Richtungen gedeutet werden.

Die Baumstamm- und Schuppensymbolik der gallischen Jupitergigantensäulen ist deswegen zwar ein gut belegbares Indiz für einen Zusammenhang mit keltischem Baumkult, eindeutiger auf keltische Einflüsse hinweisend ist jedoch die Darstellung des Jupiters mit dem Rad.

Jupiter mit dem Rad

Opferszene an einer Jupitersäule mit Rad (Mosaikkalender aus St. Romain-en-Gal)

Opferszene an einer Jupitersäule mit Rad (Mosaikkalender aus St. Romain-en-Gal)

Die Verbindung Jupiters mit dem Rad ist auch von anderen bildlichen Darstellungen aus dem gallo-römischen Raum bekannt. In Alzey gibt es die Darstellung eines auf dem Thron sitzenden Jupiters, dessen Thron an der Seite ein Radsymbol zeigt.

Das Rad gilt generell als ein Himmelssymbol, wobei es nicht nur als Sonnenrad auftritt, sondern auch als Donnerrad, was sich aus dem rumpelnden Geräusch eines fahrenden Wagens leicht erklären läßt.

Ein Mosaik aus einem Landgut aus St.-Romain-en-Gal zeigt einen Mann und eine Frau, die vor einer Jupitersäule ein Opfer an Jupiter frugifer darbringen, um für gute Ernte zu bitten. Die dargestellte Jupitersäule zeigt auf der Spitze einen stehenden Jupiter, der in der rechten Hand ein Blitzbündel hält und mit der linken Hand auf ein Rad gestützt ist.

Die eindeutigste Verbindung stammt jedoch aus Köln, wo auf einem Jupiteraltar mit der Inschrift IOM ein achtspeichiges Rad abgebildet ist. Es gibt auch Bildnisse ohne Jupiterfigur, wo nur das Rad in Kombination mit dem Blitzbündel dargestellt ist. Der mit Blitz und Rad assoziierte Gott wird in allen erhaltenen Inschriften als Jupiter identifiziert und ist deswegen eindeutig.

(mehr …)

Antike Stätten: Viergötterstein in Hottenbach

Der Viergötterstein in der Kirche von Hottenbach, hier: Hercules und Merkur

Der Viergötterstein in der Kirche von Hottenbach, hier: Hercules und Merkur

Anschrift:

Evangelische Kirche Hottenbach, Hauptstr. 14a, 55758 Hottenbach

Anfahrt:

Der Viergötterstein befindet sich im gotischen Chorraum der evangelischen Kirche von Hottenbach.

Das Dorf liegt im Hunsrück am Rande des Idarwaldes, etwa 13 km vom Archäologiepark Belginum entfernt. Bis Belginum folgt man der Hunsrückhöhenstraße, die in ihrem Verlauf immer noch der alten römischen Ausoniusstraße entspricht. Von dort aus führt die Landstraße 162 nach Hottenbach.

Wir empfehlen dem motorisierten gallo-römisch interessierten Touristen jedoch eine alternative Route: von Belginum aus erst über Hochscheid und Stipshausen (wo sich drei interessante Stätten für Sirona und Apollo-Grannus befinden) und von dort über weiter nach Hottenbach, da die Orte an einer anderen, kleinen Landstraße direkt aufeinanderfolgen.

Parkmöglichkeiten bestehen, da es sich um ein kleines Dorf handelt, überall an den Dorfstraßen im Umfeld der Kirche.

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist etwas umständlich. Der nächste Bahnhof befindet sich in Idar-Oberstein. Von dort aus fährt die Buslinie 351 (von Idar-Oberstein über Rhaunen nach Flughafen-Hahn), die auch sporadisch an der Kirche in Hottenbach hält. Innerhalb der Woche kommt man zumindest vormittags noch alle paar Stunden hin und weg, Samstags fahren drei Busse bis zum frühen Nachmittag und Sonntags verkehrt der Bus gar nicht. Die Anreise muß also sehr genau im Vorfeld geplant werden, wenn man nicht in dieser entlegenen Region im Hunsrück stranden möchte.

