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Museen: Gallo-Romeins Museum Tongeren (BE)

Ein moderner Betonbau, der es in sich hat: Europäisches Museum des Jahres 2011

Ein moderner Betonbau, der es in sich hat: Europäisches Museum des Jahres 2011

Anschrift:

Kielenstraat 15, 3700 Tongeren, Belgien

Anfahrt:

Tongeren liegt in der belgischen Provinz Limburg im flämischsprachigen Teil Belgiens zwischen Liège und Maastricht. Die Stadt ist mit dem Auto direkt über die Autobahn zu erreichen und mit jedem Navi gut zu finden.

Das Museum liegt in der fußläufigen Innenstadt, so daß man einen der öffentlichen Parkplätze außerhalb der Fußgängerzone nutzen sollte. Ein großer Parkplatz befindet sich am Stadtpark De Motte, von dem aus die Innenstadt zu Fuß gut zu erreichen ist.

Man sollte bei der Anreise allerdings darauf achten, daß jeden Sonntag der „Antiek- et Brocantemarkt“ auf dem Viehmarkt in der Fußgängerzone stattfindet, der größte Antikflohmarkt der Benelux-Länder, der sogar Tagesgäste aus England und Frankreich anzieht. Er ist sehr sehenswert, mit unglaublichen Kuriositäten (von denen man einige nicht legal über die deutsche Grenze bringen dürfte), aber er verschärft natürlich die Parkplatzsituation. Aber trotz des Flohmarkts haben wir einen Parkplatz am De Motte gefunden.

Auch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist kein Problem, Tongeren hat einen Bahnhof und wird u.a. vom Regionalverkehr aus Aachen angefahren.

Das Museum liegt direkt neben der Basilika und ist deshalb nicht zu verfehlen.

Hintergrundinformationen:

Modell der römischen Stadt Atuatuca Tungrorum

Modell der römischen Stadt Atuatuca Tungrorum

Tongeren streitet sich mit Arlon um den Titel der ältesten Stadt Belgiens.

Tongeren geht auf die römische Stadt Atuatuca Tungrorum in der Provinz Germania Inferior zurück. Ob die von Julius Caesar in seinem „De Bello Gallico“ erwähnte Festung Atuatuca (oder Aduatuca) der Eburonen identisch ist mit der Stadt, oder ob Atuatuca in der gallischen Sprache einfach nur „Festung“ oder „Fort“ bedeutete und für mehrere Orte galt, ist nicht bekannt.

Nach dem Ende des gallischen Krieges war Atuatuca Tungrorum eine florierende römische Stadt mit einer Stadtmauer, deren Reste heute noch zu sehen sind.

Die Region ist reich an archäologischen Stätten und es gibt zahlreiche Funde aus dem gallo-römischen Atuatuca Tungrorum. Aus diesem Grund wurde in der Stadt im Jahre 1954 ein Museum errichtet, um die bereits im 19. Jahrhundert begründete archäologische Sammlung der Königlichen Geschichts- und Altertumskundlichen Gesellschaft von Tongeren der Öffentlichkeit präsentieren zu können.

Ein Schwerpunkt der Sammlung ist die Geschichte der Eburonen unter ihrem König Ambiorix, der in der Stadt bis heute besondere Verehrung genießt und als überlebensgroße Statue auf dem Marktplatz von Tongeren steht.

Im Jahr 1994 wurde das Museum komplett neu gestaltet und im Jahr 2006 noch einmal erweitert. Es ist ein sehr moderner, weitläufiger Bau, der im Jahr 2011 die Auszeichnung „Europäisches Museum des Jahres“ erhielt.

Die Sammlung

Die Wachsfiguren in der Steinzeitaustellung wirken lebensecht

Die Wachsfiguren in der Steinzeitaustellung wirken lebensecht

Das Museum ist in mehrere Abteilungen und Etagen gegliedert. Im Keller ist viel Raum für Sonderausstellungen (wir waren dort z.B. in der Wikinger-Ausstellung im Jahr 2014).

Im ersten Teil der Dauerausstellung geht es um Steinzeit und Frühgeschichte in der Region, die in dramtischen, lebensnahen Szenen präsentiert wird. Hier fallen vor allem die extrem lebendig wirkenden Wachsfiguren auf, die Steinzeitmenschen in Aktion zeigen, beim Jagen oder Sammeln. Sie sind sehr lebensecht gestaltet, inklusive Körperbehaarung, und haben faszinierend ausdrucksstarke Gesichter. Es gibt auch die anatomische Darstellung eines Neandertalers, bei der man einen Blick in den Körper werfen kann.

Eine Etage höher liegt die gallo-römische Sammlung, die einerseits die Eburonen, andererseits die Römer zum Thema hat. Dabei ist die Sammlung thematisch gegliedert, es gibt Bereiche zum keltischen und römischen Alltagsleben, wie Keramik und Gebrauchsgegenstände, Grabkultur, Wandmalereien, oder Religion, die sich durch eine große Sammlung von für diese Region besonders typischen Jupiter-Gigantensäulen auszeichnet.

Ein Modell der antiken Stadt verdeutlicht die Größe von Atuatuca Tungrorum und den typischen römischen Bauplan mit zentralem Tempelkomplex und Thermen.

Das Ende der Ausstellung wird thematisch vom Übergang in die Christianisierung und Spätantike gebildet.

Präsentation

Eine ungewöhnliche Art, antike Keramik zu präsentieren

Eine ungewöhnliche Art, antike Keramik zu präsentieren

Die Räumlichkeiten des Museums sind ungewöhnlich – das Gebäude ist eigentlich ein monströser Betonklotz. Aber die Hallen, die auf mehreren Etagen liegen, sind durch Vitrinen und Gänge gegliedert, so daß sie weitläufig wirken und jedem Ausstellungsstück viel Raum bieten, und man hat nicht das Gefühl, in einer seelenlosen Betonhalle zu stehen. Die Architektur, so geschmacksabhängig sie sein mag, wirkt durchdacht und wurde genau um die Sammlung herum konzipiert.

Besonders beeindruckend fanden wir die lebensechten Wachsfiguren, mit denen einige Szenen aus dem Alltagsleben der Einheimischen dargestellt werden. Es gibt zum Beispiel den Trauerzug einer römischen Beerdigung, bei dem den Teilnehmern der Schmerz und die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben stehen. Aber auch die lebensechten Steinzeitmenschen, bis hin zu einem spielenden Kind, wirken lebendig und fernab der üblichen Klischees.

Der Tempelkomplex von Atuatuca Tungrorum

Der Tempelkomplex von Atuatuca Tungrorum

Die Beschriftung der einzelnen Sektionen ist ausschließlich auf Flämisch. Hier gibt es diverse Schilder und große Wandtafeln mit Hintergrundinformationen. Für anderssprachige Besucher ist an der Kasse kostenlos eine Leihbroschüre erhältlich (Englisch, Deutsch, Französisch), in der die Fundstücke sehr ausführlich beschrieben sind, so daß man keine Angst haben muß, daß einem wertvolle Informationen entgehen. Für Sonderausstellungen gibt es bisweilen auch Audio-Guides in anderen Sprachen.

