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Antike Stätten: Römerbergwerk Meurin

Das größte römische Untertage-Tuffsteinbergwerk nördlich der Alpen

Das größte römische Untertage-Tuffsteinbergwerk nördlich der Alpen

Anschrift:

Nickenicher Straße (an der B256), 56630 Kretz

Anfahrt:

Das römische Untertage-Tuffsteinbergwerk liegt mitten im „Vulkanpark“ in der Osteifel beim kleinen Ort Kretz in Rheinland-Pfalz.

Die Anfahrt erfolgt per Auto über die A61 bis zur Abfahrt Kruft. Hier folgt man der Bundesstraße B256 und den dort aufgestellten braunen Schildern des Vulkanparks mit der Beschriftung „Route Blau“. In Höhe des Ortes Kretz ist das Römerbergwerk als „Vulkanpark Römerbergwerk Meurin“ ausgeschildert.

Das Bergwerk ist auch per Bus zu erreichen; die Linie 335 des RMV verbindet einige Stationen des Vulkanparks miteinander. Zustieg ist möglich von Mayen, Mendig, Kruft, Neuwied, Andernach und Plaidt. Neuwied und Andernach haben zudem einen Bahnhof, der von Regionalbahnen angefahren wird. Von Kruft aus ist Kretz fußläufig zu erreichen.

Das Bergwerk verfügt über einen eigenen Parkplatz, an dem sich auch ein Imbiss und die Toiletten befinden. Achtung, vom Parkplatz aus sind es noch etwa 400 Meter Fußweg bis zum Bergwerk; dort befinden sich keine Toiletten, so daß man diese letzte Gelegenheit nutzen sollte.

Hintergrundinformationen:

Der eingestürzte Vulkankrater sieht heute harmlos und unschuldig aus...

Der eingestürzte Vulkankrater sieht heute harmlos und unschuldig aus…

Das Römerbergwerk in der Osteifel ist das größte römische Untertage-Tuffsteinbergwerk nördlich der Alpen. Deswegen ist es von großer archäologischer Bedeutung und bildet auch den archäologischen Höhepunkt der Stationen des Vulkanparks Osteifel (die allesamt sehr sehenswert sind!).

Zuerst ein bißchen Geologie, bevor wir uns wieder den Römern zuwenden!

Der mehrere Meter mächtige Tuffstein, der weite Teile der Osteifel überdeckt, stammt aus dem Ausbruch des Laacher-See-Vulkans im Jahre 10.930 v. Chr..

Der Vulkan, dessen eingestürzter Krater heute den Laacher See beinhaltet, gehört zum plinianischen Typ – und damit zum gleichen explosiven Vulkantyp wie der Vesuv, der im Jahr 79 n. Chr. Pompeji und Herculaneum begrub, oder auch Mount St. Helens und der Supervulkan unter dem Yellowstone-Nationalpark. Die Bezeichnung „plinianisch“ haben wir Plinius dem Jüngeren zu verdanken, der den Ausbruch des Vesuvs als Augenzeuge detailgetreu in zwei Briefen an Tacitus beschrieb.

Auch der letzte Laacher See-Ausbruch vor knapp 13000 Jahren war ein katastrophaler Ausbruch. Er ging mit der Explosion mehrerer Vulkankegel im Gebiet des heutigen Laacher Sees einher, bei denen riesige Mengen Asche und Bims ausgeschleudert wurden, die in ganz Europa bis nach Schweden zu finden sind. 600 Grad heiße Ascheströme wälzten sich über die Landschaft und verfüllten ganze Täler. In der unmittelbaren Umgebung bis zum Rheintal beträgt die Dicke der Schicht über 7 Meter. Der Ausbruch war sechsmal stärker als der Ausbruch des Mount St. Helens im Jahr 1980.

...aber blubbernde Mofetten beweisen, daß der Vulkan noch aktiv ist

…aber blubbernde Mofetten beweisen, daß der Vulkan noch aktiv ist

Noch heute ist die Gegend vulkanisch aktiv und der Laacher See-Vulkan nicht erloschen – wie aufsteigende Gasbläschen (Mofetten) im Laacher See eindrucksvoll beweisen. Zwischen der Entstehung der Magmakammer unter der Osteifel und dem ersten großen Ausbruch vergingen fast 17.000 Jahre, so daß ein neuer Ausbruch innerhalb der nächsten Jahrtausende aus geologischer Sicht sehr wahrscheinlich ist – auch wenn keine akute Gefahr besteht. Ihr könnt den Vulkanpark zur Zeit also unbesorgt besuchen 😉

Bei dem hier abgebauten Tuffstein handelt es sich um verfestigtes vulkanisches Auswurfmaterial, das aus vulkanischen Aschen und zerbrochenem Gesteinsmaterial (sogenannte Pyroklasten) besteht, das während der Eruption in die Luft geschleudert wurde. Außerdem ist im Tuffstein häufig Gas eingeschlossen. Er ist relativ weich und gut zu bearbeiten und hat zudem gute dämmende Eigenschaften, weswegen er für die Römer ein beliebtes Baumaterial war, das aus der Osteifel entlang des Rheins in alle Teile des Reichs verschifft wurde. Man nennt ihn deswegen auch den „Leichtbaustein der Antike„. So wurden zum Beispiel zahlreiche Gebäude und die Stadtmauer von Xanten (für die allein 50.000 Tonnen Material benötigt wurden) aus Eifeler Tuffstein erbaut.