Ambitionierten Wanderfreunden empfehlen wir den „Sirona-Weg„, ein 106 km langer Fernwanderweg, von dem ein Teilabschnitt zwischen Belginum, Hottenbach und Bundenbach verläuft. Der Viergötterstein ist eine Station auf dem Weg, neben den Sirona-Pavillons in Hochscheid und Stipshausen, dem Archäologiepark Belginum und der rekonstruierten keltischen Höhensiedlung bei Bundenbach. Der Sirona-Weg befindet sich lt. Angaben der Verbandsgemeinde zur Zeit in Überarbeitung, so daß einige Stationen und Informationstafeln auf dem Weg aktuell nicht mehr so gepflegt sind, wie sie sein sollten. Auch ist die Website zur Zeit offline. Der Weg kann aber dennoch gut gegangen werden und verbindet interessante keltische und römische Wegpunkte.

Hintergrundinformationen:

Die evangelische Kirche von Hottenbach steht auf einem römischen Gebäude. Der Viergötterstein war im Altar verbaut

Die evangelische Kirche von Hottenbach steht auf einem römischen Gebäude. Der Viergötterstein war im Altar verbaut

Der 57 x 60 x 118 cm große Viergötterstein von Hottenbach ist ein für den östlichen gallischen Raum typisches Fundament einer Jupitersäule. Der quadratische Block zeigt auf den vier Seiten die Gottheiten Merkur, Hercules, Minerva und Juno. Darüber befand sich eine Säule, die entweder ein Schuppenmuster oder weitere Götter darstellte. Auf einem Podest auf der Spitze der Säule thronte eine Jupiterfigur, entweder in der klassischen sitzenden Position mit Blitzbündel in der Hand, oder in der nur im östlichen Gallien vorkommenden Form des auf einem Pferd reitenden Jupiters, der einen Giganten (meist in Form einer Schlange) niederreitet.

Die oberen Teile der Säule wurden nicht aufgefunden, lediglich der relieftragende Sockel ist erhalten geblieben. Diese Form der mehrere Meter hohen Weihedenkmäler war im 2. bis 3. Jahrhundert n. Chr. in diesem Raum weit verbreitet. Die Säulen fanden sich oft in Heiligtümern (wie heute auch im Merkur-Tempelkomplex in Tawern zu sehen), aber auch auf öffentlichen Plätzen oder an römischen Gutshöfen (villa rustica).

Gotische Fresken der katholischen Vorgängerkirche aus dem 12. Jahrhundert

Gotische Fresken der katholischen Vorgängerkirche aus dem 12. Jahrhundert

Der Grund für die Erhaltung des Viergöttersockels ist, daß er einst in den Altar der christlichen Vorgängerkirche aus dem 12. Jahrhundert eingemauert worden war, bei dem die Relieffiguren möglicherweise zu Heiligen umgedeutet worden waren – eine im Mittelalter nicht ungewöhnliche Praxis, die im Grunde die Praxis der Identifizierung und Gleichsetzung von Göttern, gemäß ihren Attributen, aus dem paganen Kontext weiterführt. Nach der Reformation wurde die Kirche nach protestantischem Geschmack umgebaut und Bruchstücke des mittelalterlichen Altars, sowie der Viergötterstein, wurden im alten Nordportal des Turms vermauert.

Im Jahr 1903 wurde das alte Kirchenschiff durch einen neuen Zentralbau ersetzt, der sich an den gotischen Turm anschließt. Bei den Abbrucharbeiten der alten Kirche entdeckte man, daß sich das Gebäude auf römischen Fundamenten befindet. Daß die Gegend zur römischen Zeit eine wichtige Rolle spielte, war bereits bekannt – die nahe Hunsrückhöhenstraße von Trier nach Bingen und Mainz war eine wichtige, gut ausgebaute römische Schnellstraße und der nahe vicus Belginum ein Dreh- und Angelkreuz des Fernhandels.

Unterhalb der Kirche wurden römische Fundamente aus Ziegelmauerwerk, eine Fußbodenheizung aus Hypokausten und plastisch gearbeitete Reliefs und Spolien gefunden, so daß man davon ausgeht, daß die Sandsteinquader dieses römischen Gebäudes zum Bau der Kirche verwendet wurden, so wie der Viergötterstein Teil des Altars wurde.