Großformatige Karten an den Wänden geben einen genauen Überblick über die geographische Situation in der Region in der Antike.

Das große Modell der Stadt ist sehr anschaulich und die Ausstellungsstücke sind sinnig nach Themen gruppiert, so daß auch ein didaktischer Nutzen gegeben ist. Einige Präsentationen sind ungewöhnlich, zum Beispiel gibt es eine Wand mit Keramikkrügen, Schalen und Amphoren, die normalerweise ja immer eher stiefmütterlich in Vitrinen herumstehen. Hier findet sich eine riesige Wandkarte des gallischen Raumes bis nach Frankreich, an der die Keramik nach Fundorten auf Ständern gezeigt wird. Das ist ein interessanter Effekt und rückt diese oft vernachlässigten, aber wichtigen Funde etwas in den Fokus.

Ein Teil der Sammlung beschäftigt sich mit Religion und Cultus

Ein Teil der Sammlung beschäftigt sich mit Religion und Cultus

Im Eingangsbereich gibt es einen Museumsshop, der Bücher, Repliken, Ambiorix-Figuren in allen Größen sowie römische und keltische Devotionalien aller Art anbietet. Als besonderen Service bietet der Shop das kostenlose Verpacken als Geschenk an.

Das Museum ist generell sehr weitläufig, hat hohe Hallen im Eingangsbereich, Räume für Vorträge, Seminare, Workshops und Sonderveranstaltungen, einen großen Kellerbereich mit sauberen, modernen Toiletten, Garderoben und einem simulierten archäologischen Ausgrabungsplatz, an dem Kinder spielen können. Durch die fensterlose Betonkonstruktion ist es möglich, die Sonderausstellungen mit besonderer Beleuchtung oder multimedialen Elementen effektreich in Szene zu setzen, was z.B. bei der Wikingerausstellung sehr gut umgesetzt wurde.

Es gibt auch ein Museumscafe mit Außenterrasse, das neben Kaffee und Kuchen auch warme Speisen, Snacks und regionale Küche anbietet.

Service, Personal, Besucherfreundlichkeit

Eine Jupitergigantensäule, die es nur im östlichen Gallien bis Niedergermanien gab

Eine Jupitergigantensäule, die es nur im östlichen Gallien bis Niedergermanien gab

Im ganzen Museum ist Fotografieren (ohne Blitz) erlaubt.

Das Personal war immer freundlich (auch wenn es aufgrund des großen Besucheransturm während der Sonderausstellung etwas gehetzt wirkte). Man war bemüht, uns mit deutsch- oder englischsprachigem Audioguide und Informationsmaterial zu unterstützen und bot uns dies ungefragt von sich aus an, als wir dort an der Kasse standen.

In der Dauerausstellung kann man sich frei und ungezwungen bewegen, man hat nicht, wie in manch anderem Museum, das Gefühl, von finster dreinblickenden Aufsehern auf Schritt und Tritt belauert und verfolgt zu werden. Ganz im Gegenteil ging es dort recht locker zu, wir amüsierten uns in der Steinzeit-Austellung, wo man durchaus auch mal in ein Fellzelt krabbeln darf, oder fotografierten uns szenisch mit den Wachsfiguren. Das Museum ist zwar mit Kameras überwacht, aber ansonsten kann man dort ganz alleine und in Ruhe herumlaufen.

Lediglich in der Sonderausstellung wurde versucht, die Besucherströme etwas mit Ordnern zu dirigieren. Das war aber eher eine Ausnahme, weil die Wikinger-Ausstellung extrem gut besucht war und massiv beworben wurde. Das Museum und die Dauerausstellung selbst ist nicht überlaufen und die Besucher haben ausreichend Platz, um sich in dem weitläufigen Bau zu verstreuen.

Das Museum ist behindertengerecht und rollstuhlfahrerfreundlich gestaltet.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise

Das Museum ist Dienstags bis Freitags von 9-17 Uhr geöffnet, Samstags und Sonntags von 10-18 Uhr. Montags ist es (außer an Feiertagen) geschlossen.

Der Eintritt für Erwachsene beträgt 7€, für Behinderte, Ältere ab 55 und Ermäßigte 5€. Kinder und Jugendliche bis 26 (!) Jahre zahlen 1€. Es gibt auch eine Familienkarte für 15€.

Sonstiges

Die Beerdigungsszene ist erschreckend realistisch

Die Beerdigungsszene ist erschreckend realistisch

Ein Besuch des Museums sollte mit der Besichtigung der anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt kombiniert werden. Wer Sonntags nach Tongeren reist, wird natürlich eine Weile staunend auf dem kuriosen Antikenmarkt verbringen.

Daneben ist die alte römische Stadtmauer interessant, denn von der einst 4.544 m langen Mauer sind heute noch etwa 1.500 m erhalten. Überall in der Stadt finden sich Informationstafeln, die auf historische Punkte aufmerksam machen und Hintergrundinformationen liefern.

Das Standbild des Ambiorix auf dem Marktplatz ist das Wahrzeichen der Stadt und gehört natürlich für jeden römischen Touristen zum Pflichtprogramm.

Die imposante Liebfrauenbasilika neben dem Museum gilt als eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke Belgiens und ist ebenfalls einen Besuch wert.

Das Standbild des Ambiorix, Wahrzeichen der Stadt

Das Standbild des Ambiorix, Wahrzeichen der Stadt

Uns gefällt das etwas ungewöhnliche Museum sehr gut und deshalb sprechen wir eine Empfehlung aus. Die regionalen Funde aus dem eburonischen Siedlungsraum sind gut aufbereitet und die Präsentation ist interessant gestaltet.

Wer sich für gallo-römische Geschichte, Kultur und Religion interessiert und ein Ausflugsziel in Niedergermanien sucht, sollte sich – idealerweise für einen Sonntag – einen Ausflug nach Tongeren vormerken. Das Museum ist natürlich auch eine gute Alternative für einen verregneten Tag.

Weiterführende Informationen

Events und Veranstaltungen: Römer- und Eburonenlager 2015 in Nettersheim

Im Römer- und Eburonenlager verträgt man sich gut

Im Römer- und Eburonenlager verträgt man sich – trotz keltischer Sitte des Köpfesammelns – gut

Eine besondere Gelegenheit, den Matronentempel für die Matronae Aufaniae und den dazugehörigen vicus Marcomagus mit Kleinkastell zu besuchen, ist das bevorstehende Römer- und Eburonenlager am 30. und 31. Mai 2015.

Der gallo-römische Tempel liegt inmitten des Archäologischen Landschaftsparks Nettersheim in der Eifel, in unmittelbarer Nähe zu zwei weiteren Matronentempeln (in Pesch und Zingsheim), direkt an der ehemaligen römischen Schnellstraße, der Via Agrippa von Trier nach Köln.

