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Bücher: Gladiatoren-Kochbuch von Christian Eckert

KO13_Gladiatoren_Umschlag.inddRömische Küche ist bei uns bekanntermaßen ein beliebtes Thema.

Auch jenseits von Apicius und Lucullus und den überlieferten Rezepten der Reichen und Schönen der römischen Antike ist das Thema „Ernährung“ sehr interessant.

Denn während exotische Gerichte wie die berühmten Flamingozungen wohl nicht beim „Römer von Nebenan“ auf den Tisch kamen, ernährte sich das einfache Volk bodenständig und rustikal. Auch beim Militär war der tägliche Getreidebrei und Eintopf (Puls), geschmacklich variiert durch lokale Zutaten, eher unspektakulär und aus der Praxis geboren.

In unseren Rezepten und auch in der letzten Buchvorstellung haben wir bisher die „gängige“ römische Alltags-Küche vorgestellt, mit der auch jeder moderne Mensch problemlos etwas anfangen kann.

Heute jedoch möchten wir Euch ein römisches Kochbuch vorstellen, dass sich einer speziellen Zielgruppe widmet – den Gladiatoren. Diese wurden, da sie Hochleistungssportler waren, auch auf eine ganz besondere Weise ernährt.

Quellen hierzu gibt es unter anderem in schriftlicher Form (wir wissen zum Beispiel, dass die Gladiatoren abschätzig „Hordearii, „Gerstenmänner“ oder „Körnerfresser„, genannt wurden). Aber auch aus Analysen der zahlreichen Knochenfunde aus den Gladiatorengräbern von Ephesus sind uns erstaunlich detaillierte Informationen überliefert.

Und was für damalige Hochleistungssportler nicht verkehrt war, ist sicher auch für heutige Sportler und alle, die sich gerne fit halten und einen hohen Energiebedarf haben, interessant. Deshalb stellen wir Euch heute das neu aufgelegte Buch aus dem Zauberfeder-Verlag vor: „Das Gladiatoren-Kochbuch„.

Der Autor und das Experiment

Das Buch wurde geschrieben von Christian Eckert, Jahrgang 1968. Er ist Kampfsportler aus Hochheim am Main und wir hatten schon die Gelegenheit, einen seiner spannenden Vorträge bei der Reenactment-Messe 2015 in der Villa Borg zu hören. Denn eines seiner Spezialthemen ist die Gladiatur, die er in einem spannenden Versuch im Rahmen der experimentellen Archäologie erforscht hat.

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Gladiatorenkampf beim Römerfest Bliesbruck-Reinheim, 2017

Im Rahmen eines Projekts der Universität Regensburg im Jahr 2010 lebten er und 28 weitere Mitstreiter sechs Wochen lang im Amphitheater von Carnuntum (Österreich) wie Gladiatoren – sie trainierten, kämpften und aßen wie ihre antiken Vorbilder und machten dabei sehr interessante und auch überraschende Erfahrungen. Eckert trainierte hierbei Studenten der Archäologie, Sport, Latein und Geschichte im Rahmen eines interdisziplinären Projekts. Ihre Ernährung basierte dabei auf den historisch bekannten Vorgaben.

Auch wenn der Schwerpunkt des Experiments auf dem Training und Kampf lag, so faszinierte die Projektteilnehmer, welche körperlichen Veränderungen sich ab der zweiten Woche mit konsequenter „streng gladiatorischer“ Ernährung einstellten. So waren sie erstaunt, wie wenig Muskelkater sie trotz des täglichen 9-stündigen Trainingspensums hatten, und wie fit und leistungsfähig sich die Teilnehmer trotz allem fühlten.

Auch normalisierte sich bei allen Teilnehmers das Gewicht – Übergewichtige nahmen ab und Untergewichtige nahmen zu.

Die „gladiatorische Küche“

Was unterscheidet nun die gladiatorische Küche von der „normalen römischen“ Küche?

Die Zusammensetzung der verwendeten Lebensmittel unterschied sich von der der Zivilbevölkerung und auch der Soldaten – die Produkte und Verarbeitungsmethoden jedoch waren die gleichen.

