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Museen und Archäologische Parks: Malagne – Archéoparc de Rochefort (BE)

 

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Das gallo-römische Landgut in den belgischen Ardennen

Anschrift:

Rue du Coirbois 85, 5580 Rochefort, Belgien

Anfahrt:

Der Archäologische Park Malagne liegt in den belgischen Ardennen in der Provinz Wallonie nahe Rochefort.

Mit dem Auto ist es gut zu erreichen; der Archäologische Park ist mit Schildern, die auf eine „L’Experience Gallo-Romain“ hinweisen, bereits an der Hauptstraße N86 zwischen Marche-en-Famenne und Rochefort gut sichtbar ausgeschildert. Das Navi findet die Anschrift problemlos. Vor dem Freilichtmuseum befindet sich ein eigener großer Parkplatz.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist nicht unmittelbar möglich, da der Park etwas abgelegen liegt. Der nächstgelegene Bahnhof ist in Jemelle (etwa 4km entfernt). Hier halten Züge aus Luxemburg, Brüssel und Libramont. Außerdem gibt es einen zentralen Busbahnhof. Von dort aus kann man mit der Buslinie 166a zur Haltestelle Hall Omnisports in der Nähe der Straße „Malagne“ fahren, von dort aus muß man jedoch das restliche Stück laufen (etwa 15 Minuten Fußweg).

Hintergrundinformationen:

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Blick auf das Gelände von der Aussichtsplattform

Der Archäologische Park Malagne, „die gallo-römische Erfahrung“ , befindet sich im ehemaligen romanisierten Gallien. Hier wurden im Jahr 1890 von der Archäologischen Gesellschaft Namur die fast vollständig erhaltenen Grundrisse eines gallo-römischen Landgutes entdeckt, inklusive einer großen herrschaftlichen Villa, die mit großer Sicherheit über vier Jahrhunderte bewohnt war. Daneben entdeckte man zahlreiche Neben- und Wirtschaftsgebäude, die einen guten Eindruck von den Ausmaßen und der Struktur eines gallo-römischen Landguts vermittelten.

In den Jahren zwischen 1992 und 1997 führte die Provinz Wallonie großangelegte Grabungen auf dem Gelände durch und konnte zahlreiche wichtige Details freilegen: weitere Nebengebäude, ein Glasofen, eine Schmiede und ein Teich, der pollenanalytisch untersucht wurde und eine genaue Datierung des Nutzungszeitraums ermöglichte.

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Das Landgut zu römischer Zeit

Es gelang den Archäologen, den Bauplan des Landgutes zu rekonstruieren und dessen Aufteilung in einen Wohnbereich (Pars urbana) und einen Arbeitsbereich (Pars rustica) nachzuweisen.

Der Wohnbereich mit seiner weitläufigen, doppelstöckigen Villa verfügte über alle Annehmlichkeiten der gehobenen Lebenskultur in der gallo-römischen Provinz: Fußbodenheizung, Repräsentationssäle, eine Thermenanlage, Latrinen, fließend Wasser und einem Raum, der als Sacellum diente und das Lararium beinhaltete, mit einem separaten, von vier Säulen getragenen Eingang.

Auch die Funktionen der landwirtschaftlich genutzten Nebengebäude konnten ermittelt werden. So interpretierte man die Gebäude als Ställe, eine Schmiede mit Räucherkammer, Getreidedarre und Bierbrauerei.

Um die Einzigartigkeit dieses zusammenhängenden Landgutes zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, entschied man sich, das Gelände als Archäologischen Park zu gestalten und einige der Nebengebäude zu rekonstruieren, um dem Besucher eine bessere Vorstellung von der Größe und den Dimensionen des Gehöfts zu vermitteln.

Neben der Präsentation der Funde legte man auch einen Schwerpunkt auf die experimentelle Archäologie, so daß Forschern ermöglicht werden sollte, in Malagne auf praktische Weise die Details des Lebens auf einem gallo-römischen Landgut zu erforschen. So wurden unter anderem der Stall und die Schmiede in funktionstüchtiger Weise in alter Bautechnik rekonstruiert und in den Original-Farben weiß und rot verputzt. Beide Gebäude sind voll funktionsfähig und werden auch für Experimente genutzt.

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Anbau von Obst und Gemüse

Daneben pflanzte man antike Getreidesorten auf den weitläufigen Feldern zwischen den Gebäuden, legte den Teich wieder an seiner originalen Position an und begann auch mit Nutztierhaltung, wobei Wert darauf  gelegt wurde, Rassen zu wählen, die in Größe und Art den Nutztieren eines gallo-römischen Bauernhofs entsprechen.

Heute werden auf dem Gelände Ziegen, Schafe, Pferde, Maultiere und Rinder gehalten. Dies erlaubt archäologische Experimente, die auch Tiere einschließen, wie zum Beispiel die Rekonstruktion eines Vallus, der römischen Mähmaschine, die von einem Maultier geschoben wird und eine um ein Vielfaches schnellere Getreideernte als mit der Sense erlaubt. Hierbei konnten im Experiment auch praktische Fragen gelöst werden, die mit den vorhandenen Schrift- und Bildquellen bislang nur unzureichend in der Theorie beantwortet werden konnten, zum Beispiel, wie das Geschirr und Joch des Esels aussahen, der die Maschine schob.