Der Verlauf dieser Hauptstraße ist im Archäologiepark ebenso nachvollziehbar wie der römische Ort Marcomagus, der zum einst beliebten Tempelkomplex gehörte. Hier reihten sich die Streifenhäuser der Handwerker und der Ladenbesitzer aneinander bis hinunter zum Fluß Urft, der heute von einer Brücke an der originalen Stelle gequert wird. Am anderen Ufer befand sich das kleine Kastell der örtlichen Beneficarier, die für die Aufrechterhaltung der Ordnung und das Kassieren der Zölle auf der viel befahrenen Straße zuständig waren.

Einmal im Jahr steht dieser Archäologische Park, in dem noch heute Lehrgrabungen der Universität Köln durchgeführt werden, um Marcomagus weiter zu erschließen, ganz im Zeichen der Römer und der hier ansässigen keltischen Eburonen.

Die Tempelanlage liegt auf einem Bergrücken und bietet eine tolle Aussicht über die Eifel

Die Tempelanlage liegt auf einem Bergrücken und bietet eine tolle Aussicht über die Eifel

Von Samstag, 30. Mai bis Sonntag, 31. Mai, schlagen die Römer der Legio XV Primigenia (Römerkohorte Niederrhein, Interessengemeinschaft für Römische Militär- und Kulturgeschichte im Rheinland) sowie die Eburonen des Tribus Eburones aus Euskirchen hier ihre Lager auf.

Ausgangspunkt der Veranstaltung ist das Naturzentrum Eifel mitten in Nettersheim, das auch ein kleines Museum mit Fossilien, Korallen, Informationen zu den Matronen und Römern, sowie die Natur rund um die Eifel bietet. Hier gibt es auch einen lohnenswerten Museumsshop, in dem zum Beispiel die Medusa erworben werden kann, deren Haupt den „Grünen Pütz“ ziert, den Beginn der römischen Eifelwasserleitung von Nettersheim nach Köln. Auch weitere römische Gegenstände (wie Münzrepliken) können hier – neben Büchern, Steinen, Kleidung, Produkten rund um die Eifel – erworben werden. Wenn man Glück hat, gibt es hier auch eine kleine Replik der drei aufanischen Matronen (diese sind jedoch nicht immer vorrätig).

Das Naturzentrum verfügt über ein großes Außengelände. In dieser parkähnlichen Grünanlage befindet sich das Lager der Römer und Eburonen. Besucher können hier mit den auskunftsfreudigen Darstellern fachsimpeln, sich das römische Alltags- und Legionärsleben in der Eifel erklären lassen oder von den Eburonen erfahren, wie hier das keltische Leben in vorrömischer Zeit aussah. Die Eburonen zeigen unter anderem ihren Nachbau eines keltischen Streitwagens, keltische Speisen und alte Handwerkstechniken. Im Römerlager gibt es Informationen zum Militäralltag, Vermessungstechnik und Handwerk.

Archäologen erläutern den aktuellen Stand der Ausgrabungen

Archäologen erläutern den aktuellen Stand der Ausgrabungen

Auch ist hier für das leibliche Wohl gesorgt, in dem Speisen nach original römischen Rezepten probiert werden können (natürlich gibt es auch Kaffee und Kuchen 😉 )

Mittags ist eine Pompa – ein Umzug – vom Naturzentrum zum Matronenheiligtum geplant.

Vom Naturzentrum aus führt ein gut ausgeschilderter Rundwanderweg durch den Archäologischen Landschaftspark. Zuerst erreicht der Besucher den auf einem Hügel gelegenen Matronentempel. Von dort aus folgt man dem Verlauf der Agrippastraße entlang durch den vicus Marcomagus bis hinunter zum Fluß und in das Kastell.

Während der Römer- und Eburonentage befinden sich an allen diesen Stationen fachkundige Ansprechpartner – sowohl Römer, die den vicus beleben oder ein römisches Opfer im Tempel durchführen, als auch Archäologen, die über den aktuellen Stand der Grabungen informieren und Einblicke in die aktuellen Grabungsstellen erlauben.

Ein römischer Reisewagen, von Pferden gezogen, verkehrt am Sonntag zwischen Naturzentrum Nettersheim und dem Tempel und kann ebenfalls genutzt werden.

Die Streifenhäuser von Marcomagus entlang der Via Agrippa

Die Streifenhäuser von Marcomagus entlang der Via Agrippa

Parkplätze sind im ganzen Ort ausgeschildert. Eine Anreise per Bahn ist ebenfalls gut möglich, da Nettersheim einen Bahnhof hat (der ganz in der Nähe des Naturzentrums liegt) und an die regelmäßig verkehrende Eifelbahn nach Gerolstein und Trier angeschlossen ist.

Die Veranstaltung findet an beiden Tagen von 10 – 18 Uhr statt.

Weiterführende Informationen auf der offiziellen Website des Naturzentrums Eifel.

Das Römer- und Eburonenlager gehört sicher nicht zu den „großen“ Veranstaltungen des Jahres, ist aber trotzdem ein schöner, engagierter Event in einer sehr sehenswerten und vor allem authentischen Kulisse.

Unser zusätzlicher Tipp für den römischen Touristen:

Wer sich vor allem für die Matronentempel interessiert und eine weitere Anreise hat, dem empfehlen wir, den Besuch bei dieser Gelegenheit mit den anderen beiden Tempeln zu kombinieren, die nur wenige Autominuten entfernt liegen (insbesondere der große Waldtempel bei Pesch ist sehr sehenswert, vor allem in der Abendstimmung).

Aber auch wer sich für römische Technologie interessiert, kann den Besuch des Archäologieparks mit dem römischen Brunnen und dem Beginn der Eifelwasserleitung verbinden, der sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe befindet. Nicht zuletzt lohnt es sich, auf dem Weg nach Nettersheim kurz an der Villa Rustica von Roderath Halt zu machen.

Der Gallo-Römische Cultus – die Religion im „Römischen Germanien“

Heute möchten wir mit einem weitverbreiteten Mißverständnis aufräumen, das sich im Zuge der – vor allem im neuheidnischen Spektrum angesiedelten – Vorstellungen der „Religion unserer Ahnen“ oder der „ursprünglichen, vorchristlichen Religion in Deutschland“ verbreitet und Verwirrung stiftet.

Der gallische Gott Intarabus, gleichgesetzt mit Mars (bzw. dessen Erscheinungsform als Mars-Silvanus)

Der gallische Gott Intarabus, gleichgesetzt mit Mars (bzw. dessen Erscheinungsform als Mars-Silvanus)

Den Folgen dieser Verwirrung begegnen wir gerade bei „Neueinsteigern“, die sich für den heidnischen römischen Rekonstruktionismus interessieren, leider immer wieder. Die allgemeinen Vorstellungen über vorchristliche Religion in Deutschland sind heutzutage so sehr durchsetzt von einem neuheidnischen Konglomerat aus „ur-germanischer“ Religion, Wikingerkulten aus Skandinavien, sowie modernen nicht-rekonstruktionistischen Strömungen, daß Ratsuchende, die sich speziell für die polytheistische Religion in „Roman Germany“ interessieren, mit einer ganzen Batterie aus ahistorischen und aus allen Richtungen zusammengeklaubten Vorstellungen bombardiert werden, deren Sinn und Authentizität, oder Mangel daran, sie noch nicht beurteilen können.

