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Museen: Römisches Museum Remagen

Das Römische Museum liegt in einer gotischen Kapelle aus dem 15. Jahrhundert

Das Römische Museum liegt in einer gotischen Kapelle aus dem 15. Jahrhundert

Anschrift:

Römisches Museum, Kirchstraße 9, 53424 Remagen.

Anfahrt:

Das Römische Museum liegt inmitten der historischen Altstadt von Remagen (Rheinland) in einer Kapelle aus dem 15. Jahrhundert. Es ist vom zentralen Marktplatz in zwei Minuten zu Fuß zu erreichen.

Remagen am Rhein liegt an der B9 (zwischen Bonn und Koblenz). Parkmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden, wir empfehlen das (für 2 Stunden kostenfreie) Parken am Rheinufer oder den großen (kostenpflichtigen) Park & Ride-Parkplatz an der B9 hinter dem Bahnhof, wenn man sich länger im Ort aufhalten möchte. Es gibt noch mehr Parkplätze im Ort, die alle gut ausgeschildert sind.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Remagen sehr gut erreichbar, da es sich auf der Haupt-Nord-Südachse zwischen Mainz / Koblenz / Bonn / Köln befindet und von zahlreichen Zügen angefahren wird. Hier halten unter anderem der Rhein-Express zwischen Emmerich und Koblenz, die Mittelrheinbahn zwischen Mainz und Köln, sowie die Regionalbahn zwischen Koblenz und Wuppertal und die Ahrtalbahn von Bonn nach Ahrbrück. Auch Intercities halten in Remagen, so daß man zu allen Tageszeiten bis spät abends gut dorthin (und wieder fort) gelangt.

Es gibt auch mehrere Buslinien, die Remagen anfahren, diese fahren jedoch große Umwege über die umliegenden Dörfer an Rhein und in der Eifel, so daß wir die Anreise mit dem Zug empfehlen.

Das Museum ist im Ort gut ausgeschildert mit braunen Wegweisern „Römisches Museum“.

Hintergrundinformationen:

Rekonstruktion des Kastells Rigomagus

Rekonstruktion des Kastells Rigomagus

Remagen (Rigomagus) war ein römisches Hilfstruppenkastell am Rhein in Niedergermanien (Germania inferior), das um 43 n.Chr. gegründet wurde, als mit dem Eroberungszug in Britannien die Rheinverteidigung umverteilt wurde.

Das Kastell beherbergte eine cohors equitata, eine etwa 500 Mann starke Einheit aus Infanterie und Kavallerie, deren Truppen aus den römischen Provinzen Pannonien, Spanien und Thrakien stammten. Es wurde im Jahr 69 n.Chr während des Bataveraufstandes zerstört, aber wieder aufgebaut.

Das Kastell wurde im Laufe der Zeit immer stärker befestigt, bis es im 3. Jahrhundert zu einer Festung ausgebaut war, die so massiv war, daß sie dem Germaneneinfall im Jahre 355 n.Chr.  standhielt.

In Remagen wurden immer wieder zahlreiche römische Funde gemacht, die seit dem 19. Jahrhundert ausgestellt wurden, zuerst im Ratssaal. Da ab dem Jahr 1900 bei systematischen Grabungen so viele Funde zutage gefördert wurden, entschied man sich schließlich, ein Museum einzurichten, für das man die alte gotische Kapelle im Stadtzentrum auswählte. Während der Renovierungsarbeiten entdeckte man unterhalb der Kapelle Säulenreste, die zum ehemaligen Eingang des Stabsgebäudes des römischen Kastells gehörten, der Principia. Sie wurden freigelegt und an Ort und Stelle in das Museum integriert.

Überall im Stadtgebiet sind Reste des römischen Kastells und der dazugehörigen Siedlung zu finden wie Hausfundamente, Heizungsanlagen, Wasserleitungen, Gräberfelder und Gebrauchsgegenstände, Inschriften und Graffiti, Weihetafeln, Grabbeigaben, Münzen, Tintenfässer und Federn aus Metall. Viele der römischen Kleinfunde enthalten wertvolle Informationen für die Forschung, vor allem die Inschriften, die in Remagen gefunden wurden.

Viele Kleinfunde geben Aufschluß über das Alltagsleben in Niedergermanien

Viele Kleinfunde geben Aufschluß über das Alltagsleben in Niedergermanien

Zu den interessantesten Funden gehört eine Handschrift in römischer Kursive, die auf den noch feuchten Boden eines Krugs aus Ton geschrieben wurde: „Quisquis amat / pueros sene / finem puellas / rationem sacli / no refert!“ („Wer Knaben liebt und Mädchen ohne End, mit dessen Beutel geht es bald zu End“. Handgeschriebene Graffitis in der schwer zu lesenden römischen Handschrift sind ansonsten vor allem aus Pompeji bekannt.

Durch den Kampf um die Brücke von Remagen im 2. Weltkrieg ging jedoch 80% der Sammlung verloren und viele Stücke wurden stark beschädigt.

Im Jahr 1989 wurde das Museum neu eröffnet.