Funktionstüchtige Kuppelbacköfen, eine Küche und ein Rennofen zur Eisenschmelze erlauben weitere Experimente.

Es wurde auch ein Zier- und ein Nutzgarten angelegt, in dem Kräuter und Pflanzen aus römischer Zeit, Obst- und Gemüsesorten sowie Wein angebaut werden. Alles in allem werden hier über 200 Pflanzen angebaut, deren Gebrauch bereits aus der Antike bekannt ist.

Bis heute wird das Gelände experimentalarchäologisch bewirtschaftet und für Experimente aller Art genutzt, was es einmalig unter den gallo-römischen Landgütern macht.

Eine Villa Rustica hat fast jeder Ort in unserer gallischen Provinz, aber ein vollständiges Landgut mitsamt Haupt- und Nebengebäuden, Getreideanbau und Viehzucht, das die Größe eines solchen Geländes vermittelt, ist einmalig.

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Experimentelle Archäologie: Der Vallus im Einsatz

Das Hauptgebäude, die Wohnvilla, wurde nicht rekonstruiert, sondern in ihren Fundamenten belassen. Es gibt auch keine Pläne, das Gebäude (wie z.B. bei der Villa Borg) zu rekonstruieren.

Ein konstantes Problem eines solchen Projektes, das nicht die Mittel wie z.B. ein LVR-Park zur Verfügung hat, ist, wie üblich, die Finanzierung. Wie überall, wird auch in Belgien bei der Archäologie gespart.

Der Wiederaufbau der Villa wäre allein aus finanzieller Hinsicht utopisch. Es befinden sich allerdings noch mehr Nebengebäude und Funde auf dem Gelände, die jedoch aus Geldmangel nach Abschluß der Grabungsarbeiten und archäologischen Aufnahme wieder vergraben werden mußten, um sie zu schützen und zu erhalten. Das Museum ist ständig um neue Gelder bemüht, um die Grabungen fortzusetzen; sollten neue Mittel verfügbar sein, würde man damit gerne weitere Nebengebäude rekonstruieren.

Beschreibung:

Auf unseren Reisen durch die gallische Provinz stoßen wir immer wieder auf Überraschungen  – Malagne war eine solche, die uns regelrecht begeisterte. Wir hatten mit einer weiteren Villa Rustica gerechnet, aber dann sahen wir die Ausmaße des Geländes und vor allem, wie detailliert und anschaulich das Landgut rekonstruiert und betrieben wird.

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Auch Getreide wird hier angebaut

Am Parkplatz befindet sich ein Schild, das darauf hinweist, daß der Park zwar bis 18 Uhr geöffnet hat, der letzte Einlaß aber um 16:30h ist, was uns im ersten Moment verwunderte, dann aber schnell klar wurde, warum das so ist.

Malagne ist nichts für eine kurze, schnelle Stippvisite – der Park mit seinen vielen Details und weitläufigem Gelände muß in Ruhe erforscht und erwandert werden, um dem Besucher die Dimension dessen, was hier erarbeitet und gezeigt wird, zu erschließen.

Im Eingangsbereich an der Kasse empfing uns eine sehr freundliche und engagierte Frau, mit der wir uns in einem regen Mix aus Französisch und Englisch unterhielten. Sie erklärte uns, daß an dem Tag unseres Besuchs keine Vorführungen stattfanden (an manchen Sonntagen wird der Park durch Darsteller belebt, die an einigen Stationen praktische Tätigkeiten demonstrieren). Aber man kann den gesamten Park auch gut alleine erwandern, denn er ist in über 20 beschriftete Stationen aufgeteilt, zu denen man ausführliche Informationen mit einem Audio-Guide abrufen kann.

Den Audio-Guide erhielten wir an der Kasse, zusammen mit einem laminierten Lageplan der einzelnen Stationen auf dem Gelände, so daß man problemlos den Nummern folgen kann. Das Gerät ist im Eintrittspreis enthalten (der angesichts der Größe und des Aufwands der Bewirtschaftung des Geländes absolut in Ordnung ist); unsere Ansagetexte stellte die Frau uns auf Englisch ein. Daneben sind Französisch und Flämisch als weitere Sprachen verfügbar.

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Die Texte in den Audio-Guides sind detailliert und fundiert

Die Informationen des Audio-Guides sind sehr gut gemacht – informativ und detailliert. Sie schafften es, den experimentalarchäologischen Anspruch des Parks und die erzielten Ergebnisse sehr gut herauszustellen und anhand der Stationen zu erläutern.

Zu einigen Spezialthemen sind auf Wunsch, zusätzlich zu den Texten der Stationen, weiterführende Informationen verfügbar, die man durch Eingabe einer weiteren Nummer abrufen kann. Hier gehen die Texte dann sehr ins Detail und weisen auf ganz spezielle Aspekte eines Themas hin, unterlegt durch Zitate aus antiken Quellen oder mit Hinweisen auf Bildquellen – didaktisch vorbildlich!

Die Führung beginnt im Inneren des Hauptgebäudes, in dem sich auch ein Seminar- und Arbeitsraum befinden, wo regelmäßig pädagogische Aktivitäten für Gruppen, Schulklassen und andere Interessenten stattfinden.