Ein

Ein „römisches Wasserwerk“ an der Eifelwasserleitung (hier bei Mechernich) beweist, wie haltbar römischer Beton ist

Daneben bildete der Tuffstein die Grundlage für den von den Römern entwickelten Beton, aus dem Wasserleitungen, Hafenanlagen, Brücken und „Gebäude für die Ewigkeit“, wie das Pantheon in Rom, erbaut wurden. Vermischt mit Kalk, Sand, Bims und Wasser erhielten sie einen druckfesten Stein, der sogar unter Wasser aushärtete.

Viele römische Bauwerke (wie die Wasserleitungen in der Eifel) sind deswegen heute noch erhalten, unter anderem auch deshalb, weil es einen hohen technischen Aufwand erfordern würde, diesen Beton zu beseitigen. Römischer Beton ist haltbarer als viele heute verwendete Werkstoffe, was erklärt, daß 2000-Jahre alte Brücken in Trier oder Cordoba noch heute existieren und befahren werden, moderne Brücken wie in Leverkusen oder Bonn aber wegen Baufälligkeit fast zusammenbrechen.

Doch nun zum Römerbergwerk selbst.

In der Osteifel, wo der Tuffstein (aber auch andere Vulkangesteine wie Basalt) in mehreren Metern Mächtigkeit vorliegen, befanden sich zahlreiche römische Bergwerke, in denen Gesteine sowohl unter Tage als auch über Tage abgebaut wurde. Die Basaltsteinbrüche bei Mayen, die schon von den Kelten genutzt wurden, sind ein eindrucksvolles Beispiel für den oberirdischen großindustriellen Abbau von Vulkangesteinen.

Im Bergwerk bekommt man einen guten Eindruck von der Mächtigkeit des Tuffsteins

Im Bergwerk bekommt man einen guten Eindruck von der Mächtigkeit des Tuffsteins

Im Gegensatz zum oberirdisch abgebauten Basalt im Raum Mayen wurde der Tuffstein in der Region unter Tage gewonnen. Da der Tuffstein in der Region von einer meterdicken Bimsschicht – leichte, aufgeschäumte Lava – bedeckt ist, mußte man sich erst durch diese Schicht hinab zum Tuffstein graben, was den unterirdischen Abbau erklärt.

Für Bims hatte man seinerzeit noch keine industrielle Verwendung, so daß er zwar unter anderem für die Körperpflege oder zum Glätten von Pergament genutzt wurde, jedoch nicht als Baustoff. Erst in der Neuzeit wurde Bims wirtschaftlich attraktiv, da daraus Leichtbeton und Schwemmstein produziert wird. Für die Römer waren die Unmengen an Bims also eher ein lästiges Nebenprodukt, für das sie in den Mengen keine Verwendung hatten.

Da der Tuffstein auch im Mittelalter weiter genutzt wurde (unter anderem zum Bau des Kölner Doms, der Abtei Maria Laach, aber auch vieler anderer mittelalterlicher Gebäude im Rheinland), wurden viele römische Bergwerke zerstört, da man sich ausgehend von den römischen Grabungen immer tiefer in das Gestein schlug, wodurch viele römische Stollen einbrachen oder mit Abraum verfüllt wurden.

Ununterbrochen von der Römerzeit bis heute wird hier Tuffstein abgebaut

Ununterbrochen von der Römerzeit bis heute wird hier Tuffstein abgebaut

Bei Kretz wird noch heute Tuffstein und Bims abgebaut. Das Gelände liegt neben dem Tagebaugelände der Firma „Trasswerke Meurin„.

Das Römerbergwerk war im Jahr 1950 wiederentdeckt worden, seinerzeit jedoch noch von einer 6 Meter hohen Bimsschicht bedeckt. Als man den Bims ab 1960 mit Baggern abzubauen begann, stürzten zahlreiche römische Stollen ein.

Im Jahr 1996 wurde das Amt für Vor- und Frühgeschichte in Koblenz auf das römische Bergwerk aufmerksam und erkannte seine Bedeutung als eines der größten antiken Tuffsteinbergwerke nördlich der Alpen. Man begann mit archäologischen Grabungen, wobei man die einsturzgefährdeten Stollen aufwendig abstützen mußte, um sie zu bewahren. Da diese antike Stätte von so großer überregionaler Bedeutung war, entschieden sich der Landkreis Mayen-Koblenz und der Vulkanpark gemeinsam, den Ort zu sichern und als Station in den Geopark Vulkanpark Osteifel zu integrieren, so daß das Gebiet mit Landesmitteln aufgekauft wurde.

Der Schutzbau wirkt futuristisch, ist aber sehr durchdacht

Der Schutzbau wirkt futuristisch, ist aber sehr durchdacht

Um das Bergwerk vor Regenwasser und damit verbundener Überflutung zu schützen, wurde ein Schutzbau über dem Bergwerk errichtet. Er besteht aus einer 44 x 54 Meter großen, freitragenden, halbrunden Hallenkonstruktion mit transparentem Kunststoffdach, der einerseits vor Wind und Wetter schützt, andererseits aber eine gute Tageslichtbeleuchtung gewährleistet. Für diese Konstruktion und die publikumswirksame Präsentation dieses archäologischen Fundplatzes wurde das Römerbergwerk 2003 von der Denkmalorganisation Europa Nostra im Auftrag der EU mit dem Europa Nostra Award als besonders wertvolle und schützenswerte archäologische Fundstätte ausgezeichnet – einem der höchsten europäischen Kulturpreise in der Kategorie „Archäologische Fundstätten“.

Der unterirdische Abbau der Tuffsteine war zu römischer Zeit eine sehr schwierige Tätigkeit, die in engen, staubigen Gängen und unter schlechten Lichtverhältnissen im Schein von Öllampen ausgeführt wurde. Zumindest Steinstaublunge hatten die Arbeiter nicht zu fürchten, da der Vulkanstaub – im Gegensatz zum Kohlenstaub – nicht lungengängig ist und deshalb abgehustet werden kann.