So braut man sich daraus oft eine eigene Mischung zusammen, die zwar eine persönlich befriedigende Religion darstellen mag (auf Neudeutsch nennt man diese Selfmade-Religionen heutzutage euphemistisch UPG  -„Unverified Personal Gnosis“), vom Römischen Rekonstruktionismus ist man damit jedoch abgekommen, noch bevor man die ersten Schritte auf diesem Weg gemacht hat. Wenn man sich dann allerdings dem intensiven Quellenstudium widmet und sich intensiv mit Geschichte und Archäologie auseinandersetzt, fällt schnell auf, daß romantische Vorstellungen aus dem 19. und 20. Jahrhundert wenig mit der religiösen Wirklichkeit im romanisierten Teil Germaniens zu tun haben.

Epona, ursprünglich eine keltische Göttin, war sehr beliebt als Schutzgöttin der Pferde, Reiter, Reisenden und Fuhrleute

Epona, ursprünglich eine keltische Göttin, war im ganzen Reich sehr beliebt als Schutzgöttin der Pferde, Reiter, Reisenden und Fuhrleute

Nachdem wir kürzlich an einer ausgiebigen Diskussion teilnahmen, in der all diese Mißverständnisse wieder zutage traten, fanden wir es an der Zeit, einen Artikel zu dem Thema zu schreiben – der Informationsbedarf ist ganz offensichtlich da. Denn wenn sich diese Diskussionen immer nur im nicht-öffentlichen Rahmen abspielen, in persönlichen Unterhaltungen, per Email-Austausch oder geschlossenen Mailinglisten, dann führt das nur dazu, daß man die gleichen Diskussionen gebetsmühlenhaft wiederholen muß.

Dieser Artikel soll deshalb die immer wieder an uns herangetragenen Fragen und in epischer Länge von uns verfassten Antworten nun an einer zentralen Stelle zusammenfassen. Wir hoffen, dass dies sowohl ratsuchenden Neueinsteigern als auch generell interessierten Lesern (Heiden wie Nichtheiden) hilft, geschichtliche Entwicklungen und religiöse Vorstellungen im korrekten historischen Kontext zu verstehen.

Eine Frage – und viele verworrene Antworten

Kürzlich führten wir eine Diskussion mit einem Amerikaner, der sich für die heidnische Römische Religion – den Cultus Deorum Romanorum oder Religio Romana – interessierte. Da er sich einerseits stark für das Antike Rom und die damit verbundene Geschichte, Kultur und Religion begeistert, daneben aber deutsche Vorfahren hat, suchte er nach Informationen über und Rat oder Erfahrungen bezüglich der „synkretistischen Religion des Römischen Germaniens„, wie er das nannte. Sich mit dieser speziellen, lokalen Form der Religio Romana zu beschäftigen, sah er als idealen Weg an, sowohl das antike Rom, als auch seine Wurzeln zu ehren und beides auf harmonische Weise miteinander zu verbinden.

Der Celius-Stein ist der einzige archäologische Hinweis auf die Varusschlacht. Mit dieser Niederlage endete die römische Präsenz in Germanien (Bonn, 2014)

Der Celius-Stein ist der einzige (!) archäologische Hinweis auf die Varusschlacht. Mit dieser Niederlage endete die römische Präsenz in Germanien (Bonn, 2014)

Seine Frage bezog sich deshalb ausdrücklich auf das „Römische Germanien“, das heißt, auf die Provinzen des Römischen Reichs, die westlich des Limes und vor allem westlich des Rheins lagen und auf deren romanisierte Einwohner.

Was daraufhin geschah, war typisch. Er erhielt Antworten, die vollkommen an seiner Frage vorbeigingen, irrige Vorstellungen über den Begriff „Germanien“ demonstrierten und die üblichen geografischen, politischen und religiösen Mißverständnisse wiederholten, auf die wir immer wieder stoßen – übrigens nicht nur bei Amerikanern oder Bewohnern anderer Länder, die nicht auf dem Gebiet des ehemaligen römischen Reichs liegen (wie Lateinamerika, Asien oder dem Pazifikraum), sondern durchaus auch bei Europäern, insbesondere Deutschen, von denen man erwarten würde, daß sie sich besser mit der Geschichte ihres Landes auskennen sollten, zumindest, wenn sie sich gehalten fühlen, ihre Vorstellungen über „Germanien“ und „Germanische Religion“ in der Öffentlichkeit zu verbreiten.

Unqualifizierte Diskussionsbeiträge bezüglich der Römer, die (wie die Christen angeblich auch) die ursprüngliche germanische Religion mit Gewalt und Schwert „ausgerottet“ haben, kamen dabei wie selbstverständlich auch. Dieses Thema zu diskutieren, erfordert oft einen gewissen Langmut aufgrund der doch sehr verzerrten Sichtweise mancher Heiden, die mehr an emotional wirkenden Feindbildern interessiert sind, als an geschichtlichen Tatsachen, so daß ich das an dieser Stelle einmal höflich und dezent unter den Tisch fallen lassen möchte.

Eine der Antworten war zumindest „gut gemeint“. Sie stammte von einer jungen Frau aus Lateinamerika, die zugab, ebenfalls (wie der Fragesteller) neu im rekonstruktionistischen Cultus Deorum zu sein. Zwar bemüht sie sich redlich, den traditionellen römischen Riten und Praktiken zu folgen (wie Rituale am Lararium abzuhalten) und dabei auch die authentischen Quellen zu berücksichtigen und zu beachten. Daneben bezieht in ihre Sacra Privata, das heißt, in ihre persönliche religiöse Praxis, „germanische Götter“ ein und versucht, sie in ihre Kultpraxis zu integrieren, mixt dabei aufgrund ihrer eigenen, undifferenzierten Vorstellungen jedoch Elemente hinein, die aus rekonstruktionistischer Sicht nicht als authentisch betrachtet werden – etwas, auf das im Cultus Deorum jedoch Wert gelegt wird.

Apollo-Grannus, gallo-römischer Heil- und Quellgott. Darstellung mit Krug und Heilwasser (Bonn, Rheinisches Landesmuseum, 2014)

Apollo-Grannus, gallo-römischer Heil- und Quellgott. Darstellung mit Krug und Heilwasser (Bonn, Rheinisches Landesmuseum, 2014)

Die Integration fremder Götter ist aus Sicht der Religio Romana erst einmal überhaupt nicht verwerflich, sondern vollkommen in Ordnung. Die heidnische römische Religion zeichnete sich durch große Flexibilität und Aufnahmefähigkeit aus, was ein Grund für ihren Erfolg im gesamten Reich war – von Afrika bis Kleinasien, von Britannien bis Spanien. Römer leugneten niemals die Existenz anderer Götter, – ganz im Gegenteil – sie gingen davon aus, daß diese in ihren angestammten Siedlungsgebieten mächtig waren und Einfluß hatten. Diese einheimischen Göttern zu missachten, war nicht im Interesse Roms, weswegen man immer bestrebt war, diese Götter zu besänftigen, oder sogar auf die Seite Roms zu ziehen. Ihnen wurden Tempel errichtet und viele, ursprünglich lokale Gottheiten wie die ägyptische Isis, kleinasiatische Gottheiten wie Mithras und Kybele oder die gallische Epona gelangten im ganzen Reich zu großer Popularität und erhielten sogar Tempel in Rom selbst.