Hier werden anhand eines rekonstruierten Modells des Landgutes zu römischer Zeit das Gelände, der Lageplan und die Geographie erläutert, zum Beispiel auch die Tatsache, daß sich am Hang hinter dem auf einem Hügel gelegenen Herrenhaus ein Steinbruch befand.

Nach der Erläuterung der generellen Lage wird der Besucher auf das Freigelände entlassen, auf dem man sich frei bewegen kann. Es macht jedoch Sinn, die Stationen in numerischer Reihenfolge abzulaufen, da die Informationen aufeinander aufbauen.

Den Anfang macht eine Aussichtsplattform, von der aus man einen tollen Überblick über das Landgut hat und schon einmal staunt, wie groß das Gelände war und wie hervorragend die Aussicht des Hausherrn auf sein Land von seiner auf der Anhöhe gelegenen Villa gewesen sein muß.

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Ausprobieren erlaubt!

Überall zwischen Getreidefeldern und Viehweiden, die (neben einem modernen Zaun, der den heutigen Vorschriften geschuldet ist) mit antiker Zauntechnik umgrenzt sind, sieht man die rekonstruierten Nebengebäude aufragen.

Das Blöken der Schafe, die Laute der Pferde und Rinder, machen den Gang über das Gelände besonders anschaulich – so muß auch die Geräuschkulisse zu römischer Zeit gewesen sein. Das verstärkt das Eintauchen in die Geschichte und erhöht die Anschaulichkeit deutlicher, als wenn man nur durch die Ruinen einer Villa Rustica geht.

Das ganze Gelände ist sehr gepflegt und sauber, die Kräuter-, Obst- und Gemüsefelder sind beschriftet.

Alle Gebäude können betreten werden und alles, was sich darin an Werkzeugen und Alltagsgegenständen befindet, kann man in die Hand nehmen und ausprobieren. Man wird zuerst an die Öfen und Küche geführt und erhält eine Einführung in antike Bautechnik mit Fachwerk und Steinbauweise. Nach einem Rundgang durch die Gärten geht es an einem Getreidefeld entlang zum Teich, der an der originalen Stelle angelegt wurde (heute jedoch als Biotop verwendet wird, um Lebensraum und Ökosystem See zu erläutern).

Vorbei an den Weiden der Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen geht es in die Schmiede, wo auch die Versorgung thematisiert wird, da sich hier auch Räucherkammer und Bierbrauerei befanden. Am nicht wieder aufgebauten, aber mit einem Schutzbau überdachten Haus des Gutsverwalters vorbei, besichtigt man dann den großen Stall, der im Winter tatsächlich als Stall für die Tiere des Parks genutzt wird.

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Der rekonstruierte Vellus, die römische Mähmaschine

Hier erfährt auch man detailliert von einem besonderen Experiment, das in Malagne durchgeführt wurde: die Rekonstruktion der antiken Mähmaschine Vallus, die auch im Stall als Nachbau zu bestaunen ist.

Während man sich über das Gelände bewegt, erfährt man im Audio-Guide von weiteren Besonderheiten des Hofes, zum Beispiel der Entdeckung eines Gräberfeldes, das jedoch noch nicht weiter erforscht werden konnte.

Den Abschluß der gut 1,5 bis 2-stündigen Rundwanderung bildet das Herrenhaus, das zwar nicht rekonstruiert wurde, das aber (mauerschonend) über Brücken und Stege betreten und durchquert werden kann.

Überall im Park finden sich, zusätzlich zu den Informationen im Audio-Guide, Info-Tafeln. Diese sind jedoch leider nur auf Französisch (gelegentlich mit einer einzeiligen Zusammenfassung auf Flämisch).

Im Museumseingang gibt es einen kleinen Shop und es besteht die Möglichkeit, heiße und kalte Getränke zu sich zu nehmen. Es gibt auch einen Picknickbereich.

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Im großen Hauptgebäude, der herrschaftlichen Villa

Fazit: Eine Villa Rustica haben viele Orte, aber als „gallo-römische Erfahrung“ ist das römische Landgut von Malagne definitiv etwas Besonderes.

Durch die Kombination aus rekonstruierten Gebäuden, aktiver Bewirtschaftung, experimenteller Archäologie und hervorragender, fundierter Wissensvermittlung gehört Malagne für uns definitiv zu den Geheimtips, die wir unseren gallo-römisch interessierten Lesern wärmstens ans Herz legen möchten. Deswegen machen wir an dieser Stelle gerne (und unbezahlt) Werbung für diesen Archäologischen Park! Wenn Ihr einmal in der Nähe seid, sei es in den belgischen, luxemburgischen oder französischen Ardennen (beide Landesgrenzen sind nur wenige Kilometer entfernt), solltet Ihr dieses Ziel unbedingt auf Eure Liste setzen.

Öffnungszeiten, Eintritt:

In den Monaten Juli bis September ist der Park täglich von 11-18 Uhr geöffnet (letzter Einlaß 16:30 Uhr). Für den Besuch sind etwa 2 Stunden einzuplanen.