Das Bestimmen der abbauwürdigen Tuffsteinbänke erforderte gute Fachkenntnisse vom Vorarbeiter, denn der Steinblock durfte beim Herauslösen nicht in zu kleine Teile brechen. Ziel war es, etwa ein Meter breite und eineinhalb Meter hohe Tuffblöcke aus dem Gestein zu lösen, die direkt unter Tage zu groben Mauersteinen weiterverarbeitet wurden, um sie leichter transportieren zu können. Vorarbeiter markierten die Bänke, die in einem komplizierten Verfahren vorsichtig und gleichmäßig mit Eisenkeilen aus der Wand gelöst wurden.

An der Oberfläche wurden die Steine weiterverarbeitet, gemahlen oder in die gewünschte Größe und Form gesägt.

Die gewonnen Steine wurden über die aus dem Inneren Galliens kommende römische Schnellstraße an den Rhein zum großen Hafen in Antunnacum (Andernach) transportiert, wo auch die Mühlsteine aus dem Mayener Gebiet verladen wurden. Antunnacum lag in einer Rheinbucht und hatte einen geschützten Hafen. Es war zu römischer Zeit einer der wichtigsten Handels- und Umschlagplätze für Gesteinsprodukte, die für die ganze Region ein bedeutender Wirtschaftsfaktor waren.

In Antunnacum wurden die Steine auf flache Boote verladen, die auf hohes Gewicht ausgelegt waren und von dort aus rheinabwärts nach Germania inferior (Niedergermanien) in die Gegend des Niederrheins und bis in die Niederlande – eine sehr steinarme Region – verschifft.

Weihealtar für Hercules Saxanus

Weihealtar für Hercules Saxanus

Römische Soldaten – die immer auch Pioniere waren, die in den neuen Provinzen unter anderem Straßen bauten – brachten das Wissen um den Tuffsteinabbau mit in die nördlichen Provinzen der Osteifel. Im großen Stil organisierter Abbau des Tuffsteins in der Region wird seit den vierziger Jahren des 1. Jahrhunderts n. Chr. durch Inschriften auf zahlreichen Weihealtären sowie aus Steinbruchinschriften überall in der Region belegt, jedoch muß auch schon früher Abbau stattgefunden haben, denn der römische Hafenturm von Köln (heute als „Ubiermonument“ bekannt) besteht ebenfalls aus diesem Tuffstein. Er wurde im Jahr 4 n. Chr. erbaut und gilt damit der älteste Steinbau im römischen Deutschland.

Die Mehrzahl der gefundenen Weihealtäre ist Hercules Saxanus geweiht, dem Gott der Steinmetze, Steinarbeiter und Steinbrecher. Ein Weihestein im Steinbruch Meurin dokumentiert eine Weihung an Hercules Saxanus durch eine Abordnung der 30. Legion Ulpia Victrix.

Der Steinbruchbetrieb wurde auch nach dem Ende des Römischen Reichs, durch das Mittelalter hindurch bis in die Gegenwart ununterbrochen fortgesetzt. Noch heute wird in unmittelbarer Nähe zum Römerbergwerk Bims und Tuffstein gewonnen.

Beschreibung

Eine Brücke erlaubt einen guten Blick von oben auf die Stollengänge

Eine Brücke erlaubt einen guten Blick von oben auf die Stollengänge

Wie alle Stationen des Vulkanparks, ist auch das Römerbergwerk Meurin sehr gut touristisch erschlossen und aufbereitet.

Die hohe, halbrunde Halle wirkt auf den ersten Blick recht futuristisch. Wenn man sie durch die runde Schleuse betritt, fällt jedoch auf, wie gut durchdacht die Konstruktion aus Stahlträgern und transparentem Kunststoff ist. Es fällt das Tageslicht herein, Luftlöcher sorgen für eine angenehme Ventilation auch im Sommer, so daß kein Treibhauseffekt entsteht.

Das Bergwerk selbst wird auf einem Rundweg erkundet, man kann sich in der Anlage frei bewegen. Im Eingangsbereich befindet sich die Kasse mit einem kleinen Vulkanpark-Shop und einigen Tischen und Bänken, an denen man rasten und kleine Snacks und Getränke erwerben kann.

Transparente Beschriftungen verdeutlichen komplizierte Vorgänge

Transparente Beschriftungen verdeutlichen komplizierte Vorgänge

Beim Bezahlen bekommt man an der Kasse einen Audioguide ausgehändigt. Mit diesem begibt man sich in das Bergwerk. Neben einigen grundsätzlichen Infos, die auf Flaggen und Tafeln zu lesen sind, befinden sich überall kleine Zahlen, die man in den Audioguide eingibt, um detaillierte Informationen zu erhalten. Die Texte sind gut und interessant gesprochen und vermitteln viel Hintergrundwissen, sowohl über Geologie, Tuffstein, Bergbau und Vulkanismus, als auch über die Römer, Abbaumethoden und das Mittelalter.

Von der Plattform des Kassenbereichs verläuft als erstes eine Holzrampe wie eine Brücke oberhalb des Bergwerks zum hinteren Teil der Halle. Entlang der Rampe stehen Flaggen, auf denen grundsätzliche Informationen zum Römerbergwerk zu lesen sind. Außerdem hat man von dort aus einen guten Blick hinab auf das Stollensystem. Ebenfalls auf der Rampe zu finden ist die Replik eines Weihealtars für Hercules Saxanus (natürlich aus Tuffstein).

