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Antike Stätten: Römischer Grabtumulus Nennig

Der Grabhügel von Nennig

Der Grabhügel von Nennig

Anschrift:

Auf einer Wiese am Ortseingang von Nennig. Keine postalische Anschrift.

Anfahrt:

Nennig liegt im Saarland an der Mosel, direkt an der französischen und luxemburgischen Grenze.

Der römische Grabhügel befindet sich gut sichtbar auf einer Wiese zwischen der Römerstraße (aus dem Nachbarort Tettingen-Butzdorf kommend) und der Bundesstraße B419 am Ortseingang von Nennig, in unmittelbarer Nähe zur römischen Villa. Wenn man in das Navi „Römerstraße, Ecke Peter-Reuter-Weg eingibt“, kann man den Tumulus nicht verfehlen.

Parken kann man direkt an der Römerstraße vor dem Tumulus, oder man parkt auf dem Parkplatz der römischen Villa in Nennig, die man auf jeden Fall auch besuchen sollte, wenn man vor Ort ist! Von dort aus sind es zum Tumulus nur wenige Minuten zu Fuß.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Nennig mit dem SaarLux-Bus aus Luxemburg, Saarburg, Saarlouis oder Merzig zu erreichen. Nennig hat außerdem einen Bahnhof, der von Regionalzügen aus Wittlich, Perl und Trier angefahren wird.

Hintergrundinformationen:

Die Ausmaße sind beeindruckend

Die Ausmaße sind beeindruckend

Der römische Grabhügel („Mahlknopf“ oder „Moknapp“, wie er im moselfränkischen Dialekt genannt wird), gilt als der bedeutendste und größte Grabhügel in der Region Trier. Er stammt aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. und gehörte zur Villenanlage von Nennig. Er liegt etwa 300 Meter moselwärts ausgehend von der ausgedehnten Badeanlage. In unmittelbarer Nähe befand sich ein zweiter Tumulus, der heute jedoch vollständig eingeebnet ist. Man geht davon aus, daß es sich um den Grabkomplex der wohlhabenden Besitzer der Villa gehandelt hatte, da er aufgrund seiner gigantischen Ausmaße ein überaus kostspieliges und beeindruckendes Statussymbol gewesen sein dürfte.

Der Grabhügel wurde 1819 in einer unorganisierten Schatzgrabung geöffnet, deren Spuren noch heute durch einen großen Trichter am Hügeleingang zu sehen sind. Dabei entdeckte man zahlreiche Funde wie Urnen, Tongefäße und ein Schwert. Da die Grabung nicht gemäß archäologisch-wissenschaftlicher Methodik vorgenommen wurde, weiß man wenig über die im Inneren liegende Grabkammer.

Seinerzeit war auch die römische Herkunft noch nicht erkannt worden und man hielt den Hügel für den Grabhügel des 882 n.Chr. verstorbenen Bischofs von Metz, Wala, der in der Wikingerschlacht von Remich ums Leben gekommen war. Der römische Ursprung und der Zusammenhang zur Villa von Nennig wurden erst später festgestellt.

Eine Bank am Fußweg kann zur Rast genutzt werden

Eine Bank am Fußweg kann zur Rast genutzt werden

1985-1987 erfolgten Untersuchungen und Ausgrabungen des Hügels und des näheren Umfelds durch Alfons Kolling, bei denen nachgewiesen werden konnte, daß der Durchmesser des ringförmigen Grabhügels 44,5 Meter betrug. In seinem Inneren befand sich eine runde Mauerstruktur, zudem war der Hügel von einer 94 x 100 Meter großen eckigen Mauer eingefriedet. Die Höhe des Tumulus betrug 10 Meter. Innen war er von den Besitzern mit Erde verfüllt worden. Die Mauer an der Innenseite diente als Stützmauer und zugleich als repräsentative Schmuckfassade. Sie bestand aus 32, sich nach innen biegenden, Mauersegmenten aus Kalkstein.

Nach dem Ende der Untersuchungen wurde der Hügel wieder verschlossen und aufgeschüttet und die Ringmauer zum Teil rekonstruiert, um sie für die Öffentlichkeit anschaulich darzustellen. Ursprünglich war der ganze Grabhügel außen mit rotem Sandstein verkleidet.

Berichte von Einheimischen, die von älteren Bürgern des Ortes immer wieder bestätigt werden, deuten auf die Existenz von unterirdischen Verbindungsgängen zwischen der Villa Nennig und dem Grabhügel hin. Vor 30 Jahren soll der Eingang eines solchen Verbindungsgangs an der Villa noch zugänglich gewesen sein. Er war so gut ausgebaut, daß man in ihm mehrere hundert Meter lang aufrecht gehen konnte. Auch bei Kanalarbeiten wurde ein solcher Gang gefunden. Ob diese Gänge römischen Ursprungs sind, konnte bislang nicht geklärt werden.

Beschreibung:

Der römische, kreisrunde Grabhügel sticht von schon weitem ins Auge. Ein gerader, gepflasterter Fußweg in römischer Bauart führt von der Römerstraße, einer ruhigen Landstraße, die parallel zur Bundesstraße verläuft, zu dem 10 Meter hohen Hügel.

Die Informationstafel liefert gutes Hintergrundwissen

Die Informationstafel liefert gutes Hintergrundwissen

Eine Informationstafel der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz / Museum für Ur- und Frühgeschichte mit gutem, erklärendem Text und einer Grafik liefert dem Besucher Hintergrundinformationen.

Der Grabhügel liegt gut sichtbar auf einer Wiese und wird von zwei hohen Bäumen umrahmt. Am Wegrand gibt es eine Steinbank, so daß der Ort auch ideal zur Rast genutzt werden kann. Die Gegend ist sehr ruhig und nur ab und zu begegnet einem ein Bauer, Wanderer oder Radfahrer.

Die Dimensionen des Grabhügels sind beeindruckend, insbesondere wenn man sich vorstellt, daß er einst komplett mit einer roten Steinfassade verkleidet gewesen ist. Ein kleines, aber feines Ausflugsziel, das ideal mit anderen Zielen in unmittelbarer Nähe kombiniert werden kann.

Öffnungszeiten, Preise, Zugänglichkeit:

Der Grabhügel ist jederzeit frei zugänglich. Eintritt wird nicht erhoben.

Sonstiges:

Größenvergleich!

Größenvergleich!

Fotografieren ist uneingeschränkt möglich.

Wenn man sich in der Gegend befindet, sollte man den Besuch des Grabhügels unbedingt mit der Besichtigung der römischen Villa in Nennig verbinden. Hier befindet sich das größte und besterhaltene Mosaik nördlich der Alpen, das mit seinen detaillierten Gladiator-Motiven absolut sehenswert ist.

Ebenfalls in unmittelbarer Nähe, nur wenige Ortschaften weiter, liegt Perl mit dem Archäologiepark Villa Borg. Dieses rekonstruierte römische Landgut ist geradezu Pflichtprogramm für den römischen Touristen!

Auch in den Mosel-Ortschaften im angrenzenden Luxemburg sind zahlreiche römische Sehenswürdigkeiten zu entdecken, so daß man durchaus einen oder mehrere Tage in der Region verbringen kann (und sollte!).

Weiterführende Literatur:

  • Alfons Kolling: Der Tumulus „Malknopf“, erschienen in: Der Kreis Merzig-Wadern und die Mosel zwischen Nennig und Metz. Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland. Band 24., Stuttgart : Theiss, 1992. ISBN 3806210217
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