Das Buch beschreibt ausführlich und gut verständlich, was die Küche der Gladiatoren ausmachte und von der regulären römischen Küche unterschied. Am überraschendsten ist sicher die Tatsache, dass man sich überwiegend vegetarisch ernährte. Dies erstaunt umso mehr, weil die gängige Meinung zur Sportlerernährung ja von einer eiweißreichen Nahrung ausgeht und Fleisch als ein guter Eiweißlieferant gilt.

Hier beschreibt Eckert, dass sie selbst im Rahmen des Experiments mehr oder weniger überrascht feststellten, dass das Eiweiß aus fleischlichen Quellen zu schwer verdaulich und langsam ist und deshalb die Kontinuität des Trainings beeinträchtigte, da es lange Pausen zur Folge hatte. Der Verzicht auf Fleisch basierte deshalb auf langer Erfahrung, die bereits seit den griechischen professionellen Sportlern in 700 Jahren antiker Vorgeschichte erprobt war.

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Gladiatorenschule „Amor Mortis“ in Xanten, 2014

Früher basierten die Ernährungsprinzipien rein auf Beobachtung und der Erfahrung, welche Nahrungsmittel sich gut für das Training eigneten.

Heute kann der Grund, warum eben genau diese Ernährungsweise gut geeignet ist, wissenschaftlich erklärt und belegt werden. Das wichtigste Stichwort hierbei ist die „Säure-Basen-Balance“ (gladiatorische Ernährung ist basisch, was die Regenerationsgeschwindigkeit erhöht) sowie eine effektive Kombination aus Nahrungsmitteln mit hochwertigen Proteinen.

Ein Beispiel dafür ist die häufige Kombination aus Gerste und Bohnen, die gute Trainingseffekte effizienter begünstigt als ein Stück Fleisch – belegt weil vom Autor erprobt und selbst erfahren im Experiment in Carnuntum.

Das Buch

Das Buch ist kein reines Kochbuch, sondern liefert darüber hinaus auch interessantes Hintergrundwissen rund um die Gladiatur. Dabei merkt man, dass es nicht von jemandem geschrieben wurde, der das Thema nur theoretisch studiert hat, sondern von einem Praktiker, der weitgehende Erfahrungen damit gemacht hat.

Deshalb findet sich zur Einleitung auch ein ausführliches Kapitel rund um den historischen Gladiator (fernab von den bekannten Klischees) und eine Vorstellung des Gladiatoren-Projekts 2010 der Universität Regensburg. Hierbei wird beschrieben, wie das Projekt ablief, wie trainiert wurde und worauf es in der Studie ankam.

Ebenfalls kurz erklärt und mit anschaulichen Illustrationen versehen sind die verschiedenen Gladiatoren-Typen, sowie die Theorie zu den 5 Elementen des Kampfes und dem darauf basierenden Aufbau des Trainings der einzelnen Klassen.

Beschrieben wird auch das Grundlagentraining (Fallschule, Schwert gegen Schwert), Krafttraining und Kampftraining von Leicht- bis Vollkontakt. Hierbei wird besonders deutlich, dass hier jemand schreibt, der sich dem Kampfsport verschrieben hat und aus der Praxis weiß, worüber er redet.

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Das folgende Kapitel widmet sich dann der Ernährung der Gladiatoren – den Quellen, aus denen man die Informationen kennt und den praktischen Erkenntnissen aus Carnuntum, sowie den Beobachtungen am eigenen Leibe. Das Ganze wird ergänzt durch den wissenschaftlichen Hintergrund der modernen Ernährungswissenschaft, die erklärt, warum eben genau diese Ernährung so effizient war und immer noch ist.

Es gibt außerdem einige Tipps und eine Merkliste zur richtigen Anwendung dieser Ernährungsweise. Anschließend wird erklärt, warum diese Ernährung auch als perfekte Diät für den modernen Menschen geeignet ist und zwar nicht nur für Hochleistungssportler und Leute, die schwere körperliche Arbeit verrichtenm sondern in drei Varianten für alle Typen: Essen mit hoher, mittlerer und niedriger Energiedichte.