Der Außenbereich zeigt den römischen Arbeiteralltag an einem Bergwerk

Der Außenbereich zeigt den römischen Arbeitsalltag an einem Bergwerk

Am Ende der Halle kann man die Halle verlassen und hinaus in den Außenbereich gehen. Hier ist ein antiker Arbeitsbereich nachgestaltet, wo man einen römischen Lastenkran, eine pompejanische Mühle aus Mayener Basalt, eine Schmiede, einige römische Brettspiele, Steinmetzhütten und eine Küche für die Arbeiter in Augenschein nehmen kann. Neuester Zugang ist eine byzantinische Steinsäge nach einem antiken Vorbild aus Ephesus, die mit Wasserkraft betrieben wurde – eine große Arbeitserleichterung für die im Steinbruch tätigen Arbeiter und Sklaven.

Alle Teile sind funktionsfähig und werden an Aktions- und Erlebnistagen auch vorgeführt und der Ort von einer römischen Kohorte „belebt“.

Der Außenbereich wird unter der Leitung von Archäotechniker Kuno Menchen ausgebaut, der die römische Geschichte mit sehr großem Enthusiasmus lebt und sein langjähriges Hobby – Römer und römisches Handwerk – zum Beruf gemacht hat.

Alles ist gut beschildert

Alles ist gut beschildert

Zurück in der Halle führt ein Weg nach unten in den eigentlichen Bergwerksbereich, der über hölzerne Stege durchlaufen wird. In einer Höhle befindet sich ein Kino, in dem in einem Film anschaulich dargestellt wird, wie der komplizierte Tuffsteinabbau praktisch durchgeführt wurde. Der Film ist deswegen auch außergewöhnlich, weil er auf Latein ist. Ein Vorarbeiter (dargestellt von Kuno Menchen) und zwei Arbeiter gewinnen darin einen Tuffsteinblock aus einer Wand, was sehr anschaulich ist und viel zum Verständnis der im Steinbruch zu sehenden Abbauspuren beiträgt.

Auch die mittelalterlichen Abbaubereiche gehören zur Präsentation. Es werden auch die Unterschiede zwischen der römischen Abbauzeit und ihren Methoden und dem mittelalterlichen Abbau erläutert.

Für den Besuch sollte man etwa 1 bis 1,5 Stunden einplanen.

Die ganze Anlage ist sehr gepflegt, die Beschriftungen informativ und die Verbindung mit dem Audioguide vorbildlich. Wir finden: ein sehr empfehlenswertes Ausflugsziel!

Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Führungen

In der Anlage kann man sich frei bewegen

In der Anlage kann man sich frei bewegen

Das Römerbergwerk ist von Mitte März bis Anfang November geöffnet. In den Wintermonaten ist die Anlage geschlossen, es können jedoch Gruppenführungen außerhalb der Saison telefonisch vereinbart werden.

Montags ist das Bergwerk geschlossen, außer in den Schulferien von Rheinland-Pfalz und NRW.

Öffnungszeiten sind täglich von 9:00 – 17:00 h.

Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 4,90€.

Kinder, Studenten, Schüler, Behinderte und BFD zahlen 4,00€. Kinder bis 1 Meter Körpergröße haben freien Eintritt.

Es gibt auch ermäßigte Familien- und Gruppenkarten. Außerdem ist es möglich, Kombitickets mit dem Infozentrum Vulkanpark zu erwerben.

Öffentliche Turnusführungen gibt es nicht, aber Gruppenführungen werden nach Absprache angeboten.

Sonstiges

Nach dem Besuch des Bergwerks ist auch der Laie Bims- und Tuffsteinexperte!

Nach dem Besuch des Bergwerks ist auch der Laie Bims- und Tuffsteinexperte!

Fotografieren ist erlaubt.

Der Besuch im Römerbergwerk Meurin kann ideal mit weiteren römischen Sehenswürdigkeiten in der unmittelbaren Nähe kombiniert werden: dem Mayener Grubenfeld, wo die römischen Mühlsteine gewonnen wurden, der Römerwarte Katzenberg bei Mayen, einer römischen Höhenfestung, und dem Grabtumulus mit Nischendenkmal bei Nickenich.

Ebenfalls sehenswert sind die übrigen Stationen des 27 Stationen umfassenden Vulkanparks, die ebenfalls in der Nähe liegen, wie das Deutsche Vulkanmuseum „Lava-Dome“ und die Lavahöhlen von Mendig, die Terra Vulcania (die ideal mit dem Mayener Grubenfeld kombiniert werden kann) oder der Geysir von Andernach.

Auch die Abtei Maria Laach ist aus dem Eifeler Tuffstein erbaut

Auch die Abtei Maria Laach ist aus dem Eifeler Tuffstein erbaut

Ganz in der Nähe liegt außerdem der Laacher See, der mit Wasser gefüllte Vulkankrater, der auf einem Rundwanderweg (15 Kilometer) umwandert werden kann. Infotafeln liefern dabei Hintergrundinformationen über den örtlichen Vulkanismus. Ein Highlight der Wanderung sind dabei die Gasmofetten, die von der vulkanischen Aktivität der Region zeugen.

Abgeschlossen werden sollte ein Besuch am Laacher See auf jeden Fall mit einem Besuch des Klosters Maria Laach, das eine sehr schöne romanische Kirche mit einem beeindruckenden Mosaik zu bieten hat, außerdem einen Klostershop, eine Buchhandlung, einen Hofladen und eine weit über die Grenzen hinaus bekannte Gärtnerei (wo es sogar römische Kräuter wie die Weinraute gibt, die sonst schwer zu bekommen ist – falls jemand gerne römisch kocht!).