Jeder Einwohner des römischen Reichs war frei in seiner Religionsausübung und konnte privat im heimischen Kult verehren, wen auch immer er wollte, natürlich auch seine eigenen, lokalen Götter – wenn er sich an die gesetzlichen Grundregeln hielt, das hieß, keine Menschenopfer durchführte, die öffentliche Ordnung nicht gefährdete und die römische Staatsreligion respektierte. Viele lokale Gottheiten wurden mit römischen Gottheiten gleichgesetzt, wie der keltische Grannus, der zu Apollo-Grannus wurde, oder der germanische Magusanus, der als Hercules-Magusanus vor allem in Niedergermanien entlang des Rheins verehrt wurde. Details zur Integration „fremder“ Götter in die römische Religion finden sich in unserem ausführlichen Artikel zur „Interpretatio Romana.

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Ambiorix, König der Eburonen

Das Denkmal des Ambiorix auf dem Marktplatz von Tongeren

Das Denkmal des Ambiorix auf dem Marktplatz von Tongeren

Eine unserer Reisen durch das östliche Gallien führte uns nach Tongeren, in die älteste Stadt Belgiens.

Sie entstand aus der römischen Stadt Atuatuca Tungrorum, Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Civitas Tungrorum in der Provinz Gallia Belgica (die später in die Provinz Germania inferior, Niedergermanien, eingemeindet wurde).

Neben der noch über mehrere Kilometer erhaltenen römischen Stadtmauer, gibt es in Tongeren das (sehr modern gestaltete) Gallo-Romeins Museum, das zum Europäischen Museum des Jahres 2011 gekürt wurde. Hier sind vor allem die regionalen Funde aus dem römischen Atuatuca Tungrorum ausgestellt und der Besucher erhält einen guten Eindruck von der Ausdehnung und dem Aufbau der römischen Provinzstadt.

Die dritte – wenngleich nicht wirklich „römische“ Sehenswürdigkeit, aber dennoch für den gallo-römischen Touristen Pflichtprogramm -, ist das 1866 errichtete Ambiorixstandbild auf dem Marktplatz der Stadt. Er zeigt den überlebensgroßen König des gallischen Stammes der Eburonen, der auf drei Dolmen steht.

Ambiorix gilt als ein belgischer „Nationalheld“. Der Anführer der Eburonen spielt eine wichtige Rolle in Caesars KriegsberichtDe Bello Gallico, denn er brachte den römischen Legionen auf ihrem Gallienfeldzug in den Jahren 54-53 v. Chr. eine ihrer größten Niederlagen bei. Caesar beschäftigt sich in seinem Kriegsbericht ausführlich mit diesem Herrscher, den wir deshalb vor allem aus dieser Quelle kennen.

Die Eburonen wurden von einem Doppelkönigtum regiert; diese beiden Herrscher bezeichnete Caesar mit dem lateinischen Wort „Rex“ (König):

„Catuvolcus rex dimidiae partis Eburonum“

König Catuvolcus herrscht über die eine Hälfte der Eburonen“ (De Bello Gallico 6,31,5)

Als Rache für die Niederlage, die die Eburonen den römischen Legionen beibrachten, ordnete Caesar im Jahr 51 v. Chr. einen Rachefeldzug gegen den gesamten Stamm an mit dem Ziel, ihn auszulöschen und das Stammesgebiet danach den Rom-loyalen Germanen vom Stamme der Ubier zu übergeben.

Eburonische Höhenfestung (Römervilla Ahrweiler, 2014)

Eburonische Höhenfestung (Römervilla Ahrweiler, 2014)

Auch für uns ist das Schicksal des Ambiorix und der Eburonen von besonderem Interesse, da die Region, in der wir leben – das Ahrtal – im Grenzland zwischen den Stammesgebieten der Eburonen und der ebenfalls keltischen Treverer lag. Eburonische Funde aus der Region, sowie die Rekonstruktion einer eburonischen Höhensiedlung, waren im Jahr 2012 im Rahmen der Sonderausstellung „Eburonen – unsere vergessenen Vorfahren“ in der Römervilla Ahrweiler zu sehen.

Als römische Rekonstruktionisten ist es für uns immer spannend und interessant, sich ganz grundsätzlich mit römischer Geschichte zu beschäftigen, die wir dank der vielen erhaltenen Quellen gut studieren können. Als wir in Tongeren auf Ambiorix und die Eburonen trafen, die auch unsere Region besiedelt hatten, war die Gelegenheit gekommen, wieder einmal Caesars Kriegsbericht „De Bello Gallico“ in die Hand zu nehmen und sich mit Ambiorix und dem Schicksal seines gallischen Stammes zu beschäftigen!

Da vielen Lesern der „Gallische Krieg“ des Julius Caesar in der Schule im Lateinunterricht vergällt wurde, wäre es natürlich ein schöner Nebeneffekt, wenn dieser Artikel wieder das Interesse an dem spannenden Kriegsbericht des römischen Feldherren (und natürlich an Ambiorix und den Eburonen!) weckt und man feststellt, daß Geschichte keineswegs dröge und langweilig ist – und daß „De Bello Gallico“ Ereignisse beschreibt, die sich direkt hier vor Ort, in unserer Heimat abgespielt haben 🙂

Die Eburonen

Das Stammesgebiet der Eburonen erstreckte sich über das stark bewaldete Gebiet zwischen Rhein und Maas im Bereich der Eifel und der nördlichen Ardennen. Westlich reichte es etwa bis auf die Höhe der Stadt Brüssel und an das Gebiet der westlich der Maas lebenden Aduatuker, südlich stieß es an das Stammesgebiet der in der Südeifel und im Moselraum lebenden, ebenfalls keltischen Treverer. Beiden – größeren – Stämmen waren sie zu Tributzahlungen verpflichtet.

Die Wälder und engen Schluchten der Ardennen gehören zu unseren liebsten Reisezielen

Die Wälder und engen Schluchten der Ardennen gehören zu unseren liebsten Reisezielen (hier: Blick von der Burg in Esch-sur-Sûre)

Die Eburonen waren ein relativ kleiner gallischer Stamm, der über etwa 44.000 Mitglieder, davon 8000 kampffähige Krieger, verfügte.