Außerhalb dieser Zeiten, von Ende März bis Anfang November, ist der Park in den Schulferien und an Feiertagen und Wochenenden geöffnet.

Während der Winterpause ist Öffnung für Gruppen nach Absprache möglich.

Der Eintritt für einen Erwachsenen beträgt 6,50 €, für Kinder 5 €. Der Audio-Guide ist im Preis enthalten.

Führungen, Veranstaltungen:

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In der experimentellen Küche

Jeden ersten Sonntag im Monat finden Führungen mit praktischen Vorführungen statt, zum Beispiel zum Thema Brotbacken.

Malagne ist auch Schauplatz eines Römerfests namens „Le Rendez-Vous Gallo-Romain de Wallonie“ mit römischen Legionen, Handwerkern, Reiterei und Gladiatorenspielen. Das Gelände ist für solche Veranstaltungen ausgezeichnet geeignet.

Aktuelle Informationen zu solchen Veranstaltungen sind auf der offiziellen Website zu finden oder in unseren Ankündigungen unter „Events und Veranstaltungen“.

Es finden außerdem regelmäßige Veranstaltungen und Workshops statt (allerdings ausschließlich auf Französisch), wie archäologische „Gallo Day Camps“ für Kinder. Gruppenaktivitäten können auf Anfrage gebucht werden, ebenso wie eine Vorführung antiker Bierbraukunst oder Brotback-Workshops.

Sonstiges:

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Die rekonstruierte Schmiede mit Räucherkammer, Darre und Bierbrauerei

Es ist erlaubt, Hunde an der Leine mitzuführen.

Fotografieren ist überall uneingeschränkt erlaubt.

Weiterführende Informationen:

 

 

  • Kurzer Filmbeitrag über Malagne: „Malagne, vivre au temps des Romains“ (Französisch, 8 Minuten)

Events und Veranstaltungen: Römisches Handwerkerfest in Xanten vom 1.-3. Mai 2015

Der Archäologische Park Xanten ist immer eine Reise wert!

Der Archäologische Park Xanten ist immer eine Reise wert!

Ein langes Wochenende naht mit großen Schritten und, so Jupiter will, hoffentlich gutem Wetter!

In der Zeit vom 1. bis zum 3. Mai buhlen gleich mehrere römische Veranstaltungen um Euren Besuch. Das Schöne aber ist, daß alle Veranstaltungen sich über drei Tage erstrecken und somit nichts dagegen spricht, gleich mehrere davon zu besuchen.

Unser erster Tipp für dieses Wochenende:

Der Archäologische Park Xanten nutzt das lange Wochenende, um die seit langem im Bau befindlichen neuen Handwerkerhäuser mit einem großen Fest einzuweihen – dem größten Fest der diesjährigen Saison.

Neben den großen, repräsentativen Gebäuden – dem Hafentempel, dem Amphitheater und den Thermen -, kann man in Xanten also ab sofort auch sehen, wie die einfachen Leute in der Stadt gelebt und gearbeitet haben.

Utensilien eines römischen Arztes

Utensilien eines römischen Arztes

Die zweistöckigen Reihenhäuser zeigen, wie ein Großteil der einfachen römischen Stadtbevölkerung gelebt hat. Sie wurden auf den Originalfundamenten rekonstruiert und sind vollständig wieder aufgebaut, samt Inneneinrichtung, Wandmalereien, Ladenschild, Wohnräumen und Werkstätten. Dem archäologischen Fund folgend liegen diese Streifenhäuser entlang einer Hauptstraße. Die Geschäftsräume und Werkstätten befinden sich im vorderen Bereich mit einem Eingang zur Straße hin, durch den die Kunden das Geschäft betraten. Die Schuppen und Nebengebäude befinden sich in kleinen Höfen hinter den Häusern.

Die Wohnräume liegen in der zweiten Etage oberhalb der Geschäftsräume.

Ab Mai 2015 werden die Handwerkerhäuser fester Bestandteil des archäologischen Parks sein. Hier wird der Besucher zukünftig die Möglichkeit haben, dem Schmied und der Weberin bei ihrem Handwerk zuzusehen.

Der weitläufige Park im Stadtgebiet der ehemalige Colonia Ulpia Traiana ist eine ideale Location für große römische Veranstaltungen

Der weitläufige Park im Stadtgebiet der ehemalige Colonia Ulpia Traiana ist eine ideale Location für große römische Veranstaltungen

Da der Niederrhein eine steinarme Gegend ist und Bausteine teuer waren und aufwendig importiert werden wußten (zum Beispiel über den Rhein aus der Eifel, wie dem Tuffsteinbergwerk Meurin), wurden die Häuser der einfachen Leute in Lehmbauweise errichtet. Der Rekonstruktion gingen aufwendige Forschungen und Experimente des Archäologischen Parks voraus, um eine geeignete Lehmmischung und die passende Bau- und Stampftechnik zu finden, die dem feuchten Klima am Niederrhein standhält. Die Häuser sind außerdem, nach römischem Vorbild, verputzt. Auch die Holzbalken, Dachziegel und das Fensterglas wurden von Hand nach alten Techniken produziert, so daß der Detailgrad der archäologischen Rekonstruktion nach dem neusten Stand der Wissenschaft sehr akkurat ist.