Alles in allem eine sehr spannende Region, in der man sich durchaus auch mehrere Tage aufhalten kann!

Antike Stätten: Mayener Grubenfeld

Eine Reise durch 7000 Jahre ununterbrochenen Basalt-Abbaus

Eine Reise durch 7000 Jahre ununterbrochenen Basalt-Abbaus

Anschrift:

Vulkanpark Terra Vulcania, An den Mühlsteinen 7, 56727 Mayen

Anfahrt:

Das Mayener Grubenfeld liegt etwas oberhalb des Ortes Mayen in der Vulkaneifel. Der Zugang erfolgt durch den Eingangsbereich der Terra Vulcania, deren Parkplätze vor dem Haus auch genutzt werden können. Die Anschrift ist von jedem Navi leicht zu finden, die Terra Vulcania ist auch ausgeschildert.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Grubenfeld nicht unmittelbar zu erreichen. Die Anreise erfolgt am besten per Bahn mit der Eifelquerbahn (Gerolstein – Andernach). Ausstieg am Bahnhof Mayen Ost. Bis zur Terra Vulcania sind es noch etwa 300 Meter oder 10 Gehminuten.

Hintergrund:

Das Mayener Grubenfeld ist eine Tagebau- und Bergbaulandschaft in der Vulkaneifel, die im Lavastrom des vor 200.000 Jahren ausgebrochenen Bellerberg-Vulkans liegt. Da der Basalt aus Mayen qualitativ besonders hochwertig ist, wird er hier seit 7000 Jahren ununterbrochen abgebaut, was weltweit einmalig ist.

Bereits während der Steinzeit wurde hier Stein abgebaut, später wurde der Basalt von den einheimischen Kelten und danach von den Römern intensiv genutzt.

Römische Abbauspuren sind noch gut zu erkennen

Römische Abbauspuren sind noch gut zu erkennen

Zu römischer Zeit spielte das Grubenfeld eine zentrale Rolle in Europa, denn der hier gewonnene Basalt eignete sich insbesondere gut zur Herstellung von Mühlsteinen. Die Mühlsteine wurden hier zu Rohlingen geschlagen und über den Rhein in das ganze Römische Reich transportiert.

Von den großen Mühlsteinen in Bäckereien, Restaurants und Privathaushalten bis hin zu den transportablen Handmühlsteinen der Legionen – sie wurden, wie Funde aus allen Provinzen, vom Mittelmeerraum bis in den hohen Norden zeigen, vor allem in Mayen gewonnen.

Die Mayener Mühlsteine wurden noch bis in das 20. Jahrhundert hier gewonnen, bis neue Techniken und Materialien zum Mahlen den Mühlstein aus Basalt ablösten.

Im Mayener Grubenfeld sind die Bergbauspuren aller Epochen aufgeschlossen und zu besichtigen. Kelten nutzten den Stein vor allem als Reibestein für Getreide und hatten bereits hochtechnische Verfahren zu seiner Gewinnung entwickelt, auf denen die Römer später aufbauten und sie verfeinerten.

So bietet das Mayener Grubenfeld auch einen guten Einblick in Basaltgewinnung in römischer Zeit. Eine Bruchparzelle zeigt die Spuren der typisch römischen Keiltaschenspaltung, wie sie seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. üblich war. Die Steinbrucharbeiter legten zwischen den achteckigen Basaltsäulen mit Zweispitz, Fäustel und Spitzeisen Hohlräume an, in die man Eisenkeile trieb. Diese wurden so tief eingeschlagen, bis der Basalt riß. Da Basalt bereits säulenförmig erstarrt, bildeten die abgeschlagenen Säulenteile bereits perfekte Rohlinge für später rund geschlagene Mühlsteine.

Die Mühlsteine selbst wurden meist nicht in den Steinbrüchen in die endgültige runde Form gebracht, sondern nur grob behauen. Noch heute sind auf römischen Schutthalden schadhafte Rohlinge und Bruchsteine zu sehen, die ausgesondert wurden.

Der Mayener Basalt wurde von den Römern ausschließlich als Mahlstein abgebaut und nicht als Baustein, da er dafür zu wertvoll und in seiner besonders gut zum Mahlen geeigneten porösen Struktur zu einzigartig war.

Beschreibung:

Das Mayener Grubenfeld erreicht man durch den Eingang zur Terra Vulcania, dem Vulkan-Erlebnis- und Forschungszentrum des Vulkanparks. Der Eintritt zum Grubenfeld ist kostenlos, kann aber natürlich mit einem Besuch der Terra Vulcania verbunden werden.

Die Stationen sind gut und informativ ausgeschildert

Die Stationen sind gut und informativ ausgeschildert

Das Mayener Grubenfeld kann auf einem Rundwanderweg erwandert werden, auf dem zahlreiche Infotafeln des Vulkanparks über den Basaltabbau aller Epochen und über die Entstehung und Nutzung des Basalts informieren.

Das Grubenfeld inmitten des Lavastroms ist weitläufig und wird von den Einheimischen gerne als Park und Naherholungsgebiet genutzt, die Wege sind gut ausgebaut und es gibt Bänke und sehr lohnenswerte Aussichtspunkte. Der Weg ist nicht sonderlich beschwerlich, geht aber natürlich stellenweise bergauf und bergab, da man sich inmitten verschiedener Abbauphasen in den gewaltigen Basaltsäulen und Wänden bewegt. Festes Schuhwerk ist von Vorteil.

Im Eingangsbereich des Grubenfeldes, in der sogenannten „Area Lapidea“, sind zahlreiche Basaltskulpturen ausgestellt, die von Künstlern aus aller Welt erstellt wurden. Daneben gibt es überall Kräne und andere industrielle Denkmäler aus der langen Geschichte des Abbaus.