Caesar berichtet in „De Bello Gallico„, daß die Eburonen von einer Doppelspitze aus zwei Königen geführt wurden (Ambiorix und Catuvolcus), wie es bei keltischen Stämmen bisweilen üblich war. Um einen Krieg zu erklären, war die Zustimmung beider Könige notwendig. Ansonsten schien die Aufgabenverteilung eher geografischer Natur zu sein; nach der Verteilung der Münzfunde scheint Ambiorix‘ Herrschaftsgebiet in der Nähe von Brüssel gelegen zu haben, während Catuvolcus über die Eburonen im Eifel- und Ardennenraum herrschte. Den Machtbefugnissen der Könige nach zu urteilen, schien es sich, wie im heutigen Großbritannien, den Niederlanden oder Belgien, eher um eine Art konstitutionelle Monarchie gehandelt zu haben, denn Ambiorix selbst erklärt gegenüber Caesar bei einem Zusammentreffen:

„ut non minus haberet iuris in se multitudo, quam ipse in multitudinem.“

„denn seine Herrschaft sei von der Art, dass das Volk ebenso viele Gewalt über ihn besitze als er über das Volk“ (De Bello Gallico, 5, 27, 3)

Im Laufe des Krieges tritt dann allerdings ausschließlich noch Ambiorix in Erscheinung; von König Catuvolcus hört man nur noch einmal, im Zusammenhang mit seinem Selbstmord nach der Zerschlagung des eburonischen Aufstandes. Der alte König vergiftete sich mit dem Saft des Eibenbaums und verfluchte seinen Amtskollegen Ambiorix auf dem Sterbebett. Die Eibe gilt als der „heilige“ Baum der Eburonen und das keltische Wort für Eibe (eburo) als Namensgeber des Stammes, so daß aus dem hohen Alter von Catuvolcus in der Literatur auch geschlussfolgert wird, daß der zweite König eher sakrale Funktionen innehatte.

„Catuvolcus rex dimidiae partis Eburonum, qui una cum Ambiorige consilium inierat, aetate iam confectus, cum laborem aut belli aut fugae ferre non posset, omnibus precibus detestatus Ambiorigem, qui eius consilii auctor fuisset, taxo, cuius magna in Gallia Germaniaque copia est, se exanimavit.“

„Catuvolcus, der König einer Hälfte der Eburonen, der an der Verschwörung des Ambiorix teilnahm, aber seines hohen Alters wegen unfähig war, die Last des Krieges oder der Flucht zu ertragen, vergiftete sich unter Fluch und Verwünschung des Ambiorix als des Urhebers der ganzen Sache, mit dem Beerensaft des Eibenbaumes, der in Gallien und Germanien in großer Menge wächst.“ (De Bello Gallico, 6, 31, 5)

Kelten oder Germanen?

Zu Beginn des Gallienfeldzugs waren die Eburonen mit den Römern verbündet und es herrschte ein reger Kontakt zwischen Caesar und Ambiorix. Zwischen beiden verkehrten regelmäßig Boten und es fanden lange Gespräche und Verhandlungen statt. Unter anderem unterstützten die Eburonen Rom bei der Unterwerfung des Stammes der Belger.

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Events und Veranstaltungen: Erlebnistag Eisen am 28. September 2014 in Ahrweiler

Vorführung des Rennofens, Eisentag 2013

Vorführung des Rennofens, Eisentag 2013

Die römische Eisenschmelzersiedlung im Wald oberhalb von Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) ist eine der größten und international bedeutendsten Fundstellen für römische Eisenerzverhüttung nördlich der Alpen.

Auch in diesem Jahr gab es in dem weitläufigen Areal, das erst zu ca. 10% untersucht und freigelegt ist, wieder eine Grabungskampagne, die zu neuen Ergebnissen führte.

Am Sonntag, dem 28. September 2014 lädt der Förderverein für Archäologie und Museumskultur Ahrweiler wieder zum „Erlebnistag Eisen“ in die römische Anlage ein, um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Neben fachkundigen Führungen durch die verschiedenen Bereiche der Siedlung, die aus einem großen, luxuriösen Herrenhaus, Verhüttungsbereichen, Höfen mit Schmelzöfen, Getreidedarren und weiteren Bereichen besteht, wird auch ein rekonstruierter Rennofen in Betrieb genommen und demonstriert, wie man vor 2000 Jahren im Ahrtal Eisenerz zum Schmelzen brachte.

Ein Schmied informiert über alte Techniken

Ein Schmied informiert über alte Techniken

Daneben gibt es weitere Vorführungen, so zeigt ein Schmied seine Arbeit vor Ort und es gibt kleine Snacks nach römischen Originalrezepten zum Probieren. Auch Unterhaltung für Kinder ist geboten, die sich kleiden können wie Römer. Als besonderes Highlight wird in diesem Jahr ein keltischer Druide erwartet, denn Ahrweiler lag im keltischem Stammesgebiet der Eburonen.

Der Eintritt ist frei, aber eine Spende wird vom Förderverein sehr gerne angenommen!

Der „Erlebnistag Eisen“ findet von 10-17 Uhr statt.

Das Gelände liegt mitten im Wald und ist nicht überdacht. Wir empfehlen gutes Schuhwerk. Das Wetter soll an diesem Wochenende aber gut werden, wie es sich für einen goldenen Oktober gehört!

Parkmöglichkeit besteht am Wanderparkplatz an der Landstraße 84 zwischen Ahrweiler und Ramersbach. Hier startet der  historische Wanderweg „Eisenweg“. Die Infotafel informiert auch über den Standort der Eisenschmelzersiedlung.

Die Grabungsstelle ist ausschließlich zu Fuß zu erreichen, der Fußweg führt ca. 600 Meter, zum Teil bergauf, über einen Waldweg. Der “historischen Route Eisenweg” folgen, vorbei an einem römischen Gräberfeld, das zur Eisenschmelzersiedlung gehörte. Die Grabungsstelle liegt rechts vom Eisenweg, etwas abseits, ist aber aufgrund ihrer Größe nicht zu übersehen.

 

 

Veranstaltungstipp: Römertag in Rheinbach am 31.8.2014

Rheinbach_01Anläßlich des 2000. Todestages von Kaiser Augustus wird im Rheinland das „Römerjahr – Römisches Rheinland 2014“ veranstaltet, mit vielen Veranstaltungen, Vorträgen und Ausstellungen.

Teil des Programms ist das Römerfest, das am Sonntag,dem 31. August 2014 in Rheinbach veranstaltet wird. Es wird ausgerichtet vom Freundeskreis Römerkanal e.V., der in Rheinbach ansässig ist und ehrenamtlich über die römische Eifelwasserleitung nach Köln, den größten Technikbau nördlich der Alpen, informiert und für dessen Erhaltung sorgt.

Das Römerfest findet im Freizeitpark Rheinbach (Münstereifeler Straße, 53359 Rheinbach) von 11:00 bis 17.30 Uhr statt.

Zu den Programmpunkten gehören unter anderem:

  • Die Bitburger Legionäre der Legio XXII Primigenia Milites Bedenses, die den römischen Legionärsalltag in der germanischen Provinz demonstrieren.
  • Die Gladiatorengruppe Amor Mortis, die auch auf dem Römerfest in Xanten ihre Kampfkunst vorgeführt haben
  • Die Keltengruppe Tribus Eburones, die im Keltendorf keltisches Alltagsleben in der Eifel zeigt
  • Ein römischer Reisewagen, der Mitfahrten anbietet
  • Römische Wachstafelmalerei
  • Eine römische Modenschau zum Mitmachen
  • Regionale Funde, präsentiert vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege
  • Ein römischer Reiter der XXI Rapax zeigt sich in voller Ausrüstung
  • Kinderprogramm, u.a. mit Streitwagenrennen und Aktionen der Rheinbacher Schulen
  • Die Römerwelt Rheinbrohl und der Verein Deutsche Limesstraße informieren über den Limes
  • Es gibt Lesungen, Buchvorstellungen, Geschichte, Informatives zu römischer Sprache und Schrift und Filmvorführungen
  • Spezialitäten der römischen Küche

und vieles mehr!