Insofern ist der Kirchenbau selbst als „antike Stätte“ bzw. als über einer antiken Stätte liegend anzusehen, was ihn für den Römer-Touristen interessant macht und Grund dafür war, warum die Kirche von Hottenbach eine Station des Sirona-Weges wurde.

Öffnungszeiten, Eintritt, Zugänglichkeit:

Wir schließen uns eine Kirche auf!

Wir schließen uns eine Kirche auf!

Da es sich um eine evangelische Kirche handelt, die in der Regel – im Gegensatz zu katholischen Kirchen – verschlossen sind, erfordert der Besuch des Viergöttersteins etwas Abenteuerlust. Es ist nämlich möglich, sich den Schlüssel zur Kirche im gegenüberliegenden Pfarrhaus (Hauptstraße 7) beim dort wohnenden Pfarrerehepaar Zimmermann zu leihen. Eine telefonische Terminabsprache über das Pfarramt ist möglich, ansonsten kann man, wenn man zeitlich nicht genau einschätzen kann, wann man in Hottenbach ist, sein Glück auch spontan versuchen und dort klingeln.

Die Herausgabe des Schlüssels erfolgt unkompliziert und unbürokratisch; man ist Besucher gewohnt, da die Kirche sowohl Station des Sirona-Weges als auch des Stumm-Orgel-Weges ist, der Kirchen der Umgebung verbindet, die eine Stumm-Orgel enthalten (die Orgelbauerfamilie Stumm stammte aus dem Hunsrück und gehörte zu den berühmtesten Orgelbauern Deutschlands, ihre Orgeln finden sich in vielen Kirchen des ganzen Landes, aber besonders gehäuft in den kleinen Dorfkirchen dieser Region).

Den Schlüssel wirft man nach Beendigung seines Besuchs einfach wieder in den Briefkasten des Pfarrhauses.

Eintritt oder eine Gebühr wird nicht erhoben.

Beschreibung:

Die evangelische Kirche liegt auf einer kleinen Erhebung inmitten des Dorfes. Vor der Kirche steht eine Infotafel des Sironaweges, der einige Hintergrundinformationen zum Viergötterstein und dem römischen Vorgängerbau zu entnehmen sind.

Nachdem man die schwere Holztür aufgeschlossen hat, steht man im neu gebauten Zentralteil, der nach typisch evangelischem Geschmack schlicht eingerichtet ist (für unseren Geschmack, im Gegensatz zu katholischen Kirchen, definitiv zu unkultisch). Die Einrichtung ist aus hellem Holz gestaltet und die Stumm-Orgel hinter dem Altar dominiert den Zentralbau.

Der Viergötterstein dient offenbar auch als Kerzenständer

Der Viergötterstein dient offenbar auch als Kerzenständer

Rechts vom Eingang liegt der alte Chorraum der Vorgängerkirche, an dessen Decke und Wände noch gotische Fresken zu sehen sind. Leider wird dieser Raum etwas lieblos als Gerümpel-Ablage genutzt und die in den 80er Jahren restaurierten Wand- und Deckengemälde sowie der gesamte Turm könnten eine Renovierung vertragen. So wird der abgetrennte Seitenbereich etwas stiefmütterlich behandelt, wobei herumstehende Holzlatten, Klappstühle, Schilder, gemaltes Zubehör von Kindergottesdiensten und sonstige dort verstauten Gegenstände nicht gerade helfen diesen Eindruck der Vernachlässigung loszuwerden.

Der Viergötterstein steht mitten in diesem Chorraum, neben einem etwas unpassenden lilafarbenen, herzförmigen Teppich, der spontan an einen Badezimmervorleger denken lässt. Auf dem Stein steht eine Stumpenkerze, vermutlich wird er als Tisch oder Kerzenhalter verwendet, wenn im Anbau irgendwelche Lesekreise oder andere Treffen abgehalten werden.

Der Stein selbst, der sowohl im Altar als auch in einer Kirchenwand vermauert war, ist stark verwittert beziehungsweise abgenutzt. Allen vier Göttern fehlen die Köpfe oder Gesichter. Hercules ist, dank seiner Keule, noch am besten zu erkennen. Merkur hält in seiner rechten Hand den typischen Geldbeutel und in der Armbeuge des linken Arms den Caduceus. Minerva und Juno sind an ihren langen Gewändern zu erkennen; Junos Weihrauchopfer ist zu erahnen, ebenso wie Minervas Lanze. Da diese vier Gottheiten in der Regel zusammen auf einem Viergötterstein abgebildet sind, sind sie aus dem Kontext alle vier aber eindeutig zu identifizieren.