Der Weg führt dann teils durch Bäume beschattet, teils über offene Flächen hinab in den Tagebaubereich mit seinen bizarren Basaltwänden und antiken Steinbrüchen.

An verschiedenen Stationen sind die Spuren der Nutzung erläutert und durch Tafeln auch illustriert. So sieht man Abbauspuren aus der Steinzeit, der Kelten, der Römer, des Mittelalters bis hin zur industriellen Nutzung in der Neuzeit. Inmitten der Basaltsäulen gibt es den Silbersee, der eine Folge des Tagebaus ist, und sogar eine Bogensportanlage. Kräne auf den Abbruchkanten bieten eine beeindruckende Kulisse.

Ausgesonderte Mühlstein-Rohlinge sind noch heute zu finden

Ausgesonderte Mühlstein-Rohlinge sind noch heute zu finden

Teilweise wurde der Basalt auch unter Tage abgebaut. Die weitläufigen unterirdischen Höhlen sind jedoch nur bedingt zugänglich, denn das Grubenfeld ist gleichzeitig Naturschutzgebiet und Heimat tausender Fledermäuse, die hier erforscht werden und die in den Höhlen leben. Deswegen sind die Höhlen nur zu bestimmten Zeiten und nur mit einem Führer zu besichtigen (wer aber gerne einmal in ein unterirdisches Basaltbergwerk steigen möchte, der kann das im nahegelegenen Lava-Dome in Mendig tun, der ebenfalls zum Vulkanpark gehört).

Am Abend schwirrt das Grubenfeld vor Fledermäusen. Die Mischung aus Industrie, Kunst und Geschichte ist auf eine morbide Weise interessant und bizarr, so daß ein Besuch dieses Tagebaugeländes nicht nur wegen der Bedeutung zu römischer Zeit und den Informationen zu römischen Tagebautechniken empfohlen wird!

Eine Verbindung mit dem Besuch der Terra Vulcania ist ebenfalls eine gute Idee, da hier in einer Art Erlebniszentrum die Hintergründe der Arbeit im Steinbruch erläutert werden und der Besucher selbst erfahren kann, wie es war, im Grubenfeld zu arbeiten. Es werden Arbeitsplätze und Werkhallen gezeigt und auch die sozialen Aspekte des Arbeitens und Lebens im Tagebau gezeigt, so daß es eine gute Ergänzung zum Besuch des eigentlichen Basaltfeldes ist.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Zugänglichkeit:

Das Grubenfeld ist ganzjährig zugänglich. Zwar gelangt man dorthin nur durch den Eingangsbereich der Terra Vulcania, der Eintritt zum Grubenfeld ist aber dennoch uneingeschränkt und kostenfrei möglich.

Führungen:

Der Silbersee inmitten des Tagebaus

Der Silbersee inmitten des Tagebaus

Kostenlose Führungen durch das Grubenfeld (mit dem Schwerpunkt römischer Tagebau) finden im Rahmen des jährlichen Römerfestes am 3. Wochenende im Juli in Mayen statt, das auf dem Freigelände hinter der Terra Vulcania abgehalten wird. Hier bieten Führer des Vulkanparks interessante Wanderungen durch das Grubenfeld sowie zur Römerwarte auf dem Katzenberg an, der oberhalb des Lavastroms liegt.

Führungen durch das Grubenfeld dauern zwischen 1 – 1,5 Stunden.

Es gibt immer wieder Spezialführungen, zum Beispiel abendliche Fledermausführungen, Veranstaltungen und Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung wie Bogenschießen.

Sonstiges:

Fotografieren ist im Mayener Grubenfeld uneingeschränkt möglich.

Das Mayener Grubenfeld gehört zum Vulkanpark, so daß der Besuch mit anderen Sehenswürdigkeiten in der unmittelbaren Nähe verbunden werden kann. Der römisch interessierte Besucher sollte auf jeden Fall auch die Römerwarte auf dem Katzenberg in Mayen sowie das Römerbergwerk Meurin besuchen. Daneben sind das Deutsche Vulkanmuseum in Mendig mit dem Basaltkeller, der Geysir Andernach (der höchste Kaltwassergeysir der Welt), der Laacher See und das Kloster Maria Laach lohnende Ausflugsziele in der unmittelbaren Nähe.

Die Basaltsäulen sind beeindruckend

Die Basaltsäulen sind beeindruckend

Einmal im Jahr findet auf dem Freigelände am Rande des Grubenfeldes das Römerfest von Mayen statt, bei dem die Soldaten und Zivilisten der Bitburger Reenactment Gruppe Milites Bedenses gute Einblicke in den römischen Legionsalltag und zivile Aspekte (wie Mode oder eine römische Hochzeit) geben. Hier werden auch originalgetreue Nachbauten der Handballista und stationären Ballista vorgeführt und es gibt Exerzierübungen. Die Mitglieder dieser Gruppe sind ausgesprochen gut informiert, zum Teil mit sehr speziellen Wissensgebieten, und beantworten Fragen der Besucher geduldig und ausführlich. Außerdem sind freie Darsteller und Handwerker anzutreffen, die auch ihre Produkte zum Verkauf anbieten, so daß hier eine gute Gelegenheit ist, sich mit römischem Geschirr und Alltagsgegenständen wie Öllampen einzudecken. Vorträge (wie 2013 durch Dozenten der Universität Köln) und kostenlose Führungen runden das zweitägige Programm ab.