Den Abschluss der Einleitung bildet eine Einkaufsliste und eine Übersicht über die Grundnahrungsmittel, die man immer im Vorratsschrank haben sollte, welche man immer frisch kaufen sollte sowie zu den Gewürzen, die man sich in  das Regal stellen sollte.

Die Rezepte

Es folgt der Rezeptteil, übersichtlich gegliedert nach den verschiedenen Kategorien.

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Museen und Antike Stätten: Römerhalle Bad Kreuznach

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Blick von oben in die Römerhalle

Anschrift:

Hüffelsheimer Str. 11, 55545 Bad Kreuznach.

Anfahrt:

Die Kurstadt Bad Kreuznach liegt in Rheinland-Pfalz zwischen Hunsrück und Rheinhessen in der Nähe von Bingen.

Die Römerhalle liegt etwas außerhalb des Ortskerns in der Scheune des ehemaligen Ritterguts Bangert hinter dem Schloßpark, wo sich auch das Museum für Puppentheaterkultur, ein historisches Cafe, das Stadtarchiv und das Schloßparkmuseum befinden.

Das Rittergut Bangert mit seinen zahlreichen Kulturstätten verfügt über einen eigenen Parkplatz, Parkmöglichkeiten sind aber auch überall in der Nähe zu finden.

Mit dem öffentlichen Nahverkehr ist das Museum ebenfalls gut zu erreichen; Bad Kreuznach verfügt über einen Bahnhof, von dort verkehrt die Buslinie 203 Richtung Agnesienberg, Ausstieg an der Haltestelle „Schlossparkmuseum“.

Hintergrundinformationen:

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Bad Kreuznach zu römischer Zeit

Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. befand sich an der Stelle des heutigen Bad Kreuznach eine keltische Siedlung, deren Existenz archäologisch nachgewiesen ist.

Im Jahr 58 v. Chr., im Rahmen des Gallischen Krieges, wurde das Gebiet Teil des Römischen Reiches. Hier befand sich bald ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, an dem sich mehrere römische Überlandstraßen kreuzten und wo sich im Umfeld eines Kastells ein ziviler römischer Vicus bildete. Hinweise deuten auch auf ein Mercurius- und Maia-Heiligtum sowie auf ein gallo-römisches Provinztheater.

Bei Bad Kreuznach kreuzte sich die römische Schnellstraße von Metz (Divodurum), entlang der Saar über Contiomagus bis nach Bingen am Rhein (Bingium) mit Straßen nach Mainz (Mogontiacum, Provinzhauptstadt von Germania superior), Trier (Augusta Treverorum) und Belginum.

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Modell der Palastvilla von Bad Kreuznach

Im 2. Jahrhundert n. Chr. wurde an einem Südhang des Ellerbachtals, mit Panoramablick auf den Fluß und das Umland, eine gigantische Peristylvilla errichtet. Ihre Dimensionen waren so gewaltig, daß sie weit über das, was man weithin als „Villa Rustica“ bezeichnet, hinausgingen. Es handelte sich weniger um ein luxuriöses Landgut, als um eine Art Landschloß.

Das vierflügelige Gebäude war um einen Innenhof herum ausgerichtet. Es hatte drei Stockwerke, wovon alleine das Erdgeschoß über 50 Zimmer und großzügige Empfangshallen aufwies.

Die Fenster waren verglast, die wichtigsten Räume mit Hypokausten-Fußbodenheizung ausgestattet. Eigene Thermen, eine mehrsitzige Latrine und große Küche, aufwendige und kostspielige Wand- und Deckenmalereien im stadtrömischen Stil, große Fußbodenmosaike, Springbrunnen und eine Ver- und Entsorgung mit fließendem Wasser zeugten vom hohen Lebensstandard der Bewohner. Mit Szenen aus griechischen Tragödien und Komödien wollte der Besitzer möglicherweise seinem Bildungsstand gemäß sein Profil als Kulturkenner zum Ausdruck bringen; daß die Villa repräsentativen Charakter hatte, steht ganz außer Frage.