Sonstiges:

Als Station des Sironaweges gibt es eine Infotafel vor der Kirche

Als Station des Sironaweges gibt es eine Infotafel vor der Kirche

Da man – dank des Schlüssels – alleine in der Kirche ist, ist Fotografieren uneingeschränkt möglich. Auch kann man auf die Tribüne steigen, von der aus man einen guten Blick in den Kirchenraum hat.

Der Besuch der Kirche sollte auf jeden Fall mit weiteren Zielen in der Umgebung kombiniert werden, da die Stätte allein eine aufwendige Anreise nicht rechtfertigt – sie ist eher ein Kuriosum auf dem Weg, das man gut mitnehmen kann.

Wir empfehlen deshalb, diesen Ort mit einem Besuch des Archäologieparks Belginum zu kombinieren, mit den drei Sironastätten in Hochscheid und Stipshausen, sowie dem Keltendorf Bundenbach. All diese Orte sind an einem Tagesausflug (mit dem Auto) gut und entspannt zu bewältigen, da sie alle nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegen.

Antike Stätten: Jupitersäule an der Saalburg

Die Jupitersäule ist ein beeindruckender Anblick!

Die Jupitersäule ist ein beeindruckender Anblick!

Anschrift:

An der Jupitersäule, 61350 Bad Homburg vor der Höhe

Anfahrt:

Die Jupitersäule liegt in einem kleinen parkartigen Gelände am Rundwanderweg Saalburg als Teil des Limeserlebnispfads Hochtaunus. Sie ist etwa 300 Meter vom Römerkastell Saalburg entfernt.

Das Gelände rund um die Saalburg gehört zu Bad Homburg vor der Höhe und liegt im Hochtaunus. Durch Eingabe der Anschrift ist es mit dem Auto gut zu finden.

Parkmöglichkeiten sind an der Saalburg immer etwas eingeschränkt, da es dort oft sehr voll ist. Unmittelbar am Weg zur Jupitersäule liegt ein Landgasthof, der gut besucht ist und ebenfalls für hohes Parkaufkommen sorgt, ebenso wie die vielen Wander- und Radwege, die stark frequentiert sind. Da man den Besuch der Jupitersäule aber ohnehin immer mit einem Besuch der Saalburg und des davor liegenden Mithräums verbinden wird, kann man auch auf den Parkplätzen der Saalburg oder entlang der Zufahrtsstraße parken. Bei Veranstaltungen wird einem hier bisweilen ein Parkplatz (gebührenfrei) durch Ordner zugewiesen.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist dieser Ort ebenfalls gut erreichbar, es verkehren regelmäßig Linienbusse zwischen Bad Homburg, dem nahegelegenen Hessenpark und der Saalburg.

Ansonsten kann man sich das Gebiet auch gut über diverse Taunus-Wanderwege in der reizvollen Landschaft des schwer zugänglichen Hochtaunus erwandern. Dabei erhält man gleich einen guten Eindruck davon, wie ungastlich ein Leben am Limes in dieser Region gewesen sein mag.

Hintergrundinformationen:

Die Säule befindet sich direkt am Limeserlebnispfad Hochtaunus

Die Säule befindet sich direkt am Limeserlebnispfad Hochtaunus

Die Jupitersäule ist keine „echte“ antike Stätte, wir halten sie aber trotzdem für relevant genug, um von uns in dieser Kategorie aufgeführt zu werden.

Tatsächlich wurde die Jupitersäule erst Anfang des 20. Jahrhunderts im Rahmen der Rekonstruktion des Kastells Saalburg durch Kaiser Wilhelm II als weitere „Attraktion“ zusammen mit dem Mithräum im Umfeld der Saalburg errichtet.

Nichtsdestotrotz handelt es sich dabei um kein Phantasiegebilde aus der Kaiserzeit, sondern um eine archäologisch interessante Rekonstruktion – und zudem um eine sehr beeindruckende dazu -, die einen guten Eindruck davon vermittelt, wie die zur römischen Zeit in den germanischen und gallischen Provinzen verbreiteten Jupitersäulen gewirkt haben müssen, die typisch für diese Regionen waren.