Weiterführende Informationen:

Antike Stätten: Römerwarte Katzenberg bei Mayen

Die Signalstation, von dem Fliehbereich im Inneren der Rundmauer aus gesehen

Die Signalstation, von dem Fliehbereich im Inneren der Rundmauer aus gesehen

Anschrift:

Die Römerwarte liegt auf einem Berg oberhalb von Mayen in der Vulkaneifel, deshalb keine postalische Anschrift. GPS-Koordinaten des Parkplatzes: N 50°19.327, E 007° 14.939. Straßen in der Nähe sind der Katzenberger Weg und die St.-Barbara-Straße in 56727 Mayen.

Anfahrt: 

Die Römerwarte Katzenberg liegt auf einem 290 Meter hohen Berg oberhalb der B262 und ist von der Bundesstraße aus sowohl durch die Schutzhütte auf dem Berggipfel als auch durch die teilrekonstruierte Schutzmauer gut zu erkennen. Die B262 verbindet die A61 (Abfahrt Mendig / Laacher See) mit der A48 (Richtung Trier).

Die Römerwarte Katzenberg ist auf der Höhe der Abfahrt Mayen entlang der Bundesstraße und auch innerhalb des Ortes Mayen mit der Bezeichnung „Katzenberg“ ausgeschildert (so heißt auch das gleichnamige Industriegebiet in der Nähe). Sie liegt unmittelbar des großen Schiefersteinbruchs der Firma Rathscheck Schiefer (die auch den Ausbau und Erhalt der Römerwarte gesponsort hat), so daß es auch möglich ist, den Hinweisschildern zu diesem Tagebauunternehmen zu folgen, bis man auf Hinweise zur Römerwarte trifft.

Etwas unterhalb der Bergkuppe befindet sich ein Schotter-Parkplatz, der als Ausgangspunkt der nicht direkt mit dem Auto erreichbaren Römerwarte dient.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Römerwarte schwierig zu erreichen, sie liegt außerhalb von Mayen im Industriegebiet Katzenberg. Mayen selbst ist mit der Pellenz-Eifel-Bahn oder Eifelquerbahn zwischen Andernach und Gerolstein zu erreichen.

Von Mendig, Bell und Maria Laach aus fährt die Linie 312, der sogenannte „Vulkanbus“ die vulkanischen Sehenswürdigkeiten der Region ab. Die nächste Haltestelle zum Katzenberg ist „Mayen Ostbahnhof“, von dort aus sind es ca. 1,5 km Fußweg bis zur Römerwarte.

Hintergrundinformationen:

Der Wehrgang ist begehbar, genauso wie die Rundtürme

Der Wehrgang ist begehbar, genauso wie die Rundtürme

Der Name „Katzenberg“ leitet sich von der ursprünglichen Bezeichnung „Kastellberg“ ab.

Es handelt sich hierbei um eine spätrömische Höhenbefestigung, die um ca. 300 n. Chr. nach dem Fall des Limes errichtet wurde, als immer wieder plündernde germanische Stämme in die linksrheinischen römischen Provinzen einfielen.

Oft drangen die Plünderer dabei auch bis in die Vulkaneifel in das Gebiet um Mayen vor, das bereits seit keltischer Zeit berühmt für seine Basalt- und Tuffsteinvorkommen war. Hier befanden (und befinden sich noch heute) ausgedehnte Basaltsteinbrüche, aus denen zu keltischer und römischer Zeit bis in die Neuzeit Mühlsteine hergestellt und nach ganz Europa exportiert wurden. Die wirtschaftlich bedeutsame Region war deswegen auch für Plünderer attraktiv.

Die römische Befestigungsanlage oberhalb der im Bereich der heutigen Stadt Mayen gelegenen zivilen Siedlung (vicus), diente deswegen auch als Fliehburg für die einheimische Bevölkerung. Während eines Überfalls zogen sich die einheimischen Zivilisten auf den weitläufigen Platz hinter den Befestigungsmauern auf dem Bergrücken zurück, wo sie unter militärischem Schutz standen. So plünderten die Germanen zwar die Siedlung, aber die Bewohner kamen zumindest mit dem Leben davon.

Die 1,2 Hektar große Fliehburg gilt als die größte bekannte römische Fliehburg in Rheinland. Sie entstand als eine von 60 Bergbefestigungen, die sich in einer Kette durch die Höhenlagen von Eifel und Hunsrück zogen. Die Militärposten auf den Berggipfeln standen in Sichtkontakt miteinander und konnten sich mit Hilfe von Feuerzeichen verständigen. Außerdem ermöglichte die Position eine Beobachtung des weiten Umlandes bis tief  in Eifel und Hunsrück, sowie in die Ebenen der umgebenen Vulkaneifel.

Sie war für etwa 70 Jahre in Gebrauch. Danach lag sie 30 Jahre brach, bevor sie bis 450 n.Chr. wieder in Betrieb genommen wurde.

Die Dächer sind mit dem hier abgebauten Moselschiefer in authentischer Originaltechnik gedeckt

Die Dächer sind mit dem hier abgebauten Moselschiefer in authentischer Originaltechnik gedeckt

Die Höhenbefestigung liegt oberhalb des beeindruckenden Mayener Lavastroms („Bellerberg-Vulkanstrom“), der am Fuße des Katzenberges endete, sowie oberhalb des Flusses Nette, der zur Römerzeit deutlich größer war als heute.

Sie wurde um 1900 entdeckt und 1932 erstmalig archäologisch untersucht. Die eigentliche Freilegung und Restauration erfolgte ab 1997 und dauert bis heute an. Sie wird durch den Vulkanpark durchgeführt. Die archäologischen Untersuchungen erfolgen durch die Stadt Mayen und das Landesamt für Denkmalpflege in Koblenz.