Die Wohnräume im oberen Stock zeigen das Wohnumfeld der Ladenbesitzer, während der Besucher sich auch einen Eindruck vom kargen Leben der in den hinteren Schuppen lebenden Bediensteten machen können.

Im Rahmen des Handwerkerfestes vom 1. bis zum 3. Mai werden die Handwerkerhäuser erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie werden zu diesem Fest voller lebendiger Archäologie sein, denn mehr als 100 römische Handwerker, Fachleute und Akteure aus 37 verschiedenen Handwerken werden dem Besucher einen Eindruck vom römischen Handwerkerleben, den verschiedenen Techniken, den Produkten und dem Alltag vermitteln. Unter anderem sind die Handwerker der COHORS I NERVANA mit von der Partie.

Auch die römischen Backöfen werden befeuert, um frisches Römerbrot zu backen

Auch die römischen Backöfen werden befeuert, um frisches Römerbrot zu backen

Zu bestaunen und zu befragen gibt es einen römischen Eisenschmied, Feinschmied, Bronzegießer, Fischer, Metzger, Bäcker, Koch und Winzer, Färber, Töpfer, Schreiber, Friseur, Imker oder Arzt. Weberinnen, Schneiderinnen, Schuhmacher zeigen Kleidung für jedes Wetter (die auch anprobiert werden kann). Vorführungen in der Herstellung von Schmuckarbeiten, Knochenschmitzereien, Malerei und Musik geben Einblick darin, wie man sich das Alltagsleben in der fernen römischen Provinz in Colonia Ulpia Traiana angenehmer gestaltete.

Römisches Essen und Trinken kann probiert werden, auch aus dem originalen römischen Backofen. Römische Kosmetik und Wellness beweisen, wie man sich schon damals zu entspannen wußte. Wie ausgefeilt die römischen Handwerkstechniken waren und wie hochwertig und fein gearbeitet die Produkte auch ohne Maschinen und Strom waren, wird anschaulich demonstriert. Auch das römische Münz- und Bankwesen wird erläutert.

Opfert alle fleißig, damit das Wetter mitspielt!

Opfert alle fleißig, damit das Wetter mitspielt!

Auch die anderen Stationen des Archäologischen Parks, wie die Schiffswerft, die Herberge und die anderen rekonstruierten Gebäude können besichtigt werden. Hier geben Schiffsbauer, Vermesser und Schindelmacher gerne Auskunft über ihre Arbeit – und lassen den Besucher auch Hand anlegen. In der Werft werden römische Rheinschiffe rekonstruiert, so daß der Einblick auch hier sehr interessant ist.

Es gibt zahlreiche Mitmach-Aktionen für Kinder und Erwachsene, so daß das Programm für ein breites Publikum geeignet ist.

Das Handwerkerfest findet vom 1. bis zum 3. Mai täglich von 10 – 17 Uhr statt.

Der Eintritt beträgt 9€ für Erwachsene. Kinder bis 18 Jahre haben freien Eintritt!

Weitere Informationen, Anfahrtsbeschreibungen etc. auf der offiziellen Website des Archäologischen Parks Xanten

Veranstaltungstipp: Römertage Villa Borg am 2. und 3. August 2014

Die rekonstruierte Villa Borg

Die rekonstruierte Villa Borg

Das nächste römische Ereignis dieses Sommers steht bevor: die XVII. Römertage in der Villa Borg!

Die Villa Borg ist ein rekonstruierter römischer Gutshof, samt zweistöckigem Herrenhaus, Anbau und weitläufiger Gartenanlage.

Sie liegt im Land der Gallier, sprich: im Dreiländereckdirekt im Saarland, direkt an der luxemburgischen Grenze bei Schengen sowie an der Grenze zu Frankreich.

Das Veranstaltungsgelände mit der tollen Kulisse sorgt für eine stimmungsvolle römische Atmosphäre und ist unser absoluter Tipp des Monats für den August!

Aufmarsch der Legion (Römerfest 2013)

Aufmarsch der Legion (Römerfest 2013)

Wie auch schon in den Jahren zuvor, sind wieder einige römische Legionen vor Ort (unter anderem die auch vom Römerfest Mayen bekannten Legio XXII Primigenia Milites Bedenses aus Bitburg), die militärisches Alltagsleben, Exerzieren und Ausrüstung demonstrieren. Dabei stehen die gut informierten und auskunftsfreudigen Mitglieder dieser Gruppen gerne für Fragen aller Art zur Verfügung.

Auch das zivile Leben wird demonstriert und die Besucher bekommen einen Einblick in Handwerk, Kult, römische Kleidung, Lebensart oder Kochen.

Das Villengelände ist sehr weitläufig und bietet Platz für viele Handwerker, die ihre antiken Handwerkstechniken demonstrieren, zum Beispiel Goldschmieden, Steinschneiden, Schustern, Bronze- und Wachstafelgießen, Kochen, Backen, Frisieren, Mosaiklegen und Töpfern. Außerdem befinden sich dort auch zahlreiche Händler, die alles anbieten, was der römische Cultor benötigt. Vor allem gute Repliken sind hier zu fairen Preisen erhältlich.