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Das Oceanus-Cernunnos-Mosaik

Schon im 18. Jahrhundert war bekannt, daß sich an dieser Stelle einmal ein römisches Bauwerk befunden hatte. Ein 58 qm großes, beheizbares (!) Gladiatorenmosaik wurde 1893 entdeckt. Seit dieser Zeit wurde an der Stelle archäologisch geforscht, doch zu ersten systematischen Ausgrabungen kam es erst mit der Entdeckung eines Oceanus-Cernunnos-Mosaiks im Jahr 1966. Freigelegt und untersucht wurde das Gebäude zwischen den Jahren 1975 und 1980 unter Leitung des Archäologen Dr. Gerhard Rupprecht.

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Hypokausten der Fußbodenheizung

Es ist nicht genau bekannt, wer der Besitzer dieser Luxusvilla war; Deutungen über den Besitzer stützen sich auf Indizien, die aus Bau, Ausstattung und Funden der Villa hervorgehen. Er wird jedoch nirgendwo namentlich erwähnt.

Es wird davon ausgegangen, daß es sich um einen hochrangigen Verwaltungsbeamten oder erfolgreichen Geschäftsmann handelte, der möglicherweise in der eine Tagesreise entfernten Provinzhauptstadt Mogontiacum seinen Geschäften nachging und sich gerne auf sein Landschloß zurückzog, um dort im repräsentativen Rahmen Gäste oder Geschäftspartner zu empfangen, zu arbeiten oder zu entspannen.

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Eine Sammlung von Weihesteinen

Ulrike Ehming geht in ihrer Arbeit „Der Besitzer der Bad Kreuznacher Peristylvilla  – ein Händler ostmediterraner Lebensmittel?“ (Münstersche Beiträge zur antiken Handelsgeschichte, Bd. XXIV, 2, 2005) der Frage nach, ob es sich bei dem Besitzer möglicherweise um einen Händler mit teuren Luxusgütern handelte, der frische Meeresfrüche, Austern, Garum, Olivenöl und andere teure Waren aus dem mediterranen Raum nach Gallien brachte. Hierbei stützt sie sich vor allem auf die detaillierten Darstellungen der großflächigen Mosaike in den Empfangssälen, die zu den besterhaltendsten und bedeutendsten Mosaiken nördlich der Alpen gehören, sowie auf Amphoren.

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Blick auf das Gladiatoren-Mosaik

Die Villa wurde im späten 3. Jahrhundert n. Chr. zerstört, wahrscheinlich im Zuge der Frankeneinfälle. Während des 4. Jahrhunderts wurde der Nordflügel der Villa kurzzeitig wieder genutzt, jedoch eher als Festung gegen die immer wieder einfallenden Franken, denn als Luxuswohnanlage. Nach kurzer Zeit wurde das Gebäude dann ganz aufgegeben.

Heute sind die ausgegrabenen Reste der Villa in die „Römerhalle“ integriert, die ehemalige Scheune eines Rittergutes. Während die Mosaike, Kleinfunde und weitere Sammlungen aus der Region im Inneren der Halle ausgestellt sind, sind die Räume der Villa auf dem anschließenden Freigelände zu begehen und reichen bis unter die angrenzende Straße und Wohnsiedlung.

Beschreibung

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Der Schlüssel zur Villa?

Die große Halle ist hoch und hell, so daß sie einen angenehmen Rahmen für die Präsentation der Funde bietet. Auf einer Empore sind weitere Funde ausgestellt, zudem hat man von oben eine gute Sicht auf die Halle und die Mosaike. Insgesamt verfügt die Römerhalle somit über 1000 qm Ausstellungsfläche.

Herausragend sind natürlich die beiden Mosaike, das Gladiatorenmosaik, das an die Villa Nennig im Saarland erinnert, und das ungewöhnliche Oceanus-Cernunnos-Mosaik, das eine interessante Verschmelzung eines römischen Gottes mit einer gallischen Lokalgottheit zeigt und darauf hindeutet, daß es sich bei dem Besitzer der Villa um einen wohlhabenden und einflussreichen romanisierten Einheimischen gehandelt haben könnte.