Der Eintritt ist frei!

Antike Stätten: Römisches Bad am Weiherberg in Ahrweiler

Das römische Bad versteckt sich unter der Bundesstraße

Das römische Bad versteckt sich unter der Bundesstraße

Anschrift:

Am Weiherberg, 53474 Ahrweiler

Anfahrt:

Das römische Bad liegt in einem Schutzbau unterhalb der Bundesstraße B267. Mit dem Auto kann man direkt in die kleine Straße „Am Weiherberg“ einbiegen, die sich an den Weinbergen entlangschlängelt. Offizielle Parkmöglichkeiten gibt es nicht, aber die Straße ist kaum befahren und man kann sein Auto am Rande des Weinbergs abstellen. Besser ist es, das Auto auf dem Parkplatz am Adenbachtor abzustellen und ein paar Schritte zu laufen.

Mit dem öffentlichen Nahverkehr ist das Bad sehr gut zu erreichen. Mit der Ahrtalbahn (ab Remagen / bis Ahrbrück) bis „Ahrweiler Markt“ fahren (nicht nur bis Haltestelle „Ahrweiler“!). Von dort geht man nicht bergab in den historischen Ortskern, sondern bergauf in Richtung des Rotweinwanderwegs jenseits der Brücke über die Bundesstraße. Dort befindet sich bereits die Straße „Am Weiherberg“, in die man nach rechts einbiegt. Nach einigen hundert Metern, die man der Straße durch die Weinberge folgt, erreicht man ein kleines Tor mit dem Hinweis „Römisches Bad“. Hier führt eine Treppe hinab in den Schutzbau. Oft hält sich dort auch einer der beiden ehrenamtlichen Betreuer der Anlage auf und lädt vorbeikommende Wanderer zu einem Besuch ein, so daß der Eingang nicht zu verfehlen ist.

Alternativ, wenn man aus der Innenstadt von Ahrweiler kommt, erreicht man das Bad über die Fußgängerbrücke „Im Ellig“, die hinter der Kreisverwaltung liegt.

Hintergrundinformationen:

Der Weg zum Bad führt an den Weinbergen entlang

Der Weg zum Bad führt an den Weinbergen entlang

Das Ahrtal war zu römischer Zeit dicht besiedelt.

Mit dem Sieg Caesars über Gallien wurde das von den keltischen Eburonen bewohnte Ahrtal Teil des Römischen Reichs. Hier ist eine sehr hohe Dichte an römischen Villen auszumachen, von denen allein im näheren Umkreis um Ahrweiler über 20 Stück bekannt sind. Hierbei ist die „Römervilla am Silberberg„, die als Museum ausgebaut ist, überregional bekannt und gilt als eine der besterhaltensten Villen nördlich der Alpen. Ein Muß, wenn man zu Besuch im Ahrtal ist!

Daneben finden sich im unmittelbaren Umfeld weitere antike Stätten, so eine große römische Eisenschmelzersiedlung im Ahrweiler Stadtwald „An den Maaren“, auf deren Gelände sich ebenfalls ein luxuriös ausgestatteter Gutshof fand, der über Fußbodenheizung und verglaste Fensterscheiben verfügte.

Nicht zuletzt wurde erst kürzlich direkt vor den Toren von Ahrweiler eine große keltische Siedlung entdeckt und vermessen, deren Ausmaße den Schluss nahelegen, daß es sich um das Hauptsiedlungszentrum der Eburonen handelte.

Blick auf das Praefurnium, den Raum der Befeuerungsanlage

Blick auf das Praefurnium, den Raum der Befeuerungsanlage

Bereits beim Bau der Ahrtalbahn ab 1879 und der historischen Kreisverwaltung 1894 entdeckte man die Überreste einer römischen Villa mit großem Badebereich. Sie wurden jedoch im Rahmen der Bauarbeiten ohne Dokumentation beseitigt. Bei Gleisbauarbeiten zur Erweiterung in Ahrtalbahn im Jahr 1912, im Zuge der Kriegsvorbereitungen mit Blick in Richtung Belgien, wurde der Badetrakt entdeckt. Teile des Bades neben der Bahntrasse blieben erhalten und wurde von Professor Clemen vom Rheinischen Provinzialmuseum untersucht und ausgewertet.

Danach gerieten die römischen Überreste für viele Jahre in Vergessenheit, waren der einheimischen Bevölkerung aber bekannt. So berichtete uns ein Ahrweiler „Ureinwohner“, wie er als Kind schon in den Mauerresten herumgeklettert war.

Das Heißbad mit Hypokausten

Das Heißbad mit Hypokausten

Mit dem Bau der Bundesstraße B267, bei der auch die große Villa am Silberberg entdeckt wurde, wurde das römische Bad mit einem Schutzbau aus Beton versehen, um die archäologische Stätte zu erhalten. Dann wurde die Bundesstraße über die Anlage gebaut.

Jahrelang war das römische Bad für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und lag vergessen in seinem Schutzbau.

Zwei ehrenamtliche Mitarbeiter des Museums Römervilla, Bernd Walther und Michael Schneider, die auch bei den Grabungen in der Eisenschmelzersiedlung aktiv waren, fanden es schade, daß ein so gut erhaltenes archäologisches Denkmal nicht der Öffentlichkeit präsentiert wird, zumal das Interesse an der römischen Geschichte des Ahrtals groß ist. Sie bemühten sich darum, daß das Bad – zumindest zu bestimmten Zeiten – interessierten Besuchern gezeigt wird. Der Plan stieß bei der Kreisverwaltung auf Zustimmung, leider erfolgte jedoch keine finanzielle Beteiligung einer öffentlichen Hand, so daß die beiden Initiatoren die Präsentation und Betreuung des römischen Bades persönlich und ehrenamtlich übernahmen und aus eigenen Mitteln finanzierten. Die Ausgestaltung fand unter fachkundiger Beratung der Leitung der Römervilla am Silberberg statt.

Ein Dachziegel und ein Tubulus (Hohlziegel)

Ein Dachziegel und ein Tubulus (Hohlziegel)

Ab dem 1. April 2014 ist das römische Bad nun jeden 2. Sonntag im Monat für zwei Stunden geöffnet.

Die sehr gut erhaltenen Reste des Badetrakts stammen aus einem Gutshof wohlhabender Besitzer, der ab dem 1. Jahrhundert genutzt wurde. Das Kaltbad (Frigidarium) befand sich jenseits der heutigen Bahntrasse und ist leider zerstört. Das Heißbad, in das die Bewohner des Hauses erst nach einem Kaltbad, daran anschließendem Aufenthalt im Tepidarium und folgender Körperreinigung mit Öl stiegen, blieb allerdings erhalten.