Das Villenbad ist sehr stimmungsvoll

Das Villenbad ist sehr stimmungsvoll

Auch gibt es zur Stärkung römische Speisen nach Apicius und Getränke.

Neben Militär- und Zivilleben gibt es bei den Römertagen in der Villa Borg auch Gladiatorenkämpfe der Gruppe Familia Gladiatoria Pannonica sowie Reitervorführungen der Gruppe Eporedos, die besonders auf die authentische Darstellung der gallischen Reiterei spezialisiert ist.

Im Rahmen der Veranstaltungen werden auch kostenlose Führungen durch die Villa angeboten. Denn auch das Innere des Gebäudes, das auf den originalen Fundamenten errichtet wurde, ist sehenswert. Hierbei sind vor allem die authentisch rekonstruierten Bäder, die Küche, die Vorratsräume und der Wohnbereich zu nennen. Außerdem gibt es im Inneren einen Museumsteil, der über die Geschichte der Villa Borg und der Region informiert, sowie einen römischen Kräutergarten. Wenn man Glück hat, hat man auch Gelegenheit, an einer „Führung der etwas anderen Art“ durch den Haussklaven Jatros teilnehmen zu können.

Keltische Reiterei auf dem Römerfest 2013

Keltische Reiterei auf dem Römerfest 2013

Bei Kindern sehr beliebt sind die Esel der Familie Marson, mit denen man zum Gelände reiten kann. Sie sind sehr zutraulich.

Der Eintritt für Erwachsene kostet 6€. Es gibt die Möglichkeit, eine Familienkarte für 12€ zu erwerben.

Kostenlose Parkplätze sind vor dem Villengelände ausreichend vorhanden. Die Veranstaltung findet jeweils von 11 – 18 Uhr statt.

Mehr Informationen gibt es auf der Website der Villa Borg.

Der offizielle Flyer zur Veranstaltung steht hier zum Download bereit.

Für Informationen rund um den Archäologiepark Villa Borg empfehlen wir auch unseren Artikel!

Antike Stätten: Römerkastell Saalburg (Taunus)

Haupttor des Kastells (April 2013)

Haupttor des Kastells (April 2013)

Anschrift: 

Römerkastell Saalburg Archäologischer Park, Saalburg 1, 61350 Bad Homburg vor der Höhe.

Anfahrt:

Das Römerkastell liegt im Hochtaunus auf einem Bergkamm nördlich von Bad Homburg vor der Höhe (Hessen). Es ist gut mit dem Auto über die B456 zu erreichen und verfügt über Parkplätze entlang der Zufahrtsstraße. Bei schönem Wetter kann es hier allerdings schon einmal eng werden und die Schlange der parkenden Autos zieht sich dann fast bis hinab in das Tal.

Nach Bad Homburg gelangt man von Frankfurt aus mit der S-Bahn-Linie 5. Vom Bahnhofsvorplatz Bad Homburg aus führt dann die Stadtbuslinie 5 mehrmals täglich direkt bis zur Saalburg.

Alternativ kann man ab Frankfurt / Bad Homburg mit der Taunusbahn bis zum Bahnhof Saalburg / Lochmühle fahren und von dort am Limes entlang über einen Fußweg in ca. 45 Minuten zur Saalburg wandern.

Weiterführende Informationen:

Hintergrund:

In der Principia, dem zentralen Stabsgebäude

In der Principia, dem zentralen Stabsgebäude

Das Römerkastell Saalburg war ein römisches Militärlager am Limes, das Anfang des 2. Jahrhunderts zur Befestigung der Grenzen im freien rechtsrheinischen Germanien in Taunus und Wetterau errichtet wurde, in das die römische Armee vorgestoßen war.

Es gilt heute als das am besten erforschte und am vollständigsten rekonstruierte Kastell des Obergermanisch-Raetischen Limes (der seit 2005 UNESCO-Weltkulturerbe ist).

Das Kastell liegt auf einem Gebirgspass, der von den Ebenen des Mains in das Siedlungsgebiet der Germanen führte.

Es wurde zuerst als Holzkastell errichtet, später zu einem steinernen Kohortenkastell für 600 Mann Besatzung ausgebaut. Stationiert war dort die rätische Auxiliar-Reiterkohorte Cohors II Raetorum civium Romanorum equitata („2. teilberittene rätische Kohorte römischen Bürgerrechts“), die ursprünglich in Wiesbaden stationiert gewesen war und unter dem Legionskommando in Mogontiacum (Mainz) stand. Die Soldaten waren einheimische Hilfstruppen aus Raetien, einer römischen Provinz im Alpenvorland in der heutigen Schweiz. Sie wurden hier stationiert, weil sie mit dem rauhen Klima im Hochtaunus besser zurechtkamen als Truppen aus dem Süden.

Bald zog es auch Zivilisten an, die an den dort stationierten Soldaten verdienten – Handwerker, Händler – und es bildete sich eine zivile Siedlung (vicus) entlang der Pass-Straße. Im zweiten Jahrhundert wurde das Lager erweitert und erhielt eine Bäderanlage, eine Herberge und öffentliche Gebäude. Zusätzlich wurde dort eine zweite raetische Kohorte stationiert.