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Es gibt eine ansehnliche Sammlung von Viergöttersteinen aus der Region

Säulen und Baufragmente der Villa sind rund um die beiden abgegrenzten Mosaike aufgestellt. Großflächige, illustrierte Informationstafeln berichten über die gallo-römische Zeit in der Region, über den Aufbau, die Technik und den Alltag in der Villa und weitere Themen, wie Begräbniskultur, Alltag, Schmuck und Badewesen, Heizung, Militär oder Religion.

Neben dem Oceanus-Mosaik befindet sich auch ein interaktiver Bildschirm, auf dem man sich kurze Filme zu einzelnen Themen anschauen kann, wie dem Mosaik oder der Ausgrabungsgeschichte der Villa.

Die Funde selbst sind ebenfalls gut beschriftet mit Datierung und Herkunftsort (alles jedoch ausschließlich auf deutsch).

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Die Soldatengrabsteine sind sehr detailliert

Einen großen Teil der Ausstellung nehmen Funde aus dem Vicus und dem Kastell, vor allem Soldatengrabsteine ein, die sowohl von Auxiliartruppen als auch von regulären Soldaten aus dem nahegelegenen Kastell stammen. Sie sind deswegen so bemerkenswert, weil sie sehr detailliert und gut erhalten sind und auf den Darstellungen selbst kleinste Details der Rüstung, Kleidung und Ausrüstung gut erkennbar sind. Dies ist eine wahre Fundgrube für alle, die sich für römisches Militär interessieren, vor allem wenn sie Reenactment betreiben.

Auch Sarkophage und Aschekisten gehören zu der Ausstellung.

Daneben gibt es eine Sammlung von Viergöttersteinen von Jupitersäulen, die typisch für diese Region und gallo-römische Glaubensvorstellungen sind, sowie Weihesteine und Reliefs, die weitere Götter zeigen, unter anderem eine Darstellung des trauernden Attis und einer Sphinx auf einem Grabstein, die auf die orientalische Herkunft des hier bestatteten Soldaten hindeuten. Kleine Statuen einer Muttergottheit, des Gottes Vulcanus, Öllampen oder ein kleiner Schrein beleuchten das religiöse Alltagsleben in der Provinz.

Auf der Empore finden sich neben dem teuren Tafelgeschirr aus Terra Sigillata, Schmuckutensilien und andere Kleinfunde aus keltischer und römischer Zeit. Launige Zitate von Römern über Kelten, die großflächig an einer Wand angebracht sind, runden das Bild ab.

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Ein seltener Fund: Fluchtäfelchen

Interessant ist darüber hinaus die Ausstellung von Fluchtäfelchen.

Das Museum zeigt damit zahlreiche hochinteressante Ausstellungsstücke – eine Luxusvilla, die in der Region ihresgleichen sucht, zwei großartige Mosaike und eine ungewöhnliche gallo-römische Gottheit sowie viele spannende Kleinfunde.

Durch eine Seitentür gelangt man in das Außengelände, wo Wege mit Informationstafeln durch die Grundmauern der Villa führen.

Das Museum hat eine angenehme und entspannte Atmosphäre, man kann sich frei und ungezwungen bewegen, das Personal ist sehr nett und hilfsbereit (auch, als wir uns nach unserem Besuch noch Ausflugstipps und Wegbeschreibungen für Bad Kreuznach holten).

Von uns gibt es deshalb eine ganz klare Empfehlung für diesen Geheimtipp abseits der bekannten Römermuseen.

Öffnungszeiten, Preise, Veranstaltungen

Das Museum ist dienstags bis sonntags geöffnet (Montag geschlossen). Öffnungszeiten sind Dienstags von 10-13 Uhr, Mittwoch bis Freitag von 10-16 Uhr und an den Wochenenden von 11-17 Uhr.

Im Februar ist das Museum komplett geschlossen.

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Das Außengelände schließt sich an die Halle an

Der Eintrittspreis für Halle und Freigelände beträgt 4€ (ermäßigt 3€).