Im Rahmen der Ausgrabungen wurden Teile der rundum laufenden Wehrmauer sowie Dachbedeckungen der Wachtürme aus dem hier anstehenden Moselschiefer gefunden. Dabei stellte sich heraus, daß die Türme in der für die Römerzeit seltenen altdeutschen Schuppentechnik gedeckt waren, die auch heute noch in Eifel und Hunsrück gebräuchlich ist.

Von der Signalstation auf dem Berggipfel sind Fundamente erhalten, sowie Teile einer Fußbodenheizung und Sechseck-Schiefer-Dachbedeckung.

Beschreibung:

Vom Parkplatz aus ist die auf dem Berggipfel gelegene Signalstation gut zu erkennen, denn sie wurde durch die regional sehr engagierte Schieferfirma Rathscheck mit einem großen Schutzbau aus Holz überbaut, der in der klassischen Sechseck-Technik mit Moselschiefer gedeckt wurde, wie man ihn auch auf der Ausgrabungsstätte gefunden hat.

Teile der Außenmauer wurden mitsamt Wehrgang zur besseren Anschauung rekonstruiert, genauso wie mehrere Rundtürme, die aus Original-Material der Wachtürme bestehen und in authentischer Weise mit Schiefer gedeckt sind.

Um die Signalstation herum führt ein Rundwanderweg, der auch zur tiefer gelegenen Außenmauer des Fliehbereichs führt. Über den Wehrgang entlang der Außenmauer und durch die Wachtürme hindurch kann man ebenfalls hindurchgehen und gelangt schließlich wieder zurück zur Signalstation.

Infotafeln säumen den gesamten Rundweg

Infotafeln säumen den gesamten Rundweg

Überall entlang des Rundweges sind Informationstafeln des Vulkanparks aufgestellt, die sowohl über die römische Geschichte und Hintergründe der Bergfestung als auch über die lokale Geologie mit dem Mayener Lavastrom und Schieferbergbau informieren. Die Wände des Vulkanstroms sowie der Schiefertagebau, welche ebenfalls auf dem Rundweg zu sehen sind, sind eine lohnenswerte Zugabe zur römischen Geschichte. Die Tafeln sind sehr informativ und gut gemacht.

Der Weg rund um die Römerwarte ist stellenweise ziemlich steil und felsig, so daß Trittsicherheit von Vorteil ist. Festes Schuhwerk wird empfohlen.

Es ist nicht möglich, direkt mit dem Auto zur Signalstation oder Mauer zu gelangen. Für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen ist die Strecke nicht geeignet.

Eintritt, Zugänglichkeit, Führungen:

Die Römerwarte ist zu jeder Zeit frei zugänglich. Der Eintritt ist frei.

Gelegentlich werden Führungen über die Römerwarte durch Mitarbeiter des Vulkanparks angeboten. Hierbei sind insbesondere die kostenlosen Führungen über den Katzenberg sowie durch das Mayener Grubenfeld im Rahmen des jährlichen Römerfestes am 3. Wochenende im Juli zu empfehlen. Anläßlich dieser Veranstaltung, die in der Terra Vulcania in Mayen stattfindet, wird ein kostenloser Shuttle-Service von dort zur Römerwarte angeboten. Engagierte und gut informierte Führer begehen mit den Besuchern die ganze Anlage und vermitteln gute Hintergrundinformationen zu Geologie und Römerzeit.

Sonstiges:

Die Aussicht von der Signalstation reicht bis zum Hunsrück

Die Aussicht von der Signalstation reicht bis zum Hunsrück

Bis 2012 fand das jährliche Römerfest in Mayen (3. Juli-Wochenende) direkt auf der Römerwarte Katzenberg statt. Da das Gelände jedoch steil und unzugänglich ist, stellte dies ein Problem für die Zelte der dort lagernden Legio XXII Primigenia Milites Bedenses aus Bitburg dar. Zudem fehlen sanitäre Anlagen und das Gebiet ist für Besucher schlecht zu erreichen.

Deswegen zog das Römerfest ab 2012 auf das Gelände der Terra Vulcania des Vulkanparks in Mayen, wo die Räumlichkeiten mit Toiletten, Duschen, Vortragsräumen und den überdachten Gebäuden des Vulkanzentrums für Besucher wie für die römischen Darsteller besser geeignet sind – wenn natürlich auch nicht ganz so stimmungsvoll. Dafür liegt das Mayener Grubenfeld in unmittelbarer Nähe und der Vulkanpark versucht, die Lokalität dadurch auszugleichen, daß kostenlose Führungen zu Römerwarte und Grubenfeld angeboten werden.

Fotografieren auf der Römerwarte ist natürlich überall erlaubt und kein Problem.

Es lohnt sich, die Römerwarte an einem Tag mit guter Fernsicht aufzusuchen, um die gute Aussicht von der Signalstation auf die Gipfel der Mittelgebirge von Eifel und Hunsrück zu bestaunen.

Der Besuch der Römerwarte kann gut mit einem Besuch des Mayener Grubenfeldes kombiniert werden, das über Basaltabbau in keltischer und römischer Zeit informiert und ein sehr ungewöhnliches Ausflugsziel darstellt.

Außerdem liegt die Römerwarte in unmittelbarer Nähe weiterer Sehenswürdigkeiten des Vulkanparks wie dem Deutschen Vulkanmuseum in Mendig mit den unterirdischen Basalthöhlen, dem Schieferbergwerkmuseum in der Burg Mayen sowie dem Kloster Maria Laach am Laacher See.

Die Wehrmauer ist in der Umgebung weithin sichtbar

Die Wehrmauer ist in der Umgebung weithin sichtbar