Die Siedlung wurde nach römischem Vorbild ausgebaut und mit typisch römischer Infrastruktur versehen, samt befestigten Straßen, Geschäften, Gasthäusern und öffentlichen Bädern.

Innenhof

Innenhof

Da sich das Militärlager im Grenzgebiet zum freien Germanien befand, wurde es allerdings immer wieder Ziel von germanischen Überfällen. Im Jahr 233 brannten alemannische Stämme das Dorf nieder und raubten alles, was ihnen in die Hände fiel. Nach 260 wurde der Druck insbesondere durch die Alemannen am Limes so massiv, daß er schließlich aufgegeben wurde und sich die Römer wieder hinter den Rhein zurückzogen. Das Kastell wurde ohne Kampfhandlungen planmäßig geräumt und nicht überhastet verlassen.

Das Kastell Saalburg ist das umfangreichste wiederhergestellte Limeskastell und zudem das einzige, dessen ziviler vicus ebenfalls erhalten geblieben ist und zum Teil freigelegt wurde.

Daneben gehört auch ein umfangreiches Gräberfeld und ein Mithras-Heiligtum (Mithräum) zum Gelände.

Erhaltungszustand und Aufmachung:

Wie viele römische Gebäude, diente das Römerkastell im Mittelalter und der frühen Neuzeit als Steinbruch der Einheimischen. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts erkannte man die archäologische Bedeutung und begann, das Kastell systematisch auszugraben und zu untersuchen. Kaiser Wilhelm II, der archäologisch interessiert war, ordnete schließlich im Jahr 1897 an, das Kastell auf den alten Fundamenten originalgetreu wieder aufzubauen. Beim Wiederaufbau orientierte man sich an antiken Vorbildern, so daß der Wiederaufbau heute als „annähernd authentisch“ gewertet wird.

Römische Backöfen

Römische Backöfen

In den Jahren 2003-2009 wurde das Römerkastell zu einem Archäologischen Park ausgebaut. Von 2009-2012 wurde die historische Bausubstanz saniert.

In mehreren der wieder aufgebauten Gebäude befindet sich das Saalburgmuseum, in dem Funde aus der Limesregion und dem Kastell gezeigt werden. Außerdem enthält die Anlage ein Forschungsinstitut.

Das Kastell wurde mitsamt seiner Außenmauer, Wehrgang, vier Toren und zahlreichen Gebäuden aus Stein wieder aufgebaut. Darunter finden sich die Centuriae (Mannschaftsbarracken für die einfachen Soldaten), das Horreum (Getreidespeicher, in dem heute ein Ausstellungsraum ist), das Praetorium samt Innenhof mit Brunnenmosaik (Wohnhaus des Kommandanten, in dem die Museumsverwaltung und das Forschungsinstitut untergebracht sind, das im Rahmen einer Führung aber besichtigt werden kann), die Principa (das zentrale Stabsgebäude mit großer Appellhalle und Innenhof, in dem seinerzeit Schreibstube, Amtsräume und Waffenlager waren), die Fabrica (Werkstätten, die heute für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt werden).

Einige der Bereiche sind auch von innen rekonstruiert, so kann sich der Besucher einen Eindruck von der beengten Inneneinrichtung eines Mannschaftsquartiers für 8 Personen machen und einen Eindruck vom Alltagsleben der Soldaten und Zivilisten bekommen. Einige Aspekte sind szenisch dargestellt, wie das opulente Triclinium, der Speiseraum eines Offiziers. Im Außenbereich entlang der Mauer befinden sich (funktionsfähige) römische Backöfen, in denen zu besonderen Anlässen mehrmals im Jahr römisches Brot gebacken wird. Es gibt auch ein Aedes, das Fahnenheiligtum und kultische Zentrum des Kastells, das allerdings nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen ist.

Das Fahnenheiligtum ist nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen

Das Fahnenheiligtum ist nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen

In einem der Gebäude befindet sich eine Taberna, ein Restaurant, in dem sowohl „moderne“ Speisen als auch Speisen und Getränke der Römer angeboten werden. Sie ist nach antikem Vorbild einer römischen Gaststube mit Herd, Anrichten, Backofen und Regalen eingerichtet.

Vor dem Haupttor des Kastells befinden sich die Mauerreste des (nicht aufgebauten) zivilen vicus, unter anderem des Badehauses, eines Gästehauses sowie Keller und Brunnen von Wohnhäusern. Um einen Eindruck davon zu vermitteln, wie diese zivilen Häuser aussahen, wurden zwei Rekonstruktionen errichtet, die als Kassenhaus, Limes-Informationszentrum und Museumsshop dienen.

Rund um die Saalburg führt der 2,5 km lange „Rundweg Saalburg“ am Limes entlang, der an einigen Stellen ebenfalls rekonstruiert wurde, unter anderem wird ein typischer Durchgangsposten gezeigt. Hier gibt es auch weitere archäologische Sehenswürdigkeiten, wie eine Jupitersäule und ein Mithrasheiligtum. Der Rundweg dauert etwa 45 Minuten.