Bei der Jupitersäule handelt es sich um eine Replik einer originalen Jupitersäule aus Mainz, dem antiken Mogontiacum, die heute im Landesmuseum Mainz ausgestellt ist und in Nachbildung vor dem Landtag von Rheinland-Pfalz steht. Weitere Kopien dieser Säule stehen in Paris und Rom.

Zum Zeitpunkt der Entdeckung der Kalksteinsäule in Mainz war diese vollkommen zerstört und wurde in mühevoller Kleinarbeit aus über 2000 Einzelteilen wieder zusammengesetzt.

Der überlebensgroße Gott Jupiter Optimus Maximus schleudert Blitze

Der überlebensgroße Gott Jupiter Optimus Maximus schleudert Blitze

Die Besonderheit der Kopie an der Saalburg ist, daß es sich nicht nur um eine reine Replik der Säule aus Mainz handelt, sondern daß diese auch noch ergänzt und an den Stellen vervollständigt wurde, für die es in Mainz keine Überlieferungen gibt. Es handelt sich auch nicht, wie sonst üblich, um einen Abguss des Originals, sondern die Säule wurde von einem Bildhauer aus Kalkstein nachgefertigt.

Die Höhe der Säule beträgt 12,50 Meter. Auf ihrer Spitze thront eine überlebensgroße, stehende, komplett vergoldete Figur des Gottes Jupiter. Von dieser Statue wurden in Mainz nur wenige Bruchstücke gefunden, wie der linke Fuß, ein Finger, ein Blitz, eine Adlerklaue und ein kleines Stück des Körpers. Wahrscheinlich wurde die vergoldete Bronzestatue nach der gewaltsamen Zerstörung der Jupitersäule in Mainz eingeschmolzen. Deswegen hat man sich bei der Rekonstruktion der Gottesstatue an der Saalburg auf besser erhaltene Statuen von diversen Fundorten bezogen, um ein stimmiges und authentisches Bildnis zu erschaffen.

Zu römischer Zeit war die komplette Säule, die zahlreiche Götterdarstellungen zeigt, bunt bemalt. Dies wurde bei der Rekonstruktion nicht nachvollzogen, so daß die Säule selbst die Farbe des Kalksteins hat, aus dem sie besteht.

Eine Inschriftentafel im unteren Bereich der Säule besagt, daß die Mainzer Bürger diese Säule dem obersten Gott Jupiter Optimus Maximus zum Wohle des Kaisers Nero geweiht haben. Damit ist das Original etwa um das Jahr 59 n. Chr. datierbar, in dem Nero nur knapp einer Verschwörung entkommen war. Da Nero nach seinem Selbstmord im Jahre 68 unter die reichsweite Damnatio memoriae fiel, wurden alle Inschriftenteile, die sich auf ihn beziehen, unkenntlich gemacht. Sie sind aber nach wie vor entzifferbar.

Vor der Jupiterstatue wurde ein Weihealtar errichtet, der in Mainz zusammen mit der Säule gefunden wurde. Auch er trägt eine Inschrift, die den gleichen Inhalt hat wie die Inschrift der Jupitersäule. An den Seiten des Altars sind Gegenstände abgebildet, die für Opferhandlungen verwendet wurden.

Beschreibung:

Zu römischer Zeit waren Säulen bunt bemalt. Hier eine Skizze, die Anfang des 20. Jahrhunderts angefertigt wurde

Zu römischer Zeit waren Säulen bunt bemalt. Hier eine Skizze, die Anfang des 20. Jahrhunderts angefertigt wurde

Die 12,50 Meter hohe Jupitersäule, auf die ein gerader Fußweg zuführt, wirkt schon aus der Ferne beeindruckend, insbesondere durch die überlebensgroße vergoldete Jupiterstatue auf ihrer Spitze. Die Statue steht auf einem erhöhten Podest, davor befindet sich der Weihealtar. Umrahmt wird diese Anordnung von geschnittenen Hecken, die wie ein Zaun wirken, so daß der Bereich nur von vorne betreten werden kann.

Die Säule ist in einem guten Zustand und die Reliefs sind deutlich erkennbar.

