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Antike Stätten: Doppelgrabkammer von Nehren

Das Doppelgrab thront hoch über der Mosel

Das Doppelgrab thront hoch über der Mosel

Anschrift:

Das römische Doppelgrab liegt oberhalb der Mosel auf einem Weinberg und kann nur zu Fuß erwandert werden. Deswegen gibt es keine postalische Anschrift. Nächster Ort: 56820 Nehren. GPS-Koordinaten:   50.09044° N / 7.18253° O

Anfahrt:

Die Doppelgrabkammer befindet sich oberhalb des Moselortes Nehren auf einem Weinberg. In der Nähe befindet sich ein Parkplatz, der über die Moselweinstraße B49 erreicht werden kann. Das Römergrab ist bereits unten an der Mosel mit den typischen braunen Hinweisschildern auf ein archäologisches Denkmal ausgeschildert.

Von Ellenz-Poltersdorf kommend befindet sich an der Ortseinfahrt Senhals eine Abzweigung der Moselweinstraße, die bergauf von der Mosel fort und auf den Rücken der umliegenden Weinberge führt. Der Wanderparkplatz zu den Römergräbern ist ausgeschildert und bietet ausreichend Platz.

Von dort aus führt ein kurzer Fußweg in etwa 10 Minuten von der Landstraße zu den Gräbern. Der Wanderweg, der parallel zur Landstraße in die Weinberge führt ist breit, geschottert und gut ausgebaut, ohne merkenswerte Steigungen. Wanderschuhe sind nicht notwendig. Ein direktes Anfahren der Gräber mit dem Auto ist nicht möglich.

Alternativ besteht die Möglichkeit, die Doppelgräber auf einem Panorama-Wanderweg von Ellenz-Poltersdorf zu erwandern (ca. 9 Kilometer) oder dem Römer-Themenwanderweg „Kulturweg Römergräber“ aus Nehren zu folgen, der am Gemeinde- und Feuerwehrhaus Nehren beginnt (ca. 4,5 Kilometer, das Fachwerkdorf Nehren mit seiner aus dem Jahr 1275 stammenden Kirche selbst ist ebenfalls sehenswert.)

Da beide Wanderwege im Moseltal starten, sind sie mit Steigungen verbunden. Hier ist festes Schuhwerk erforderlich.

Weiterführende Informationen:

Hintergrund:

Blick in eine Grabkammer

Blick in eine Grabkammer

Das Römergrab von Nehren stammt aus dem 3. bis 4. Jahrhundert und liegt oberhalb des Ortes Nehren im rheinland-pfälzischen Landkreis Cochem-Zell an der Mosel. Von dort hat man einen freien Blick hinab in das Moseltal.

Es handelt sich wahrscheinlich um die Ruhestätte einer wohlhabenden römischen Gutsherrenfamilie aus dem Moseltal; prominent gelegene, prachtvolle Grabbauten mit herrlicher Aussicht galten als Statussymbole und ein solcher Grabtempel an einem so exponierten Ort war sehr kostspielig. Größe römische Gutshöfe (villa rustica) mit Weingütern waren zur Römerzeit überall an der dicht besiedelten Mosel verbreitet.

Die verschütteten Grabkammern waren der einheimischen Bevölkerung im Moseltal, die die Weinberge bewirtschaftete, seit langem bekannt. Erst im Jahr 1973 wurden erste systematische Grabungen durch das Landesamt für Vor- und Frühgeschichte in Koblenz durchgeführt, im Jahr 2003 wurde die ganze Grabanlage saniert, restauriert und die Umweltschäden beseitigt.

Besonders bemerkenswert an der zweikammrigen Grabanlage sind die Gewölbemalereien, die als die besterhaltensten nördlich der Alpen gelten. Im Rahmen der Restaurierung wurden die Malereien aus Konservierungsgründen in einen klimageschützten Raum eingeschlossen, um die Luftfeuchtigkeit konstant zu halten. Es handelt sich um ein florales Muster mit Früchten, Blättern und Blumen.

Die Grabkammern bestehen aus zwei zweigeschossigen Grabkammern mit je 3×4 Metern Größe. Oberhalb der in den Weinberg eingelassenen Grabkammern befanden sich tempelartige Gebäude, die im Rahmen einer Rekonstruktion wieder aufgebaut wurden, um dem Besucher eine Vorstellung einer römischen luxuriösen Grabanlage zu vermitteln.

Neben den aufwendigen Wandmalereien weist auch der Rest der Anlage auf wohlhabende Erbauer hin. Der Boden war mit einem mindestens zweifarbigen Steinfußboden belegt und die Sarkophage mit Mamorverkleidung geschmückt.

Erhaltungszustand:

Die Aussicht allein ist den Aufstieg wert

Die Aussicht allein ist den Aufstieg wert

Die Grabkammern wurden aufwendig restauriert, weil sie durch die Feuchtigkeit und aggressiven Lösungen im Erdboden schwer beschädigt waren. Sie werden nun von zwei rekonstruierten Grabtempeln überdeckt, in die Treppen hineinführen. Der überdachte Säulengang bietet eine großartige Aussicht auf das Moseltal. Die Rekonstruktionen sind gelungen, auch wenn die verglaste rechte Grabkammer mit den Aufklebern zum Vogelschutz etwas unpassend wirkt. Sie vermitteln eine gute Vorstellung vom Aufbau protziger Grabkammern wohlhabender Gutsbesitzer zur römischen Zeit an der Mosel.

Die Wandmalereien mußten wegen der schweren Schäden vor Feuchtigkeitsschwankungen geschützt werden und befinden sich nun in einem abgeschlossenen Klimaraum unter der linken Grabkammer. Eine schmale Luke zum Hochschieben soll durch eine Glasscheibe den Blick auf die Malereien erlauben; leider war zum Zeitpunkt unserer Besichtigung (Sommer 2013) offenbar der dort angebrachte Bewegungsmelder defekt, der für einen kurzen Moment die Beleuchtung im Inneren des Raumes einschaltet, so daß man die Malereien in der Dunkelheit leider nicht betrachten konnte.

Vor den Grabtempeln befindet sich eine Bank mit einer Tafel, die die Aussicht auf das Moseltal erklärt, so daß man an diesem Aussichtspunkt auch Rast machen kann.

In die Grabkammern selbst kann man nicht hinabsteigen, aber man kann aus den Tempeln von oben in sie hineinschauen.

Es gibt mehrere Infotafeln, die Hintergründe über die Grabanlage, die Malereien und das Moseltal zur Römerzeit vermitteln.

Eintrittspreise, Zugänglichkeit und Führungen:

Der Eintritt ist frei.

Die Grabkammern können jederzeit besichtigt werden, es gibt keine Zugangsbeschränkungen oder Öffnungszeiten.

Von April bis Oktober wird Samstags um 15 Uhr eine Führung durch die Gräber angeboten. Die Führung wird vom Wein- und Kulturbotschafter Mosel, Peter Esch, durchgeführt, der zudem zertifizierter Burgen- und Schlösserführer ist. Die Kosten betragen 5€ für einen Erwachsenen (inklusive Weinverkostung!), für Kinder 2,50€ (ohne Getränk). Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Kontaktdaten und eine Möglichkeit zur Anmeldung findet sich hier auf der Straße der Römer-Seite.

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