Die ganze Anlage ist sehr gut erhalten und gepflegt. Ein komplett wiederaufgebautes römisches Militärlager ist eine Sensation, die man gesehen haben sollte, denn der Eindruck, der hier von einer solchen Anlage vermittelt wird, ist ein ganz anderer, als wenn man nur Mauerreste betrachtet. Insbesondere die Höhe und Größe der Gebäude und Mauern und die Architektur von Häusern und Innenhof sind sehr anschaulich.

Der Museumsbereich, der sich über mehrere Gebäude erstreckt, ist gut aufgemacht und informativ mit einer umfangreichen Sammlung von Gegenständen aus der Limesregion.

Öffnungszeiten:

Das Gelände ist sehr weitläufig

Das Gelände ist sehr weitläufig

Der Archäologische Park und das Museum sind im Winter (November bis Februar) täglich außer montags von 9-16 Uhr geöffnet, Einlaß bis 15.30 Uhr.

In der Sommerzeit (März bis Oktober) sind die Öffnungszeiten täglich von 9-18 Uhr, Einlaß bis 17:30 Uhr.

Es kann zu Abweichungen bei Abend- und Nachtveranstaltungen kommen.

Eintrittspreise und Führungen:

Erwachsene 5€, ermäßigt (Behinderte, Studenten, Rentner, ALGII-Empfänger, Wehrdienst- /Freiwilligendienstleistende) 3,50€.  Kinder unter 6 Jahren frei. Kinder von 6-18 Jahren 3€. Für Familien (2 Erwachsene mit Kindern) gibt es eine Familienkarte für 10€.

Für Hunde muß 1€ Eintritt gezahlt werden und sie müssen an der Leine geführt werden.

Es ist möglich, ein Kombiticket mit der Keltenwelt am Glauberg zu erwerben.

Der Museumsbereich mit Wegesteinen

Der Museumsbereich mit Wegesteinen

Zu Sonderveranstaltungen sind abweichende Eintrittspreise möglich.

Führungen werden mehrmals täglich (im Sommer um 11, 13 und 15 Uhr) durch archäologische Mitarbeiter durchgeführt und sind sehr empfehlenswert. Wer die Saalburg besucht, sollte unbedingt auch an der Führung teilnehmen, weil sie sehr viel Hintergrundinformationen vermittelt und außerdem die Möglichkeit bietet, in die ansonsten verschlossenen Gebäude (Praetorium und Fahnenheiligtum) zu gelangen.

Es gibt außerdem spezielle Führungen für Kinder, die sehr nett und spielerisch gemacht sind (ebenfalls parallel zu den Erwachsenenführungen um 11, 13 und 15 Uhr, so daß man seine Kinder dort parallel zur eigenen Führung gut betreut weiß). Führungen in anderen Sprachen sind auf Absprache möglich. Es gibt auch spezielle Themenführungen wie „Latein lebt“ oder „Römischer Wohnluxus“.

Regelmäßig finden Sonderveranstaltungen statt, wie Bogenbaukurse, antike Handwerkstechniken wie das Brettchenweben, Römisches Buffet, „Altertum für Ältere“ für Senioren und Gehbehinderte, Römische Abende, Kostümführungen, Vorführungen römischer Reiter und Re-enactment der Cohors Secunda, Erlebnistage mit römischen Soldaten am UNESCO-Weltkulturerbetag, Brotbacken, Vorführung römischer Getreidemühlen, „Feminae Romanae“, ein Erlebnistag mit römischen Frauen, ein Thementag „Licht in der Antike“ mit Vorträgen „die Lampe in der römischen Provinz und die erste Ölkrise Europas“, Kinder in der Römerzeit, archäologisches Ferienprogramm, Nox Romana (Nacht im Museum), römische Steinmetze und vieles mehr.

Das Jahresprogramm kann auf der offiziellen Website der Saalburg als PDF heruntergeladen werden.

Sonstiges:

Viele interessante Funde aus Militär- und Zivilleben sind im Museum ausgestellt

Viele interessante Funde aus Militär- und Zivilleben sind im Museum ausgestellt

Achtung, im Winter wird es auf dem Taunuskamm sehr kalt, oft bedeutend kälter als im Umland und im Tal. Auch bleibt Schnee hier länger liegen, was bei der Anreise durch die gebirgige Gegend zu beachten ist. Da es sich um ein Freilichtmuseum handelt, ist es auch nicht geheizt, so daß man warm gekleidet sein sollte.

Achtung! Besucher in Gewandung erhalten (anders als in anderen archäologischen Parks wie der Villa Borg oder dem Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim, wo antik Gewandete sogar ermäßigten Eintritt haben) keinen Einlass! Das gehört zum museumspädagogischen Anspruch der Saalburg, wo Wert darauf gelegt wird, daß Besucher eindeutig von Darstellern, die zum Tagesprogramm gehören, unterschieden werden können. Als Besucher müßt Ihr deswegen unbedingt in Zivil anreisen!

Der Museumsshop bietet eine gute Mischung aus römischen Devotionalen, Repliken, Büchern, Schmuck und Souvenirs an und ist gut sortiert. Hier kann auch eingekauft werden, ohne daß man den Eintritt in das Museum zahlt.

Fotografieren ist überall erlaubt.

Außerhalb der Kastellmauern befinden sich die Reste des zivilen vicus

Außerhalb der Kastellmauern befinden sich die Reste des zivilen vicus