Auf dem Sockelstein der Säule sind folgende Götter abgebildet: Hercules, Fortuna und Minerva, Jupiter, Merkur und ein nicht identifizierter Gott, möglicherweise Salus.

Darüber befindet sich ein Sockelstein mit der erwähnten Inschrift, sowie Abbildungen von Apollo und den Dioskuren Castor und Pollux. Alle Reliefs sind reich verziert.

Auch die darüberliegenden runden Säulentrommeln tragen Götterdarstellungen, es finden sich Mars, Victoria, Neptun und Diana, gefolgt von Vulcanus und Ceres (?), Roma (?) und Virtus (?). Die mit Fragezeichen gekennzeichneten Gottheiten sind nicht mit letzter Sicherheit identifiziert, aber ihre Zuordnung ist wahrscheinlich.

Die nächste Säule zeigt Vesta (?), Pax (?), Aequitas (?) und eine unbekannte Göttin.

Darüber finden sich zwei Laren, Bacchus und der Genius des Kaisers Nero (?). Auf der obersten Säulentrommel befinden sich Juno, Luna als Lenkerin einer Biga und Sol als Lenker einer Quadriga.

Herkules befindet sich auf dem Viergötterstein, der als Sockel der Säule dient

Herkules befindet sich auf dem Viergötterstein, der als Sockel der Säule dient

Auf dem korinthischen Kapitell mit Akanthusblättern schließlich steht Jupiter, der ein Blitzbündel schleudert.

Anders als in vielen Darstellungen der im gallo-römischen Raum verbreiteten Jupitergigantensäulen, handelt es sich hier um die klassische Darstellung auf einem Viergötterstein als Sockel, während sich bei vielen anderen dieser Säulen die gallo-römisch geprägte Darstellung des Jupiter im Zweikampf mit einer giganischen Schlange findet (gute Beispiele sind unter anderem im Gallo-Romeins Museum in Tongeren zu besichtigen). Bei diesem Untertypus der Jupitersäulen ist die Säule selbst geschuppt und nicht mit Götterbildern versehen. Beide Formen sind jedoch typisch für den gallo-römischen Raum nördlich der Alpen, wo sie sich jahrhundertelang großer Beliebtheit und Verbreitung erfreuten.

Da an der Jupitersäule mehrere Wander- und Radwege vorbeiführen, die stark frequentiert sind, leidet der Ort – wie so viele historische Bauten – unter dem in unserer Zeit so verbreiteten Kulturbanausentum. So befindet sich auf der Frontseite des Weihealtars leider ein neongrünes Graffiti und bei unserem letzten Besuch lag hinter dem Altar Abfall mit Essensresten und benutztem Einweggeschirr aus Plastik, wahrscheinlich, da die Treppen zur Säule zur Rast einladen.

Dafür kann natürlich die Säule nichts; sie ist auf jeden Fall ein beeindruckender Anblick und läßt den Besucher gut nachvollziehen, wie sich ein Einheimischer in den Provinzen fühlte, wenn er dem höchsten römischen Gott in Form einer solchen Präsentation gegenüberstand.

Neben der Säule befindet sich eine Informationstafel aus wilhelminischer Zeit, deren Inhalt den damaligen Forschungsstand wiedergibt. Zur Ergänzung steht am Wegrand eine moderne Informationstafel des Limeserlebnispfads Hochtaunus, die anschaulich (und mit englischer und französischer Zusammenfassung) über die Jupitersäule informiert.

Eintrittspreise, Öffnungszeiten, Zugänglichkeit

Am Wegrand befindet sich eine Infotafel

Am Wegrand befindet sich eine Infotafel

Der Ort ist jederzeit frei zugänglich. Eintritt wird nicht erhoben.

Im Frühjahr und Sommer während der Saison herrscht dort reger Wander- und Radfahrerbetrieb, der auch durch den nahegelegenen Landgasthof und die Saalburg begünstigt wird. Im Herbst und Winter hat man in dieser entlegenen Region im Hochtaunus seine Ruhe.

Sonstiges

Fotografieren ist natürlich uneingeschränkt möglich.