Bei dem zu besichtigenden Gemäuer handelt es sich noch um die Originalmauern. Der (wasserfeste) römische Mörtel ist gut zu erkennen. Wasserleitungen, Teile der für die Wandbeheizung und Abluft zuständigen Hohlziegel (Tubuli) sowie eine Dachziegelplatte mit einem Pfotenabdruck sind erhalten und können besichtigt werden.

Ebenfalls gut zu sehen ist die Hypokaustenanlage. Im ersten Raum der Anlage befinden sich zwei mächtige Tuffsteinblöcke, die Teil der Befeuerungsanlage im Praefurnium waren. Im angrenzenden Raum konnte das Wasserbecken nachgewiesen werden. Die Zufuhr des heißen Wassers erfolgte über einen mit Feuer erhitzten Boiler über Bleileitungen mit Kupferhähnen.

Die Reste des Bades sind gut erhalten

Die Reste des Bades sind gut erhalten

Die Anlage deutet auf einen sehr wohlhabenden Gutsbesitzer hin. Die Villa wurde bis zum 3./4. Jahrhundert genutzt und dann (wahrscheinlich im Zuge der Frankeneinfälle) aufgegeben. Mit dem Ende des Römischen Reichs endete auch die fortschrittliche Badekultur in Europa mit ihrer sehr ausgefeilten Beheizungstechnik.

Beschreibung:

Das römische Bad ist über eine Treppe von der Straße „Am Weiherberg“ zu erreichen, die hinab in den Schutzbau unterhalb der Bundesstraße führt.

Im Vorraum des Bades wurde von den beiden Initiatoren ein kleines Museum eingerichtet, in dem einige Originalfunde aus dem Raum Ahrweiler gezeigt werden. Viele Funde gehören zur Eisenschmelzersiedlung „An den Maaren“. Zu den besonders schönen Stücken gehört eine Babyrassel, die vermutlich mit Kirschkernen gefüllt gewesen war (die Füllung ist wegen des vergänglichen Materials nicht mehr erhalten).

Die Informationstafeln sind gut gestaltet

Die Informationstafeln sind gut gestaltet

Großformatige Fotos von den Grabungen „an den Maaren“ und den dort gemachten Funden (wie einer Fußfessel, die im Küchenbereich entdeckt wurde) sowie Tafeln und Plakate mit Informationen und Zeichnungen runden das Bild ab. Hierbei ist besonders ein gezeichnetes Plakat zu erwähnen, das die Situation im Ahrtal zu römischer Zeit zeigt und in anschaulicher Weise demonstriert, wie hoch die Dichte der römischen Landgüter war.

Daneben befindet sich im Vorraum der Nachbau einer römischen Scorpio und eines Rennofens, wie er zur Eisenschmelze verwendet wurde.

Im anschließenden Raum, von den Bahngleisen nur durch ein luftdurchlässiges Gitter getrennt, befindet sich die römische Badeanlage. Hier erläutern Tafeln mit informativen Zeichnungen, wie man sich die Funktionsweise vorzustellen hat.

Im Vorraum erfährt der Besucher viele Zusatzinformationen zur römischen Zeit im Ahrtal

Im Vorraum erfährt der Besucher viele Zusatzinformationen zur römischen Zeit im Ahrtal

Die Badeanlage ist sehr gut erhalten, die einzelnen Räume mitsamt der Ansätze der Fenster sind deutlich zu erkennen. Ursprünglich war die Anlage noch gut einen Meter höher, wurde beim Bau der Bundesstraße jedoch auf die heutige Höhe „gekürzt“.

Was diese archäologische Stätte so besonders macht, ist die Betreuung durch die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiter, Bernd Walther und Michael Schneider, die jeden Besucher individuell durch die Anlage und den Vorraum führen und dabei interessante Details zur Funktionsweise des Bades, aber auch zu den aktuellen Grabungen an den Maaren, zur Entdeckungsgeschichte und Hintergrundinformationen zur Einrichtung dieses Schutzraumes berichten können.

Beide Mitarbeiter sind über die regionale Archäologie des römischen (und keltischen) Ahrtals sehr gut informiert und geben ihr Wissen mit großem persönlichen Engagement und Leidenschaft weiter. Da sie diese Ausstellung auf eine Faust finanzieren und alleine betreuen, freuen sie sich sehr über interessierte Besucher, die ihnen beweisen, daß die Öffnung der Anlage auf Interesse stößt und deswegen wichtig ist für den Kreis Ahrweiler.

Eine sehr sehenswerte archäologische Örtlichkeit, lehrreiche persönliche Führung – ein echter Geheimtipp!

Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Führungen:

Auch viele Informationen zur nahen Eisenschmelzersiedlung und dem aktuellen Stand der Grabung werden vermittelt

Auch viele Informationen zur nahen Eisenschmelzersiedlung und dem aktuellen Stand der Grabung werden vermittelt

Das römische Bad ist zur Zeit jeden zweiten Sonntag (in geraden Kalenderwochen) von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Der Eintritt ist frei! Man freut sich jedoch sehr über eine Spende, die in einer römischen Amphore am Eingang hinterlassen werden kann.

Da die beiden Initiatoren viele Pläne haben, um den Vorraum noch ansprechender zu gestalten, außerdem dringende Reparaturarbeiten durch die Belastungen der darüberliegenden Bundesstraße notwendig sind, wird jeder Euro gebraucht. Denn leider gibt es keinerlei Fördermittel von öffentlicher Hand oder dritter Seite – etwas, das uns sehr erstaunt hat, da die Stadt Ahrweiler so viel Wert auf die Präsentation ihrer römischen Geschichte legt und damit auch wirbt. Hier würden selbst kleine Beträge schon Großes bewirken. Bleibt zu hoffen, daß die Stadt den touristischen und historischen Wert dieser Einrichtung irgendwann erkennt!

Feste Zeiten für Führungen gibt es nicht; im Rahmen der Öffnung der Anlage wird jeder Besucher von den Betreuern persönlich hindurchgeführt.

Sonstiges:

Der schönste Fund: eine Rassel

Der schönste Fund: eine Babyrassel

Fotografieren ist erlaubt.

Für archäologisch Interessierte findet an einigen festen Terminen an Sonntagen ab 16 Uhr ein Treff im Schutzbau statt, wo über archäologische Themen generell, die neuste Literatur und natürlich die Archäologie des Ahrtales diskutiert wird. Die Termine sind bei den beiden Betreuern zu erfahren.

Michael Schneider bietet auch geführte archäologische Touren durch das Ahrtal an.

Der Besuch des Bades sollte auf jeden Fall auch mit einem Besuch der spektakulären Römervilla am Silberberg kombiniert werden. Wer Lust auf eine kleine Waldwanderung hat, sollte sich auch die Eisenschmelzersiedlung anschauen, die die größte römische Anlage ihrer Art nördlich der Alpen und ein bedeutendes Zeugnis römischer Industrie ist!

Weiterführende Informationen: