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Events und Veranstaltungen: Erlebnistag Eisen am 28. September 2014 in Ahrweiler

Vorführung des Rennofens, Eisentag 2013

Vorführung des Rennofens, Eisentag 2013

Die römische Eisenschmelzersiedlung im Wald oberhalb von Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) ist eine der größten und international bedeutendsten Fundstellen für römische Eisenerzverhüttung nördlich der Alpen.

Auch in diesem Jahr gab es in dem weitläufigen Areal, das erst zu ca. 10% untersucht und freigelegt ist, wieder eine Grabungskampagne, die zu neuen Ergebnissen führte.

Am Sonntag, dem 28. September 2014 lädt der Förderverein für Archäologie und Museumskultur Ahrweiler wieder zum „Erlebnistag Eisen“ in die römische Anlage ein, um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Neben fachkundigen Führungen durch die verschiedenen Bereiche der Siedlung, die aus einem großen, luxuriösen Herrenhaus, Verhüttungsbereichen, Höfen mit Schmelzöfen, Getreidedarren und weiteren Bereichen besteht, wird auch ein rekonstruierter Rennofen in Betrieb genommen und demonstriert, wie man vor 2000 Jahren im Ahrtal Eisenerz zum Schmelzen brachte.

Ein Schmied informiert über alte Techniken

Ein Schmied informiert über alte Techniken

Daneben gibt es weitere Vorführungen, so zeigt ein Schmied seine Arbeit vor Ort und es gibt kleine Snacks nach römischen Originalrezepten zum Probieren. Auch Unterhaltung für Kinder ist geboten, die sich kleiden können wie Römer. Als besonderes Highlight wird in diesem Jahr ein keltischer Druide erwartet, denn Ahrweiler lag im keltischem Stammesgebiet der Eburonen.

Der Eintritt ist frei, aber eine Spende wird vom Förderverein sehr gerne angenommen!

Der „Erlebnistag Eisen“ findet von 10-17 Uhr statt.

Das Gelände liegt mitten im Wald und ist nicht überdacht. Wir empfehlen gutes Schuhwerk. Das Wetter soll an diesem Wochenende aber gut werden, wie es sich für einen goldenen Oktober gehört!

Parkmöglichkeit besteht am Wanderparkplatz an der Landstraße 84 zwischen Ahrweiler und Ramersbach. Hier startet der  historische Wanderweg „Eisenweg“. Die Infotafel informiert auch über den Standort der Eisenschmelzersiedlung.

Die Grabungsstelle ist ausschließlich zu Fuß zu erreichen, der Fußweg führt ca. 600 Meter, zum Teil bergauf, über einen Waldweg. Der “historischen Route Eisenweg” folgen, vorbei an einem römischen Gräberfeld, das zur Eisenschmelzersiedlung gehörte. Die Grabungsstelle liegt rechts vom Eisenweg, etwas abseits, ist aber aufgrund ihrer Größe nicht zu übersehen.

 

 

Veranstaltungstipp: Römernacht in der Römervilla Ahrweiler am 13. September

Römernacht_01

Am Samstag, dem 13. September 2014 findet in der Römervilla am Silberberg in Ahrweiler bereits die 5. „Römernacht“ statt.

Blick vom Balkon

Blick vom Balkon

Von 18 Uhr bis Mitternacht bieten die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer inmitten der imposanten archäologischen Anlage spannende Einblicke in die römische Antike im Ahrtal, die von luxuriösen römischen Landgütern, aber auch von Eisenverhüttung geprägt war.

Die Römervilla ist eine der besterhaltensten römischen Landvillen (Villa rustica) nördlich der Alpen, die vor allem berühmt ist für ihre zahlreichen Kleinfunde, Wand- und Deckenmalereien und viele erhaltene Baudetails. Sie befindet sich in einem überdachten Schutzbau, so daß die Römernacht auch bei Wind und Wetter gefeiert werden kann.

Es gibt ein buntes Programm für die ganze Familie, wobei auch viel Augenmerk auf ein bildungsreiches Kinderprogramm gelegt wird. Gutsherren, Haussklaven, Handwerker und die vornehme Hausherrin führen die Gäste durch die Nacht.

Es gibt Einblicke in die römische Küche und – natürlich – Weinkultur, denn schon die Römer bauten an der Ahr Wein an. Ein römischer Medicus zeigt seine Fähigkeiten und erklärt wie hoch entwickelt die römische Medizin war. Es gibt Informationen über  Heilkräuter und eine Duftstraße. Eine besondere Rolle spielt auch die Badekultur, denn die Römervilla hat einen sehr gut erhaltenen Badetrakt mit Heizungssystem. Weitere Programmpunkte sind Mosaike, römische Landwirtschaft, römische Kinderspiele und das römische Militär.

Auch Informationen zur Eisenverhüttung in römischer Zeit werden geboten, denn die im Ahrweiler Stadtwald gelegene Eisenschmelzersiedlung ist die größte römische Eisenverhüttungsanlage nördlich der Alpen und ein Bodendenkmal von internationalem Rang.

Die gut erhaltene Fußbodenheizung

Die gut erhaltene Fußbodenheizung

Der Eintritt beträgt 7€ für Erwachsene, ermäßigt 4,50€, Kinder 2,50€. Es ist möglich, eine Familienkarte für 14€ zu erwerben.

Die Römervilla ist gut mit dem Auto und dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Zur Anfahrtsbeschreibung und allgemeinen Hintergrundinformationen empfehlen wir unseren Artikel zur Römervilla.

Am gleichen Wochenende findet in Ahrweiler der Weinmarkt statt, dessen Umzüge und Markttreiben ebenfalls sehenswert sind. Der Besuch in der Römervilla kann auch sehr gut mit dem Besuch der Eisenschmelzersiedlung sowie der Besichtigung des Römischen Bades am Weiherberg (nur Sonntag von 14-16 Uhr) und dem Erwandern von Rotweinwanderweg und Ahrsteig kombiniert werden.

Diese besondere Nacht in einem besonderen Museum ist unser Veranstaltungsgeheimtipp für den Monat September!

Römervilla_02

Antike Stätten: Römisches Bad am Weiherberg in Ahrweiler

Das römische Bad versteckt sich unter der Bundesstraße

Das römische Bad versteckt sich unter der Bundesstraße

Anschrift:

Am Weiherberg, 53474 Ahrweiler

Anfahrt:

Das römische Bad liegt in einem Schutzbau unterhalb der Bundesstraße B267. Mit dem Auto kann man direkt in die kleine Straße „Am Weiherberg“ einbiegen, die sich an den Weinbergen entlangschlängelt. Offizielle Parkmöglichkeiten gibt es nicht, aber die Straße ist kaum befahren und man kann sein Auto am Rande des Weinbergs abstellen. Besser ist es, das Auto auf dem Parkplatz am Adenbachtor abzustellen und ein paar Schritte zu laufen.

Mit dem öffentlichen Nahverkehr ist das Bad sehr gut zu erreichen. Mit der Ahrtalbahn (ab Remagen / bis Ahrbrück) bis „Ahrweiler Markt“ fahren (nicht nur bis Haltestelle „Ahrweiler“!). Von dort geht man nicht bergab in den historischen Ortskern, sondern bergauf in Richtung des Rotweinwanderwegs jenseits der Brücke über die Bundesstraße. Dort befindet sich bereits die Straße „Am Weiherberg“, in die man nach rechts einbiegt. Nach einigen hundert Metern, die man der Straße durch die Weinberge folgt, erreicht man ein kleines Tor mit dem Hinweis „Römisches Bad“. Hier führt eine Treppe hinab in den Schutzbau. Oft hält sich dort auch einer der beiden ehrenamtlichen Betreuer der Anlage auf und lädt vorbeikommende Wanderer zu einem Besuch ein, so daß der Eingang nicht zu verfehlen ist.

Alternativ, wenn man aus der Innenstadt von Ahrweiler kommt, erreicht man das Bad über die Fußgängerbrücke „Im Ellig“, die hinter der Kreisverwaltung liegt.

Hintergrundinformationen:

Der Weg zum Bad führt an den Weinbergen entlang

Der Weg zum Bad führt an den Weinbergen entlang

Das Ahrtal war zu römischer Zeit dicht besiedelt.

Mit dem Sieg Caesars über Gallien wurde das von den keltischen Eburonen bewohnte Ahrtal Teil des Römischen Reichs. Hier ist eine sehr hohe Dichte an römischen Villen auszumachen, von denen allein im näheren Umkreis um Ahrweiler über 20 Stück bekannt sind. Hierbei ist die „Römervilla am Silberberg„, die als Museum ausgebaut ist, überregional bekannt und gilt als eine der besterhaltensten Villen nördlich der Alpen. Ein Muß, wenn man zu Besuch im Ahrtal ist!

Daneben finden sich im unmittelbaren Umfeld weitere antike Stätten, so eine große römische Eisenschmelzersiedlung im Ahrweiler Stadtwald „An den Maaren“, auf deren Gelände sich ebenfalls ein luxuriös ausgestatteter Gutshof fand, der über Fußbodenheizung und verglaste Fensterscheiben verfügte.

Nicht zuletzt wurde erst kürzlich direkt vor den Toren von Ahrweiler eine große keltische Siedlung entdeckt und vermessen, deren Ausmaße den Schluss nahelegen, daß es sich um das Hauptsiedlungszentrum der Eburonen handelte.

Blick auf das Praefurnium, den Raum der Befeuerungsanlage

Blick auf das Praefurnium, den Raum der Befeuerungsanlage

Bereits beim Bau der Ahrtalbahn ab 1879 und der historischen Kreisverwaltung 1894 entdeckte man die Überreste einer römischen Villa mit großem Badebereich. Sie wurden jedoch im Rahmen der Bauarbeiten ohne Dokumentation beseitigt. Bei Gleisbauarbeiten zur Erweiterung in Ahrtalbahn im Jahr 1912, im Zuge der Kriegsvorbereitungen mit Blick in Richtung Belgien, wurde der Badetrakt entdeckt. Teile des Bades neben der Bahntrasse blieben erhalten und wurde von Professor Clemen vom Rheinischen Provinzialmuseum untersucht und ausgewertet.

Danach gerieten die römischen Überreste für viele Jahre in Vergessenheit, waren der einheimischen Bevölkerung aber bekannt. So berichtete uns ein Ahrweiler „Ureinwohner“, wie er als Kind schon in den Mauerresten herumgeklettert war.

Das Heißbad mit Hypokausten

Das Heißbad mit Hypokausten

Mit dem Bau der Bundesstraße B267, bei der auch die große Villa am Silberberg entdeckt wurde, wurde das römische Bad mit einem Schutzbau aus Beton versehen, um die archäologische Stätte zu erhalten. Dann wurde die Bundesstraße über die Anlage gebaut.

Jahrelang war das römische Bad für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und lag vergessen in seinem Schutzbau.

Zwei ehrenamtliche Mitarbeiter des Museums Römervilla, Bernd Walther und Michael Schneider, die auch bei den Grabungen in der Eisenschmelzersiedlung aktiv waren, fanden es schade, daß ein so gut erhaltenes archäologisches Denkmal nicht der Öffentlichkeit präsentiert wird, zumal das Interesse an der römischen Geschichte des Ahrtals groß ist. Sie bemühten sich darum, daß das Bad – zumindest zu bestimmten Zeiten – interessierten Besuchern gezeigt wird. Der Plan stieß bei der Kreisverwaltung auf Zustimmung, leider erfolgte jedoch keine finanzielle Beteiligung einer öffentlichen Hand, so daß die beiden Initiatoren die Präsentation und Betreuung des römischen Bades persönlich und ehrenamtlich übernahmen und aus eigenen Mitteln finanzierten. Die Ausgestaltung fand unter fachkundiger Beratung der Leitung der Römervilla am Silberberg statt.

Ein Dachziegel und ein Tubulus (Hohlziegel)

Ein Dachziegel und ein Tubulus (Hohlziegel)

Ab dem 1. April 2014 ist das römische Bad nun jeden 2. Sonntag im Monat für zwei Stunden geöffnet.

Die sehr gut erhaltenen Reste des Badetrakts stammen aus einem Gutshof wohlhabender Besitzer, der ab dem 1. Jahrhundert genutzt wurde. Das Kaltbad (Frigidarium) befand sich jenseits der heutigen Bahntrasse und ist leider zerstört. Das Heißbad, in das die Bewohner des Hauses erst nach einem Kaltbad, daran anschließendem Aufenthalt im Tepidarium und folgender Körperreinigung mit Öl stiegen, blieb allerdings erhalten.

Bei dem zu besichtigenden Gemäuer handelt es sich noch um die Originalmauern. Der (wasserfeste) römische Mörtel ist gut zu erkennen. Wasserleitungen, Teile der für die Wandbeheizung und Abluft zuständigen Hohlziegel (Tubuli) sowie eine Dachziegelplatte mit einem Pfotenabdruck sind erhalten und können besichtigt werden.

Ebenfalls gut zu sehen ist die Hypokaustenanlage. Im ersten Raum der Anlage befinden sich zwei mächtige Tuffsteinblöcke, die Teil der Befeuerungsanlage im Praefurnium waren. Im angrenzenden Raum konnte das Wasserbecken nachgewiesen werden. Die Zufuhr des heißen Wassers erfolgte über einen mit Feuer erhitzten Boiler über Bleileitungen mit Kupferhähnen.

Die Reste des Bades sind gut erhalten

Die Reste des Bades sind gut erhalten

Die Anlage deutet auf einen sehr wohlhabenden Gutsbesitzer hin. Die Villa wurde bis zum 3./4. Jahrhundert genutzt und dann (wahrscheinlich im Zuge der Frankeneinfälle) aufgegeben. Mit dem Ende des Römischen Reichs endete auch die fortschrittliche Badekultur in Europa mit ihrer sehr ausgefeilten Beheizungstechnik.

Beschreibung:

Das römische Bad ist über eine Treppe von der Straße „Am Weiherberg“ zu erreichen, die hinab in den Schutzbau unterhalb der Bundesstraße führt.

Im Vorraum des Bades wurde von den beiden Initiatoren ein kleines Museum eingerichtet, in dem einige Originalfunde aus dem Raum Ahrweiler gezeigt werden. Viele Funde gehören zur Eisenschmelzersiedlung „An den Maaren“. Zu den besonders schönen Stücken gehört eine Babyrassel, die vermutlich mit Kirschkernen gefüllt gewesen war (die Füllung ist wegen des vergänglichen Materials nicht mehr erhalten).

Die Informationstafeln sind gut gestaltet

Die Informationstafeln sind gut gestaltet

Großformatige Fotos von den Grabungen „an den Maaren“ und den dort gemachten Funden (wie einer Fußfessel, die im Küchenbereich entdeckt wurde) sowie Tafeln und Plakate mit Informationen und Zeichnungen runden das Bild ab. Hierbei ist besonders ein gezeichnetes Plakat zu erwähnen, das die Situation im Ahrtal zu römischer Zeit zeigt und in anschaulicher Weise demonstriert, wie hoch die Dichte der römischen Landgüter war.

Daneben befindet sich im Vorraum der Nachbau einer römischen Scorpio und eines Rennofens, wie er zur Eisenschmelze verwendet wurde.

Im anschließenden Raum, von den Bahngleisen nur durch ein luftdurchlässiges Gitter getrennt, befindet sich die römische Badeanlage. Hier erläutern Tafeln mit informativen Zeichnungen, wie man sich die Funktionsweise vorzustellen hat.

Im Vorraum erfährt der Besucher viele Zusatzinformationen zur römischen Zeit im Ahrtal

Im Vorraum erfährt der Besucher viele Zusatzinformationen zur römischen Zeit im Ahrtal

Die Badeanlage ist sehr gut erhalten, die einzelnen Räume mitsamt der Ansätze der Fenster sind deutlich zu erkennen. Ursprünglich war die Anlage noch gut einen Meter höher, wurde beim Bau der Bundesstraße jedoch auf die heutige Höhe „gekürzt“.

Was diese archäologische Stätte so besonders macht, ist die Betreuung durch die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiter, Bernd Walther und Michael Schneider, die jeden Besucher individuell durch die Anlage und den Vorraum führen und dabei interessante Details zur Funktionsweise des Bades, aber auch zu den aktuellen Grabungen an den Maaren, zur Entdeckungsgeschichte und Hintergrundinformationen zur Einrichtung dieses Schutzraumes berichten können.

Beide Mitarbeiter sind über die regionale Archäologie des römischen (und keltischen) Ahrtals sehr gut informiert und geben ihr Wissen mit großem persönlichen Engagement und Leidenschaft weiter. Da sie diese Ausstellung auf eine Faust finanzieren und alleine betreuen, freuen sie sich sehr über interessierte Besucher, die ihnen beweisen, daß die Öffnung der Anlage auf Interesse stößt und deswegen wichtig ist für den Kreis Ahrweiler.

Eine sehr sehenswerte archäologische Örtlichkeit, lehrreiche persönliche Führung – ein echter Geheimtipp!

Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Führungen:

Auch viele Informationen zur nahen Eisenschmelzersiedlung und dem aktuellen Stand der Grabung werden vermittelt

Auch viele Informationen zur nahen Eisenschmelzersiedlung und dem aktuellen Stand der Grabung werden vermittelt

Das römische Bad ist zur Zeit jeden zweiten Sonntag (in geraden Kalenderwochen) von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Der Eintritt ist frei! Man freut sich jedoch sehr über eine Spende, die in einer römischen Amphore am Eingang hinterlassen werden kann.

Da die beiden Initiatoren viele Pläne haben, um den Vorraum noch ansprechender zu gestalten, außerdem dringende Reparaturarbeiten durch die Belastungen der darüberliegenden Bundesstraße notwendig sind, wird jeder Euro gebraucht. Denn leider gibt es keinerlei Fördermittel von öffentlicher Hand oder dritter Seite – etwas, das uns sehr erstaunt hat, da die Stadt Ahrweiler so viel Wert auf die Präsentation ihrer römischen Geschichte legt und damit auch wirbt. Hier würden selbst kleine Beträge schon Großes bewirken. Bleibt zu hoffen, daß die Stadt den touristischen und historischen Wert dieser Einrichtung irgendwann erkennt!

Feste Zeiten für Führungen gibt es nicht; im Rahmen der Öffnung der Anlage wird jeder Besucher von den Betreuern persönlich hindurchgeführt.

Sonstiges:

Der schönste Fund: eine Rassel

Der schönste Fund: eine Babyrassel

Fotografieren ist erlaubt.

Für archäologisch Interessierte findet an einigen festen Terminen an Sonntagen ab 16 Uhr ein Treff im Schutzbau statt, wo über archäologische Themen generell, die neuste Literatur und natürlich die Archäologie des Ahrtales diskutiert wird. Die Termine sind bei den beiden Betreuern zu erfahren.

Michael Schneider bietet auch geführte archäologische Touren durch das Ahrtal an.

Der Besuch des Bades sollte auf jeden Fall auch mit einem Besuch der spektakulären Römervilla am Silberberg kombiniert werden. Wer Lust auf eine kleine Waldwanderung hat, sollte sich auch die Eisenschmelzersiedlung anschauen, die die größte römische Anlage ihrer Art nördlich der Alpen und ein bedeutendes Zeugnis römischer Industrie ist!

Weiterführende Informationen:

Antike Stätten: Römervilla am Silberberg, Ahrweiler

Das Gebäude der Römervilla am Silberberg

Das Gebäude der Römervilla am Silberberg, über die Brücke direkt angeschlossen an den Rotweinwanderweg

Anschrift: 

Museum Römervilla, Am Silberberg 1, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Ortsteil Ahrweiler)

Anfahrt:

Die Römervilla ist sowohl mit dem Auto als auch öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Das Museum hat einen eigenen Parkplatz, der sogar Platz für 3 Busse bietet. Sie ist aufgrund der überregionalen Bedeutung ab der Autobahnabfahrt Ahrweiler (A61 -> A573) sehr gut ausgeschildert.

Mit der Ahrtalbahn (ab Bonn oder Remagen) bis zur Haltestelle „Ahrweiler Markt“ fahren (Achtung, davor kommt die Haltestelle „Ahrweiler“, hier nicht aussteigen!). Von dort aus kann man direkt auf dem Rotweinwanderweg in ca. 10 Minuten bis zur Villa gehen, oder einen Abstecher durch den historischen Ortskern machen und diesen dann durch das Stadttor „Oberhut“ verlassen.

Weiterführende Informationen:

Hintergrund:

Blick vom Balkon

Blick vom Balkon

Im März 1980 wurden bei Bauarbeiten für die neue Bundesstraße die Überreste eines riesigen römischen Landguts (villa rustica) entdeckt, als ein Bagger ein grosses Stück römischer Mauer samt Bemalung abbrach. Die Bauarbeiten wurden sofort gestoppt.

Die Entdeckung war eine Sensation, denn die Anlage war so gut erhalten, daß man aus ihr mehrere Jahrhunderte Nutzungsgeschichte rekonstruieren konnte. Neben einer großen Badeanlage, einer Küche und einer komplett erhaltenen Fußbodenheizung zeichnete sich die Villa auch durch gut erhaltene Wandbemalungen und viele seltene Baudetails aus, bis hin zu Fußabdrücken verschiedener Tiere auf seinerzeit zum Trocknen auf dem Boden ausgelegten Ziegeln, Fensterglas, einem Lehrer-Schüler-Graffiti, einer Theatermaske und Tafelgeschirr aus gallischer und lokaler Terra Sigillata (unter anderem aus Sinzig).

Die Römervilla gilt deswegen als eine der besterhaltenen nördlich der Alpen und zieht jährlich ca. 25.000 Besucher an.

In Ahrweiler selbst befand sich zur Römerzeit keine Ortschaft, der Gutshof lag aber im fruchtbaren und klimatisch günstigen Ahrtal, in dem Wein angebaut wurde, sowie an einer wichtigen Verbindungsstraße von West nach Ost, an den Rhein und von dort nach Bonna (Bonn), Antunnacum (Andernach), Confluentes (Koblenz) und in die Landeshauptstadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln). Das Haus lag nach Süden ausgerichtet und witterungsgeschützt an einem Hang, wo sie den ganzen Tag von der Sonne beschienen wurde. Frischwasserzufuhr wurde durch den darüberliegenden Giesemer Bach sichergestellt.

Zum Teil sind die Wandbemalungen noch gut erhalten

Zum Teil sind die Wandbemalungen noch gut erhalten

Die Villa wurde zuerst im 1. Jahrhundert als römischer Gutshof von einer wohlhabenden Gutsherrenfamilie erbaut (ob sie römischer Herkunft waren oder ob es sich um romanisierte einheimische Kelten oder Germanen handelte, die sich vollkommen dem römischen Lebensstil angepaßt hatten, ist nicht zu klären). In der Folgezeit wurde der Gutshof mehrfach vergrößert und umgebaut, bevor er um 260 n.Chr. aufgegeben wurde.

In der Folgezeit nutzte man die Villa bis ca. 350 n.Chr. als Herberge oder Rasthaus, was zu weiteren typischen Umbauten führte, wie eine große Küche, Umgestaltung des Bades und Toilette.

Mitte des 4. Jahrhunderts nutzte man das Gebäude schließlich als Eisenschmelze für Silbererz, das aus dem nahen Silberberg gebrochen wurde. Da die Infrastruktur durch die Germaneneinfälle zerstört wurde und Waren nicht mehr verkauft werden konnten, wurde die Schmelze schließlich aufgegeben. Hangrutschungen des Silberberges verschütteten das Gebäude, was für die Archäologen natürlich ein Segen war, denn dadurch wurde die Villa in ihrem guten Erhaltungszustand konserviert.

Im 7. und 8. Jahrhundert wurde der Bereich oberhalb des Schutts als christlicher Friedhof verwendet, dessen Schiefergräber schlicht und ohne Grabbeigaben nach Osten ausgerichtet waren. Zu dem Zeitpunkt waren die Reste der Villa nicht mehr auszumachen.

Ursprünglich sollte die Bundesstraße genau durch das Grabungsgebiet führen. Da die Funde aber so außergewöhnlich waren, wurde die Bundesstraße trotz Mehrkosten von 2 Millionen DM schließlich verlegt und führt nun in einer abenteuerlichen Kurve um die Villa herum.

Erhaltungszustand und Aufmachung:

Das luxuriöse Bad

Der Erhaltungszustand ist ausgezeichnet, was an der Tatsache liegt, daß die Villa seit ihrer Aufgabe ununterbrochen unter Hangschutt begraben war. Deswegen wurde sie weder von Raubgräbern heimgesucht, noch nutzte man – wie sonst im ehemaligen römischen Reich üblich – ihre Steine als Steinbruch für die Errichtung neuer Gebäude.

Nach der Freilegung durch die Archäologen wurde das Gelände mit einem Gebäude aus Holz überbaut und in elf Grabungskampagnen freigelegt. Das hallenartige Gebäude dient bis heute als Museumsgebäude. Es sorgt für eine sehr luftige Bauweise aus Holz und Glas für eine angenehme Atmosphäre und Beleuchtung.

Im Untergeschoß befindet sich ein kleines Kino, in dem ein zwanzigminütiger Film eine Einführung in die Geschichte der Römervilla gibt. Der Film wird auf Wunsch vom Personal im Kassenbereich gestartet.

Im Kassenbereich gibt es einen kleinen Museumsshop mit römischen Souvenirs, Büchern, Regionalia, Postkarten, Wein und Mulsum. Dort erhält man auch einen Infoflyer mit Lageplan und Nummerierungen der Räume, der eine Orientierung erleichtert.

Das hohe Holzgebäude hat einen Balkon im Obergeschoß, von dem aus man einen perfekten Überblick über das gesamte Gelände hat. Außerdem steht hier ein Modell des Gutshofes, der eine gute Vorstellung vermittelt, wie das Gebäude einst aussah. Die Räume werden auf Rampen um- und überwandert, überall erklären Infotafeln die verschiedenen Lokalitäten und vermitteln Hintergrundinformationen über gehobene römische Lebensweise und Wohnkultur.

Entlang des Porticus befindet sich ein Steg, von dem aus man auf Treppen hinab in einen Ausstellungsbereich gelangt, in dem wechselnde Ausstellungen zur römischen Geschichte der Region gezeigt werden. Ausstellungen der letzten Jahre waren unter anderem über die „Eburonen, unsere unbekannten Vorfahren“, die einst hier ansässigen Kelten, und über Posthumus, den Kaiser aus dem Rheinland, der ein gallisches Sonderreich errichtete. Die Wechselausstellungen sind sehr speziell und deswegen lohnenswert.

Blick in das Innenleben der Fußbodenheizung

Blick in das Innenleben der Fußbodenheizung

Die Anlage ist behindertengerecht und barrierefrei und kann deswegen mit dem Rollstuhl erfahren werden.

Im Bäderbereich wird durch Wandbemalungen eine plastische Vorstellung vom damaligen Bäderwesen vermittelt. Auch gibt es eine nachgestellte Grabungsstätte, einen Einblick in die späteren christlichen Gräber, einen Bereich mit nachgebauter römischer Toilette und römischem Freizeitvergnügen wie Spielen, die man selbst ausprobieren kann.

Einen großen Bereich der Halle nimmt ein Museumsteil ein, in dem die zahlreichen Funde (Keramik, Glas, Gegenstände) aus der Villa ausgestellt sind. Hier können auch die Ziegel mit den Tierabdrücken besichtigt werden, sowie das Graffiti des Hauslehrers Gratius, der auf ein Graffiti seines Schülers antwortet.

In einer Kuppel sind Teile einer zusammengesetzten Deckenbemalung zu bewundern, die eine Vorstellung darüber vermittelt, wie detailliert die Wandbemalungen einst ausgesehen haben müssen.

Öffnungszeiten:

Das rekonstruierte Deckengemälde zeigt den Wohlstand der Gutsherren

Das rekonstruierte Deckengemälde zeigt den Wohlstand der Gutsherren

Die Römervilla ist von Ende März bis Mitte November geöffnet.

In der Winterpause gibt es einige zusätzliche Öffnungstermine, so am 3. Advent freitags und samstags von 10-17 Uhr. Außerdem ist an den Wochenenden im März geöffnet. Für geführte Gruppen öffnet die Villa auch nach Absprache in der Winterpause.

Geöffnet ist die Villa dienstags bis sonntags von 10 – 17 Uhr (Einlaß bis 16:30 Uhr).

Eintrittspreise und Führungen:

Der Eintritt beträgt 5€ für Erwachsene; 2,50€ für Schüler, Studenten, Schwerbehinderte; 10€ für Familien mit maximal zwei Erwachsenen und Kindern unter 14 Jahren; Kinder unter 6 Jahren Eintritt frei.

Feste Turnusführungen finden Mittwochs um 15 Uhr statt. Wer an der Führung teilnehmen möchte, sollte möglichst 15 Minuten vor Beginn der Führung da sein, maximale Teilnehmerzahl 20 Personen (wir haben aber auch schon gemütliche Führungen mit 4 Leuten erlebt). Die Führung kostet 2€ extra zusätzlich zum Eintrittspreis.

Sonn- und Feiertags findet um 14 Uhr wahlweise die „Führung durch die römische Hausherrin“ oder „Führung durch den Badesklaven“ in römischer Gewandung statt. Diese Führung kostet 4€ extra zum Eintrittspreis.

Gruppenführungen (auch in diversen Fremdsprachen) sowie Familienführungen sind ebenso wie spezielle Angebote für Kinder und Schulklassen auf Nachfrage buchbar.

Hier sind auch die christlichen Gräber zu sehen

Hier sind auch die christlichen Gräber zu sehen

Sonstiges:

Das Museum ist ungeheizt, so daß man sich in den kalten Monaten warm anziehen sollte. Im Kino liegen für den Winter Decken bereit.

Fotografieren ist erlaubt.

Im Jahr 2016 fand eine Museumsnacht in der Römervilla statt, die das Ziel hatte, „das Bewusstsein zu fördern, dass die Römervilla nicht nur eine Touristenattraktion erster Güte ist, sondern auch Teil der regionalen Identität und Geschichte“. Sie fand abends bis Mitternacht statt und bot eine Zeitreise in das historische Ahrtal. Gezeigt wurde ein buntes Treiben von Gutsherr und -herrin, Handwerkern, Medicus und Sklaven, dazu gab es viele Mitmachstationen und ein Quiz. Diese Nacht wird alle paar Jahre wiederholt. Wir kündigen sie rechtzeitig unter unseren Veranstaltungshinweisen an!