Beschreibung:

Das Museum befindet sich in der gotischen Kapelle St. Magdalena der ehemaligen Abtei Knechtstetten aus dem 15. Jahrhundert. Es ist zwar ein sehr kleines Museum, das ehrenamtlich betreut wird, dafür zeigt es ausschließlich Funde aus Remagen selbst. Die Lokalität in der alten gotischen Kapelle ist sehr schön gewählt, auch durch den Kontrast der alten Kirchenarchitektur mit den römischen Funden.

Die Funde sind mit ihrem Herkunftsort (Straßennamen!) ausgestellt. Bei einigen Steinen handelt es sich um Repliken, da die Originale im Krieg zerstört wurden und die Repliken nach Fotos angefertigt wurden, andere sind original erhalten.

Auf der Empore

Auf der Empore

Die Fundstücke sind thematisch gruppiert. Im Erdgeschoß befinden sich Funde zu den Themen „Forschungsgeschichte“, „Götterwelt der Römer“, „Römische Soldaten am Rhein“, „Alltagsleben in Niedergermanien“. Auf der Empore befinden sich Vitirinen mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs, wie Münzen, Schmuck, Glas und Terra Sigillata-Gefäße, Waffen und Keramik, sowie die Reste einer Wasserleitung und Hypokausten einer Heizungsanlage. Auch ist die Sicht von der Empore hinunter in den gotischen Kirchraum sehenswert.

Im Keller befinden sich in der Mitte die Säulenfundamente sowie mehrere Vitrinen zum römischen Totenkult, die schön aufgemacht sind und verschiedenen Brandgräber samt Grabbeigaben zeigen, um verschiedene Aspekte des Totenkultes zu beleuchten.

Die Brücke zur fränkischen Herrschaft, die ab dem 5. Jahrhundert das Rheinland regierte, bildet ein fränkisches Männergrab samt Skelett und Grabbeigaben in einem Baum-Sarkophag.

Blick von der Empore

Blick von der Empore

Im Eingangsbereich im Erdgeschoß ist zudem ein Porticus, d.h. ein säulengetragener, überdachter Gang nachgebaut, wie er auf den Bürgersteigen und vor den Eingangstüren der Häuser und Geschäfte überall im römischen Reich verbreitet war. Ein im römischen Stil angemalter Raum mit einer Figur, die einheimische Tracht zeigt, sowie einer römischen Babyschaukel, vervollständigen die Ausstellung.

Zwar ist das Museum sehr klein, aber dennoch unbedingt sehenswert, da es sich sehr lokal mit dem Leben in einem Hilfskastell am Rhein befaßt und ausschließlich Funde aus dem Ort zeigt. Es wird mit Sorgfalt gepflegt und betreut. Zusammen mit dem ungewöhnlichen Ort in der Kapelle ist es ein Geheimtipp für römisch interessierte Reisende im Rheinland.

Öffnungszeiten und Preise:

Da das Museum ausschließlich ehrenamtlich betreut wird, hat es nur in den Monaten März bis Oktober und nur Mittwochs bis Sonntags von 15 – 17 Uhr geöffnet, so daß man den Besuch gut planen muß, wenn man nicht vor geschlossenen Türen stehen will. Für Gruppen wird auch nach Vereinbarung außerhalb dieser Zeiten geöffnet.

Der Eintritt ist frei, aber man freut sich über eine Spende, die zum Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes gut angelegt ist. Diese kann in eine Spendendose auf dem Tisch des ehrenamtlichen Mitarbeiters gegeben werden, der am Eingang sitzt und die Besucher empfängt. Dort gibt es auch Flyer und Infomaterial und er steht gerne für Fragen zur Verfügung.

Sonstiges:

Die Säulenfundamente des Eingangsbereichs zum Kastell sind noch an Ort und Stelle unterhalb der Kapelle

Die Säulenfundamente des Eingangsbereichs zum Kastell sind noch an Ort und Stelle unterhalb der Kapelle

Das Museum kann man in Ruhe begehen, die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind freundlich und unaufdringlich, so daß man nicht – wie in manch anderen Museen – auf Schritt und Tritt verfolgt wird.

Fotografieren ist erlaubt.

Der Besuch des Museums sollte idealerweise mit einem Besuch der in der unmittelbaren Nähe gelegenen, aus dem 12. Jahrhundert stammenden romanisch-gotischen Pfarrkirche St. Peter und Paul verbunden werden, die ebenfalls auf römischen Fundamenten erbaut wurde. Hier sind im Eingangsbereich der Kirche zwei Altäre für Jupiter (Iupiter Optimus Maximus) aufgestellt, die von den Benefiziariern Sextus Senius Secundinus und Titus Farfenna Ianuarius gestiftet wurden. Der Kirchturm befindet sich wahrscheinlich auf der Position eines ehemaligen Festungsturms.

Auch hier wurden die in Rheinland und Eifel verehrten Matronen gefunden. Außerdem Kopf eines Satyrn

Auch hier wurden die in Rheinland und Eifel verehrten Matronen gefunden. Außerdem Kopf eines Satyrn

Auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus wurde zudem ein Teil der römischen Festungsmauer rekonstruiert.

Ebenfalls sehenswert (wenn auch gar nicht zum römischen Thema gehörend) ist das Friendsmuseum „Brücke von Remagen“ am Rhein, das sich in den Brückenpfeilern der 1945 zerstörten Brücke befindet.

Weiterführende Informationen:

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