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Götterwelt: Dei Consentes

auch: Dii Consentes.

Die Kapitolinische Trias (239 n.Chr, Xanten), Weihestein im Rh. Landesmuseum Bonn

Die Kapitolinische Trias (239 n.Chr, Xanten), Weihestein im Rh. Landesmuseum Bonn

Hierbei handelt es sich um eine Gruppe aus 6 Göttern und 6 Göttinnen, die von den Römern besonders verehrt wurden und die als die „Hauptgötter“ des Römischen Pantheons gelten: Jupiter, Juno, Minerva, Vesta, Ceres, Diana, Venus, Mars, Mercurius, Neptun, ApolloVulcanus. Die drei höchsten von ihnen (Jupiter, Juno und Minerva) bildeten die „Kapitolinische Trias„, die den anderen Göttern vorstand.

Woher die Versammlung von 12 höchsten Göttern ursprünglich stammt, ist unbekannt – weder die Römer noch die Griechen waren die ersten, die ihren Pantheon auf diese Weise strukturierten. So finden sich die 12 höchsten Götter schon in mehreren Kulturen, die den griechischen und römischen Kulturen vorausgingen.

Bereits im mit Troja verbündeten, später von Persien und Alexander dem Großen eroberten Lykien (im heutigen Anatolien), wurden 12 Götter verehrt. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. stand Lykien unter griechischem Einfluß, so daß starke Vermischungen der Kulturen stattfanden.

Gleichzeitig war auch bei den Etruskern, die vor den Römern ab dem Jahr 1000 v. Chr. über Mittel- und Norditalien herrschten (schließlich aber ab 300 v. Chr. im Römischen Reich aufgingen), eine Gruppe von 12 Göttern bekannt, die als „Götterrat“ oder Ratsversammlung mit beratender Tätigkeit für den höchsten Gott Tinia galten. Der Name „Consentes“ ist die lateinische Übersetzung des etruskischen Wortes für „übereinstimmen“, was den Versammlungsaspekt des Götterrates beschrieb. Der höchste etruskische Gott Tinia war ein Blitz-, Himmels- und Lichtgott und als solcher die etruskische Entsprechung zum römischen Gott Jupiter.

Bei den Römern bildeten Jupiter, seine Frau Juno und ihre Tochter Minerva die „Kapitolinische Trias“. Das entspricht der höchsten Triade bei den Etruskern: Tinia, der sich ebenfalls durch das Schleudern von Blitzen auszeichnete und als Himmels-, Blitz- und Lichtgott galt. Weitere Parallelen zu den etruskischen Vorläufern sind offensichtlich – Tinias Frau war Uni (die römische Juno) und ihre gemeinsame Tochter war Menrva (Minerva).

Da die Etrusker ebenfalls Kontakt zu den zu dieser Zeit in Süditalien siedelnden Griechen hatten und sich die Völker gegenseitig beeinflussten (wie man unter anderem an der Verehrung des Gottes Apulu / Apollo durch die Etrusker erkennen kann, der wiederum möglicherweise aus einer vor-griechischen – minoischen oder anatolischen – Kultur stammt), ist nicht eindeutig festzulegen, wer wen zuerst im Hinblick auf einen Rat aus den zwölf höchsten Göttern beeinflusst hat.

Auch bei anderen im Mittelmeerraum ansässigen Kulturen, wie den weitaus älteren Hethitern (2. Jahrtausend v. Chr), wurden bereits 12 hohe Götter verehrt.

Die vergoldeten Statuen der Dei Consentes standen auf dem Forum Romanum. Im Jahre 367 n. Chr. wurden sie durch den spätrömischen Senator Vettius Agorius Praetextatus in den Tempel Porticus Deorum Consentes verlegt, da der Senator ein Verfechter des traditionellen römischen Götterkultes war und diesen vehement gegen das erstarkte Christentum verteidigte. Ihr Tempel gilt als Beweis der heidnischen Renaissance, die für kurze Zeit im 4. Jahrhundert das Römische Reich erfaßte.

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