Für 7€ ist eine Kombikarte für alle drei Museen im Rittergut erhältlich: Puppentheatermuseum, Schloßmuseum und Römerhalle.

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Blick über die Räume der Villa

Es finden regelmäßige Sonderveranstaltungen statt, wie Erlebnisführungen und museumspädagogische Workshops rund um „römische“ Themen, die sich vor allem an Kinder und Schulklassen richten, zum Beispiel über römische Götter, Münzprägen, Tonfigürchen oder Geschirr.

Im unregelmäßigen Abstand finden auch Kulturveranstaltungen wie Konzerte in der Halle statt. Daneben kann sie für Veranstaltungen gebucht werden.

Sonstiges

Fotografieren ist im gesamten Museum uneingeschränkt möglich.

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Keltische Funde aus der Region

Das Museum ist behindertengerecht gestaltet mit Rampe und Behindertentoilette.

Ein Besuch der Römerhalle kann gut mit den anderen Sehenswürdigkeiten der Kurstadt Bad Kreuznach kombiniert werden, die auf eine lange und bewegte Geschichte von der Antike über das Mittelalter bis zur Neuzeit blicken kann. Unter anderem sind die 9 Meter hohen Gradierwerke der Salinen im 1100 Meter langen Salinental sehens- und erlebenswert.

Daneben gibt es die berühmten mittelalterlichen Brückenhäuser auf der Nahebrücke, die das Wahrzeichen der Stadt bilden, sowie das alte Gerberviertel „Klein Venedig“ am Zusammenfluss von Nahe und Ellerbach, eine Volkssternwarte und eine Burgruine.

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Die Gradierwerke im Salinental sind sehens- und atmenswert


 

Events: „Schwerter, Brot und Spiele“ in Xanten – Europas größtes Römerfest!

Die Kulisse ist natürlich genial!

Die Kulisse ist natürlich genial!

Wer für das nächste Wochenende (14.-15. Juni 2014) noch einen interessanten Veranstaltungstipp sucht, dem möchten wir „Schwerter, Brot und Spiele“ im Archäologischen Park Xanten ans Herz legen.

Die Veranstaltung ist Europas größtes Römerfest. Es werden neben Soldaten und Reitern diverser Legionen und Gladiatoren der Gruppe Amor Mortis auch viele spezielle Aspekte römischen Alltagslebens gezeigt und anschaulich gemacht, vom Kochen mit Apicius über römische Haartracht, Schuster, Handwerker, Musikinstrumente, Töpfern, Käseherstellung, Schmuckherstellung, Mosaikenlegen, Schreiben auf Wachstafeln und Papyrus, Textilarbeit, Spiele, Drechseln, Spinnen, Backen… und vieles mehr.

Es gibt Kampf- und Exerziervorführungen im rekonstruierten Amphitheater, einen großen Triumphzug und die Möglichkeit, auch mit Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen. Hier stehen Archäologen zu den Themen Luftbildarchäologie oder Geomagnetik zur Verfügung.

Es gibt viel experimentelle Archäologie, spezielle Angebote für Kinder, und – besonders interessant für den römischen Cultor – die Möglichkeit, sich mit römischen Repliken und Alltagsgegenständen einzudecken.

Wenn man schon mal da ist, sollte man sich auf jeden Fall auch den archäologischen Park sowie das sehr gute Landesmuseum anschauen, das sich ebenfalls auf dem Gelände befindet. Sehr sehenswert, auch ohne Römerfest! Die Location ist wirklich sehr gut geeignet und die Tatsache, daß alles am Originalschauplatz einer der wichtigsten römischen Städte am Rhein steht, macht die Kulisse zu etwas ganz besonderem.

Das Römerfest findet Samstag und Sonntag von 10 – 18 Uhr statt. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 12€, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Eintritt frei. Es besteht die Möglichkeit, eine 2-Tages-Karte für 19€ zu erwerben.

Es stehen Parkplätze am Haupteingang des Parks bereit, aber frühzeitiges Anreisen wird empfohlen.