Ein Besuch der Villa läßt sich ideal mit zwei weiteren römischen Sehenswürdigkeiten in Ahrweiler kombinieren: dem Bad der römischen Villa am Weiherberg und der römischen Eisenschmelzersiedlung im Stadtwald, der größten römischen Anlage ihrer Art nördlich der Alpen!

Kurzvorstellung auf Rhein-Eifel-TV:

Antike Stätten: Ahrweiler – Römische Eisenschmelzersiedlung

Anschrift:

53474 Ahrweiler (Rheinland-Pfalz). Die Ausgrabung liegt im Wald oberhalb der Stadt, deshalb keine postalische Anschrift.

Anfahrt:

Infotafel an der Ausgrabung

Infotafel an der Ausgrabung

Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz auf der Landstraße 84 zwischen Ahrweiler und Ramersbach (Startpunkt des Eisenwegs, Infotafel). Von dort. ca. 600 Meter Fußweg durch den Wald, zum Teil mit Steigung. Festes Schuhwerk wird empfohlen.

Der „historischen Route Eisenweg“ folgen, vorbei an einem römischen Gräberfeld, das zur Eisenschmelzersiedlung gehörte. Die Grabungsstelle liegt rechts vom Eisenweg, etwas abseits, ist aber aufgrund ihrer Größe nicht zu übersehen.

Der Weg ist nicht barrierefrei und kann deshalb nicht von Rollstuhlfahrern oder Kinderwagen befahren werden. Die Grabungsstelle ist ausschließlich zu Fuß erreichbar.

Weiterführende Informationen: 

Kurzbeschreibung:

Die römische Eisenschmelzersiedlung im Stadtwald von Ahrweiler ist ca. 1 Hektar groß und gilt als Fundstelle von internationaler Bedeutung, da nirgendwo nördlich der Alpen die römische Eisenproduktion so umfassend und gut belegt nachgewiesen werden konnte. Bislang sind nur ca. 10% freigelegt.

Anhand von zahlreichen Funden konnte hier der Ablauf der römischen Eisenproduktion zwischen dem 2. bis 4. Jahrhundert rekonstruiert werden. In einem nachgebauten Brennofen finden Experimente zur Eisenschmelze statt.

Es sind Gebäude mehrerer Bauabschnitte und Nutzungsperioden sichtbar. In der Umgebung befinden sich außerdem Abraumhalden der Eisenschmelze. Auch sind in den Wäldern rund um das Areal noch immer eisenhaltige Gesteine auffindbar, die als Rohstoff dienten.

Erhaltungszustand:

Die freigelegten Überreste wurden zum Teil saniert. Informationstafeln und aufgehängte Beschriftungen erklären die Bedeutung des Ortes.

Grabungen werden in einzelnen Grabungswellen immer wieder durchgeführt, die freigelegten Abschnitte können aus Kostengründen aber nicht dauerhaft konserviert werden, so daß sie nach der archäologischen Aufnahme zum Teil wieder bedeckt werden müssen.

Eintritt und Zugänglichkeit:

Die Ausgrabung der Römischen Eisenhütte

Die Ausgrabung der Römischen Eisenhütte

Der Eintritt ist frei, das Ausgrabungsgelände ist jederzeit frei und ohne Führer begehbar. Man kann sich dort frei bewegen, jedoch wird darum gebeten, daß man nicht auf den Mauern herumklettert.

Sonstiges:

Einmal jährlich veranstaltet der Förderverein für Archäologie und Museumskultur Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. das sogenannte „Eisenfest„, um interessierten Bürgern die Ausgrabungsstätte näherzubringen.

Zu diesem Anlaß finden Führungen durch Vereinsmitglieder statt, die spannend und engagiert über Geschichte, römische Eisenschmiedetechnik und aktuellen Forschungsstand berichten. Außerdem wird der Brennofen demonstriert und es gibt Wein und römische Kleinigkeiten zum Probieren.

Der Eintritt ist frei, eine Spende für die gute Arbeit des Fördervereins wird gerne angenommen.

Das Eisenfest ist eine gute Gelegenheit, die Ausgrabungsstätte zu besuchen

Das Eisenfest ist eine gute Gelegenheit, die Ausgrabungsstätte zu besuchen