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Antike Stätten: Bergheiligtum auf dem Calmont (Mosel)

Anschrift: 

56814 Bremm. Keine postalische Anschrift, das Heiligtum liegt im Wald nahe des Gipfels des Berges Calmont und ist nur zu Fuß über einen Wanderweg erreichbar.

Anfahrt:

Das Bergheiligtum auf dem Calmont

Das Bergheiligtum auf dem Calmont

Der Tempel liegt auf Europas steilstem Weinberg, dem Calmont und ist über den Calmont-Höhenweg zu Fuß zu erreichen. Auf den Calmont führt ein Klettersteig (nur für Trittsichere) und ein Rundwanderweg, der in Bremm startet und auch den Tempel passiert. Parken kann man auf dem Wanderparkplatz in Bremm, der Rundweg ist ausgeschildert.

Alternativ ein kürzerer Weg: Wenn man der L49 aus Bremm in Richtung Zell entlang der Mosel folgt, weist irgendwann ein braunes Schild zu einem „Römischen Tempel“. Diesem Schild einige Kilometer eine Serpentinenstraße hinauf folgen, bis ein weiteres Schild auf einen landwirtschaftlichen Weg verweist, wo man sein Auto abstellen kann. Dem Landwirtschaftsweg durch Wiesen und Äcker folgen, bis man zu Wegweisern kommt, die zum Gipfel des Calmont sowie zum Römischen Höhenheiligtum verweisen. Am (bewirtschafteten) Gipfel vorbei, dort dem Hinweisschild einen schmaleren Waldweg hinab folgen bis zu der nächsten Erhöhung des Calmontrückens. Dort befindet sich der wieder aufgebaute Tempel. Der Weg ist etwa einen Kilometer lang mit einigen steilen und rutschigen Abschnitten, festes Schuhwerk ist erforderlich.

Die Aussicht auf die Moselschleife ist ein zusätzliches Highlight!

Weiterführende Informationen:

Hintergrund:

Inmitten der dramatischen Calmontregion, oberhalb der Moselschleife bei Bremm und auf Europas steilstem Weinberg, dem Bergmassiv des Calmont, liegt der Umgangstempel auf dem Bergrücken mit dramatischer Aussicht hinab in das Moseltal. Die gegenüberliegende, von der Moselschleife eingeschlossene Landzunge (Petersberg) war zu römischer Zeit ein bedeutender Militärstützpunkt und Hafen für den Moselverkehr.

Auf dem Bergplateau wurde im Jahr 2005 der gallo-römische Umgangstempel mit den beiden charakteristischen ineinander liegenden Vierecken freigelegt, nachdem man dort oben schon lange einen römischen Tempel vermutet hatte. Der Mittelbau ist 4×4 Meter groß, der überdachte Umgang 8,9×8,9 Meter.

An dieser Aussicht erfreuten sich sicher schon die damaligen Tempelbesucher

An dieser Aussicht erfreuten sich sicher schon die damaligen Tempelbesucher

Zur Veranschaulichung wurde der Tempel wieder aufgebaut (wie es an mehreren Orten an der Mosel gemacht wurde, zum Beispiel auch beim Lenus-Mars-Tempel auf dem Martberg bei Pommern). Zahlreiche Funde wie Münzen, Glas, Keramik und Votivfiguren erlauben eine Datierung auf das 2. bis 4. Jahrhundert n. Chr. Leider ist nicht bekannt, welche Gottheiten hier verehrt wurden, da zahlreiche Raubgrabungen viele Funde zerstört haben.

Heute liegt der Tempel in einem Wald, damals stand er völlig frei auf dem Bergrücken, so daß er weithin im Moseltal bis hin zu Eifel und Hunsrück sichtbar gewesen sein muß. Der Tempel ist heute Kulturdenkmal und das Gebiet ist Grabungsschutzgebiet, weitere Mauerreste sind freigelegt, aber von Schutzplanen abgedeckt. Nachgraben und die Fortnahme archäologischer Funde ist streng verboten und wird strafrechtlich verfolgt, was auch gut ist!

Erhaltungszustand:

Der Tempel wurde wieder aufgebaut mit einer inneren Cella und einem überdachten Säulen-Umgang, den man entlangwandeln kann. Klappen erlauben einen Blick in das Innere der Cella, aber leider ist sie – im Gegensatz zum sehr schönen Innenraum des Lenus-Mars-Tempels auf dem Martberg – einfach nur weiß und leer. Eine römische Wandbemalung hätte hier sicher nicht geschadet. Die umliegenden Mauerreste sind abgesperrt und aus Schutzgründen abgedeckt. Mehrere Infotafeln beschreiben den Tempel und präsentieren die verfügbaren Informationen. Der Ort ist eine der 100 Sehenswürdigkeiten von Strasse-der-Roemer.de, so daß dort auch eine entsprechende Infotafel zu finden ist.

Eintrittspreise und Zugänglichkeit:

Der Tempel liegt mitten im Wald und ist jederzeit frei zugänglich (was herumliegende Weinflaschen leider bezeugen). Zum Glück ist er nicht mit Fahrzeugen erreichbar und der Weg dorthin ist recht aufwendig, so daß hier nicht allzu viele Umtriebe stattfinden. Von gelegentlich vorbeikommenden Wanderern einmal abgesehen, hat man am Tempel seine Ruhe, die meisten zieht es zum naheliegenden Gipfelkreuz des Calmont.

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