Auch wenn es sich um keine „originale“ antike Stätte handelt (wobei nicht auszuschließen ist, daß es auf dem Gelände der Saalburg oder im angrenzenden zivilen vicus, dessen Mauerreste und Spuren überall rund um die Saalburg zu finden sind, eine Jupitersäule gab, da diese sehr weit verbreitet waren), ist dieser Ort mit solcher Sorgfalt und Blick fürs Detail rekonstruiert, daß er heute problemlos als „Kultort“ für Jupiter Optimus Maximus genutzt werden kann. Die Darstellung des Jupiter ist respektvoll und ehrfurchtgebietend, so daß der höchste römische Gott diesem Ort sicherlich mit Wohlgefallen gegenübersteht. Außerdem war es zu römischer Zeit vollkommen üblich, diese Jupitersäulen an zahlreichen Orten aufzustellen, insbesondere an zivilen Orten wie vor Landgütern, in den Höfen von Villen und in den Städten und Ortschaften. Damit folgt man hier an der Saalburg einer guten alten römischen Tradition, wie sie jahrhundertelang in unseren Nordprovinzen üblich war. Und damit ist dieser Ort in unseren Augen „gültig“ als ein Weiheort für Jupiter, je öfter Cultores dort opfern, desto stärker wird das Numen des Gottes werden 🙂

Saalburg

Das Kastell Saalburg liegt nur 300 Meter entfernt

Ein Besuch dieser Säule sollte natürlich unbedingt mit einem Besuch des nahen Römerkastells Saalburg, dem zivilen Vicus und dem Mithräum kombiniert werden, die zu den wichtigsten römischen Sehenswürdigkeit am UNESCO-Welterbe Limes zählen.

Antike Stätten: Kybele-Kultstätte Neuss (Fossa Sanguinis)

Der Schutzpavillon am Gepaplatz

Der Schutzpavillon am Gepaplatz

Anschrift: 

Kybele-Kultstätte, Gepaplatz, 41468 Neuss-Gnadental.

Anfahrt:

Die Kultstätte befindet sich aus Schutzgründen in einem eigenen bungalowartigen Betongebäude am Ende des Gepaplatzes (Sackgasse in einem Wohngebiet).

Parkmöglichkeit besteht im Wendehammer der Sackgasse.

Weiterführende Informationen:

Hintergrund:

Die Grube

Die Grube

Der spätantike Keller wurde 1956 bei einer Notgrabung des Rheinischen Landesmuseums Bonn im Bereich des ehemaligen römischen Militärlagers in Novaesium (Neuss) entdeckt. Dabei handelte es sich um einen quadratischen Keller von 1,80 Meter Breite, dessen Wände aus älterem Baumaterial aus diversen anderen sakralen Orten gemauert wurden. Unter anderem fand man im Baumaterial Reste einer wiederverwerteten Jupitersäule sowie zwei Weihealtäre für unbekannte Gottheiten und einen Weihealtar für Jupiter optimus maximus.

Der merkwürdige Aufbau des Kellers, in den auf zwei Seiten jeweils einige Treppenstufen hinabführen wie in ein Becken, gab seinerzeit Anlaß zu der Vermutung, daß es sich um einen Taufkeller  („Blutgrube“) des Magna-Mater-Kultes (die römische Entsprechung der kleinasiatischen Kybele) gehandelt hatte. Der Boden bestand aus Stampflehm und war mit Dielen ausgelegt. Das Becken deutete man als Taurobolium, das für Bluttaufen innerhalb des Mysterienkultes verwendet wurde. Hierbei wurde der Aspirant (nach Prudentius) in die Grube gestellt, diese wurde dann mit Holzplanken bedeckt, in die Löcher gebohrt waren und dann wurde über ihm im Rahmen des Initiationsrituals ein Stier getötet, so daß er mit dessen Blut getränkt wurde. Ob die Kulthandlung der „Stierniederwerfung“ tatsächlich so durchgeführt wurde, wie von Prudentius beschrieben, ist mittlerweile umstritten; neuere Interpretationen anhand von Inschriften deuten die Handlungen als symbolisch im Rahmen der Kastration des Stieres.

Im Umfeld des Tempels wurden zwei tönerne Votivfiguren gefunden, sowie die Statue einer sitzenden Göttin. Ob es sich hierbei um Kybele handelt, ist unklar. Heute geht man eher davon aus, daß es sich um die lokale westgermanische Muttergöttin Sunuxal handelt, die am ganzen Niederrhein verehrt wurde.

Um die Grube herum führt ein Rundweg mit Infotafeln und Vitrinen

Um die Grube herum führt ein Rundweg mit Infotafeln und Vitrinen

Das verbaute Mauerwerk deutet darauf hin, daß der Keller um ca. 300 erbaut wurde. Anhand von zahlreichen Münzfunden weiß man außerdem, daß er um 346 n.Chr. wieder verfüllt wurde. Die Nutzung fiel in die Zeit massiver Frankeneinfälle am Niederrhein, die bereits zu einem dramatischen Niedergang der römischen Kultur, Technik und Wirtschaft in der Region geführt hatten.

Eine sakrale Nutzung wird auch von der neueren Forschung vermutet, jedoch gilt die ursprüngliche These, daß es sich um eine Fossa Sanguinis des Kybele-Kultes handelte, heute als fragwürdig. Es könnte sich auch um eine frühchristliche oder heidnische Anlage (zum Beispiel für Sunuxal oder Matronae) gehandelt haben. Für letzteres sprechen die eingemauerten Reste von Weihealtären und der Jupitersäule, die durchaus von Germanen verschleppt worden sein könnten.

Dennoch gilt dieser Bau als einzigartig; nirgendwo sonst im Römischen Reich wurde ein ähnliches Gebäude entdeckt. Der Kult der Kybele selbst ist auch für die Nordprovinzen nicht ungewöhnlich, da er mit Legionären in alle Teile des Reichs verbreitet wurde, wie auch zum Beispiel nach Mainz, wo sich ein großer Magna-Mater-Tempel befindet.

Zu weiterführenden Informationen bezüglich der welchselhaften Interpretationsgeschichte der Kultstätte empfehlen wir den fundierten Artikel „Kultkeller und Heiliger Bezirk“ des Archäologen Jürgen Franssen.

Erhaltungszustand:

In den Vitrinen sind Fundstücke aus der Umgebung ausgestellt (Repliken)

In den Vitrinen sind Fundstücke aus der Umgebung ausgestellt (Repliken)

Um die Ausgrabungsstelle zu schützen, errichtete das Clemens-Sels-Museum in Neuss einen Pavillon aus Beton als Schutzbau über der freigelegten Grube.

Darin wurde rund um die Grube ein Umgang angelegt, der es erlaubt, sie von allen Seiten zu betrachten (Betreten der Grube selbst ist aus konservatorischen Gründen nicht möglich). Außerdem befinden sich an den Wänden im Inneren des Pavillons zahlreiche gut aufbereitete Informationstafeln, die über den Kybele-Kult informieren, sowie über den Stand der Forschung bezüglich dieser Ausgrabungsstelle. Vitrinen zeigen außerdem einige Fundstücke aus der Region (als Repliken).

Die Erhaltung ist, dank des geschützten Ortes, sehr gut. Die Anlage wurde im Jahr 2001 nach einem Einbruch restauriert, bei dem Repliken aus den Vitrinen gestohlen wurden und zudem ein Teil des oberen Mauerrandes beschädigt worden war.

Im Außenbereich des Pavillons befindet sich zudem eine Jupitersäule.

Eintrittspreise, Zugänglichkeit und Führungen:

Jupitersäule vor dem Pavillon

Jupitersäule vor dem Pavillon

Der Eintritt ist frei.

Das Gebäude ist abgeschlossen, aber den Schlüssel kann man sich bei Familie Heischkamp, Gepaplatz 3, abholen und nach dem Ende der Besichtigung einfach wieder in ihren Briefkasten werfen. Eine vorherige telefonische Terminabsprache unter 02131-120669 oder 02131-101203 wird empfohlen, damit man nicht vor verschlossenen Türen steht. Ansonsten kann man sein Glück täglich (auch samstags und sonntags!) zwischen 10 und 18 Uhr versuchen.

Da das Gebäude zur archäologischen Abteilung des Clemens-Sels-Museums in Neuss gehört, können mit diesem auch archäologische Fachführungen vereinbart werden: Telefonisch unter 02131-904141 oder per E-Mail an: museum@stadt.neuss.de.

Da man sich alleine im Tempel befindet, ist Fotografieren kein Problem.